Die Spree

Die Spree – Vermittlerin von Kulturgeschichte in außergewöhnlicher Landschaft

Die Spree ist ein etwa 400 Kilometer langer Fluss, der sich im östlichen Deutschland durch Sachsen, Brandenburg und Berlin bewegt und in der Havel mündet. An ihren Ufern finden sich viele ökologisch reizvolle Landschaften und geschichtsträchtige Städte – nicht zuletzt die deutsche Hauptstadt.

Die Spree entspringt in Sachsen. Zugeschrieben werden ihr drei Quellen, die sich alle im Lausitzer Bergland befinden:

– Kottmar im Landkreis Görlitz
– Ebersbach und
– Neugersdorf, beide Stadtteile von Ebersbach-Neugersdorf.

Letztere Quelle gilt als die ergiebigste. Die Spree durchfließt anschließend drei deutsche Bundesländer und bewegt sich für knapp einen Kilometer in Tschechien. Über Bautzen und Cottbus erreicht sie Berlin, wo sie in Spandau in die Havel mündet. Diese wiederum fließt in die Elbe, die in der Nordsee endet. Als längster deutscher Fluss dritter Ordnung speist sie sich aus vielen Nebenflüssen, von denen die Dahme zu den größeren gehört. Diese mündet in Berlin-Köpenick in die Spree. Der Fluss wird an einigen Orten gestaut: an der Talsperre Bautzen und Spremberg. Die Stauungen dienen nicht nur dem Hochwasserschutz und der Energienutzung, sondern auch der Brauchwasserversorgung für Kraftwerke.

Städte und Sehenswürdigkeiten entlang der Spree

Auf ihrem Weg Richtung Norden durchfließt die Spree verschiedene und pittoreske Landschaften. Bekannt ist der Spreewald südlich von Berlin, in dem die Spree Teil einer historischen Kulturlandschaft ist. Das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald umfasst ein Gebiet von knapp 475 Quadratkilometern und zeichnet sich durch ein weit verzweigtes Bach- und Kanalsystem aus. Die Sorben, eine westslavische deutsche Minderheit, kultivierten die bereits bestehenden Auen und Moore mit Hilfe von Kanälen seit Jahrhunderten. Das Waldgebiet, in dem die bekannten Spreewaldgurken angebaut werden, ist heute ein beliebtes Ausflugsziel, das insbesondere Paddler anzieht.

Neben vielen kleineren Ortschaften, die am Flusslauf liegen, sind die prominenteren Städte Bautzen, Cottbus und nicht zuletzt Berlin zu nennen. Die Hauptstadt hat dem Fluss einen Spitznamen zu verdanken. Mit dem Namen “Spree-Athen” wurde Berlin bereits im 18. Jahrhundert betitelt, in Anspielung auf die fortschreitende kulturelle Entwicklung der Stadt. Über 44 Kilometer erstreckt sich der Lauf der Spree innerhalb von Berlin, wo sie im Osten zunächst in den Müggelsee fließt, den größten der Berliner Seen. Innerhalb der Stadt bildet sie mit zwei Seitenarmen die Spreeinsel, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und auf der sich einige Museen befinden. Noch innerhalb von Berlin endet die Spree und mündet in die Havel.

Da die Spree nur vergleichsweise wenige Höhenmeter überwinden muss, fließt sie sehr langsam. In den Sommermonaten führt sie aufgrund des früheren Tagebaus in ihrem Einzugsgebiet nur wenig Wasser. Abhilfe schaffen mittlerweile einige Speicherseen, die die Schiffbarkeit sicherstellen. Als Bundeswasserstraße verbindet sie als Teil der Spree-Oder-Wasserstraße die Untere Havel mit Eisenhüttenstadt. Mit wenigen Einschränkungen ist der Fluss für den kommerziellen Transportverkehr mit Europaschiffen zugelassen.

Ein Fluss mit kulturhistorischem Gesicht

Die Spree ist ein interessantes Gewässer, das nicht nur landschaftlich viel zu bieten hat. Sie begleitet auch die Geschichte einer in Deutschland anerkannten ethnischen Minderheit. Dass die Kultur der Sorben mittlerweile auf mehr Aufmerksamkeit stößt, beruht auch darauf, dass der Spreewald als außergewöhnliche Natur- und Kulturlandschaft Ausflügler aus ganz Deutschland anzieht.