Fehmarn

Fehmarn – Sonneninsel mit wechselvoller Geschichte und viel Natur

Fehmarn ist eine Ostseeinsel und gleichzeitig eine Stadt, die im Jahr 2003 durch Zusammenlegung aller Gemeinden, die sich auf der Insel befanden, entstanden ist. Grundsätzlich gilt sie mit ihren 185 Quadratkilometer als drittgrößte Insel in ganz Deutschland und als zweitgrößte Stadt im Bundesland Schleswig-Holstein.

Fehmarnsundbruecke auf Fehmarn

Der Name der Insel geht auf die slawische Bezeichnung “fe mer” für “am Meer gelegen” zurück. Verkehrstechnisch ist Fehmarn gut erreichbar und hat sich dank der zahlreichen Sonnenstunden und des reichhaltigen Freizeitangebots einen Namen als Urlaubsparadies gemacht. Dazu leistet auch die 1963 erbaute Fehmarnsundbrücke im Süden der Insel einen wichtigen Beitrag. Diese verbindet die Insel mit dem Schleswig-holsteinischen Festland. Auch die 19 Kilometer lange Verbindung mittels einer Fähre, die von Puttgarden im nördlichen Fehmarn bis ins dänische Rödby reicht, ist ein wichtiger Verkehrsweg. In Staberhuk befindet sich zudem der östlichste und in Marienleuchte der nordöstlichste Punkt des Bundeslandes Schleswig-Holsteins.

Wechselvolle Geschichte prägte die Insel

Bereits vor 7000 Jahren gab es auf Fehmarn erwiesenermaßen eine Besiedelung in Form von Fischern, die den einst ansässigen Rentierjägern nachfolgten. Vor 5000 Jahren gab es dann erste Niederlassungen von Ackerbauern. Vom Festland hat sich Fehmarn vor knapp 4300 Jahre abgetrennt, wobei es durch Wagrier, einem slawischen Volk, besiedelt wurde. Erstmals um 960 v.Ch. taucht dabei auch die Bezeichnung fe mer auf.

Im Jahre 1022 wurde die Insel dem Bistum Odense auf Fünen unterstellt, wobei knapp 200 Jahre später die ersten Gotteshäuser in der Region der Orte Bannesdorf und Burg bzw. Landkirchen und Petersdorf erbaut wurden. 1864 schließlich eroberten die Preußen Fehmarn und machten aus der Insel, die bis dato dänischer Besitz war, ihr Eigentum. 1872 gab es eine verheerende Sturmflut, die viele Bewohner überraschte und in Orth einen Pegelstand von 3,27 Meter über NN messen ließ.

1941 erfolgte der Spatenstich zur Vogefluglinie, die bis heute nichts an Bedeutung eingebüßt hat. Am 7.5.1945 erreichen britische Truppen, nur einen Tag vor der deutschen Kapitulation, die Insel und den Ort Burg. Es kommt zur Einteilung als britisches Staatsgebiet. 1960 wird die Fehmarnsundbrücke gebaut und drei Jahre später von Bundespräsident Heinrich Lübke und dem dänischen König Frederik IX. eingeweiht.

Schließlich im Jahre 2003, genauer gesagt, am 01. Januar, werden die Landgemeinden Bannesdorf, Landkirchen und Westfehmarn mit der Stadt Burg zusammen gelegt und erhalten als Einheit das Stadtrecht.

Was es auf Fehmarn zu sehen gibt?

Die abwechslungsreiche Geschichte hat auf Fehmarn viele Spuren hinterlassen, die sich Touristen bei einem Aufenthalt nicht entgehen lassen sollten. Wichtigstes Bauwerk ist die Fehmarnsundbrücke, die den südlichen Teil der Insel mit dem Festland in Schleswig-Holstein  verbindet. Im Volksmund wird sie auch “Kleiderbügel” genannt. Seit 1999 steht die Brücke, die Teil der Vogelfluglinie ist, unter Denkmalschutz. Die Namensgebung erfolgte in Anlehnung an die Flugroute der Kraniche und anderer arktischer Wasservögel, die hier im Winter zwischen Mitteleuropa und Skandinavien fliegen.

Fehmarn besticht bei seinen Sehenswürdigkeiten auch durch seine Leuchttürme. Insgesamt gibt es noch fünf davon, wobei das Flügger Bauwerk für Besucher zugänglich ist. Hier können Verliebte heiraten. Entstanden 1872 übertrifft er mit einer Höhe von 37 Meter alle anderen Leuchttürme auf der Insel und zeigt einen beeindruckenden Blick auf das Naturschutzgebiet Krummsteert.

An sakralen Bauten gibt es auf Fehmarn auch einiges zu besichtigen. Allen voran ist hier die St. Nikolai-Kirche in Burg zu nennen. Dieser gotische Sakralbau aus Backsteinen stammt aus den Jahren 1230 bis 1250 und steht unter dem Patronat des Schutzherrn der Seefahrer, dem Hl. Nikolaus. Sehenswert ist vor allem der Flügelschrein aus Holz, der aus der Spätgotik stammt und quergeteilt ist. Auch der Blasiusaltar mit seinem Baldachin sowie die Schnitzerei aus dem holländischen Barock mit der “Madonna auf dem Mondsichel” auf der Nordseite des Kirchengebäudes sind einen genaueren Blick wert.

Die St. Jürgen-Kapelle, die sich in Burg befindet, ist ein evangelisches Gotteshaus, dessen Fundament aus Findlingen besteht. Außerdem ist es mit einem Satteldach ausgestattet, auf dessen Höhe ein Kreuz angebracht ist. Die Kirche St.Johannis in Petersdorf stammt aus dem 13. Jahrhundert und darf bei den Sehenswürdigkeiten auf Fehmarn nicht fehlen. Immerhin wurde ihr 64 Meter hoher Turm als Tagesmarke für die Schiffe genutzt. Dies deshalb, da er bis zu 20 Meilen über dem Meer sichtbar ist. Die Kirche wird von 64 Linden umringt, ebenso wie der anliegende Friedhof. Der gotische Dreiflügelaltar im Inneren gilt als Hauptwerk für die gotische Schnitz- und Faßkunst.

Fehmarn

In Sachen Museen darf auf Fehmarn kein Weg am Pastoren-Witwenhaus vorbei führen. Das ist nämlich das älteste Haus auf der Insel und wurde 1581 erbaut. Im Inneren befindet sich das Heimatkunde Museum, in dem das Inselleben aus jeder Epoche nachgestellt und veranschaulicht wird. Insgesamt stehen 22 Ausstellungsräume zur Verfügung und zeigen Wissenswertes über die Erd- und Inselgeschichte sowie gängige Schiffsmodelle und einstige Mitbringsel der fehmarnischen Seeleute. Auch Utensilien für die Fischerei von damals sind zu bestaunen und vermitteln einen Eindruck über den harten Alltag.

Für alle Kunstliebhaber lohnt sich ein Blick in die E.L. Kirchner Dokumentation. Der Maler Ernst Ludwig Kirchner war deutscher Expressionist und einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Während der Zeit von vier Sommern war er auf der Insel und vollbrachte dort knapp ein Zehntel seines Lebenswerkes. Die mehr als 120 Ölbilder und hunderten Zeichnungen sowie Skizzen und Skulpturen sind hier ausgestellt.

Die einzige noch existierende Segelwindmühle in Europa können Besucher im Lemkerhafen besuchen. Die Graupenmühle Jachen Flünk wurde 1778 erbaut und erst 1953 still gelegt. Hier ist das Mühlenmuseum untergebracht, das Besuchern einen Eindruck des damals ausgeübten Handwerks vermittelt.

Geographische Fakten zu Fehmarn

Die Insel Fehmarn hat eine Fläche von 185 Quadratkilometer und verfügt dabei über knapp 78 Kilometer Küste. Der nördliche Teil zwischen Markelsdorfer Huk und Puttgarden zeichnet sich als Dünenlandschaft aus, während die Ostküste eher steinig ist und als Kliffküste auffällt. Auch Sandstrände sind zu finden, und zwar im südlichen Teil der Insel bei Burgtiefe und dem Wulfener Hals. Hier ist die Küste strahlend weiß und flach. Auch im Westen zeigt sich dieses Bild. Der gesamte Bereich der Insel liegt nur knapp über dem NHN. Die höchste Erhebung mit 27,2 Meter ist der Hinrichsberg, mit 26,5 Meter liegt der Wulfener Berg knapp dahinter.

Weitere Tipps und Infos zu Fehmarn

Fehmarn – im meer mittendrin! –  fehmarn.de
Stadt Fehmarn – stadtfehmarn.de
Lokalmeldungen von der Insel Fehmarn – fehmarn24.de
Stadtfest Fehmarn –stadtfest-fehmarn.de
Museum zum Anfassen – galileo-fehmarn.de
Burg Film-Theater auf Fehmarn – burgfilmtheater.de

Bildquelle: pixabay.com
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