Die Weser

Die Weser ist ein 451,4 km langer Fluss, der das norddeutsche Tiefland durchfließt. Transporte auf ihr sind bereits aus der Römerzeit bekannt. Der auf der Weser entstandene Kulturaustausch führte neben vielem anderen auch zur Entwicklung der Weserrenaissance.*

Der Verlauf der Weser

Der norddeutsche Fluss wird von seinen beiden Quellflüssen Werra und Fulda gespeist, die sich bei Hann. Münden vereinigen. Ab hier wird das Gewässer erstmals Weser genannt. Auf ihrem Weg zur Nordsee durchfließt die Weser einige bemerkenswerte Städte

* Hameln (Bekannt aus der Sage “Der Rattenfänger von Hameln”)
* Minden (Hier überquert der Mittellandkanal in einer Trogbrücke die Weser)
* Bremen (International bekannter Luftfahrt- und Raumfahrttechnologiestandort)
* Bremerhaven (Standort eines anerkannten Museums zum Thema Auswanderung)

Die genannten Städte werden auch zur Einteilung der Weser in ihre Unterabschnitte verwendet. Zwischen Hann. Münden und Minden fließt die Oberweser, zwischen Minden und Bremen erstreckt sich die Mittelweser.

Das kurze Stück zwischen Bremen und Bremerhaven wird als Unterweser bezeichnet. Die Unterweser ist bereits ein Übergangsgewässer in Richtung Küste und unterliegt damit den Gezeiten. Nach Bremerhaven mündet die Weser als Außenweser in die Nordsee.

Die Nebenflüsse

Die längsten Nebenflüsse (> 100km) sind die Aller, die Hunte, die Lesum und die Diemel. Die wichtigste Rolle spielt dabei die Aller, deren Einzugsgebiet größer ist, als die Einzugsgebiete der beiden Quellflüsse Werra und Fulda zusammen.

Wirtschaftliche Bedeutung der Weser

Die Weser dient auch heute noch als Transportweg für Güter. Zum Beispiel wird auf ihr Getreide nach Bremen verschifft. Auch für schwere Maschinenteile ist der Schiffstransport noch eine günstige Option.

Eine interessante Kreuzung von Transportwegen bildet die Weser gemeinsam mit dem Mittellandkanal bei Minden. Die Verbindung dieser beiden Gewässer erinnert dabei stark an ein Autobahnkreuz. Hier soll in den nächsten Jahren ein neuer Hafen, der RegioPort Weser, entstehen.

Die Weser als Lebensraum

Die Weser durchfließt mehre grundlegend unterschiedliche Lebensräume. Bis zur Porta Westfalica in der Nähe von Minden dominieren zusammenhängende Fichten-, Buchen- und Eichenwälder mit hohem Wildbestand.

Die Region der Mittelweser ist von einer Marschenlandschaft mit landwirtschaftlichen Strukturen geprägt. Der sich stark windende Fluss und viele Altarme bilden einen Lebensraum für zahlreiche Fischarten.

Die Unterweser bewegt sich durch weite, fast baumlose Marschengebiete. Regelmäßige Hochwässer haben hier eine Landschaft mit Niederungs- und Hochmooren geformt. Mit der Außenweser ist der Fluss Teil des Nationalparks ‘Niedersächsisches Wattenmeer’.

Touristische Bedeutung

Während der Auswanderungswellen bis ins 20. Jahrhundert fuhren viele der Auswanderer mit den Weserschiffen nach Bremerhaven, um dort die großen Atlantikschiffe zu besteigen.

Heute dient die Personenschifffahrt in erster Linie dem Vergnügen. Die Anzahl der angebotenen Fahrten hängt dabei zu einem großen Anteil von den Wasserständen der Weser ab.

Besondere Beliebtheit rund um das Einzugsgebiet der Weser erfreuen sich dabei Schlösser und Rathäuser im Stil der Renaissance. Wirtschaftliche Schwierigkeiten hatten dazu geführt, dass in dieser Region ein Umbau der genannten Häuser in den späteren Barockstil niemals stattfand.

Fazit:

Die Weser als Verbindungslinie zwischen der Nordsee und den an Niedersachsen angrenzenden Gebieten der Länder Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, hat auch heute noch eine wirtschaftliche Bedeutung als Transportweg. Ihre kulturelle Bedeutung ist für immer mit dem Begriff Weserrenaissance dokumentiert.