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Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt – ein Bundesland das auf eine lange, bewegte Geschichte zurückblicken kann

Seit der Wiedervereinigung am 03.10.1990 gehört Sachsen Anhalt zu den 16 deutschen Bundesländern. Mit 2.2 Millionen Einwohner belegt Sachsen Anhalt Platz 10 der bevölkerungsreichsten Bundesländer in Deutschland. Von der Fläche her kommt dieses Bundesland auf ca. 20.500 km² was eine Bevölkerungsdichte von etwa 110 Personen pro km² ergibt. Gegründet wurde Sachsen Anhalt offiziell bereits 1947, zählte jedoch bis zur Wende zur DDR. Wie in anderen neuen Bundesländern, ist auch in Sachsen Anhalt seit der Wende ein Rückgang in der Einwohnerzahl zu verzeichnen, was sowohl auf die sinkende Geburtenrate, als auch auf den Wegzug vieler Bewohner in die alten Bundesländer zurückzuführen ist. Dennoch hat sich dieses Bundesland gerade in Sachen Bildung sehr stark entwickelt und bietet mit den Universitäten in Magdeburg und Halle an der Saale gleich 2 sehr angesehene Hochschulen an.

Schon im Römischen Reich hatte Sachsen Anhalt eine wichtige Bedeutung

Ein Blick in die Geschichte dieses Bundeslandes macht schnell klar, dass Sachsen Anhalt schon viele Jahrhunderte vor der eigentlichen Gründung ein wichtiger Angelpunkt in der deutschen Geschichte gewesen ist. Die heutige Hauptstadt von Sachsen Anhalt, Magdeburg war im Römischen Reich eine der wichtigsten politischen Anlaufstellen der deutschen Nation unter Führung der Römer. Zeichen dieser Zeit lassen sich noch heute über all in Sachsen Anhalt finden, sodass es nicht verwunderlich ist, dass die UNESCO hier die meisten Weltkulturen in Deutschland benannt hat. Dazu zählen neben Burgen auch alte Kathedralen und weitere Bauwerke, die an diese längst vergangenen Zeiten erinnern. Auch nach religiösen Aspekten hat Sachsen Anhalt eine sehr wichtige Stätte, denn hier ist Wittenberg gelegen in dem Martin Luther einst die 95 Thesen veröffentlichte, sodass gerade Protestanten gerne nach Wittenberg pilgern, um sich diese historischen Stätten anzusehen.

Diese Fakten über Sachsen Anhalt sollte man kennen

Auf politischer Ebene betrachtet stellt Sachsen Anhalt ein überwiegend durch die CDU regiertes Bundesland dar, denn seit der Wiedervereinigung gab es nur einen Ministerpräsidenten, der nicht zur CDU gehörte. Ebenso sollte erwähnt werden, dass die SPD als sie den Ministerpräsidenten stellte nur mit einer geduldeten Minderheitsregierung agieren konnte.

Für Touristen ist vor allem die ländliche Region um den Harz ein beliebtes Ziel. In diesem Mittelgebirge ist auch der Brocken zu finden, welcher mit 1141 Metern der höchste Berg des Bundeslandes ist. Ebenso kann dort der Nationalpark Harz gefunden werden, welcher länderübergreifend ist und zum Teil in Niedersachsen, einem der benachbarten Bundesländer liegt. Dabei handelt es sich um den einzigen Nationalpark in Deutschland, der nicht in nur einem Bundesland liegt.

In den vergangenen Jahrhunderten wurden in der heute als Sachsen Anhalt bekannten Region sehr viele berühmte Personen geboren. Dazu zählen unter anderen der Komponist Georg Friedrich Händel, der 1685 im heutigen Halle an der Saale das Licht Welt erblickte, Martin Luther, Otto von Bismarck oder auch der bekannte deutsche Politiker Hans Dietrich Genscher, welcher ebenfalls in Halle an der Saale geboren wurde und eine entscheidende Rolle in der deutschen Wiedervereinigung gespielt hat.

Gerade was die Wissenschaft und Forschung betrifft, ist Sachsen Anhalt ein sehr fortschrittliches Bundesland, was sich nicht nur in den angesehenen Hochschulen, sondern auch in den vielen Forschungsinstituten, wie dem Leibniz Institut und dem Max Planck Institut zeigt, welche beide mit mehreren Standorten in Sachsen Anhalt vertreten sind.

Auch was moderne Energien betrifft ist Sachsen Anhalt ein Vorreiter und hat hier vor allem im Bereich der Windenergie schon einige bundesweite Preise gewonnen. Dies zeigt sich auch darin, dass mehr als 55 Prozent des gesamten Energieverbrauchs des Bundeslandes aus Windenergie gewonnen wird. Wobei es sich um einen Schnitt handelt, der deutlich über dem der meisten anderen Bundesländer liegt.

Ein weiterer Punkt, in dem Sachsen Anhalt schon vor fast zwei Jahrhunderten ein Vorreiter gewesen ist, sind die modernen Fortbewegungsmittel, denn hier wurde eine der ersten Bahnstrecken innerhalb von Deutschland bereits um 1840 fertiggestellt und in Betrieb genommen.

Heute grenzt Sachsen Anhalt an die Bundesländer Niedersachsen, Brandenburg, Thüringen und Sachsen. Nach der Wiedervereinigung war jedoch auch Mecklenburg Vorpommern ein angrenzendes Bundesland, welches jedoch nachdem die Ländergrenzen korrigiert und angepasst wurden seit 1992 nicht mehr zu den Ländern zählt, die direkt an Sachsen Anhalt grenzen.

Die Wirtschaft in Sachsen Anhalt

Während der Zeit als Staat der DDR war Sachsen Anhalt vor allem im Bereich Chemie und Bergbau ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Mit der Wiedervereinigung litt die Wirtschaft in diesem Bundesland zunächst stark, da die vorhandenen Maschinen und genutzte Technik im Vergleich zu der, der neuen Bundesländer deutlich veraltet gewesen ist, was eine starke Wirtschaft zunächst nicht möglich gemacht hat.

Dies zeigte sich auch in der steigenden Arbeitslosenquote des Bundeslandes, welche bis auf 21,7 Prozent anstieg, weswegen viele Menschen wegzogen um Arbeit in einem anderen, wirtschaftlich stärkerem Bundesland zu bekommen. Dennoch wurde immer verstärkt mit Blick auf eine bessere Wirtschaft von der Politik gearbeitet, sodass sich das Bruttoinlandsprodukt zum Beispiel innerhalb von einer Dekade von etwa 21 Milliarden Euro auf beinahe 50 Milliarden Euro erhöhen konnte und neue Jobs in anderen Wirtschaftszweigen geschaffen werden konnten.

Noch heute liegt der Hauptkern der Wirtschaft in Sachsen Anhalt im Chemie Bereich, doch auch der Tourismus, die Lebensmittelbranche und die Forschung gehören inzwischen zu den starken Marktzweigen, welche die meisten Jobchancen innerhalb des Bundeslandes bieten. Weitere wichtige Wirtschaftszweige in Sachsen Anhalt sind die Automobilbranche, der Bereich Windenergie und die Holzindustrie.

Dennoch ist die Wirtschaft in Sachsen Anhalt auch fast 30 Jahre nach der Wende schwächer als in den alten Bundesländern und auch im Vergleich mit den anderen neuen Bundesländern liegt Sachsen Anhalt weiterhin auf den hinteren Plätzen wenn es um das Wirtschaftswachstum geht. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass vor allem in den ländlichen Bereichen des Bundeslandes angesehen von der Landwirtschaft kaum neue Jobs geschaffen werden, was einen großen Pendlerverkehr und Abwanderungen in andere Bundesländer bedeutet.

Die Geographie in Sachsen Anhalt

Sachsen Anhalt erschließt sich auf einer Fläche von ungefähr 24.500 km². Abgesehen vom Harz, handelt es sich dabei fast ausschließlich um Flachland welches in den ländlichen Gegenden deutlich weniger bewohnt ist als in den Großstädten wie der Hauptstadt Magdeburg oder Halle an der Saale, welche ebenfalls wichtige Wirtschaftspunkte für das Bundesland sind.

Als wichtigsten Gewässer bzw. Fluss des Bundeslandes ist zuerst die Elbe zu nennen, welche vor allem für die Schifffahrt in diesem Bundesland unverzichtbar ist. Gefolgt davon ist auch die Saale zu nennen, welche ebenfalls durch Sachsen Anhalt fließt. Das größte stehende Gewässer in Sachsen Anhalt ist der Geiseltalsee, bei dem es sich um einen Tagebaurestsee handelt. Mit etwa 19 Quadratkilometern ist der Geiseltalsee damit das größte künstliche Gewässer in Deutschland und hat sich als wichtiges Tourismusziel innerhalb von Sachsen Anhalt entwickelt.

Insgesamt wird Sachsen Anhalt in 9 Regionen aufgeteilt und hat dabei viele Landschaften, welche meist im Mittelgebirge, dem Harz, zu finden sind. Da sich dieser über mehrere Bundesländer erstreckt gibt es einen geteilten Nationalpark, welcher so in Deutschland einzigartig ist.

Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Sachsen Anhalt

Ob historische Orte, Gebäude oder unberührte Natur, Sachsen Anhalt hat sehr viel mehr Sehenswürdigkeiten zu bieten als zunächst vielleicht vermutet wird. So können Pilger zum Beispiel ihre Reise über den weltberühmten Jakobsweg in Sachsen Anhalt beginnen der hier führt der Weg an Magdeburg vorbei. Doch auch Protestanten haben in Sachsen Anhalt mit Wittenberg einen Ort der für religiöse Menschen sehr wichtig ist. Denn noch heute befindet sich dort die um 1511 eröffnete Schlosskirche zu Wittenberg an der Martin Luther die berühmten 95 Thesen anschlug. Da es sich bei Wittenberg auch um den Geburtsort von Luther handelt kann man dort noch heute die Spuren seines Wirkens finden, was Wittenberg sowohl für bekennende Protestanten als auch geschichtsinteressierte Menschen zu einem guten Ausflugsziel macht.

Eine weitere Stadt, die sich für Geschichtsfans anbieten ist Quedlinburg. Denn wer hier durch die engen Gassen schlendert kann Fachwerkhäuser bewundern, die bereits im Mittelalter errichtet wurden und noch heute in einem sehr gut erhaltenen Zustand besichtigt werden können. Hier kann auch der Schlossberg mit der Stiftskirche besucht werden, welche ebenfalls beliebte Ausflugsziele sind. Als weitere Stadt im gleichen Stil, kann in Sachsen Anhalt unter anderem Eisleben gefunden werden, sodass es sich in diesem Bundesland immer empfiehlt kleine Rundreisen zu machen, um möglichst viele Eindrücke zu gewinnen.

Auch wer gerne historische Burgen besucht wird in Sachsen Anhalt voll und ganz auf seine Kosten kommen, denn hier kann zum Beispiel die Burg Wernigerode besucht werden. Die ursprüngliche Burg wurde im 12. und 13. Jahrhundert erbaut und dann im 19. Jahrhundert als Schloss erweitert. Heute ist das Schloss nicht nur ein beliebtes Touristenziel, sondern beherbergt auch ein Museum, welches sich über mehr als 50 Räume erstreckt und Exponate aus den verschiedenen Epochen der Schlossgeschichte sowie des deutschen Hochadels zeigt.

Im Harz, an der sogenannten Straße der Romantik, findet sich die Burg Falkenstein welche im 12. Jahrhundert errichtet wurde und heute eine des besterhaltenen Burgen in Sachsen Anhalt ist. Ähnlich wie Schloss Wernigerode wird auch Burg Falkenstein heute als Museum genutzt und ist zudem jeden Sommer der Austragungsort eines Minnesängers Wettbewerbes, was vor allem Mittelalterfans aus Deutschland und umliegenden europäischen Ländern dort hinlockt. Das dortige Restaurant bietet zu dem Speisen an, die so schon im Mittelalter gereicht wurden, was den Besuch dieser Burg noch authentischer gestaltet.

Mehr als nur eine einfache Sehenswürdigkeit ist das in Sachsen Anhalt befindliche Mittelgebirge, der Harz. Denn hier gibt es nicht nur unzählige Wanderwege und historische Burgen, sondern auch Kurbäder in denen man Erholung finden kann. Wer eine Bergwanderung unternehmen kann den Brocken auf geführten Touren erkunden und auch die kleineren Berge und Erhöhungen bieten sich für anspruchsvolle Wanderungen an. Wer die Schönheit des Gebirges nicht zu Fuß erkunden will, der sollte die Brockenbahn nutzen, denn eine Fahrt in dieser Eisenbahn führt nicht nur durch schönste Landschaften, sondern ist schon auf Grund der historischen Dampflok, die man sonst so kaum noch findet, eine Reise wert.

Auf der Suche nach moderneren Sehenswürdigkeiten sollte man sich in die größeren Städte von Sachsen Anhalt begeben. In Magdeburg ist zum Beispiel das beleuchtete Ufer der Elbe bei Nacht eine schöne Sehenswürdigkeit und auch das Hundertwasserhaus, welches als Grüne Zitadelle bezeichnet wird sollte bei in jedem Fall besucht werden, wenn man sich gerade in Magdeburg befindet, denn dieses verfügt über eine wirklich außergewöhnliche Bauweise. Natürlich gibt es auch in dieser Stadt historische Bauwerke wie den Magdeburger Dom und viele weitere Sakralbauten, bei denen es sich immer lohnt einen Stop einzulegen. Daher zeigt sich hier deutlich, dass Sachsen Anhalt ein Bundesland ist, welches sich gerade für Menschen, die gerne viel zu sehen bekommen für einen Städtetrip anbietet.

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