Online Casinos in Deutschland: Kann hier wirklich legal gezockt werden?

Im Fokus: Die rechtliche Lage von Online Casinos in Deutschland

Es wird gezockt, geblufft, gepokert und im besten Fall viel Geld gewonnen in den zahlreichen Online Casinos, die rund um die Uhr für Kunden aus aller Welt geöffnet haben. Während es genaue aktuelle Zahlen nicht gibt, wird davon ausgegangen, dass viele Millionen Deutsche das Gamblen im Web als abwechslungsreiches Hobby für sich entdeckt haben. Die Frage nach Recht und Gesetz stellen sich derweil nur die wenigsten.

Zocken im Online Casino ist erlaubt – oder etwa doch nicht?

Frau spielt Blackjack
In Online Casinos können an sieben Tagen in der Woche sämtliche Glücksspiele gezockt werden, die aus realen Spielbanken bekannt sind. Bildquelle: englishlikeanative / pixabay.com

In vielen Bereichen des alltäglichen Lebens wird deutlich: Die Digitalisierung hat alles verändert – angefangen von der Art, wie wir arbeiten über die Weise, wie wir kommunizieren, bis hin zu den Aktivitäten, die wir in unserer Freizeit ausüben. Zu spüren bekommen haben das in der Vergangenheit unter anderem die zahlreichen Spielbanken, die es hierzulande gibt. Etliche mussten schließen, da immer mehr Spieler in digitale Welten abwandern.

Doch kann im Netz wirklich hemmungslos, legal und ohne schlechtes Gewissen gezockt werden? Wie bei vielen rechtlichen Fragen lautet die Antwort: Es kommt darauf an – und zwar in diesem Fall darauf, ob das Online Casino eine gültige deutsche Lizenz aufweist. Das trifft momentan nur auf eine Handvoll Anbieter aus Schleswig-Holstein zu. Des Weiteren muss der Spieler seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort im genannten Bundesland haben, um bei diesen Unternehmen legal zocken zu können.

Zu tun hat das mit den rechtlichen Vorschriften des Glücksspieländerungsstaatsvertrages, namentlich §4 Abs. 4, der das Veranstalten und das Vermitteln öffentlicher Glücksspiele im Internet (ohne Lizenz) grundsätzlich untersagt. Eine neue Fassung wird es erst Mitte 2021 geben. Zwar hat man sich unlängst auf den dritten Glücksspieländerungsstaatsvertrag mit Geltung ab dem 1. Januar 2020 verständigt, allerdings targetiert dieser primär die Rechtslage von Sportwettenanbietern.

Lizenzierung des Online Casinos beeinflusst die Rechtslage

Für Liebhaber von Online Casino Spielen bleibt damit vorerst alles beim Alten. Essenziell ist, dass Glücksspielfans, die die digitalen Spielbanken einmal selbst ausprobieren wollen, eine Seite wählen, die sicher, seriös und zuverlässig zugleich ist. Zu finden sind alle Online Casinos, auf die dies zutrifft, auf praktischen Vergleichsseiten im Netz.

Demnach gehören zu den sichersten unter ihnen z.B. Vera&John, das Platincasino oder auch DrückGlück und Casumo. Obwohl die Anbieter auf den ersten Blick in vielen Punkten identisch wirken, unterscheiden sie sich im Detail voneinander. So offeriert manch einer Neukunden nur einen Bonus in Höhe von 50 Euro, während ein anderer den Ersteinzahlungsbetrag vervierfacht oder den Bonus erst bei einem vierstelligen Betrag deckelt.

Wie aber kann es eigentlich sein, dass es im Netz so viele Online Casinos für deutsche Kunden gibt, die keine offizielle deutsche Lizenz, sondern stattdessen eine aus EU-Ländern wie Malta und Gibraltar oder der Isle of Man besitzen? Dies ist zurückzuführen auf das übergeordnete Unionsrecht, das in den Art. 56 bis 62 AEUV die Dienstleistungsfreiheit normiert.

Deshalb operieren viele Online-Casinos aus dem EU-Ausland

Diese besagt, dass ein in der Union ansässiges Unternehmen dazu berechtigt ist, jedem Bürger eines Mitgliedstaates der EU seine Dienste anzubieten. Im Klartext: Deutsche Spieler sind nach übergeordnetem Unionsrecht zum Zocken in EU-Casinos berechtigt, nach deutschem allerdings nicht.

Dieses Spannungsverhältnis besteht seit Jahren und hat schon viele Gerichtsprozesse heraufbeschworen. Die Behörden tolerieren aufgrund der widersprüchlichen Rechtslagen sämtliche Anbieter, sodass sich nicht nur diese, sondern auch ihre Spieler in einer rechtlichen Grauzone bewegen.

Den Unternehmen kommt das gelegen, denn sind sie in einer der genannten Destinationen des EU-Auslandes lizenziert, profitieren sie von einem erheblich einfacheren Lizenzierungsverfahren, verbunden mit geringeren Kosten und oftmals lascheren Auflagen.

Für Spieler bedeutet das allerdings nicht zwangsläufig, dass sie per se bei ausländisch lizenzierten Anbietern um ihr Erspartes fürchten müssen, sondern lediglich bei denjenigen aufpassen müssen, die offensichtlich keine guten Absichten haben.

So identifizieren Sie illegale Anbieter im Web im Handumdrehen

Was aber unterscheidet diese sogenannten schwarzen Schafe von denjenigen Online Casinos, bei denen Einzahlungen sicher aufbewahrt und Auszahlungen zuverlässig dem eigenen Konto gutgeschrieben werden?

Es sollte jeder, der digital im Web zocken will, vor der ersten Einzahlung überprüfen, ob der Anbieter eine gute Reputation aufweist, nicht erst seit gestern als Unternehmen existiert und von einer hinreichend großen Anzahl realer Spieler in der Vergangenheit gut bewertet worden ist. Ausgeklammert werden müssen hierbei diejenigen Rezensionen, die offensichtlich nur aus Frust wegen erlittener Verluste verfasst worden sind.

Zwei weitere wichtige Punkte, die Gambler vorab checken sollten, sind das Impressum des Online Casinos und die zur Verfügung gestellten Zahlungsmethoden. Ersteres muss vollständig sein und alle relevanten Angaben beinhalten, letztere sollten dagegen so viele Alternativen wie nur möglich bereithalten.

Standardmäßig sind bei etablierten Web-Casinos mindestens sechs unterschiedliche Transaktionsmethoden verfügbar – darunter Klassiker wie die Zahlung per Überweisung, Sofortüberweisung, Kreditkarte, Skrill, Neteller, Paysafecard und ggf. PayPal.

Warum ein hoher Bonus nicht immer ein guter Bonus für den Spieler ist

Aufgepasst werden muss außerdem bei Online Casinos, die mit unrealistisch üppigen Bonusversprechen mit zu laschen Bedingungen versuchen, die Gunst der Spieler zu erhalten. Verspricht also ein Portal beispielsweise eine branchenunübliche Verzehnfachung des Ersteinzahlungsbetrages und verlangt dafür nur eine ebenfalls nicht gängige dreimalige Umsetzung, muss jeder skeptisch werden.

Auch unangemessen hohe Versprechungen für Freispiele oder hohe Startguthaben ohne überhaupt jemals eine Einzahlung geleistet zu haben sind weitere Warnsignale, die einen Spieler dazu veranlassen sollten, den Anbieter genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wichtig ist allerdings auch, dass Neulinge der Online Casino Branche nicht zu skeptisch gegenüberstehen. So ist es z.B. gängig, dass eine digitale Spielbank Dokumente wie den Ausweis und eine Stromrechnung zur Verifizierung der hinterlegten persönlichen Daten anfordert, wenn ein höherer Betrag ein- oder ausgezahlt werden soll.

Im Zweifel sollten Spieler lieber einmal zu oft den Support kontaktieren und sich im Einzelnen erörtern lassen, warum eine bestimmte Maßnahme erforderlich ist und inwiefern sie im Einklang mit den europaweit geltenden Datenschutzbestimmungen steht.

Bildquelle: pixabay.com

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