Der Neckar

Bereits vor etwa 1000 Jahren als bedeutende Wirtschafts-Wasserstraße genutzt, zählt der Neckar heute zu den am stärksten ausgebauten Fließgewässern Deutschlands. Die in jüngster Zeit vorgenommenen Ausweisungen von Naturschutzgebieten sowie die Umsetzung zahlreicher Renaturierungsprojekte entlang seiner Ufer machen ihn jedoch wieder als Lebens- und Erholungsraum für Mensch und Tier attraktiv.

Verlauf des Neckars

Der von unseren Vorfahren als Nikr und somit als ‘wildes Wasser’ bezeichnete Neckar entspringt im bei Villingen-Schwenningen gelegenen Feuchtgebiet Schwenninger Moos auf 705m ü. NN. Entlang seines 367 Kilometer langen Verlaufes verliert er mehr als 600 Höhenmeter und mündet auf 88m ü. NN bei Mannheim in den Rhein als wasserreichstem Nordseezufluss.

In der Baar genannten Hochebene zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb fließt der Neckar zunächst als kleiner Bach. Nach dem Zusammenfluss mit der Eschach bei Rottweil führt er durch ein waldreiches Tal. Bisher nordostwärts verlaufend, ändert er nach dem ‘Neckarknie’ bei Plochingen seine Fließrichtung nach Nordwesten. Die Auen des Mittleren Neckars zwischen Plochingen und Heilbronn sind stark mit Verkehrs- und Industrieanlagen verbaut. An den Hängen und Terrassen befinden sich Anbauflächen von Trollinger und Riesling. Während der Neckar bisher ausnahmslos Baden-Württemberg durchfließt, bildet ein Teil seines Unterlaufes die Landesgrenze zu Hessen. Nachdem das Gewässer Heidelberg passiert und die Oberrheinische Tiefebene erreicht, mündet er schließlich in Mannheim in den Rhein.

Nebenflüsse des Neckars

Der überwiegende Teil der Zuflüsse entspringt im Schwarzwald sowie auf der Schwäbischen Alb. Zu den wichtigsten zählen die Enz, der Knocher, die Jagst, Rems und Fils. Im Einzugsgebiet des zwölftlängsten Flusses Deutschlands, welches fast 14.000 km² umfasst, leben etwa 5 Millionen Menschen.

Der Neckar als Erlebnisregion

Zu den bekanntesten Orten am Oberen Neckar zählen die alte Freie Reichsstadt Rottweil, die Festungsstadt Horb, Rottenburg, Tübingen und Nürtingen. Der Flusslauf ist hier wenig verbaut und bietet einer Vielzahl an seltenen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Besonders gut lassen sich die einzigartige Landschaft sowie die historischen Städte und Dörfer auf dem Neckarradweg erkunden.

Der Abschnitt des Mittleren Neckar, der sich von Plochingen bis Heilbronn erstreckt, ist durch den Weinanbau geprägt. Für die Städte Esslingen, Stuttgart und Ludwigsburg stellte der Neckar einen bedeutenden Standortvorteil dar, was durch zahlreiche Gewerbeansiedlungen sichtbar wird. Hier spielte die Schifffahrt auf dem Neckar bereits seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle. So waren zwischen 1878 und Mitte der 1930er Dampfschiffe auf dem Fluss unterwegs, welche entlang einer im Neckar verlegten Kette bewegt wurden. Als schließlich fast ein Dutzend Staustufen zwischen Mannheim und Heilbronn fertiggestellt waren, war der Fluss auch für größere Schiffe befahrbar. Zeugnisse dieser Zeit wie beispielsweise einen Teil der originalen Kette können in den Ausstellungen im Haus der Stadtgeschichte sowie der Städtischen Museen Heilbronn besichtigt werden.

Am Unteren Neckar, auch Kurpfälzischer Neckar genannt, sind die Orte Neckarsulm, Mosbach, Eberbach, Neckarsteinach, Neckargemünd sowie Heidelberg und Bad Wimpfen einen Besuch Wert. Der Neckar trifft hier den Naturpark Odenwald sowie die Deutsche Burgenstraße. Die Landschaft ist mit ihren romantischen Burgen Ehrenfels, Hornberg und die Vierburgenstadt Neckarsteinach und den Schlössern Horneck und Zwingenberg besonders reizvoll. Für Wanderer und Radfahrer bieten sich eine Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten. Alternativ lässt sich auch eine Ausflugsfahrt auf dem Schiff durch das Neckartal unternehmen.

Bildquelle: pixabay.com
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