Auswandern aus Deutschland – das ist zu beachten

Wer aus Deutschland auswandern möchte, kann dafür verschiedene Gründe haben. Das kann ein lukrativer Arbeitsplatz im Ausland, der Wunsch nach einem Neubeginn in einem anderen Land, aber auch der Ruhestand an einem sonnigen Platz sein. Viele Menschen, die auswandern möchten, haben bereits ein ganz bestimmtes Land im Visier. In jedem Fall muss das Vorhaben gründlich geplant werden. Nicht zu vergessen sind die Konsequenzen, die beim Auswandern entstehen.

es werden zwei rote Pässe am Flughafen gezeigt

Wie ist das Auswandern aus Deutschland möglich?

Wer aus Deutschland auswandern möchte, hat häufig bereits bestimmte Vorstellungen vom Zielland und sieht dort eine neue Perspektive. Oft möchten Menschen jedoch auswandern, da sie sich in einem anderen Land neue berufliche Möglichkeiten erhoffen. Nicht immer steht das Zielland schon fest. Es ist daher wichtig, sich genau über die verschiedenen Länder, deren gesetzliche Regelungen, den dortigen Lebensstandard, die Lebenshaltungskosten und die Formalitäten für das Einwandern zu informieren.

Innerhalb der EU ist das Auswandern nicht schwer, denn es herrscht Personenfreizügigkeit. Es ist daher möglich, von Deutschland nach Spanien oder Italien auszuwandern und sich dort niederzulassen. Dennoch müssen Auswanderungswillige einige Dinge beachten. Schwieriger wird das Auswandern in ein Zielland, das nicht zur EU gehört und sich außerhalb Europas befindet.

Wer in ein Land außerhalb Europas auswandern möchte, muss sich mit den Einwanderungsgesetzen des jeweiligen Landes informieren. In einigen Ländern wie Kanada, Australien oder Neuseeland ist eine Qualifikation über ein Punktesystem erforderlich, damit ein Auswanderungswilliger die Einwanderung beantragen kann. Zumeist werden ein Visum und eine Aufenthaltsgenehmigung benötigt.

Wer aus Deutschland auswandern möchte, muss die folgenden Schritte beachten:

  • Job im Zielland suchen, wenn das Rentenalter noch nicht erreicht ist, und Suche nach einer Wohnung im Zielland
  • wenn erforderlich, Visum und Arbeitserlaubnis für das Zielland besorgen
  • Reisepass auf Gültigkeit prüfen und gegebenenfalls einen neuen beantragen
  • informieren, ob der deutsche Führerschein im Ausland anerkannt wird, und wenn erforderlich, einen internationalen Führerschein beantragen
  • beglaubigte Übersetzungen für Urkunden besorgen, beispielsweise für Geburtsurkunde, Heiratsurkunde oder Scheidungsurkunde
  • Wohnung und Verträge in Deutschland kündigen
  • Bankkonto kündigen

Wichtig: Ist die Wohnung in Deutschland gekündigt, gilt Abmeldepflicht. Die Abmeldung kann ungefähr zwei Wochen vor dem Umzugstermin beim Einwohnermeldeamt erfolgen. Nach der Abmeldung bei der Meldebehörde kann auch die Abmeldung bei der gesetzlichen Krankenkasse erfolgen.

Im Ausland angekommen, muss in den ersten Wochen die Anmeldung bei der dortigen Meldebehörde erfolgen. Neue Verträge müssen abgeschlossen werden, darunter Krankenversicherung, weitere Versicherungen und Versorgungsverträge. Im Ausland wird ein neues Bankkonto eröffnet.

Was ist beim Auswandern ins Ausland zu beachten?

Wer ins Ausland auswandern möchte, muss sich über die geeigneten Länder informieren, wenn noch kein Zielland feststeht. Wurden bereits eines oder mehrere mögliche Zielländer gewählt, müssen Informationen über die Länder eingeholt werden:

  • Einreise- und Einwanderungsgesetze
  • erforderliche Sprachkenntnisse
  • Lebensstandard und Lebenshaltungskosten
  • medizinische Versorgung
  • Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten
  • erforderliche Unterlagen für die Einwanderung, darunter Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis
  • steuerliche Regelungen
  • erforderliche Versicherungen
  • Startkapital, das für den Neubeginn im Ausland erforderlich ist

Wer ein Zielland gefunden hat, muss zumeist schon in Deutschland einen Sprachkurs belegen, um die Landessprache bei der Einwanderung zu beherrschen. Beim Auswandern mit Kindern müssen auch die Kinder Sprachkurse belegen. Sind die Kinder im schulpflichtigen Alter, müssen sie im Zielland die Schule besuchen.

Tipp: Vor der endgültigen Entscheidung, auszuwandern, ist es sinnvoll, das Zielland näher kennenzulernen. Das ist bei einem längeren Urlaub möglich. Im Urlaub können sich Auswanderungswillige auch über Jobs im Zielland und über verfügbare Wohnungen informieren.

Auswanderungswillige, die sich noch nicht sicher sind, was sie beim Auswandern beachten müssen, können sich beraten lassen. Geeignete Beratungsstellen sind das Raphaelswerk, das Bundesverwaltungsamt oder der Europaservice der Agentur für Arbeit.

Konsequenzen bei der Abmeldung aus Deutschland

Beim Auswandern ins Ausland ist die Abmeldung aus Deutschland Pflicht. Wer sich nicht abmeldet, riskiert ein Bußgeld bis zu 1.000 Euro. Weitere Kosten können anfallen, darunter die Rundfunkgebühr, die dann weiterhin läuft.

Die Abmeldung aus Deutschland hat einige Vorteile:

  • Sonderkündigungsrecht bei Telefon, Internet und Versicherungen mit dem Nachweis der Abmeldung
  • keine Steuerpflicht mehr in Deutschland
  • keine Pflichtversicherungsbeiträge zu Krankenkasse oder Rentenversicherung mehr

Die Abmeldung aus Deutschland hat auch negative Konsequenzen:

  • kein Eintrag im Wählerverzeichnis mehr; bei der Rückkehr nach Deutschland muss ein neuer Eintrag erfolgen
  • Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen kann nicht mehr zugelassen werden
  • behördliche Schreiben können nicht mehr zugestellt werden
  • kein Anspruch auf Leistungen aus der Sozialversicherung mehr

Wer für längere Zeit ins Ausland geht, sollte unbedingt auf eine verlässliche Krankenversicherung achten. Eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung bietet weltweiten Versicherungsschutz und sichert Sie auch bei längeren Aufenthalten oder einer dauerhaften Auswanderung optimal ab.

Auswandern mit Haustieren

Wer mit Haustieren auswandern möchte, sollte sich genau informieren, ob das möglich ist. In viele Länder ist die Einwanderung mit Haustieren möglich. Dafür gelten bestimmte Voraussetzungen, die sich je nach Land unterscheiden. Die Tiere benötigen Impfungen, Untersuchungen und verschiedene Unterlagen. Es ist wichtig, die Tiere rechtzeitig impfen zu lassen, da die Ausreise oft erst 21 Tage nach der Grundimpfung erfolgen kann. Für die Impfung sind die entsprechenden Nachweise erforderlich. Zusätzlich müssen Hunde und Katzen oft über einen Chip verfügen, so wie er auch in Deutschland verwendet wird, damit eine Identifizierung erfolgen kann.

In einigen Ländern müssen Haustiere für mehrere Wochen in Quarantäne, wenn sie im Ausland ankommen.