Die Stadt Nürnberg

Nürnberg ist eine kreisfreie Großstadt in Mittelfranken. Mit rund 520.000 Einwohnern ist sie nach München die zweitgrößte Stadt im Freistaat Bayern. Nürnberg weist aktuell ein deutliches Wachstum auf, sodass die Stadt derzeit zu den 15 größten deutschen Städten gehört.

In den folgenden Zeilen wurden sowohl wichtige als auch interessante Fakten zur fränkischen Stadt zusammengetragen.

1. Allgemeines zu Nürnberg

Im Jahre 1970 schrieb ein gewisse Wolfgang Amadeus Mozart “Zu Nürnberg haben wir gefrühstückt, eine hässliche Stadt”. Diese Anmerkung mag zu jener Zeit auch noch zutreffend gewesen zu sein, denn nach dem Dreißigjährigen Krieg fiel Nürnberg in einen Dornröschenschlaf, der Jahrzehntelang andauerte. Doch bereits rund 75 Jahre nach Mozarts Besuch hatte sich das Blatt gewendet, sodass der berühmte Adalbert Stifter die Stadt im Jahre 1865 wie folgt beschrieb: “Nürnberg ist die schönste Stadt, in der ich je gewesen bin. Sie ist ein wahrhaftiges Kunstwerk in ihrer Ganzheit. Die Heiterkeit, Zierlichkeit und Reinheit dieser mannigfaltigsten Schönheitslinien füllt mich mit sehr wohltuenden Empfindungen.”

die Karte der Statistischen Bezirke von Nürnberg

Nürnberg kann unzählige Erfinder, Künstler und Sehenswürdigkeiten vorweisen. Die meisten von ihnen sind schon zigfach das Thema auf unterschiedlichsten Internetseiten, wie die Kaiserburg, das Weinstadl oder Albrecht Dürer. Überregional bedeutsam sind auch der Nürnberger Christkindlesmarkt sowie das Germanische Nationalmuseum. Im 20. Jahrhundert erreichte die Stadt erstmals globale Wahrnehmung, denn während der Zeit des Nationalsozialismus fanden einst die jährlichen Reichsparteitage auf dem Reichsparteigelände statt. Hier wurden die Nürnberger Gesetze verabschiedet. Heute ist Nürnberg Sitz des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sowie der Bundesagentur für Arbeit.

Detaillierte Zahlen und Fakten zur Stadt Nürnberg

Sprache:Deutsch
Bundesland:Bayern
Fläche:186,38 km2
Einwohner:518.370 (2019)
Stadtgliederung:10 Stadtteile ,87 Bezirke
Postleitzahlen:90402 – 90491
Telefonvorwahl:0911, 09122, 09129
Kfz-Kennzeichen:N

2. Geschichte zu Nürnberg

In Nürnberg wurde am 16. Juli 1050 die Freilassung der Leibeigenen Sigena beurkundet. Bei dieser Urkunde handelt es sich um die erste urkundliche Erwähnung Nürnbergs. Heute gilt das Datum deshalb auch als Stadtgeburtstag. Im Spätmittelalter wurde die Stadt sodann als Ort bestimmt, wo jeder neugewählte König seinen ersten Reichstag abhalten sollte. Auch die Herrschaftsinsignien wurden derweil in Nürnberg aufbewahrt (1424-1796).

Nürnberg erlebte ihre kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit im ausgehenden 15. und 16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit lebten und wirkten weltberühmte Künstler wie Adam Kraft, Veit Stoß und Albrecht Dürer, Astronomen wie Johannes Regiomontanus und Humanisten wie Willibald Pirckheimer langfristig in der Stadt.

Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges durchlebte die Stadt zunächst eine Phase, in der es wirtschaftlich bergab ging. Zur gleichen Zeit entdeckten aber auch Romantiker die schöne Stadt für sich und erhoben sie zu einem wichtigen Symbol altdeutscher Kultur und Geschichte.

Für wirtschaftlich ungebremstes Wachstum sorgte dann im 19. Jahrhundert der Nürnberger Unternehmergeist : 1935 fand die erste Eisenbahnfahrt von Nürnberg nach Fürth statt und verhalf damit insbesondere dem produzierenden Gewerbe zu einem wahren Boom. Schnell wurde Nürnberg zu einem Zentrum der deutschen Arbeiterbewegung (“Das rote Nürnberg”).

Im 20. Jahrhundert machte Hitler Nürnberg dann zu einer Kulisse der Selbstinszenierung des Nationalsozialismus. Es wurden die “Nürnberger Rassegesetze” und auch die Hauptkriegsverbrecher des NS-Terrorregimes standen in der Stadt in den sogenannten “Nürnberger Prozessen” vor dem internationalen Militärgericht.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Nürnberg stark bombardiert und nahezu vollkommen zerstört. Heute zeigt sich Nürnberg dafür umso mehr als spannende Verbindung zwischen der lebendigen Vergangenheit und der modernen Gegenwart.

3. Interessantes in Nürnberg

Die Metropole in Mittelfranken hat außer den bekannten Sehenswürdigkeiten noch viele interessante Dinge zu bieten. So ist die Stadt heute beispielsweise als Spielzeugstadt Nürnberg bekannt, was sie in erster Linie der jährlich stattfindenden internationalen Spielwarenmesse zu verdanken hat. Rund 2800 Aussteller aus über 60 Ländern der Welt zeigen hier, welche Neuheiten die Spielzeugbranche zu bieten hat. Aber auch die Tatsache, dass heute noch mehr als ein Viertel aller in Deutschland hergestellten Spielzeuge aus Nürnberg stammen, ist der Grund dafür, dass Nürnberg als Spielzeugstadt weltweit bekannt ist.

Aber nicht nur als Spielzeugstadt, sondern auch als Bierstadt ist Nürnberg bekannt. Dieser Name geht auf das späte 1900 Jahrhundert zurück, denn zu dieser Zeit konnten ansässige Nürnberger Brauereien mehr als 173.000 Hektoliter Bier exportieren. Damals war dies ein absoluter Rekord und so wurde die Stadt zum Spitzenexporteur in Deutschland. Heute steht vor allem das “Seidla” (fränkisch: halber Liter Bier) hoch im Kurs. Neben ortsansässigen Brauereien wie Altstadthof, Tucher, Schanzenbräu, Zeltner und Barfüßer feiern auch die regionalen Landbiere wieder Einkehr in den Kneipen und Restaurants der Stadt. Zelebriert wird diese Tradition mit dem alljährlichen Fränkischen Bierfest im Burggraben.

Zu guter Letzt gibt es in Nürnberg noch ein geschichtsträchtiges Bauwerk finden, was zwar ein Teil der Stadtgeschichte darstellt, heute aber gerne vergessen wird: Mitten im Stadtgebiet befindet sich ein Bunker, der der Nürnberger Bevölkerung Unterschlupf bieten sollte, falls es während des Warschauer Pakts zu einem nuklearen Schlagabtausch gekommen wäre. Der sogenannte ABC-Bunker ist in der Krebsgasse zu finden. Sein Eingang fällt beim Vorbeilaufen kaum auf. I Ernstfall hätte er allerdings mehr als 1880 Menschen in zehn Metern Tiefe Schutz vor radioaktiver Strahlung geboten. Bisher ist der Bunkre leider noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Förderverein Nürnberger Felsengänge setzt sich aktuell jedoch dafür ein, dass der Bunker als eine Art Museum erhalten bleibt.

4. Wirtschaft in Nürnberg

Nürnberg verfügt vor allem in den Bereichen Druck, Marktforschung, Informations- und Kommunikationstechnik, Energie und Leistungselektronik sowie Logistik und Verkehr über optimale Standortkompetenzen, sodass diese Branchen auch stark vertreten sind. Der Einzelhandelsumsatz der Stadt beträgt derzeit rund 3,5 Milliarden Euro, was pro Kopf gerechnet nach Düsseldorf und München den dritthöchsten Wert in Deutschland darstellt.

Die Beschäftigtenstruktur in Nürnberg wird bereits seit mehreren Jahren in erster Linie vom Dienstleistungsgewerbe geprägt. So waren in den vergangenen zwei Jahren rund 79 Prozent aller Beschäftigten im Dienstleistungssektor tätig. Die Arbeitslosenquote lag Ende 2019 bei 4,9 Prozent. Hohe Zukunftschancen ergeben sich in Nürnberg vor allem in den folgenden Wirtschaftsbereichen:

Landwirtschaft:
Im Norden befindet sich ein großes Gemüseanbaugebiet von überregionaler Bedeutung. Das Knoblauchsland ist vor allem für den Spargelanbau bekannt. Zudem ist der Nürnberger Reichswald bereits seit mehreren Jahrhunderten ein wichtiger Holzlieferant. Auch Tagebaue für Bausand sowie ein Sandsteinvorkommen sind auf dem Gebiet um Nürnberg vorzufinden.
Lebensmittel:
Bekannte Namen aus dem Lebensmittelbereich wie die Original Nürnberger Rostbratwurst oder Nürnberger Lebkuchen werden direkt im Stadtgebiet von verschiedenen Herstellern produziert.
Industrie:
Der Nürnberger Stadtbereich gilt als Zentrum für die Informations- und Kommunikationsindustrie, sowie für den Verkehr- und Logistikbereich. Zudem ist Nürnberg der bedeutendste Druckstandort Deutschlands.
Dienstleistungen:
In Nürnberg arbeitete jeder dritte deutsche Marktforscher. Darüber hinaus ist die Stadt ein bedeutender Standort für Unternehmen aus dem Bereich Neue Medien, wie hotel.com oder Immowelt.
Medien & Druck:
Die Nürnberger Medienlandschaft ist groß. So sorgen neben den Nürnberger Nachrichten (NN) und der Nürnberger Zeitung (NZ) unter anderem auch die Bild-Zeitung Nürnberg für ausreichend Lesestoff. Zudem erscheint das Sportmagazin Kicker des Olympia-Verlags bundesweit. Im Rundfunkbereich gehören der Bayerische Rundfunk und der private Fernsehsender Franken Fernsehen zu den ansässigen Formaten in Nürnberg.

5. Geografie/ Landschaft von Nürnberg

Nürnberg ist mit 186,5 Quadratkilometern Fläche und den knapp 510 000 Einwohnern die größte Stadt in Mittelfranken. Die Pregniz entspringt etwa 80 Kilometer östlich der Stadt und erstreckt sich beidseitig durch das Stadtgebiet. Durch den Fluss wird Nürnberg also in eine Süd- und eine Nordhälfte geteilt.

Nördlich der Stadt liegt das fruchtbare Knoblauchsland, was zugleich auch die Anflugschneise für den Flughafen bildet. Nordöstlich befindet sich der Sebalder Reichswald, der für ausreichend frische Luft in der Region sorgt. Der Burgberg bildet die nördliche Begrenzung der Nürnberger Altstadt und etwas weiter östlich erhebt sich der Rechenberg, der einer wunderschönen Parkanlage gleicht.

Auch das Angebot an Seen ist in Nürnberg äußerst abwechslungsreich. Zur Wahl stehen vor allem von Menschenhand erschaffene Freizeitparadiese, die zum Verweilen und entspannen einladen. So können sich die Bürger und Bürgerinnen jederzeit eine kleine Badeauszeit gönnen, wenn es das wetter zulässt. Der Altmühlsee liegt etwa im Tal der Altmühl, nordwestlich von Gunzenhausen. Hier befindet sich mit der Vogelinsel auch das mitunter wichtigste Schutzgebiet für Zugvögel in Bayern. Der Brombachsee im Ferienort Absberg ist touristisch besonders gut erschlossen und gehört heute zu den Hauptattraktionen in Mittelfranken. Etwas ruhiger und beschaulicher geht es hingegen am Dennenloher See sowie am Rothsee und Hahnenkammsee zu. Den Wöhrder See, der eine hervorragende Abwechslung zum meist stressigen Alltag darstellt, erreicht man sogar innerhalb weniger Minuten von der Nürnberger Altstadt aus.

Das Nürnberger Land ist auch wie geschaffen für Wanderausflüge. Die sanften Hügel und Berge, die häufig von Burgen gekrönt werden, sind relativ leicht zu besteigen. Ob bei einem Marsch durch die reizvolle Kulturlandschaft oder bei einer Kräuterwanderung – im Nürnberger Land warten mittelalterliche Burgen, reizvolle Landschaften, keltische Kulturstätten, malerische Flusstäler und vieles mehr darauf, als Naturparadies entdeckt zu werden.

6. Sehenswürdigkeiten in Nürnberg

Albrecht Dürer und die Kaiserburg sind mit Nürnberg untrennbar verbunden. Allerdings hat die Stadt noch weitere interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten, die zum Entdecken einladen: Die traditionelle Altstadt mit ihren malerischen Kirchen und den kleinen, romantischen Gassen, der berühmte St. Johannisfriedhof, der Tiergarten Nürnberg oder auch die tief verborgenen Felsengänge sind nur einige der zahlreichen Nürnberger Sehenswürdigkeiten.

Gruselig wird es beispielsweise am Henkersteg, der heute den auf einer kleinen Pregnitzinsel gelegenen Trödelmarkt mit dem Unschlittplatz verbindet. Einst gelangte über diesen Holzsteg der Henker zu seinem abgeschiedenen Haus in der Stadt. Der Henkersteg wurde im Jahre 1595 errichtet, nachdem sein Vorgänger dem großen Hochwasser zum Opfer gefallen war.

Wer sich hingegen von den prachtvollen Kirchen Nürnbergs überzeugen möchte, ist in der Lorenzkirche goldrichtig, Das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt zählt zu den drei bedeutendsten Kirchen der Stadt. Noch etwas bedeutender ist lediglich die Frauenkirche sowie die Kirche St. Sebald.

Schöne Fotomotive bietet hingegen der Schöne Brunnen am Nürnberger Hauptmarkt. Eine alte Legende besagt dazu folgendes: Wer einmal am goldenen Ring des Brunnens dreht, hat drei Wünsche frei. Wer dreimal dreht, darf sich hingegen über einen wahren Kindersegen freuen. Der Schöne Brunnen wurde erst im Jahr 2016 aufwändig renoviert und erstrahlt nun sogar innen und außen durch eine moderne LED-Beleuchtung.

Äußerst vielfältig ist auch Nürbergs Museenlandschaft. So lässt das Albrecht-Dürer-Haus Einblicke in das Leben und Wirken von Albrecht Dürer zu, während im Spielzeugmuseum die Geschichte des Spielzeugs umfassend behandelt und dargestellt wird. Zahlreiche kulturhistorischen Zeugnissen erwarten den Besucher hingegen im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Besonders interessant und sehenswert ist auch das Dokuzentrum Nürnberg, was sich der Zeit der Nürnberger Reichsparteitage ebenso widmet, wie am Beispiel des Reichsparteigeländes der nationalsozialistischen Architektur. Dabei wird sowohl der Mythos der Reichsparteitage beleuchtet, als auch der Terror des totalitären Systems.

Wer Nürnberg entdecken möchte, sollte sich dementsprechend die folgenden Sehenswürdigkeiten nicht entgehen lassen:

Museen:
– Albrecht Dürer Haus
– DB Museum
– Dokumentationszentrum Reichsparteigelände
– Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
– Memorium Nürnberger Prozesse
– Neues Museum für Kunst und Design
– Spielzeugmuseum
– Stadtmuseum im Fembo-Haus

Architektur:
– Altes Rathaus
– Heilig Geist Spital
– Nassauer Haus
– Weinstadl
– Weißgerbergasse

Denkmäler / Brunnen:
– Gänsemännchenbrunnen
– Albrecht Dürer Denkmal
– Ehekarusell
– Neptunbrunnen
– Schöner Brunnen
– Tugendbrunnen

Geheimtipps: Versteckte Orte in und um Nürnberg

Neben den bekannten und öffentlichen Sehenswürdigkeiten kann der Gast in Nürnberg noch einige versteckte Orte erkunden, die sich als echter Geheimtipp entpuppen. Dazu gehören beispielsweise die Historischen Felsengänge, bei denen es sich um ein aus Sandstein geschlagenes Felsenlabyrinth handelt, in dem eine Vielzahl von Bierkellern untergebracht sind. Früher dienten die Felsengänge der Lagerung von Bier, heute sind sie eine der Insidertipps für einen Besuch in Nürnberg. Gleiches gilt für den Handwerkerhof – ein ehemaliger Waffenhof, in dem heute kunsthandwerkliche Produkte angeboten werden. Hier können die Besucher dem Puppenmacher oder dem Goldschmied bei seiner Arbeit über die Schulter schauen und ein tolles mittelalterliches Flair genießen.

Ein weiterer, eher gruseliger Ort sind die Mittelalterlichen Lochgefängnisse, die sich im Kellergewölbe des Alten Rathauses
befinden. Im 14. Jahrhundert dienten sie zur Verwahrung von Häftlingen. Eine Besichtigung ist allerdings nichts für schwache Gemüter, denn neben den Zellen selbst können auch das Henkerstübchen für die letzte Mahlzeit, die Folterkammer, die Gefängnisküche sowie die Schmiede zur Herstellung von Fesseln besichtigt werden.

Bildquelle: Von User:UlrichAAB Eigenes Werk, CC BY 3.0, Link zu Wikimedia – Nürnberg Statistischer Bezirke