Die 20 höchsten Mittelgebirge von Deutschland

Als Mittelgebirge werden Gebirge bezeichnet, die eine gewisse Höhe nicht überschreiten (keine Hochgebirge sind) und darüber hinaus eine bestimmte Reliefenergie besitzen. Die Reliefenergie beschreibt die Höhendifferenz zwischen dem Gebirgsfuß und der höchster Erhebung, wobei diese bei einem Mittelgebirge immer größer ist als beim Hügelland. Doch welche deutschen Gebirgszüge sind die wichtigsten? Nicht nur Kinder und Jugendliche geraten bei dieser Frage schnell ins Grübeln, sondern auch viele Erwachsene dürften Schgwierigkeiten damit haben, korrekt zu antworten. Die 20 größten Mittelgebirge in Deutschland werden in diesem Beitrag vorgestellt.

Charakteristika der Mittelgebirge

Ein Mittelgebirge ist ein Gebirge, das eine bestimmte Mindesthöhe haben muss, um sich deutlich vom Umland abzugrenzen. Darüber hinaus überschreitet es im Gegensatz zu einem Hochgebirge eine bestimmte Höhe nicht. Es ist nicht einheitlich festgelegt, wie hoch ein Mittelgebirge sein muss, allerdings liegen die Höhen zwischen rund 400 und 1500 Metern. Bei Mittelgebirgen herrschen oft flachwellige Oberflächenformen vor, weil sie aufgrund der geringen Höhen keine glazialen Formen aufweisen. Wegen den geringen Höhenmaßen gibt es im Vergleich zu Hochgebirgen nur sehr wenige bis gar keine verschiedenen Höhenstufen der Vegetation.

Mittelgebirge in Deutschland

In Deutschland sind, mit Ausnahme der Alpen, alle Gebirge Mittelgebirge. Sie gehören zur geographischen Großregion Deutsches Mittelgebirge. Seit dem Jahr 1945 ist der Schwarzwald das höchste Mittelgebirge i Deutschland. In den Jahren zuvor war es das Riesengebirge mir der Schneekoppe (1605 m über dem Meeresspiegel) als höchster Berg, was zu den Sudeten gehört.

Die deutschen Mittelgebirge sind die mit Abstand typischsten und charakteristischsten Landschaftsformen des Landes. Mit Höhen von 400 bis 1500 Metern, zahlreichen Tälern und Flüssen und den vielen Wäldern stellen die deutschen Mittelgebirge eine sehr bedeutende, touristische Regionen dar. Für Deutschland ist der Tourismus in Mittelgebirgen ein sehr bedeutender Wirtschaftsfaktor. Rund 68% der gewerblichen Übernachtungen finden in Deutschland im ländlichen Raum statt, wovon mehr als 40 % (!!!) in Mittelgebirgen generiert werden. Nur etwa 32% der Übernachtungen werden in großen deutschen Städten mit über 50.000 Einwohnern gebucht, rund 19 % an der Nord- und Ostsee, 15,5 % an Flüssen und lediglich 9 % in den Alpen.

Mittelgebirge: Die 20 größten in Deutschland

1. Schwarzwald, höchste Erhebung: Feldberg (1493 m)

Der Schwarzwald im Südwesten von Baden-Württemberg ist seit dem Jahr 1945 nicht nur das größte zusammenhängende Mittelgebirge Deutschlands, sondern auch das höchste. Mit 1493 m ü. NHN ist der Feldberg der höchste Berggipfel, der im südlichen Schwarzwald zu finden ist. Dort liegen auch der Belchen mit einer Höhe von 1414 m sowie das Herzogenhorn mit 1415 m. Darüber hinaus ist diese Region auch gleichzeitig das meistbesuchte Urlaubsziel unter den Mittelgebirgen in Deutschland.

2.Bayerischer Wald, höchste Erhebung: Großer Arber (1456 m)

Der Bayerische Wald, auch häufig Bayerwald genannt, ist ein bis zu 1456 m hohes (Großer Amber als höchste Erhebung) und rund 100 km langes Mittelgebirge an der Grenze zwischen Tschechien und Bayern. Der größte Teil des Bayrischen Waldes befindet sich in Niederbayern. Im Süden reicht die Region bis zur oberösterreichischen Grenze, der nördliche Teil gehört zur Oberpfalz.

3. Erzgebirge, höchste Erhebung: Keilberg (Klínovec / 1244 m)

Das Erzgebirge liegt sowohl in Sachsen als auch in Böhmen und gehört damit gleichzeitig zu Tschechien. Die Staatsgrenze von Deutschland und Tschechien verläuft knapp der Kammlinie. Der Keilberg ist mit 1244 m über dem Meeresspiegel die höchste Erhebung im Erzgebirge. Mit dem westlichen oberen Teil gehört es dem Naturpark Erzgebirge/Vogtland an und auch das östliche Erzgebirge steht unter Landschaftsschutz.

4. Harz, höchste Erhebung: Brocken (1141 m)

Der Harz ist Norddeutschlands höchstes Mittelgebirge. Er liegt am Schnittpunkt der drei Bundesländer Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen. Anteil am Harz haben im Wesentlichen die Landkreise Göttingen und Goslar, im Süden Deutschlands Nordhausen und im Osten sowie Norden die beiden Landkreise Harz und Mansfeld-Südharz. Der Brocken ist mit einer Höhe von 1141,2 m über dem Meeresspiegel der höchste Berg im Harz und zugleich auch die höchste Erhebung in Sachsen-Anhalt.

5. Fichtelgebirge, höchste Erhebung: Schneeberg (1053 m)

Das Fichtelgebirge gehört zum deutschen Bundesland Bayern und bedeckt eine Fläche von ca. 1600 Quadratkilometern. Der überwiegende Teil des Gebirges befindet sich im Osten von Oberfranken. Im Südosten hat das Fichtelgebirge darüber hinaus Anteil an der Oberpfalz. Die süd- und nordöstlichen Teile reichen bis in das Nachbarland Tschechien. Mit 1053 m über dem Meeresspiegel ist der Schneeberg der höchste Gipfel in der Region.

6. Oberpfälzer Wald, höchste Erhebung: Kreuzfelsen (1042 m)

Der Oberpfälzer Wald erstreckt sich zwischen den Städten Waldmünchen im Süden und Waldsassen im Norden. Die Gesamtlänge des Oberpfälzer Waldes misst über 100 km und er ist rund 30 bis 40 km breit. Der Kreuzfelsen (938 m über dem Meeresspiegel) ist der höchster Gipfel im deutschen Teil. Auf dessen Gipfel ist ein riesiges Gipfelkreuz mit Christusfigur angebracht, dass im Allgemeinen als touristischer Anziehungspunkt gilt. Insgesamt ist im Oberpfälzer Wald allerdings der Cerchov in Tschechien die höchste Erhebung mit 1042 m.

7. Schwäbische Alb, höchste Erhebung: Lemberg (1015 m)

Die Schwäbische Alb ist ein 1015 m (Lemberg) hohes Mittelgebirge in Süddeutschland. Früher war das Mittelgebirge auch unter den beiden Namen Schwäbischer Jura oder Schwabenalb bekannt. Die Region ist rund 200 km lang und 35 – 40 km breit. Auch die Schweiz hat einen kleinen Anteil an der Schwäbischen Alb ( 5887,35 km², 1015,3 m hoch), wobei sich der größte Anteil des Mittelgebirges im deutschen Bundesland Baden-Württemberg befindet.

8. Thüringer Wald, höchste Erhebung: Großer Beerberg (983 m)

Mit 983 m über dem Meeresspiegel ist der Große Beerberg die höchste Erhebung im bekannten Thüringer Wald. Das gut 1000 Quadratkilometer große und sehr waldreiche Mittelgebirge im Freistaat Thüringen ist als Ganzes unter Schutz gestellt. Das Gebirge zieht sich von der Werra im Nordwesten bis im Südosten zum Frankenwald hin.

9. Rhön, höchste Erhebung: Wasserkuppe (950 m)

Das 1500 km² große Mittelgebirge, die Rhön, liegt im Grenzgebiet der Bundesländer Bayern, Thüringen und Hessen. Das Gebirge ist im äußeren Südosten überwiegend vulkanischen Ursprungs. Die in Hessen liegende Wasserkuppe (950 m ü. NHN) ist der höchste Berg der Rhön und gleichzeitig der höchste Berg des Landes Hessen.

10. Taunus, höchste Erhebung: Großer Feldberg (881 m)

Der Taunus ist ein Mittelgebirge in Rheinland-Pfalz und Hessen mit dem Großen Feldberg (879 m) als höchster Berg. Das Gebirge ist von ca. 75 km lang und – von Nordwest nach Südost – rund 35 km breit. Insgesamt bedeckt es eine Fläche von 2700 km². Der Taunus ist in einigen Teilen äußerst dünn besiedelt und sehr waldreich. Daher ist die Region ein sehr beliebtes Ausflugs- und Erholungsziel in Deutschland und ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt des Landes.

11. Thüringer Schiefergebirge, höchste Erhebung: Großer Farmdenkopf (869 m)

Das Thüringer Schiefergebirge oder auch Thüringische Schiefergebirge ist ein maximal 869 m hohes Mittelgebirge im Bundesland Thüringen. Der Große Farmdenkopf (869 m) ist der höchste Gipfel des Schiefergebirges, dicht gefolgt vom Kieferle (867 m) und dem Bleßberg (866,9 m), Alle drei Erhebungen befinden sich im Landkreis Sonneberg.

12. Rothaargebirge, höchste Erhebung: Langenberg (843 m)

Das Rothaargebirge liegt in Nordrhein-Westfalen und Hessen, es ist der Höhenschwerpunkt des Sauerlandes und das durchschnittlich schneereichste sowie – vom Rheinischen Schiefergebirge – das am höchsten gelegene Teilgebirge des Rheinischen Schiefergebirges. Das Kerngebirge wird von der Rothaar und vom Hochsauerland gebildet und der Langenberg ist sowohl die höchste Erhebung im Rothaargebirge, als auch in ganz Nordrhein-Westfalen.

13. Elstergebirge, höchste Erhebung: Kapellenberg (759 m)

Im südwestlichen Zipfel von Sachsen befindet sich das Elstergebirge im deutsch-tschechischen Grenzgebiet. Im Nordosten wird die Region durch die Linie Erlbach – Gunzen und im Südwesten bei A und Hazlov (CZ) vom Fichtelgebirge abgegrenzt. Das Egerbecken schließt sich südlich an. Der höchste Berg ist mit 759 m ü. NN der Kapellenberg.

14. Hunsrück, höchste Erhebung: Erbeskopf (816 m)

Der Hunsrück befindet sich in Rheinland-Pfalz und auch im Saarland befinden sich noch geringe Teile des Mittelgebirges. Der Erbeskopf (816 m über dem Meeresspiegel) ist bekannt als höchster Berg. Die Simmener Mulde sowie die Hunsrückhochfläche (Höhe 400 bis 500 m) bilden den Kern des Hunsrück. Die Region gehört als südwestlicher Teil vom Rheinischen Schiefergebirge zu den ältesten Gebirgen in Deutschland.

15. Frankenwald, höchste Erhebung: Döbraberg (795 m)

Der Frankenwald ist ein 925 km² großes Mittelgebirge im Nordosten von Franken (nördliches Bayern). Kleine Teile des Gebirges gehören außerdem zum Bundesland Thüringen und bilden die Fortsetzung des Thüringer Waldes. Der Döbraberg ist mit einer Höhe von 795 m der größte Berg. Der 200 km lange Höhenzug aus Thüringer Schiefergebirge, Thüringer Wald, Fichtelgebirge und Frankenwald verläuft von Südost bis Nordwest bis hin zur Grenze von Tschechien.

16. Zittauer Gebirge, höchste Erhebung: Lausche (793 m)

Das Zittauer Gebirge mit dem 793 m Lausche als höchste Erhebung wurde früher auch als Lausitzer Kamm (tschech. itavské hory) bezeichnet. Das Gebirge ist der deutsche Teil des Lausitzer Gebirges an der sächsisch-böhmischen Grenze im Südosten von Sachsen. Das Zittauer Gebirge gehört zum Gebirgszug der Sudeten.

17. Vogelsberg, höchste Erhebung: Taufstein (773 m)

Der Vogelsberg in Mittelhessen ist Teil des Osthessischen Berglandes und stellt außerdem das größte europäische Massiv aus Basalt dar. Der Naturpark Hoher Vogelsberg nimmt die größten Teile der Vogelsberger Hochlagen dar. Der höchste Berg ist der Taufstein mit einer Höhe von 773 m über dem Meeresspiegel. Auch die Rhein-Weser-Schneide verläuft über das Mittelgebirge. Große Teile seiner Hochlagen nimmt der Naturpark Hoher Vogelsberg ein. Über den Vogelsberg verläuft auch die Rhein-Weser-Wasserscheide.

18. Hoher Meißner, höchste Erhebung: Kasseler Kuppe (753 m)

Der Hohe Meißner liegt im Fulda-Werra-Bergland und ist ein bis zu 753,6 m (Kassler Kuppe) hohes Bergmassiv. Mit Gipfellage im Gebiet der Gemeinde Berkatal liegt er in der Nähe von Hessisch Lichtenau sowie im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis. Der Hohe Meißner ist überregional sehr bekannt, was nicht zuletzt daran liegt, dass hier das Märchen der Frau Holle spielt.

19. Eifel, höchste Erhebung: Hohe Acht (747 m)

Die Eifel liegt zwischen Trier im Süden, Aachen im Norden und Koblenz im Osten. Die Region ist der deutsche Teil eines bis zu 747 m hohen Mittelgebirges in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Ardennen in Luxemburg und Belgien stellen den Fortsatz des Mittelgebirges dar. Die Hohe Acht ist der höchste Berg in der Eifel.

20. Elbsandsteingebirge, höchste Erhebung: Großer Zschirnstein (Decínský Sneník 723 m)

Das Elbsandsteingebirge ist ein Mittelgebirge in Nordböhmen (Tschechien) und am Oberlauf der Elbe im Bundesland Sachsen, das überwiegend auf Sandstein aufgebaut ist. Das Gebirge Es erreicht mit dem Großer Zschirnstein Höhen bis zu 723 Meter über dem Meeresspiegel. Im Allgemeinen wird der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges als Sächsische Schweiz bezeichnet, während der tschechische Teil Böhmische Schweiz (Ceské výcarsko) genannt wird.

Gebirge Deutschland

Bildquelle: pixabay.com

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