Niedersachsen

Allgemeines zu Niedersachsen

Niedersachsen – das Bundesland im Nordwesten Deutschlands
Niedersachsen ist ein Bundesland, welches im Nordwesten von Deutschland liegt. Flächenmäßig mit etwa 47.600 km² liegt es unter Bayern auf dem zweiten Platz aller 16 deutschen Bundesländer. Die Einwohnerzahl Niedersachsens beläuft sich auf ca. 7,95 Millionen und belegt somit im deutschen Ranking den vierten Platz. Hannover ist die Landeshauptstadt von Niedersachsen und neben ihr sind sieben weitere Großstädte zu benennen. Hierzu gehören Salzgitter, Wolfsburg, Hildesheim, Osnabrück, Oldenburg, Göttingen und Braunschweig. In Niedersachsen hinein reichen die Ballungsräume von Hamburg und Bremen.

Die Geschichte Niedersachsen

Das Bundesland Niedersachsen ist ein sehr junges Bundesland, da es erst am 01. November 1946 gegründet wurde. Jedoch blickt es trotzdem auf eine lange Geschichte zurück. Bereits im 3. Jahrhundert hat es in dem heutigen Niedersachsen die ersten Menschen gegeben. Jene Siedler waren zugehörig zu dem germanischen Volksstamm der Sachsen. Aus diesem Grund hat das Bundesland auch seinen Namen sowie das Wappen mit dem weißen Ross.

Im Jahr 772 nach Christus, also zum Ende des 8. Jahrhunderts kam es zum einen Krieg, bei denen die Sachsen von den Franken angegriffen wurden. Die Franken wollten das Gebiet für sich beanspruchen. Zum Fränkischen Reich gehörte damals Frankreich, weite Teile von Italien und auch von Deutschland. Somit war es wesentlich größer als das heutige Deutschland. Zwar kämpften die Sachsen erbittert, mussten aber den Krieg dann doch verloren geben. Als Zeichen für die Niederlage musste der Anführer Widukind sich christlich Taufen lassen, denn die Sieger waren Christen. Nach der Taufe traten immer mehr Sachsen in den christlichen Glauben bzw. in die christliche Kirche ein, auch genannt als Christianisierung.

Nachdem der fränkische König verstarb, erbten die drei Enkelsöhne Frankreich und damit auch Sachsen. Für die Einigkeit unter den drei Herrschern wurden drei neue Reiche im Jahr 843 erschaffen; das Ostfränkische Reich, Westfrankreich und Lotharingien.

Im 11. und 12. Jahrhundert kam es dazu, dass rund 40 mächtige Bischöfe und Familien die Region der Sachsen beherrschten. Eine Familie davon waren die sogenannten Welfen. Im 14. Jahrhundert wurde dann erstmalig vom Gebiet Niedersachsen gesprochen.

Im heutigen Niedersachsen waren bis dahin alle Menschen katholisch, was sich zu Beginn des 16. Jahrhunderts änderte, als die Menschen von Martin Luther hörten. Dieser fand umgehend viele neue Anhänger. In der heutigen Zeit wird dieser Glauben als evangelisch-lutherisch bezeichnet. Zwischen den Menschen der unterschiedlichen Glaubensrichtungen kam es zum Streit und daraus entbrannte der “Dreißigjährige Krieg”. Frieden zwischen beiden Parteien gab es dann wieder im Jahr 1648.

Zwischen den Jahren 1803 und 1806 wurde unter der Führung von Kaiser Napoleon von Frankreich viele deutsche Staaten besetzt. Im Jahr 1815 wurde Napoleon besiegt und die deutschen Länder beschlossen ihre Macht neu aufzuteilen. So wurde das Königreich Hannover ein Teil des sogenannten “Deutschen Bundes”, welches ein Bündnis aus vielen kleineren deutschen Staaten war. So kam es dazu, dass im heute bekannten Niedersachsen nun vier kleine Staaten ansässig waren:

– Schaumburg-Lippe
– Braunschweig
– Oldenburg
– Hannover

Im Jahr 1866 kam es im deutschen Krieg zwischen dem Königreich Preußen und dem Deutschen Bund zu einer Niederlage für den Deutschen Bund. Neben anderen eigenständigen Staaten wurde auch das Königreich Hannover von den Preußen besetzt und eingegliedert.

Nachdem Zweiten Weltkrieg und Deutschlands Kapitulation am 08. Mai 1945 kam es am 01. November 1946 zu der offiziellen Gründung des Bundeslandes Niedersachsen. Da Deutschland unter den vier Siegern aufgeteilt wurde, ist das heutige Niedersachsen ein Teil von der britischen Besatzungszone geworden. Durch die Anordnung der britischen Militärregierung, dass die Länder Schaumburg-Lippe, Oldenburg, Hannover und Braunschweig zusammengefasst werden sollen, kam es schlussendlich zur Gründung von Niedersachsen.

Interessantes zu dem Bundesland Niedersachsen

Kein anderes Bundesland in Deutschland grenzt an so viele Bundesländer wie Niedersachsen. Im Süden grenzt es an Thüringen und Hessen. Im Südwesten grenzt Niedersachsen an Nordrhein-Westfalen und im Osten an die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg grenzen im Norden an Niedersachsen und auch Bremen grenzt an.

In der Landeshauptstadt findet alljährlich die international bekannte CeBit (Computermesse) statt, sowie das weltweit größte Schützenfest. Zudem die Niedersachsen große Pferdeliebhaber, weshalb dort auch die in Deutschland erfolgreichsten Sportpferde gezüchtet werden, die sogenannten Hannoveraner.

Niedersachsens Wappen ziert ein weißes Pferd auf rotem Untergrund. Das so bezeichnete Symbol “Sachsenross” steht bereits seit 600 Jahren für jene Region Deutschlands. Niedersachsens Landesflagge schaut aus wie die deutsche Flagge, mit dem Unterschied, dass in der Mitte das Wappen prangt.

Zu großen Persönlichkeiten Niedersachsens gehört unter anderem der Zeichner und Auto Wilhelm Busch, welcher insbesondere durch die Geschichten von “Max und Moritz” bekannt geworden ist. Geboren er wurde er in Hannover im Jahr 1832. Und auch der Erfinder Werner von Siemens ist 1816 im Umkreis von Hannover geboren. Erfunden wurde von ihm z.B. die erste Telegrafenleitung, der erste elektrische Aufzug und die erste elektrische Eisenbahn.

Niedersachsen und seine Wirtschaft

Niedersachsen erreicht im Jahr 2014 und ausgedrückt in Kaufkraftstandards, verglichen mit der Europäischen Union und dem Bruttoinlandsprodukt einen Index von 114,0. Niedersachsen liegt daher über den Durchschnitt der EU, allerdings unter dem Durchschnitt von Deutschland.

Auf dem Arbeitsmarkt gehören zu den wichtigsten Standorten von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten unter anderem Hannover, Braunschweig, Wolfsburg und Osnabrück. Der wirtschaftliche Schwerpunkt von Niedersachsen ist der Raum Hannover. Zur weiteren wirtschaftlichen Stärkung der Region gehört auch die EU-Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Zugehörig zu den eher strukturschwachen Gegenden gehören ländliche Gebiete im Westen und Nordosten Niedersachsens wie das Elbe-Weser-Dreieck, das Emsland, die Lüneburger Heide, das Oldenburger Land sowie Teile der Küstenregion und die Mittelweserregion.

Im Jahr 2012 gehörten mit Blick auf die Wertschöpfung, Unternehmen wie die Continental AG in Hannover und die Wolfsburg ansässige Volkswagen AG zu den größten Betrieben in Niedersachsen. Gefolgt von der TUI AG und der Versicherungsgruppe Talanx AG.

Für die Landwirtschaft herrschen unterschiedliche Bodenbedingungen in Niedersachsen vor. Zwischen dem Harz und dem Mittellandkanal sowie bei der Hildesheimer Börde eignen sich die Böden insbesondere für den Anbau von Getreide und Zuckerrüben. Karger Boden findet sich hingegen in der Lüneburger Heide, weshalb hier vor allem Spargel und Kartoffeln geerntet werden. Die Viehzucht dominiert entlang der Küste und dem dortigen Marschgebiete.

In weiten Teilen von Niedersachsen werden neben Getreide aber auch Salat, insbesondere Eisbergsalat, Raps, Möhren und Kohl angebaut. Zudem ist die Grünkohlkultur aus Niedersachsen weit verbreitet. Ein weiterer elementarer Wirtschaftszweig ist der vor allem im Norden des Landes, ertragreiche Anbau von Obst.

Im Raum Hannover-Braunschweig-Wolfsburg befindet sich das niedersächsische industrielle Zentrum, geprägt durch zahlreiche Automobilwerke wie z.B. die Volkswagen AG und ihr Stammwerk in Wolfsburg. Zu benennen sind aber auch die Werke in Salzgitter und Braunschweig sowie in Hannover das Nutzfahrzeugwerk. In Salzgitter und Peine befinden sich des Weiteren Unternehmen der Stahlindustrie.

Außerdem führt Niedersachsen in der Bundesrepublik Deutschland den Abbau und die Verwertung von Rohstoffen an. Hierzu gehören Kies, Sand und Torf. Auch die Lebensmittelherstellung und Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten macht in Niedersachsen einen großen Industriezweig aus.

Niedersachsen Hauptstadt und andere wichtige Städte

Die Landeshauptstadt von Niedersachsen ist Hannover und liegt an dem Südrand vom Norddeutschen Tiefland an der Leine. Zu erstmaligen Erwähnung Hannovers kam es im Jahr 1150 und bekam sein Stadtrecht 1241. Zur Hauptstadt Kurhannovers kam es ab dem Jahr 1692 und ab 1814 folgte die Hauptstadt vom Königreich Hannover. Zwischen den Jahren 1866 und 1946 aufgrund der Annexion durch Preußen bekam sie Hauptstadt der Provinz Hannover. Bereits seit dem Jahre 1875 ist sie eine Großstadt und zählt heute mit rund 532.163 Einwohnern, nach Stand 2015, in Deutschland zu Städten mit den meisten Einwohnern.

Hannover ist aufgrund des Mittellandkanals zugehörig zum Binnenschifffahrtsnetz und in Hannover kreuzen sich elementare Straßen- und Schienenverkehrsverbindungen. Allein in Hannover gibt es zudem neun Hochschulen und das Gelände der CeBit und der Hannover-Messe ist das größte Messegelände weltweit.

Zu Hannovers Nachbargemeinden gehören Garbsen, Isernhagen, Langenhagen, Gehrden, Hemmingen, Sehnde, Seelze Laatzen, Lehrte und Ronnenberg. Insgesamt besteht die Landeshauptstadt Niedersachsens aus 51 Stadtteilen. Dabei sind immer zwei bis sieben davon zusammengefasst als ein Stadtbezirk.

So sind diese 13 Stadtbezirke entstanden:

– Nord
– Mitte
– Ricklingen
– Südstadt-Bult
– Linden-Limmer
– Herrenhausen-Stöcken
– Bothfeld-Vahrenheide
– Ahlem-Badenstedt-Davenstedt
– Döhren-Wülfel
– Vahrenwald-List
– Kirchrode-Bemerode-Wülferode
– Misburg-Anderten
– Buchholz-Kleefeld

Das rund 200 Quadratkilometer große Stadtgebiet teil sich mit mehr als 11 Prozent auf öffentliche Grünflächen aus. Aus diesem Grund wird Hannover auch die Großstadt im Grünen genannt. Der Stadtwald Eilenriede in der Nähe des Zentrums kommt dabei allein auf 650 Hektar.

Der Maschsee ist etwa 78 Hektar groß, künstlich angelegt und liegt südlich vom Stadtzentrum. Der See hat keinen natürlichen Zu- und Ablauf. Die Leine fließt vom Süden kommend durch Hannover und dann nordwestlich in die Richtung zur Aller.

Zu weiteren wichtigen und großen Städten gehören Braunschweig mit rund 251.364 Einwohnern, Oldenburg mit 163.830 Einwohnern, Osnabrück mit 162.403 Einwohner und Wolfsburg mit 124.045 Einwohnern. Aber auch Göttingen, Hildesheim und Salzgitter haben jeweils mehr als 100.000 Einwohner.

Die Geografie Niedersachsens mit ihren Flüssen, Seen und Gebirgen

Im Norden wird Niedersachsen natürlich begrenzt durch die Nordsee, den unteren Mittellauf der Elbe und den Unterlauf. Ausnahme bilden hier das nordöstliche der Elbe liegende Amt Neuhaus und die südelbischen Teile von Hamburg. Im Südosten verläuft aufgrund des Mittelgebirges des Harzes die Landesgrenze. Der Westen und Nordosten machen insgesamt drei Viertel von der Landesfläche aus und zählen zu der Norddeutschen Tiefebene. Die Lüneburger Heide liegt im Nordosten von Niedersachsen sowie Elbe-Weser-Dreieck, welches dominiert wird von der Stader Geest.

Im Osten Niedersachsen liegt der Harz mit großen Waldflächen. Der Harz zählt zu den beliebtesten Wintersport- und Wandergebieten. Hier steht auch seine höchste Erhebung, der Wurmberg, welcher mit 971 m ü. NN. der höchste Berg von Niedersachsen ist. Im Südosten des Bundeslandes sind die meisten Anhöhen und Berge zu finden. Im Landkreis Göttingen liegt der Haferberg mit 580,4 Metern Höhe und bei Northeim befindet sich der Große Blöße mit 527,8 Metern.

In Ostfriesland bei Freepsum in einer Senke befindet sich der tiefste Geländepunkt mit etwa zweieinhalb Metern unterhalb des Meeresspiegels.

Niedersachsens Flüsse fließen alle auf direktem oder indirektem Weg in die Nordsee. Unterschieden werden drei Einzugsgebiete: Elbe, Ems und Weser. Keinem dieser Einzugsgebiete angehörig sind die Flüsse Maade, Jade, Harle und Vechte.

Die Elbe hat eine Länge von 1094 Kilometern und ist somit in Europa einer der längsten Flüsse. In Tschechien entspringt sie und mündet in die Nordsee bei Cuxhaven. Von ihr wird die Grenze zwischen den Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Niedersachsen gebildet.

Bei Hannoversch-Münden fließen die Flüsse Werra und Fulda zusammen und daraus entsteht die Weser. Diese hat eine Länge von 477 Kilometern und hat mit der Hunte und der Aller ihre längsten Nebenflüsse.

In Nordrhein-Westfallen aus der Senne entspringt die Ems mit einer Länge von 371 Kilometern. In die Nordsee mündet sich bei der Stadt Emden und hat mit der Leda bei Leer und der Hase bei Meppen ihre längsten Nebenflüsse.

Der Fluss Vechte entspringt im Münsterland in den Baumbergen und fließt durch den Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen. Nach 182 Kilometern mündet sie in den Niederlanden in das Ijsselmeer.

Ausflüge und Sehenswürdigkeiten in Niedersachsen

In Niedersachsen gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die jederzeit einen Ausflug wert sind. So gibt es z.B. in Suurhusen den schiefen Turm. In Osnabrück und Hannover kann je ein Zoo besucht werden. Aber auch die im Harz befindlichen Bergwerkmuseen oder in Goslar die Kaiserpfalz sind einen Besuch wert. Für längere Ausflüge eignet sich die Altstadt von Celle oder der Maschsee. Das Rathaus in Hannover ist imposant und kann wunderbar auf Fotos festgehalten werden.

Für Kinder sind dabei insbesonders die Ausflugsziele wie das Sea Life in Hannover, das Heide Park Ressort Soltau und der Dino-Park in Münchehagen interessant. Es locken zahlreiche Freizeitparks, Bauwerke, Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten in dem Bundesland Niedersachsen. Auf einen der vielen Flüsse können Paddeltouren unternommen werden oder die Weser-Radwege für Radwanderungen genutzt werden. Aber auch die Innenstädte in Niedersachsen verlocken mit einer ausgiebigen Shoppingtour.

Trotz der Tatsache das Niedersachsen ein sogenanntes Flächenland ist, können die meisten Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten gut erreicht werden. Zuganschlüsse und öffentliche Verkehrsmittel sorgen für eine unproblematische Anreise zu dem gewünschten Ziel. Zudem sind viele der Städte an ausgebauten Bundesstraßen oder sogar Autobahnen angebunden, sodass die Wege mit dem Auto einfach zu bestreiten sind.<