Bremen

Bremen – Stadtstaat mit einer über 1000 Jahre zurückreichenden Geschichte

Bremen gehört wie Berlin und Hamburg zu einem der drei Stadtstaaten Deutschlands. Streng genommen ist Bremen jedoch ein zwei Städte Staat, da offiziell auch das 50 km entfernte Bremerhaven zum Bundesland Bremen zählt. Beide sind nicht nur politisch, sondern ebenfalls über den Fluss Weser miteinander verbunden. Die gemeinsame Vergangenheit in der Hanse ist bis heute in beiden Städten mehr als nur im Stadtbild präsent. Der Name findet sich ebenfalls in der offiziellen Bezeichnung des Bundeslandes als Freie Hansestadt Bremen wieder. Als offizielle Hauptstadt des Bundeslandes Bremen fungiert die Stadt Bremen. Beide Städte dieses Bundeslandes sind komplett umgeben vom Bundesland Bremen, agieren politisch jedoch komplett unabhängig von den dort geltenden landesrechtlichen Verfügungen und Gesetzen. Mit einer Fläche von etwas weniger als 420 km ist Bremen das kleinste Bundesland Deutschlands. Das spiegelt sich auch in der Anzahl an Einwohnen wider, welche ebenfalls mit 670.000 Menschen zu dem Bundesland mit den wenigsten Einwohnern zählt.

Die Geschichte der Freien Hansestadt Bremen

Das Fleckchen Erde, welches heute auf den Namen Bremen hört, wurde aufgrund der geographischen Lage am Fluss Weser bereits sehr frühzeitig besiedelt. Obwohl Funde bei Ausgrabungen belebten, dass Menschen schon in der Bronzezeit auf diesem Gebiet lebten, dauerte es doch bis zum ersten Jahrhundert nach Christus als auch die ersten Siedlungen nachgewiesen werden konnten. Zur damaligen Zeit waren Regionen rund um Flüsse und Seewege besonders beliebt, da diese einen unkomplizierteren Handel ermöglichten. Zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde die Besiedlung der Region durch den aus Alexandria stammenden Geografen Claudius Ptolemäus. Menschen wie diese bereisten damals weite Teile Europas, um die ersten wirklich aussagekräftigen Landkarten anzufertigen.

Der Namen Bremen taucht dagegen erst acht Jahrhunderte später zum ersten Mal in gefundenen Aufzeichnungen auf. Aus den damals noch geläufigen Begriffen wie Brema und Bremun entwickelte sich im Laufe der nächsten Jahrhunderte der bis heute geläufige Städtename Bremen. Zur gleichen Zeit trat auch eine zweite Entwicklung ein. Da die Menschen zunehmend geschickter im Umgang mit Baumaterialien und den Leben an Flüssen wurde, konnten die Siedlungen wesentlicher näher am Fluss gebaut werden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde aus beiden Flussseiten ein kilometerweiter Abstand gehalten, um im Falle des Hochwassers die wirtschaftliche Existenz nicht in Gefahr zu bringen.

Bremer-StadtmusikantenAb dem Mittelalter begangen die Siedlungen deutlich stärker anzuwachsen, was zur Bildung erster Städte mit einer deutlich weitreichenderen Infrastruktur führte. Ein Hauptgrund dafür war die Schifffahrt, welche nun nicht nur einzelne Städte, sondern auch Kontinente miteinander verband. Bremen war daher bereits zu einem frühen Zeitpunkt ein Handelsplatz mit einem internationalen Charakter. Ein zweiter sehr wesentlicher Punkt für die Geschichte Bremens ist die Christianisierung. Die Religion war bereits ab dem siebten Jahrhundert nach Christus eng mit der Stadtgeschichte verbunden. Dies zeigt sich auch in der Ernennung zum Bistum durch Karl den Großen, welches ebenfalls in diesem Zeitpunkt stattfand. Weiteren Einfluss auf die Stadt übte auch der Kaiser Friedrich Barbarossa aus. Dieser sicherte den Bürgern Bremens im Jahr 1196 vollen Schutz und alle damals bekannten Bürgerrechte im Rahmen der Gelnhauser Privilegien zu. Dies unterstrich die Bedeutung des Handelsplatzes Bremens und des dortigen Wachstums weit über die Stadtgrenzen hinaus.

In den folgenden Jahrhunderten war die Geschichte Bremens in erster Linie durch die Blütezeit der Hanse geprägt. In dieser Zeit entstanden die ersten Zollunionen und viele weitere Handelsstandards, welche bis heute in der Wirtschaft Gültigkeit besitzen. Seine Sonderstellung als selbstverwalteter Stadtstaat begann nicht erst in der Bundesrepublik. Bereits durch die erklärte Reichsunmittelbarkeit während des dreißigjährigen Kriegs sichert Bremen seinen Status und verhinderte eine Fremdverwaltung durch Dritte. Erst im 1811 gelang es mit dem französischen Feldherrn Napoleon dem ersten Fremden Bremen zu besetzen und somit unter Fremdherrschaft zu stellen. Doch bereits drei Jahre später mussten sich die französischen Truppen dem schweren Widerstand geschlagen geben.

In den nächsten zwei Jahrhunderten veränderte die Industrialisierung die Wirtschaft in Bremen und ganz Europa. Kurz gebremst durch die Auswirkungen des zweiten Weltkriegs gelang es Bremen sich wirtschaftlich rasch zu erholen und in Verbindung mit Bremerhaven zu einem der Bundesländer des damals noch geteilten Deutschlands zusammenzuschließen. Traditionell wird in Bremen anstatt eines Landtags die Bürgschaft gewählt. Hierbei wird ein neuer Landeschef für die nächsten vier Jahre gewählt. Dieser bildet neben dem Posten als Regierungschef auf das Oberhaupt des Senats im Landesparlament. In jeder der bisher durchgeführten 19. Wahlperioden gelang es der SPD die meisten Stimmen zu erhalten und somit ihren politischen Einfluss in diesem Bundesland voll geltend zu machen.

Interessantes in und zu Bremen

Obwohl Bremen offiziell das kleinste Bundesland Deutschlands ist, gilt dies nicht für die Bevölkerungsdichte. Hier liegt Bremen hinter Berlin und Hamburg auf Platz 3. Durchschnittlich leben hier 1600 Menschen auf einem km². Dies zeigt, dass so gut wie das ganze Gebiet Bremens besiedelt ist. Dies spielt eine wichtige Rolle für die Erhaltung der Souveränität Bremens.

30.000 der 670.000 Einwohner Bremens sind Studenten. Diese verteilen sich auf vier Hochschulen und zwei Universitäten. Bremen bildet damit nicht nur für die Metropolregion Bremen/Oldenburg einen Hot Spot für Studenten, sondern besitzt auch über die Grenzen der Region einen guten Ruf für die dort zu erhaltende Ausbildung. 2005 konnte sich Bremen zudem gegen 37 weitere Bewerber durchsetzen und sich den Titel Stadt der Wissenschaft, vergeben durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft sichern.

Das Land Bremen konnte sich im Jahr 2009 über ein Flächenwachstum von 14,95 km² freuen. Dieser war dem Land Niedersachsen sowie dem abgeschlossenen Staatsvertrag zu verdanken. Im Jahre 2010 wurde die Luneplatte offiziell in das Stadtgebiet von Bremen integriert.

Die Wirtschaft in Bremen

Die Wirtschaft in Bremen steht noch immer stark mit der Schifffahrt in Zusammenhang. Nach Hamburg ist Bremen nach wie vor der zweitwichtigste Platz in Deutschland für den nationalen und internationalen Handel mit per Schiff transportierten Gütern. In Bremerhaven ist zudem ein gesonderter Fischereihafen vorhanden. Bis heute sind daher die Auswirkungen der Hanse spürbar und tief im Leben der Bremer Bevölkerung verwurzelt.

Neben der Schifffahrt florieren in Bremen auch weitere Wirtschaftszweige. Zu dem neuesten gehören fast 350 Hightechfirmen, welche sich im Technologiepark von Bremen angesiedelt haben. Diesen gehört ebenso wie auch der Wind- und Elektrotechnik die Zukunft der Wirtschaft im Bundesland Bremen. Zudem gehört Bremen zu den zehn beliebtesten Städten bei Touristen. Bis zu 1,4 Millionen Hotelübernachtungen können somit in einem Jahr gezählt werden. Ein Großteil der Besucher hält sich zu geschäftlichen Zwecken in Bremen auf. Dies ist ein zusätzliches Symbol für die wirtschaftlichen Verflechtungen innerhalb Deutschlands sowie auf allen sechs Kontinenten.

Das Bruttoinlandsprodukt liegt über dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Das Wachstum lag allein im Jahr 2015 1 % schneller als im Rest Deutschlands. Nur Hamburg verfügt im direkten Vergleich über eine bessere Bilanz. Mit dem zweiten Platz ist jedoch gleichfalls eine hohe Attraktivität für Bremen als Standort zur Ansiedlung von Unternehmen verbunden. Im Hinblick auf die Arbeitslosenzahlen ist ebenfalls eine interessante Entwicklung zu beobachten. Denn auch diese liegt etwas über dem gesamtdeutschen Schnitt. Mit bis zu 3 % mehr ist es wichtig diese Zahl etwas genauer zu untersuchen. Was dabei auffällt ist, dass Bremen selbst in etwa den Zahlen im Rest Deutschlands entspricht. In Bremerhaven sind die Arbeitslosenzahlen jedoch erhöht, was das schlechtere Ergebnis von aktuell 10 % Arbeitslosenquote für das Bundesland Bremen erklärt.

Die Geographie in Bremen

Die geographische Lage Bremens erstreckt sich auf eine Fläche von insgesamt knapp 420 km². Aufgeteilt sind diese auf jeweils 325 km² der Stadt Bremen sowie 95 km² für Bremerhaven. Beide Gebieten sind komplett getrennt voneinander. Dies bezieht sich jedoch nur auf die Landmasse. Über die Weser ist die Distanz von 50 km relativiert, da die Schifffahrt weiterhin den führenden Wirtschaftszweig darstellt. Trotz des dicht besiedelten Gebiets besteht Bremen zu 8,5 % aus unberührten Naturschutzgebieten. Diese verteilen sich auf 20 unterschiedliche Flächen, welche sich zum Großteil in Gewässernähe befinden. Mit der Kennzeichnung als Naturschutzgebiet wird trotz der Schifffahrt ein Gegengewicht hergestellt, um die natürliche Flora und Fauna der Gegend zu erhalten. Noch einmal 30 km² der Fläche entfallen auf die Häfen in Bremen sowie Bremerhaven. Diese bilden das Fundament der Wirtschaft und besitzen zeitgleich einen hohen Identifikationfaktor innerhalb der Bevölkerung.

Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Bremen

Wer den Namen Bremen hört, denkt fast zwangsläufig an die Bremer Stadtmusikanten. Das berühmte Kunstwerk bestehend aus Esel, Hund, Katze und Hahn haben nicht nur den Gebrüdern Grimm zu internationaler Popularität verholfen. Die gleichnamige Statue ziert nicht nur zahlreiche Souvenirs aus der Hansestadt Bremen, sondern kann in Form der Bronzestatue von Gerhard Marcks auch jederzeit vor Ort bewundert werden. Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt bildet der Bremer Roland. Diese Statue mit einer stattlichen Höhe von knapp über zehn Meter thront seit mehr als sechs Jahrhunderten über der Stadt. Der Roland wurde 1404 als Zeichen für die Unabhängigkeit der Hansestadt errichtet. Bis heute ist es Bremen gelungen diesen Status zu behalten und den Geist der Freiheit zu bewahren. Dieser Symbolcharakter über so viele Generationen ist auch der UNESCO nicht verborgen geblieben, welche den Bremer Roland in das Weltkulturerbe aufgenommen hat.

Diese Ehre ist auch dem Bremer Rathaus zuteil geworden. Mit einem Alter von ebenfalls mehr als 600 Jahren, hat dieses Gebäude die Blütezeiten der Hanse erlebt und ist bis heute ein sehr lebendiger Zeitzeuge bedeutender geschichtlicher Momente. Das Bremer Rathaus bildet bis heute einen zentralen Anlaufpunkt auf dem Marktplatz. Eingerahmt von weiteren historischen Gebäuden ist das Rathaus ebenso wie die komplette Altstadt ein Muss für jeden Besucher. Hier zwischen diesen Gebäuden zu schlendern entspannt nicht nur die Seele, sondern lässt auch die Augen auf Wanderschaft über die Fassaden gehen. Heute zählt der Marktplatz von Bremen zu einer der wenigen aus dem Mittelalter, die noch immer so gut wie unverändert den Glanz vergangener Epochen und Jahrhunderte widerspiegeln.

Wer in Bremen sein Herz für die Vergangenheit entdeckt hat, wird sich im Schnoorviertel wie Zuhause fühlen. Hier befindet sich ein ganzer Stadtzug, der heute noch an die Anfänge der Hanse erinnert und dort für viele Jahre den Fischern und Hafenarbeitern ein Zuhause bot. Die engen Gassen und kleinen Geschäfte sind eine willkommene Abwechslung zu den großen Shoppingcentern und spiegeln zudem den historischen Charakter Bremens wider. Ein ganz besonderes Cafe befindet sich in der Mühle am Wall. Diese ist eingerahmt von Blumen und zeigt weitere Züge des historischen Stadtbildes in einem modernen Gewand. Zu den neueren Sehenswürdigkeiten in Bremen zählt das Universum Museum. Dieses erinnert von außen an einen Wal und zeigt im Inneren verschiedene interaktive Ausstellungsstücke, welche für die ganze Familie ein attraktives Ausflugsziel darstellt.