Pellworm

Pellworm – die weitgehend unbekannte Schöne im Wattenmeer

Die Insel Pellworm liegt im Nationalpark von Schleswig-Holstein, genauer gesagt im dort befindlichen Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Gemeinsam mit der etwas südlich liegenden Halligen Süderoog und Südfall entsteht so die gleichnamige Gemeinde Pellwom. Die Insel zählt zum Kreis Nordfriesland und liegt nur ca. zwei Meter über dem Meeresspiegel. Dabei beträgt die Fläche 37,44 Quadratkilometer. Damit ist sie die drittgrößte Insel in Nordfriesland, wobei die Ausdehnung in Richtung West-Ost bei sieben Kilometer liegt und knapp sechs Kilometer in die andere Richtung, nämlich Nord-Süd. im Wesentlichen besteht die Insel aus dem Westteil der ursprünglichen Insel Strand, der im Jahre 1634 durch eine Burchardiflut komplett zerstört wurde. Sowohl Pellworm als auch Nordstrand und einige der Halligen sind Überbleibsel der ehemaligen Insel. Um Pellworm vor der Flut in Zukunft zu schützen, wurde ein knapp acht Meter hoher und 25 Kilometer langer Deich errichtet. Damit ist auch klar, dass es entlang der kompletten Insel keinen Sandstrand gibt. Für alle, die dennoch ins Meer möchten, gibt es einige befestigte Badestellen direkt auf der Insel.

ein Sonnenuntergang auf der Insel Pellworm

Geschichtliche Aufzeichnungen über Pellworm beginnen spät

Über die frühe Geschichte der Insel ist nichts mit Sicherheit überliefert. Auch wenn der Ethnologe Hans Peter Duerr im Jahre 2005 die Meinung vertrat, dass rund um Pellworm bereits in der Antike ein bedeutender griechischer Handelsposten gewesen sei. Diese Annahme stieß jedoch bei den meisten seiner Kollegen auf Ablehnung. Die eigentliche Geschichte, die auch belegt werden kann, beginnt für Pellworm daher erst mit der frühen Wikingerzeit, in der sich Friesen an der schleswigschen Küste ansiedelten. Dies fand zwischen 1000 und 1100 statt. Die erste Bevölkerung der Insel unterstand dem dänischen König, wobei die besiedelten Harden gemeinsam die sogenannten Uthlande bevölkerten. Damit hatten sie ein eigenes Rechtssystem. Ab 1200 etablierte sich das Herzogtum Schleswig als dänisches Reichslehen, womit Teile zum gleichnamigen Herzogtum wurden. Im 18. Jahrhundert kam die Insel wieder unter dänische Regentschaft, wobei der dänische König als Lehnsherr regierte. Nach dem Jahr 1864 und Beendigung des Deutsch-Dänischen Krieges wurde die Insel Pellworm zum Königreich Preußen gezählt und wurde damit deutschem Recht unterworfen.

Geografische Daten zur Insel Pellworm

Die Insel Pellworm umfasst heute insgesamt 37,44 Quadratkilometer. Sie besteht größtenteils aus dem westlichen Teil der 1634 untergegangenen Insel Strand. Geschützt wird die Insel von einem acht Meter hohen Deich, der sich über 25 Kilometer hinweg erstreckt. Zur Gemeinde Pellworm gehört nicht nur die Insel – mit Südfall und Süderogg kommen noch zwei Halligen hinzu. Hauptstadt der Insel ist der Ort Tammensiel. Er liegt im Osten von Pellworm.

Die Entstehung des Namens wirft heute noch Fragen auf

Ist von der Insel Pellworm die Rede, fragen sich viele nach der Herkunft des Namens. Diese gilt nicht als eindeutig geklärt, wobei die Silbe Pell dem Eigennamen Pille oder Pilla zugerechnet wird. Auch eine Abstammung vom friesischen Wort Peal oder vom anglischen und altnordischen belt für Gürtel und Meerenge bzw. vom friesischen Pule für Pfahl ist mö glich. Die zweite Silbe von Pellworm, worm, geht auf eine niederdeutsche Übersetzung des Wortes werren aus dem friesischen zurück. Es soll ein Land oder eine Erhöhung direkt am Wasser beschreiben. Im Namen Polweerm, wie die Insel heute noch in Nordfriesland bezeichnet wird, ist heute noch die friesische Herkunft erkennbar. Es könnte demnach eine Übersetzung wie Pillas Wasserland richtig sein. In Bezug auf die Unsicherheit hinsichtlich der Abstammung der ersten Silbe bleibt aber eine gewisse Deutungsfreiheit, die auch Formulierungen wie “Land am Wassergürtel” oder “von Wasser umgebener Sumpf” zulässt.

Der Legende nach, die von den Bewohnern erzählt werden, ist im übrigen der Inselname auf eine Frau Pelle und ihre Tochter Worm zurück zu führen.

Die Sehenswürdigkeiten zeigen einen Blick in die Geschichte der Insel

Urlaub auf Pellworm verläuft meist gemütlich und ohne Stress. Wer Sehenswürdigkeiten besuchen möchte, findet eine breite Auswahl wie etwa das Rungholt Museum Bahnsen. Dort präsentiert der Heimatforscher Hellmut Bahnsen, der als sehr watterfahren gilt, seit 1980 unterschiedliche Funde aus dem Watt. Im Wattenmuseum Liermann am Schütting, gibt es Funde aus 50 Jahren Postgang des auf der Insel ansässigen Postboten Heinrich Liermann aus. Und dann ist da noch das Inselmuseum, das sich im Dachgeschoss der Kurverwaltung in Tammensiel befindet. Dort findet sich ein Einblick in die Historie der Insel, wobei der Schwerpunkt der Exponate auf den Deichbau und seine Entwicklung liegen.

Ein Leuchtturm auf der Insel Pellworm

Auf einer Insel gibt es natürlich mindestens einen Leuchtturm, in Fall von Pellworm liegt dieser im Süden und wurde 1906 erbaut. Der Turm ist 38 Meter hoch und wurde auf 127 Eichenpfählen, die ca. 14 Meter tief in den Boden verankert wurden. Der Leuchtturm beherbergt auch ein Standesamt, und zwar das erste auf einem solchen Turm. Als Wahrzeichen von Pellworm ist die Turmruine der Alten Kirche zu nennen. Der aus Ziegeln erbaute Turm stürzte 1611 zum überwiegenden Teil ein, vermutlich weil der weiche Wattboden dem Gewicht nicht gewachsen war. Der übrig gebliebene Rumpf erreicht heute noch eine Höhe von 26 Meter, doch der eigentliche Turm war mindestens doppelt so hoch. In der Ruine nisten heute noch Turmfalken, die der Legende nach dem Seeräuber Cord Widdrich ihren Horst als Versteck überlassen haben.

In unmittelbarer Nähe zur Turmruine befindet sich heute der Gedenkstein in Erinnerung an die Besatzung der Ormen Friske. Wer einen Blick in die Alte Kirche wirft, findet dort eine Schnitger Orgel des Orgelbauers Arp Schnitger, die als letzte ihrer Art in Schleswig-Holstein gesehen wird. Der Klang dieses Kircheninstruments ist so beeindruckend, dass Organisten aus vielen Ländern nur deswegen nach Pellworm reisen. Während der Sommermonate wir das Instrument, das aus dem Jahre 1711 stammt, zudem für Konzertveranstaltungen genutzt.

Eine weitere Sehenswürdigkeit auf Pellworm ist die Nordermühle, die aus dem Jahre 1777 stammt. Dabei handelt es sich um einen Galerieholländer mit einem Stockwerk, der einen durchlaufenden Achtkantständer sowie Segelflügeln und Steert im Norderkoog hat. Während die Kappe fest angebracht ist, sind die Flügeln windgängig.

Ein beliebtes Ausflugsziel ist das Hybridkraftwerk, das im Laufe der letzten Jahre nach und nach ausgebaut wurde und heute nicht nur von interessierten Besuchern frequentiert wird, sondern auch als Demonstrationskraftwerk mit integriertem Besucherzentrum genutzt wird.

Kurioses zu Pellworm

Pellworm gilt als abgeschieden und sehr ruhige Ostseeinsel, was so manche Kuriosität hervorgebracht hat. Dazu gehört eine ganz spezielle Skat-Kultur, die sich nur auf dieser Insel entwickelt hat. Immerhin ist gerade während der langen Wintermonate wenig los und kaum Arbeit zu finden. Häufig kommt es dann zu mehrtägigen Turnieren des beliebten Kartenspiels, wobei es nur um die Ehre des Spiels geht. Während der Sommermonate und einem lukrativen Tourismus finden regelmäßig auch Preisskat-Spiele statt, die sich sowohl bei den Einheimischen als auch bei den Gästen großer Beliebtheit erfreuen.

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Bildquelle: pixabay.com
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