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Die Müritz

Die Müritz begeistert als Naturparadies und Erholungsraum

Die Müritz ist mit 110 Quadratkilometern flächenmäßig der größte See in Deutschland und erstreckt sich von Waren im Norden bis nach Rechlin im Süden. Er ist wesentlicher Bestandteil der Müritz-Elde-Wasserstrasse, die bis nach Dömitz an die Elbe reicht. Mit einer Länge von 18 Kilometer und einer Breite von 13 Kilometern wird er seinem Namen “Kleines Meer” durchaus gerecht. Diese Bezeichnung stammt aus dem slawischen “morcze”.

Geographische und landschaftliche Lage ist einzigartig

Im Osten grenzt die Müritz an den gleichnamigen Nationalpark, während im Westen das beliebte Touristenstädtchen Röbel liegt. An beiden Ufern sind die Uferzonen von Wiesen und kleinen Wäldern, aber auch sanften Hügelflächen gesäumt. An der Ostseite findet sich ein Feuchtgebiet und Bruchwald sowie großflächige Schilfrohrzonen. Die Müritz ist in kleinere Teilgewässer wie

– die Binnenmüritz bei Waren
– die Kleine Müritz bei Rechlin und Vipperow

aufgeteilt. Die gesamte Müritz gilt als Bestandteil der Müritz-Elde-Wasserstraße, die dem Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg untergeordnet ist. Weitere Seen in der unmittelbaren Umgebung sind der Tiefwarensee sowie der Feisneck und der Kölpinsee bzw. der Herrensee.

Die Entstehungsgeschichte reicht in die Eiszeit zurück

Die Müritz ist – wie auch zahlreiche der übrigen anderen See der Mecklenburger Seenplatte, am Ende der Weichsel Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren entstanden. Aufgrund des enormen Drucks, das das sich bewegende Eis auslöst, kam es zu einer starken Durchfurchung des Untergrundes. Außerdem schoben sich enorme Sandflächen an den Rändern auf. Der Eispanzer, der bis zu einen Kilometer stark war, schmolz im Laufe der Zeit, wobei dessen Schmelz- und weiteres Regenwasser die ausgeschobenen Rinnen und Tiefen sehr rasch auffüllten. Dies vor allem deshalb, weil es kaum große Abflüsse gab. Durch den Rückzug des Eises fanden sich riesige Mengen an Steinen und Findlingen in der Landschaft um den entstandenen See, die noch heute Zeugnis der eisigen Entstehungsgeschickte des Sees und des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern ablegen.

Der Wasserpegel der Müritz wurde mehrfach reguliert

Was die Höhe des Wasserspiegels der Müritz betrifft, so hat der Mensch im Laufe der Geschichte mehrfach eingegriffen und diesen verändert. Überliefert ist eine Höhe von 60,5 Meter aus dem 12. Jahrhundert, wobei zum Betrieb der Mühlen am Eldeabfluss das Wasser auf bis zu 64,35 Meter im Jahre 1737 aufgestaut wurde. Im Verlauf von zwei Elderegulierungen wies der Wasserspiegel im Jahre 1836 nur mehr 62 Meter auf, was in etwa heutigem Niveau entspricht.

Sehenswertes rund um die Müritz

Neben baulichen Sehenswürdigkeiten in unterschiedlichen Uferstädten der Müritz, ist vor allem der Müritz-Nationalpark, der größte terrestrische Naturpark in Deutschland, eine Attraktion. Dieser wurde auf einer Fläche von 322 Quadratkilometer im Jahre 1990 zum geschützten Areal erklärt und befindet sich am Ostufer des Sees. In einigen Bereichen ist hier eine einzigartige Flora und Fauna zu bestaunen, wobei allein schon die Tiere, die zur Landschaftspflege eingesetzt werden, einen erstaunten Blick bei Besuchern auslösen. Die Rede ist von Fjäll-Rindern und Gotlandschafen, die hier ein gemütliches und dennoch nützliches Dasein fristen. Als Naturschutzgebiete sind die Halbinseln Großer Schwerin und Steinhorn, aber auch deren südwest-seitig gelegenes Umfeld sowie die Müritzsteilufer bei Rechlin, das im Südosten des Sees liegt, ausgewiesen. Die komplette Müritz gilt als Landschaftsschutzgebiet, nur die kleinen Wasserflächen inmitten des Nationalparks im Osten des Sees sind davon ausgenommen.

Ein wichtiges touristisches Zentrum ist Waren, ein staatlich anerkanntes Heilbad. Am nördlichen Ende des Sees gelegen, ist die Stadt ein idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge in die herrliche Natur. Der Stadthafen bietet für Wassersportbegeisterte viele Möglichkeiten. Bekannt in diesem Zusammenhang ist jeden Sommer die Müritz Sail, das als maritimes Fest zahlreiche Besucher anlockt. Sehenswert sind die wunderbar restaurierte Altstadt mit vielen Fachwerkbauten sowie Häuser im Villenstil. Den Stadtkern und das Herz von Waren bildet der Neue Markt mit dem Haus des Gastes. Sehenswert ist auch die alte Löwenapotheke sowie das alte Rathaus und die St. Marienkirche. Wer sich die Mühe macht und den 54 Meter hohen Turm erklimmt, wird mit einem freien Blick auf die Stadt und die Müritz belohnt. Eine besondere Attraktion ist das Naturerlebniszentrum Müritzeum, das das größte Aquarium für Süßwasserfische, die hier einheimisch sind, zeigt.

Der zweitgrößte Ort, der an der Müritz liegt, und einige Besucherattraktionen bietet, ist Röbel. Dabei handelt es sich um eine der ältesten Städte in Mecklenburg, die auch als Perle an der Müritz bezeichnet wird. Direkt am Westufer an einem Seitenarm der Müritz gelegen, besticht sie durch einen schön angelegten Hafen und eine herrliche Uferpromenade, die zu den attraktivsten in ganz Deutschland gezählt wird. Besonders sehenswert sind zwei frühgotische Backsteinkirchen, aber auch die Altstadt in ihrer Gesamtheit. Hier finden sich zahlreiche liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser. Bis ins 13. Jahrhundert bestand Röbel aus zwei abgetrennten Siedlungen, die zu unterschiedlichen Bistümern gerechnet wurden. Die Marien- und die Nikolaikirche punkten vor allem mit ihren – im wahrsten Sinn des Wortes – überragenden Türmen, die einen fantastischen Blick über die Landschaft und den See bieten.

Ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel und sehenswert ist das Dorf Bollewick, das südwestlich von Röbel liegt. Dort können Besucher die größte Feldstein-Scheune in ganz Deutschland bestaunen. Diese wurde während der DDR-zeit als landwirtschaftliche Genossenschaft genutzt und im laufe der späteren Jahre mit viel Liebe zum Detail restauriert. Heute finden sich hier zahlreiche kleine Handwerksbetriebe wie Korbflechter und Töpfer, aber auch eine Weberei und eine Kreativwerkstatt.

Als sehenswertes Erlebnis an der Müritz gestaltet sich auch ein Besuch in Ankershagen. Dort befindet sich das Heinrich-Schliemann-Museum mit interessanten Zeugnissen aus der Altertumsforschung. Der bekannte Troja-Entdecker Heinrich Schliemann lebte hier zwischen 1823 und 1831. Sein Elternhaus beherbergt heute das Museum, das sich in seinen Exponaten komplett dem Leben und Forschen des berühmten Sohnes der Stadt widmet. Nachbildungen von Fundstücken sind hier ebenso zu bestaunen wie nachgebaute Modelle der Grabungsstätten sowie Exponate aus den Kinder- und Jugendjahren von Schliemann in Mecklenburg.