Die E-Shisha und Vape-Landschaft in Deutschland: Ein umfassender Markt- und Rechtsreport 2025/2026
1. Von der Nische zum Massenphänomen
Die Konsumgewohnheiten im Bereich der Nikotinprodukte haben sich in Deutschland in den letzten Jahren radikal gewandelt. Was einst mit der klassischen E-Shisha als Nischenprodukt begann – oft kleinen, stiftförmigen Geräten, die das Aroma einer Wasserpfeife imitieren sollten –, hat sich zu einem dominierenden Marktsegment der „Vapes" entwickelt. Dieser Bericht analysiert die aktuelle Lage der E-Shisha- und Vape-Produkte zum Beispiel von Flerbar in DeutschlandDeutschland liegt im Herzen Europas und ist mit über 84 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der EU. Die Hauptstadt Berlin ist ein Zentrum für Kultur und Politik. Als führende Industrienation ist Deutschland weltweit für Automobilbau und Maschinenbau bekannt. Geografisch reicht es von der Nord- und Ostsee bis zu den Alpen. mit Fokus auf die Jahre 2025 und 2026. Er beleuchtet die tiefgreifenden regulatorischen Eingriffe, die gesundheitspolitische Debatte sowie die ökonomischen Verwerfungen, die diesen Sektor derzeit prägen.

Definition und technologische Entwicklung
Der Begriff „E-Shisha" wird im allgemeinen Sprachgebrauch oft synonym für alle elektronischen Inhalationsgeräte verwendet, unterscheidet sich technisch jedoch fundamental von der traditionellen Wasserpfeife. Während bei der klassischen Shisha Tabak mittels Kohle verschwelt wird, verdampft eine E-Shisha bzw. Vape eine aromatisierte Flüssigkeit (Liquid) über ein batteriebetriebenes Heizelement.1 Die moderne Inkarnation dieses Produkts ist die „Einweg-Vape" (Disposable), die durch ihre einfache „Ready-to-Use"-Bauweise den Markt revolutioniert hat. Diese Geräte bestehen aus einem fest verbauten Lithium-Ionen-Akku, einem Liquid-Depot und einer Zugautomatik, die ohne Knöpfe auskommt.2
2. Rechtliche Rahmenbedingungen: Eine Ära der Verschärfung
Der deutsche Gesetzgeber hat, getrieben durch EU-Vorgaben und nationale Gesundheitsziele, ein engmaschiges Regulierungsnetz gewoben, das den Markt für E-Shishas und Vapes derzeit massiv umgestaltet. Zwei Gesetzeswerke stehen hierbei im Zentrum: Das Tabaksteuermodernisierungsgesetz (TabStMoG) und das Elektrogesetz (ElektroG).
2.1 Die steuerliche Belastung (TabStMoG)
Mit dem Inkrafttreten des Tabaksteuermodernisierungsgesetzes wurde eine neue Ära eingeläutet. E-Zigaretten und die dazugehörigen Liquids werden seither als „Substitute für Tabakwaren" klassifiziert und besteuert. Ziel dieser Maßnahme ist nicht nur die Generierung von Steuereinnahmen, sondern auch eine Lenkungswirkung zur Reduktion des Konsums, insbesondere bei Jugendlichen.3
Die Besteuerung erfolgt volumenbasiert (pro Milliliter Liquid) und steigt in festgelegten Stufen drastisch an. Für Verbraucher und Händler bedeutet dies eine signifikante Preisexplosion, die sich bis 2026 fortsetzt.
Tabelle 1: Entwicklung der Liquidsteuer in Deutschland (2022–2026)
Zeitraum | Steuersatz pro ml (Netto) | Steuerbelastung pro 10 ml Flasche (Netto) | Steuerbelastung inkl. MwSt. (ca.) |
01.07.2022 – 31.12.2023 | 0,16 € | 1,60 € | 1,90 € |
01.01.2024 – 31.12.2024 | 0,20 € | 2,00 € | 2,38 € |
01.01.2025 – 31.12.2025 | 0,26 € | 2,60 € | 3,10 € |
Ab 01.01.2026 | 0,32 € | 3,20 € | 3,81 € |
Quellen: 3 |
Im Jahr 2025 liegt die Steuerlast somit bei 2,60 Euro netto pro 10-ml-Fläschchen. Addiert man die Mehrwertsteuer, die auch auf die Tabaksteuer erhoben wird, ergibt sich allein durch die Steuer ein Aufschlag von über 3 Euro pro Einheit. Ein 10-ml-Liquid, das früher für ca. 5 Euro erhältlich war, kostet 2025 im legalen Fachhandel oft über 8,50 Euro.6 Ab 2026 steigt dieser Anteil weiter, was den legalen Markt zunehmend zu einem Premium-Segment macht.
2.2 Das Verbot von Einweg-E-Zigaretten
Neben der fiskalischen Regulierung greift auch das Umweltrecht hart durch. Die Einweg-E-Shisha steht vor dem Aus. Getrieben durch die EU-Batterieverordnung, die vorschreibt, dass Batterien in tragbaren Geräten vom Nutzer entnehm- und austauschbar sein müssen, verlieren die fest verklebten Disposables ihre Verkehrsfähigkeit.
Experten und Branchenbeobachter prognostizieren, dass der Verkauf von klassischen Einweg-Vapes (bei denen Akku und Liquidtank eine feste Einheit bilden) im Laufe des Jahres 2025 oder spätestens 2026 faktisch verboten sein wird.7 Dies zielt primär auf die Ressourceneffizienz ab, da das Wegwerfen eines funktionsfähigen Akkus nach einmaliger Nutzung als ökologische Fehlentwicklung bewertet wird.9
2.3 Neue Rücknahmepflichten ab 2026 (ElektroG)
Für die Übergangszeit und für verbleibende Geräte greift ab dem 1. Januar 2026 eine Novelle des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG). Diese verpflichtet Händler zu deutlich strengeren Rücknahmemaßnahmen:
- Erweiterte Rückgabestellen: Ab dem 1. Juli 2026 können Verbraucher ausgediente Einweg-E-Zigaretten an allen Verkaufsstellen zurückgeben – also auch am Kiosk oder an der Tankstelle, unabhängig von der Ladengröße.10
- Kennzeichnung: Händler müssen durch einheitliche Logos gut sichtbar auf die Rückgabemöglichkeit hinweisen, um die Quote der Fehlwürfe in den Hausmüll zu reduzieren.10
3. Gesundheitliche Aspekte und Jugendschutz
Die Debatte um die E-Shisha wird in Deutschland stark unter dem Aspekt des präventiven Gesundheitsschutzes geführt.
3.1 Risikobewertung durch Bundesinstitute
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) mahnen zur Vorsicht. Zwar herrscht Konsens darüber, dass E-Zigaretten im Vergleich zur Tabakzigarette weniger schädliche Verbrennungsprodukte (wie Teer) freisetzen, risikofrei sind sie jedoch keinesfalls.
- Inhaltsstoffe: Aktuelle Stellungnahmen aus dem Jahr 2025 fokussieren sich auf Kühlstoffe (Cooling Agents) und Aromen. Das BfR weist darauf hin, dass für viele dieser Stoffe Langzeitdaten zur Inhalation fehlen und gesundheitliche Schäden, etwa am Herz-Kreislauf-System, bei hohem Konsum nicht ausgeschlossen werden können.12
- Empfehlung: Das DKFZ betont, dass E-Zigaretten für Nichtraucher und Jugendliche ein vermeidbares Gesundheitsrisiko darstellen. Rauchern, die nicht aufhören können, wird der vollständige Umstieg empfohlen, da der Mischkonsum (Dual Use) keine signifikanten gesundheitlichen Vorteile bietet.15
3.2 Jugendschutz und Verbreitung (DEBRA-Studie)
Ein Hauptargument für die strengen Regulierungen ist der Jugendschutz. Die „DEBRA"-Studie (Deutsche Befragung zum Rauchverhalten) liefert hierzu die Datengrundlage. Nach einem rapiden Anstieg der Nutzung von Einweg-Vapes unter Jugendlichen in den Jahren 2022 und 2023, zeigen die Daten für 2024/2025 eine Stabilisierung auf hohem Niveau.16 Kritiker sehen in den bunten Farben und süßen Geschmacksrichtungen („Bubblegum", „Melon") eine gezielte Ansprache Minderjähriger, was Forderungen nach einem Aromenverbot und neutralen Verpackungen befeuert.17
4. Marktentwicklung und Schattenwirtschaft
Die Kombination aus extremen Steuererhöhungen und hoher Nachfrage hat zu einer Zweiteilung des Marktes geführt.
4.1 Der explodierende Schwarzmarkt
Während der legale Fachhandel unter den Preiserhöhungen leidet und eine Welle von Insolvenzen erlebt 19, floriert der illegale Handel. Da im EU-Ausland oder in Drittstaaten keine vergleichbare Liquidsteuer erhoben wird, ist die Gewinnspanne für Schmuggler enorm.
- Zollbilanz 2025: Allein im Jahr 2025 haben deutsche Zollbehörden über 3,5 Millionen illegale E-Zigaretten sichergestellt – ein Anstieg von fast 30 % gegenüber dem Vorjahr.21
- Steuerschaden: Der fiskalische Schaden durch diese beschlagnahmten Waren wird auf über 14 Millionen Euro beziffert.22
- Gefahren: Diese „Illicit Vapes" umgehen nicht nur die Steuer, sondern auch Sicherheitsstandards. Sie enthalten oft deutlich mehr als die in der EU erlaubten 2 ml Liquid oder Nikotinkonzentrationen jenseits der 20 mg/ml-Grenze.9
4.2 Trends 2025: Die Rückkehr der Mehrweg-Systeme
Als Antwort auf das kommende Einweg-Verbot und die hohen Steuern transformiert sich der legale Markt. Der Trend geht 2025 stark zu sogenannten „Prefilled Pod-Systemen".23
- Funktionsweise: Der Konsument kauft einen wiederaufladbaren Basis-Akku und tauscht nur die vorbefüllten Liquid-Kartuschen (Pods) aus.
- Vorteile: Dies ist ökologisch sinnvoller als Wegwerfgeräte und steuerlich etwas günstiger, da der Akku nicht bei jedem Kauf mitbezahlt werden muss. Marken wie Elfbar oder Vaporesso haben ihre Produktpaletten bereits entsprechend umgestellt.23
5. Fazit
Die „E-Shisha" ist in Deutschland im Jahr 2025 kein unreguliertes Lifestyle-Produkt mehr, sondern ein streng kontrolliertes Genussmittel. Der Konsument sieht sich mit deutlich gestiegenen Preisen und einem sich verknappenden Angebot an legalen Einweggeräten konfrontiert. Während der Staat durch Steuern und Gesetze versucht, Jugendschutz und Umweltziele durchzusetzen, weicht ein erheblicher Teil des Marktes in die Illegalität aus. Für die Zukunft ist zu erwarten, dass sich wiederverwendbare Pod-Systeme als der neue Standard etablieren werden, während die klassische „Wegwerf-Vape" bis 2026 weitgehend vom legalen Markt verschwinden wird.
Bildquelle: depositphotos.com











