Figaro als digitaler Butler – war er seiner Zeit voraus?

Mit dem iPhone entwickelte Apple das erste benutzerfreundliche Smartphone und revolutionierte dadurch die mobile Kommunikation. Hinzu kommen mit den Macs leistungsstarke Computer, die sich wunderbar für kreative Anwendungen eignen. Beides trug maßgeblich zum Erfolg des Technologiekonzerns bei. Doch das war nicht immer so. Es gab Zeiten, in denen Apple mit ständigen Rückschlägen zu kämpfen hatte und Innovationen herausgebracht wurden, die trotz ihrer Innovationskraft nicht den erhofften kommerziellen Erfolg erzielten. Das wohl beste Beispiel dafür ist der digitale Butler Figaro, der später als Apple Newton auf den Markt kam.

Figaro als digitaler Butler – war er seiner Zeit voraus?

 

100 Millionen Dollar Investition zur Erschließung einer neuen Nische

Bevor Apple mit dem MacBook und iPhone zu einer der wichtigsten Technologiemarken der Welt avancierte, hatte das Unternehmen mit sinkenden Marktanteilen zu kämpfen. Infolgedessen versuchte es, in neuen Nischen Fuß zu fassen. Eine dieser Nischen sollte der Markt für digitale Assistenten sein. Als der Apple Newton im August 1993 erstmals vorgestellt wurde, war die besagte Nische so klein, dass grundsätzlich niemand genau wusste, ob sie eines Tages massentauglich sein würde. Trotzdem ging Apple das Risiko ein und investierte 100 Millionen US-Dollar in die Idee von John Sculley.

Der erste digitale Assistent war kaum bezahlbar

Als der Newton auf den Markt kam, war er einer der ersten Personal Digital Assistants (PDA) und damit ein Vorläufer von modernen mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets. Des Weiteren hatte das Gerät – wenn auch nicht auf Basis von künstlicher Intelligenz – Funktionen, die in gewisser Weise an heutige Assistenzsysteme wie ChatGPT erinnern, darunter organisatorische Assistenzfunktionen und Textausgabe. Aus gutem Grund wurde bereits der Prototyp als erster digitaler Butler angepriesen. Dennoch konnte sich das Gerät zur damaligen Zeit nicht durchsetzen und ein Grund dafür dürften mit Sicherheit die hohen Kosten gewesen sein. Für einen Preis von rund 700 US-Dollar war es ein Luxusprodukt für Technik-Enthusiasten. Der Prototyp Figaro kostete mit um die 7.000 US-Dollar sogar das Zehnfache. Gerade zur damaligen Zeit waren das Preise, die jenseits dessen lagen, was durchschnittliche Verbraucher bereit waren, zu zahlen.

Eine bahnbrechende Innovation ohne kommerziellen Erfolg

Obwohl der kommerzielle Erfolg ausblieb, war der Apple Newton ein wichtiger Vorreiter und seiner Zeit um Jahre voraus. Um eine Parallele herzustellen, lohnt sich ein Blick auf Online-Slot-Spiele. Die ersten Automatenspiele im Internet waren grafisch schlicht und technologisch kaum ausgefeilt. Erst Jahre später, durch bessere Internetverbindungen, innovative Spielmechaniken und Optimierungen in puncto Usability, nahm ihre Akzeptanz deutlich zu. Beim Apple Newton ist es ähnlich. Das Gerät hatte mit Karten, Notizen, Uhren etc. einen beachtlichen Funktionsumfang. Zudem verfügte es über ein einfaches Textverarbeitungsprogramm inklusive Touchscreen, das für einfache Dokumente und grundlegende Eingaben genutzt werden konnte. Das Problem waren jedoch, neben dem hohen Preis, technische Schwächen, welche die Alltagstauglichkeit stark beeinträchtigten.

Mangelhafte Textverarbeitung wurde sogar von den Simpsons auf den Arm genommen

Es ist keine Neuheit, dass beliebte Serien große Konzerne wie Apple aufs Korn nehmen. Eine der bekanntesten Folgen ist aber unumstritten „Lisa on Ice". In dieser Folge wurde die mangelhafte Textverarbeitung des Apple Newton ins Lächerliche gezogen. Dolph schreibt in einer Szene „Beat up Martin" auf das Gerät. Die Handschrift wird jedoch falsch erkannt und in „Eat up Martha" umgewandelt. Ein damals bekanntes Problem der Handschrifterkennung wurde dadurch auf humorvolle Weise kritisiert.

In der Medizinindustrie konnte der Newton kurzzeitig Fuß fassen

Aufgrund der fehlenden Marktdurchdringung wurde der Apple Newton bereits fünf Jahre nach seiner Einführung im Jahr 1998 eingestellt. Damals kehrte Steve Jobs zu Apple zurück und entschied sich, die Produktion zu beenden. Das war eine gute Entscheidung, da die Ressourcen auf die Weiterentwicklung von Mac OS gelenkt werden konnten. Wir sollten jedoch nicht vergessen, dass der Newton zumindest in der Medizinindustrie kurzzeitig Fuß fassen konnte. Da es damals keine mobilen Alternativen gab, wurde das Gerät in vielen Kliniken für die Patientenverwaltung genutzt.

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