München

Ein paar Worte zu München

Die Stadt München ist die Landeshauptstadt des Bundeslandes und des Freistaates Bayern. Gemeinsam mit Hamburg und Berlin zählt sie zu den drei größten Städten Deutschlands. Die Sprache des Ur-Müncheners gehört der mittelbairischen Mundart an. Durch die Vermischung mit Zuziehenden aus den anderen Teilen Deutschlands ist der Dialekt mehr und mehr vom Aussterben bedroht.

Bei einer Höhe von 519 Metern über dem Meeresspiegel verteilt sich die Stadt auf knapp 311 Quadratkilometer. Zum Stichtag 31. Oktober 2018 lebten hier 1.539.298 Menschen. Die bayerische Landeshauptstadt ist in 25 Stadtbezirke aufgeteilt. Der kleinste Bezirk ist Schwanthalerhöhe. Der größte Stadtbezirk heißt Aubing-Lochhausen-Langwied. Mitten durch München fließt die Isar. Nicht weit entfernt von der bayerischen Metropole liegen zwei beliebte Urlaubsziele: der Ammersee und der Starnberger See.

Auf dem Bild ist das Panorama von München mit der Frauenkirche zu sehen.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges regierten in München bisher acht Oberbürgermeister. Karl Scharnagl von der CSU wurde am 04. Mai 1945 in sein Amt eingeführt. Ab 1948 begann die Regentschaft der SPD, die nur noch einmal von Erich Kiesl (CSU) für die Jahre 1978 bis 1984 unterbrochen wurde. Seit dem 01. Mai 2014 heißt der Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Die Stadt ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Verkehrsknotenpunkt. Diverse Akademien und Universitäten ziehen viele Studierende in die Stadt. Darüber hinaus verfügt München über eine ganze Reihe Sehenswürdigkeiten. Der legendäre Englische Garten, der sich von der Mitte der Stadt bis an ihre Grenze im Norden zieht, zählt mehr Maße als der Central Park in New York. Aber auch der Schlosspark Nymphenburg zieht gleichermaßen Einwohner und Gäste der Stadt in seinen Bann.

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Die Geschichte Münchens begann mit einem Streit

Was hat Heinrich der Löwe mit München zu tun?

Die Frage auf diese Antwort ist einfach. Heinrich gilt als der Gründer der Stadt. 1158 dringt er in das Gebiet des Fürstbischofs von Freising ein, demontiert eine wichtige Brücke für den Handel von Salz und führt die Menschen über eine andere Brücke zu ihm. Den Zoll, den die Händler vorher an den Bischof entrichteten, erhebt nun Heinrich. Deshalb kommt es zwischen ihm und dem Fürstbischof zum Streit. Kaiser Friedrich Barbarossa, der damals im Reichstag in Augsburg zu entscheiden hat, gesteht Heinrich die Brücke zu, verpflichtet ihn aber, einen Teil seiner Einnahmen an den Bischof abzugeben. Von diesem Zeitpunkt an ist ein kleines Dorf namens München geboren, was sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt.

Im Jahr 1180 bekommt das Land Bayern einen neuen Herzog. Pfalzgraf Otto von Wittelsbach und seine Nachfahren demonstrieren ihre Macht. Dies wirkt sich auch auf die Stadt München aus, da die Wittelsbacher sich immer mehr in der Stadt durchsetzen können. Ihre Regentschaft endet erst mit dem Ende der Kaiserzeit im Jahr 1918. Im Jahr 1255 teilen die beiden Brüder Heinrich und Ludwig von Wittelsbach das Land in die Herzogtümer Niederbayern und Oberbayern unter sich auf. Damit wird aus München mehr als ein reiner Handelsplatz. Die Stadt wird zum Regierungssitz des Landesherrn erweitert. Eine weitere Ehre kommt München einige Jahre später zu. Als Herzog Ludwig von Bayern-München 1328 König wird, erklärt er die Stadt zur kaiserlichen Residenz. Unter diesem Eindruck gewinnt auch das Bild der Stadt. 1468 wird mit dem Beginn der Frauenkirche begonnen. 1481 entsteht ein Platz, der als Getreidemarkt genutzt wird. Die Entwicklung der zwei Herzogtümer endet, als die niederbayerische Herzoglinie im Jahr 1503 ausstirbt. Nachdem die Erben des letzten Herzogs sich nicht einigen können, entscheidet Kaiser Maximilian, dass das Herzogtum Niederbayern dem Herzogtum Oberbayern angeschlossen wird. Fortan gibt es nur noch das Herzogtum Bayern, dessen Landeshauptstadt München heißt.

Mitte des 16. Jahrhunderts erfährt München einen drastischen Wandel. Die römisch-katholische Kirche gewinnt auch hier immer mehr Einfluss. 1522 stellt Herzog Wilhelm IV. das Verbreiten und das Lesen der Schriften Luthers unter Strafe. Damit wendet München sich offiziell gegen den Kirchenreformator und seine Thesen. Ab 1601 erfolgen in der Landeshauptstadt unzählige Klostergründungen. Die Welle hält bis 1754 an. In den Anfängen führen die Gründungen dazu, dass München als das »Deutsche Rom« bezeichnet wird. Als ein paar Jahre später der »Dreißigjährige Krieg« in Deutschland wütet, wird München von schwedischen Truppen unter König Gustav Adolf eingenommen.

Die Jahre bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs lassen sich chronologisch wie folgt zusammenfassen:

  • 1634 bricht über München die Pest herein
  • 1663 wird das Schloss Nymphenburg im hochbarockem Stil errichtet
  • 1789 beginnt man mit der Errichtung des Englischen Gartens
  • 1806 wird München zur Hauptstadt des Königreiches Bayern
  • 1810 findet das erste Oktoberfest statt
  • 1839 fährt die erste Eisenbahn von München nach Augsburg
  • 1864 besteigt König Ludwig II den Thron
  • 1919 wird der Untergang der bayerischen Räterepublik ausgerufen
  • 1923 scheitert Hitlers Putschversuch
  • 1938 bestimmt das Münchener Abkommen den Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich
  • 1944 erleidet die Stadt durch Bombenangriffe viele Schäden
  • 1945 wird München durch amerikanische Truppen befreit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird die Stadt zur Besatzungszone der Amerikaner. Der Wiederaufbau der Stadt ist geprägt von dem Gedanken, die historische Führung der Straßen beizubehalten und wichtige Gebäude nach Möglichkeit so wieder aufzubauen, wie sie vor dem Krieg gewesen sind. Nach und nach erhält auch das Wirtschaftswunder der 1950er Jahre in München Einzug. Ab 1971 fährt die erste U-Bahn durch München. 1972 finden die Olympischen Sommerspiele statt, die mit der Geiselnahme durch Terroristen einen dunklen Höhepunkt erleben. 1992 wird der neue Flughafen in München eröffnet. 2005 erfolgt die Einweihung der Allianz Arena, wo der FC Bayern München heute seine Heimspiele austrägt. Das erste Spiel ist aber das Eröffnungsspiel der Fußballweltmeisterschaft 2006. Die Landeshauptstadt will sich auch um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2022 bemühen. Zu einer Bewerbung kommt es jedoch nicht, weil ein Volksentscheid im November 2013 dagegen entscheidet. Ein anderes Ziel wird hingegen erreicht. München ist ein Austragungsort der Fußballweltmeisterschaft, die zu Ehren des 60. Bestehens der Europameisterschaft gleichzeitig in mehreren verschiedenen Ländern ausgetragen wird. Und auch bei der Euro 2024 werden einige Spiele in München stattfinden.

Münchens Wirtschaft blüht

Vergleicht man München mit Großstädten wie Berlin und Hamburg lässt sich feststellen, dass hier die höchste Kaufkraft gegeben ist. Im Jahr 2018 wurden hier 32.856 Euro durchschnittlich von jedem Einwohner ausgegeben. In Hamburg waren es dagegen nur 26.163 Euro. Die Berliner gaben in dem Zeitraum noch weniger aus. Hier lag der Wert bei 21.595 Euro je Einwohner. Die Kaufwilligkeit der Münchener schlägt sich auch auf den Beschäftigungsstandort aus. Dabei setzen die Verantwortlichen auf einen gesunden Mix aus großen, mittleren und kleinen Unternehmen, die in vielen Branchen international, national und lokal tätig sind. Neben verschiedenen Handwerks- und Produktionsbetrieben sind in München die Informations- und Kommunikationstechnologie und die Versicherungsbranche stark vertreten. Dienstleister wie Unternehmensberatungen, Rechtsberatungen und Steuerberaterkanzleien haben München ebenfalls als Standort für sich entdeckt. Darüber hinaus lockt besonders der Stadtteil Schwabing seine Gäste mit einem regen Nachtleben und einem großen kulturellen Angebot.

Wunderbare Landschaften und beeindruckende Sehenswürdigkeiten

Die Stadt München verfügt über viele grüne Flächen. Das meiste Grün ist im Nordosten zu sehen. Der Englische Garten misst insgesamt 3,75 Quadratkilometer. Im Westen liegt die Anlage des Schlossparks Nymphenburg, der das gleichnamige Schloss umgibt. Der Park kann einen Waldbestand vorweisen, der von großer Vielfalt geprägt ist. Neben Eichen und Hainbuchen finden sich hier auch viele Kiefern und Fichten. Aus der Vielzahl der anderen Parks, die die Stadtväter in München angelegt haben stechen auch der Luitpoldpark und der Bavariapark hervor. Außer der Isar spenden viele kleine Seen der Stadt Wasser, deren Qualität ständig überprüft wird. Berge sucht man in der Stadt vergeblich. Münchens höchster Punkt ist mit 580,5 Metern der Warnberg im südlichen Teil der Stadt.

München hat viel Sehenswertes zu zeigen. Der Grundstein für die im gotischen Stil errichtete Frauenkirche mit seinen beiden unverwechselbaren Zwiebeltürmen wurde im Jahr 1468 gelegt. Rund zwanzig Jahre später war der Bau fertig. Bis heute ist die Kirche ein Wahrzeichen der Stadt. Mit rund 98 Metern machen die beiden Türme die Kirche zu dem höchsten Gebäude in der Stadt. Und das wird auch so bleiben. Denn per Bürgerentscheid wurde im Jahr 2004 entschieden, dass auf dem gesamten Münchener Stadtgebiet kein Gebäude errichtet werden darf, das höher ist, als die Frauenkirche.

Im Herzen der Stadt liegt der Marienplatz. Als Heinrich der Löwe noch etwas zu sagen hatte, war hier nicht mehr als eine Kreuzung. Dann kam der Handel, der hier über viele Jahrhunderte betrieben wurde. Zu kaufen gab es neben Eiern, Wein und Mehl auch Fleisch und Fisch. Seinen heutigen Namen erhält der Marienplatz erst, nachdem der Marktplatz 1854 an einen anderen Ort verlegt wird. Mit der Umgestaltung der Münchener Innenstadt beschließt man, den Platz autofrei zu halten. So kann sich an dieser Stelle ein Charakter entwickeln, der auch heute noch viele Menschen anzieht.

Neben der Frauenkirche, unweit des Marienplatzes, steht St. Peter. Dies ist die älteste Pfarrkirche Münchens. Ende des 12. Jahrhunderts ist sie noch von der romanischen Bauweise geprägt. Im Jahr 1278 muss die alte Kirche jedoch einem Gotteshaus weichen, das im gotischen Stil errichtet wird. Die Wirren des Zweiten Weltkriegs sorgen dafür, dass St. Peter beinahe vollkommen zerstört wird. Die Rekonstruktion nimmt eine sehr lange Zeit in Anspruch. Erst im Jahr 2000 kann die Kirche für Messen und Besucher wieder freigegeben werden. Heute bietet der Turm Ausflüglern einen weitreichenden Blick über die Stadt. Ist das Wetter klar, lassen sich von hier aus sogar die Alpen sehen. Neben seiner Funktion als Aussichtsplattform beheimatet der Turm die ältesten Glocken Münchens.

Nach der Turmbesteigung des St. Peter findet sich viel Kulinarisches auf dem Viktualienmarkt. Den Markt gibt es schon seit über 200 Jahren. Das ganze Areal umfasst insgesamt 22.000 Quadratmeter. Das Angebot ist ebenso riesig wie vielfältig. Obst, Gemüse, Fisch und andere Köstlichkeiten sind hier ebenso zu finden, wie viele Imbissstände und Biergärten. Der Viktualienmarkt ist außer sonntags jeden Tag von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet.

Für Regentage öffnet das Deutsche Museum seine Pforten. Wer einmal darin gewesen ist, kommt schnell zu dem Schluss, dass ein Tag nicht ausreicht, um alles zu sehen, was das größte Technikmuseum der Welt zu zeigen hat. Deshalb wurde das Museum in insgesamt 50 Themengebiete aufgeteilt. Besucher können sich hier von der Astrophysik bis zu den Details der Zellbiologie über alles kundig machen und profitieren dabei durch viele Experimente, die direkt vor ihren Augen durchgeführt werden.

Der Karlsplatz gehört auch zu den Plätzen, die man in München gesehen haben muss. Am Stachus – wie die Einheimischen ihn nennen – pulsiert das Leben in der Nacht ebenso wie am Tag. Hier ist ein Knotenpunkt für viele U-Bahnen, aber auch für Autos, Radfahrer, Busse und Fußgänger. Dies liegt insbesondere daran, dass man mit dem Durchschreiten des Karlstors die Münchener Einkaufsmeile erreicht hat. Daneben lädt ein Brunnen, der an heißen Sommertagen viel Wasser zur Abkühlung spendet, zu einem längeren Verweilen ein. Zudem bietet die Einkaufspassage am Stachus mit einer Fläche von annähernd 8000 Metern jede Menge Möglichkeiten zum Shoppen.

Ein anderes Highlight Münchens ist der Olympiapark. Als die Olympischen Spiele 1972 nach München vergeben wurden, beschlossen die damaligen Stadtväter, den Park anzulegen. Neben dem Olympiastadion finden sich hier aber auch die Olympiahalle und der Olympiaturm. Gerade der Olympiaturm zieht viele Touristen in seinen Bann. Von seiner Aussichtsplattform in knapp 292 Metern Höhe hat man einen überwältigenden Anblick über die ganze Metropole rund um die Isar.

Ein Pamoramablick über den Olympiapark in München

Fazit:

Die Stadt München zählt zu den drei größten Städten Deutschlands. Ihre geschichtsträchtige Vergangenheit beginnt mit einem Streit über eine Brücke. Als dieser beigelegt wurde, entwickelt die Stadt sich immer weiter. Von einem reinen Handelsplatz steigt München im 13. Jahrhundert zum Sitz des Landesherrn auf und wird Jahre später zur kaiserlichen Residenz. Als das gemeinsame Herzogtum Bayern entsteht, wählt man München zur Landeshauptstadt. Diese Ehre ist der Stadt bis heute geblieben. Auch das Hitlerregime und der Zweite Weltkrieg ändern nichts daran. Nach dem Ende des Krieges wird München wieder aufgebaut. So kann sich die Stadt in den Nachkriegsjahren und der Zeit des Wirtschaftswunders erholen. Heute profitiert man hier von einer blühenden Wirtschaft. Zahlreiche Unternehmen – international, national und lokal tätig – haben München zu ihrem Standort gewählt. Auch Touristen kommen jedes Jahr nach München, um sich von den vielen Sehenswürdigkeiten beeindrucken zu lassen. Sei es die Frauenkirche mit ihren unverkennbaren Zwiebeltürmen, der charakteristische Marienplatz oder der Olympiaturm, der einem Besucher von seiner Aussichtsplattform in knapp 300 Metern Höhe einen unvergleichlichen Blick über die ganze Stadt ermöglicht.

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Bildquellen: pixabay.com
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