die Geschichte der Spielautomaten

letzte Aktualisierung am 23. November 2020 von der Redaktion

Spielautomaten sind Geldspielgeräte, die nach dem GewO (§ 33c der “Gewerbeordnung”) so benannt werden dürfen. Sie haben eine Geschichte. Grundsätzlich stehen sie in Spielhallen und Gaststätten. Es gibt auch Unterhaltungsautomaten ohne Geldgewinnmöglichkeiten, wie die Flipperautomaten, Arcade-Automaten oder mechanische Automaten. Hier die Entwicklung bzw. Geschichte der Spielautomaten.

Spielautomaten und Ihre Entwicklung bzw. Geschichte

Ider Spielautomat-Rotamintm Jahr 1887 beginnt die Geschichte der Spielautomaten. Der US-amerikanische Maschinenbauer Charles August Fey (deutsche Herkunft), entwickelte das “Liberty Bell”, den ersten “einarmigen Banditen” überhaupt. Das Original ist in einem Lokal in Nevada zu finden heute noch. Das “Liberty Bell” hat im Vergleich zu den heutigen und modernen Online-Spielautomaten ein sehr einfaches Prinzip des Spiels. Er hat drei Walzen, die die Glückssymbole (Pik, Karo, Hufeisen, Herz, Diamanten, Freiheitsglocke) beinhalten. Diese Erfindung von Charles August Fey konnte echtes Geld ausbezahlen. Es mussten drei der Freiheitsglocken auftauchen, damit der Spieler die drei Dollar, den maximalen Gewinn, erhielt.

Weitere Entwicklung: fünf Walzen

Genau vier Jahre später entwickelten Sittman und Pitt (New Yorker) einen neuen Spielautomaten, der fünf Walzen integriert hatte mit den gedruckten Kartensymbolen. Das Ziel war, dass man die bestmögliche “Pokerhand” erzielte aus den fünf Karten. Im Vergleich zum “Liberty Bell” bezahlte dieser Poker-Automat wiederum kein Geld aus. Allerdings konnten die Gewinner bei diesem Spielautomaten in der Kneipe dann Bier oder Zigarren gewinnen. Damit der Hausvorteil verbessert wurde, wurden die Karten Pik 10 und Herzbube jedoch entfernt. Die Betreiber konnten zudem das Spiel manipulieren, in dem sie noch andere Karten wegnahmen.

Herbert Mills

Der “Operator Bell” wurde einige Jahre später, nach der Jahrhundertwende, in Serie gegeben vom Erfinder Herbert Mills. Schon 1908 wurde dieser “Operator Bell” in den Saloons, Kneipen und Tabakläden eingesetzt. Nur wenige Jahre danach kam ein Geldspielautomaten-Verbot. Die Spielautomaten-Entwickler haben dann beschlossen, dass Sie aus den schon vorhandenen Geldautomaten “Fruit Machines” fertigen wollten, da sich die Spielautomaten schon so großer Beliebtheit erfreuten. Hier gab es dann statt Geld Kaugummis mit dem speziellen Fruchtgeschmack zu gewinnen. Daher finden sich heute noch auf vielen Slot Machines die Früchte-Symbole: Zitronen, Orangen, Trauben, Pflaumen und Kirschen. Das sogenannte “BAR-Symbol” war wiederum das Firmenlogo der “Bell-Fruit-Company” (Kaugummi-Hersteller).

Elektromechanische Spielautomaten

der Spielautomat-Bajazzo

Dann kam im Jahr 1963 der erste elektromechanische Spielautomat. Er wurde unter dem Pseudonym “Money Honey” auf den Markt gebracht von der US-amerikanischen Firma “Bally Manufacturing Corporation”. Er wurde erstmalig zum einen elektronisch betrieben und dennoch gab es noch einen Hebel. Dadurch konnten sich die Spieler nach und nach daran gewöhnen, so zu spielen. In diesem Spielautomaten konnte man ca. 500 Münzen auf einmal ausbezahlt bekommen. Der “Money Honey” ist der Vorläufer der heutigen bunten Slot-Machines. Die elektromechanischen Spielautomaten wurden seit dem Jahr 1980 durch die elektronische Glücksspielgeräte ersetzt. Es wurden Zufallsgeneratoren von den Spieleherstellern eingesetzt, damit die zufälligen Spielergebnisse gewährleistest waren.

Erste Online Glücksspiele

Schon im Jahr 1994 gab es die ersten Entwicklungen und die erste Online Glücksspiel-Software. Das Zeitalter der Spielautomaten Industrie war geboren. Es gibt heute viele Online Spiele-Entwickler, Online-Casino-Webseiten und Online Spielautomaten. Hier kann man die diversen Spielautomaten ausprobieren. Die klassischen “Fruit-Maschinen” bilden hier einen Großteil der angebotenen Spielautomaten. Aber auch die “Multi-Linien-Slots”, eine weitere Kategorie der Geldspielautomaten, gibt es inzwischen. Dazu die progressiven Jackpot Slots, die 3-D-Slots und auch Franchise-Slots. Die tollen Grafiken, die authentischen Sound Effekte und die zusätzlichen vielen Freispiele begeistern die User. Viele Slot Machines bieten auch ein “Risiko-Feature”, wie beispielsweise eine Risikoleiter oder ein Kartenspiel. Mit diesen “Risiko-Features” können die User Ihren Gewinn entweder verlieren oder auch verdoppeln. Das erhöht den Spielspaß enorm. Seit etlichen Jahren kann man auch auf dem Tablet oder dem Handy solche Spielautomaten spielen. Das “mobile Gambling” ist das bisher aktuellste und neueste Stadium der Spieleentwicklung bei den Slot Maschinen. Die immer neueren Technologien machen es möglich, dass man überall auf die mobilen Spielautomaten Zugriff hat.

Reiche Geschichte der Automatenindustrie

Grundsätzlich kann die Automatenindustrie auf eine reiche Geschichte zurückschauen. Es kein Wunder, dass es auch auf der ganzen Welt so viele Automaten-Sammlungen gibt. Auf Schloss Benkhausen ist in Deutschland die größte Spielautomaten-Sammlung (Espelkamp). Hier ist auch das Automaten-Museum von Paul Gauselmann (deutscher König der Spielautomaten) untergebracht. In der Sammlung sind neben den Geld- und Glücksspielautomaten auch Dienstleistungs- und Warenautomaten sowie Unterhaltungsautomaten. Ebenso findet man hier Nadelspiele, Bomber, Flipper und Geschicklichkeitsspiele. Das Museum kaufte 650 weitere Automaten (aus einer Sammlung von “Jean-Claude Baudot”) im Jahr 2007. Gauselmann hat heute über 1800 Automaten. Im Deutschen Automatenmuseum, dem DAM, sind 200 Exponate anzusehen. Diese stammen aus der Zeit von 1880 bis ins Jahr 1980 und somit kann man sich einen vollständigen Blick machen auf die gesamte Geschichte der Spielautomaten. Das “Nevada Gambling Museum” befindet sich in Virginia City und bietet über 100 Slot Maschinen für die Besucher an. Diese wurden entwickelt zwischen dem Jahr 1800 bis 1900. Der Wert dieser exklusiven Sammlung wird inzwischen bis auf eine 500.000 Dollar geschätzt. Hier finden sich neben den Glücksspielautomaten auch duzend lebensgroße Statuen von berühmten Western-Helden. In deren Bäuchen sind Slot-Machines eingebaut. Diese Ausstellung im “Nevada Gambling Museum” in Virginia City wurde dem Erfinder “Charles Fey” als Erinnerung gewidmet.

Auch in der Nähe von Tokio

Solche Automaten-Sammlungen sind nicht nur in den USA oder Europa zu besichtigen, sondern auch ca. 100 km entfernt von Tokio. Hier kann man das Pachinko-Museum besichtigen. Dabei ist das Spiel “Pachinko” eine Mischung aus eine Slot Machine und dem Flipper, das schon 1930 erfunden wurde. Ein Spieler schießt die kleinen Silberkugeln in die Slotmaschine und versucht, sie durch das gesamte Labyrinth in die Öffnungen zu bekommen. Wenn das gelingt, dann wird die Slot-Machine aktiviert. Der Spieler bekommt dann die Chance, einen Jackpot zu knacken, wenn er drei gleiche Symbole hat.

Die Arcade-Spiele

Einen weiteren wichtigen Teil der Spielautomaten-Branche bilden die “Arcade-Spiele”. Die sowjetischen Spielautomaten kann man in St. Petersburg und in Moskau besichtigen. Hier gibt es insgesamt bis zu 50 verschiedene Maschinen, die komplett renoviert und restauriert wurden. Sie funktionieren alle mit den alten Münzen (Sowjetunion), den sogenannten “Kopeken”. Eines der bekanntesten Spiele aus dieser Zeit ist das Tankodrom, das Sneiper, das Gorodki, das Skatchki und der Seekamps. Auch die Flipperspieltische und die Eishockeyspieler aus der Sowjetunion kommen aus dieser Epoche.

Fazit:

Die Geschichte der Spielautomaten zeigt, wie aufregend die Spielautomaten zu Beginn schon waren. Auch ohne Elektronik erfreuten sie sich größter Beliebtheit. Ihre Erfinder haben tolle Kreationen geschaffen bis hin zu den Slot-Machines und Online-Spielautomaten in unserer heutigen Zeit. Die Museen zeigen die Welt der Spielautomaten.

Bildquelle: commons.wikimedia.org

Bildquelle: Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Public domain, via Wikimedia Commons

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