Münzgeld einzahlen – Wo geht das noch?

Kleinvieh macht auch Mist – wo lässt sich Münzgeld einzahlen?

Jeder kennt es: Beim Einkauf wird mit Bargeld gezahlt, und häufig gibt es dann Wechselgeld. Die Groschen landen dann im Sparschwein. Bald ist dieses gefüllt und es stellt sich die Frage, ob das Kleingeld kostenlos eingezahlt werden kann. Häufig ist es so, dass Banken nur Münzgeld von bestehenden Kunden eintauschen. Das Kleingeld lässt sich auch im Laden nicht einfach eintauschen. Zwar kann damit eingekauft werden, jedoch darf der Kassierer nicht mehr als 50 Münzen annehmen. Wohin also mit dem ganzen Kupfergeld, wenn das Portemonnaie bald platzt und das Sparschwein voll ist? Vor allem für Kunden, die ihr Konto bei einer Direktbank haben, ist diese Frage ein Problem, denn häufig gibt es keine Bankfiliale vor Ort. Allerdings stehen auch Kunden, die bei einer Filialbank ein Konto besitzen, vor dem Problem, dass die kostenlose Annahme von Münzgeld begrenzt ist, so dass nur kleine Mengen eingezahlt oder eingetauscht werden können. Wie nun trotzdem kostenlos Hartgeld eingezahlt oder eingetauscht werden kann, und was es noch für Möglichkeiten zur Verwendung des Kleingeldes gibt, soll hier aufgezeigt werden.

ein Haufen Münzen

Die Bankfiliale vor Ort

Eine Möglichkeit das Kleingeld in Scheine wechseln zu lassen oder einzuzahlen bieten Banken mit Geschäftsstellen an. Hierbei gibt es allerdings einen Haken, denn häufig können nur Kunden den Service der Einzahlung von Münzgeld nutzen, welche ein Konto bei der Bankfiliale vor Ort haben. In der Geschäftsstelle steht dann entweder ein Münzautomat bereit oder die Münzen müssen einem Mitarbeiter am Schalter übergeben werden. Auch bei den Münzautomaten gibt es Unterschiede. So gibt es beispielsweise Automaten, welche das Münzgeld zählen und einen Bon erstellen, auf dem der Gesamtbetrag steht. Diesen Bon kann man bei einem Mitarbeiter der Filiale abgeben, um das Geld auf dem Konto einzahlen zu lassen. Eine andere vorm von Münzautomaten stehen etwa in Sparkassen. Hier Muss der Kunde zunächst seine Bankkarte in den Münzautomaten stecken. Anschließend werden die Münzen automatisch gezählt und direkt dem Konto gut geschrieben. Besitzt der Kunde ein Konto bei der entsprechenden Filialbank, dann ist die Einzahlung kleiner Mengen Münzgeld kostenlos. Einige Banken sind jedoch dazu übergegangen, bei größeren Mengen Kleingeld eine Gebühr zu verlangen. Die Preise für die Gebühren sind hier sehr unterschiedlich. Am besten ist es vorher bei der Geschäftsstelle nachzufragen, ob für das Wechseln oder Einzahlen eine Gebühr entsteht. Die Einzahlung am Schalter oder Automaten sind jedoch nicht die einzigen Möglichkeiten, um das Kleingeld los zu werden, denn es gibt noch die Möglichkeit der Wertdienstleister. Das Kleingeld kann in Safe Bags abgegeben werden. Hierbei handelt es sich um speziell gesicherte Plastiktüten. Diese werden dem Wertdienstleister übergeben und bearbeitet
(vgl. https://www.sparkasse.de/gebuehren/muenzgeld.html).

Einzahlungsmöglichkeiten im Überblick

  • Einzahlungsautomat
  • automatischer Münzzähler beim Kassierer
  • Safe Bag
  • Münzrollen
  • Zählbrett
  • SB-Kassen mit Münz – Mulden
  • Münzautomat im Supermarkt

Wie oben bereits erwähnt gibt es die Möglichkeit das Geld über Münzautomaten, oder direkt beim Kassierer der Geschäftsstelle einzuzahlen. Das Zählen geschieht vollkommen automatisch und der Betrag ist entweder direkt, spätestens jedoch nach ein, höchstens zwei Werktagen auf dem Konto gut geschrieben. Der Nachteil beim Einzahlen an der Kasse beim Mitarbeiter ist die Wartezeit. Vor allem zu Beginn eines Monats ist in den Geschäftsstellen viel los. Hier kommt es oft zu langen Wartezeiten. Wenn eine Filiale allerdings Münzautomaten besitzt, dann ist dieses eine gute Möglichkeit, um sein Kleingeld los zu werden. Ein Beispiel hierfür bietet ein Konto bei der Tochtergesellschaft der Commerzbank – die comdirekt.

Münzgeld einzahlen - Wo geht das noch?

Comdirekt und Commerzbank – die kostenlose Einzahlung am Zählautomaten

Wer ein Konto bei comdirekt, oder der Commerzbank hat, besitzt einen großen Vorteil. Comdirekt gehört zu den Tochterunternehmen von Commerzbank. Der Vorteil besteht darin, dass diese über 1.000 Filialen hat, welche flächendeckend in Deutschland vorkommen. Somit können Kunden der comdirekt die Geldautomaten, Kassenschalter und Einzahlungsautomaten kostenlos nutzen. Die Commerzbank stellt Münzautomaten zur Verfügung, welche auch große Mengen an Scheinen und Münzgeld annehmen. Pro Einzahlung können hier 1.000 Münzen oder 140 Scheine eingezahlt werden. Die Einzahlung lässt sich wiederholen, falls der Kunde noch mehr Kleingeld hat. In der Regel wird das Geld direkt dem Konto gut geschrieben. Einen Nachteil gibt es dabei allerdings. Kunden der Commerzbank ist es möglich unbegrenzt kostenlos Kleingeld einzuzahlen. Den Kunden der comdirekt ist dieses allerdings nicht möglich. Hier ist die kostenlose Einzahlung von Münzgeld auf drei pro Jahr begrenzt. Alle weiteren Einzahlungen haben eine Gebühr von 1,90 Euro pro Einzahlung. Hier bietet es sich an das Geld vier Monate lang zu sammeln, so dass keine Gebühren anfallen, wenn dieses dann drei mal im Jahr eingezahlt wird. Ein Konto bei der comdirekt lohnt sich auch, weil das Girokonto kostenlos ist. So fallen nicht mal Kontoführungsgebühren an. Es bietet sich also an hier ein Zweitkonto anzulegen, um so kostenlos Münzgeld los zu werden.

Münzgeld einzahlen - Wo geht das noch?

Der Zählautomat der Commerzbank

Wer Kunde bei comdirekt oder der Commerzbank ist, kann in einer der über 1.000 Filialen der Commerzbank das Kleingeld am Zählautomat einzahlen. Hierzu wird lediglich die EC-Karte, der Commerzbank oder der comdirekt, in den Automaten der Commerzbank gesteckt. Im Anschluss wird auf dem Display die Funktion zum Münzen einzahlen ausgewählt. Hiernach wird ein Münzfach am Automaten geöffnet. Die Münzen werden einfach unsortiert in dieses Fach geschüttet. Der Automat beginnt dann mit dem Zählen. Nachdem alle Münzen hinein geschüttet und gezählt wurden, wird der Betrag direkt dem Konto des Kunden gut geschrieben. Wird das Konto der comdirekt als Zweitkonto genutzt, so ist es möglich das Geld anschließend auf das Hauptkonto zu überweisen. Es ist aber auch möglich sich das Geld auszahlen zu lassen. So können Gebühren zum Einzahlen umgangen werden, welche eventuell bei der Filiale des Hauptkontos anfallen würden.

  • kostenfreies Girokonto bei der comdirekt
  • über 1.000 Filialen der Commerzbank nutzbar
  • kostenfreie Nutzung (drei pro Jahr) der Münzautomaten in den Filialen der Commerzbank

Münzgeld einzahlen - Wo geht das noch?

Die Möglichkeit der Einzahlung per Safe Bag

Es gibt auch Sparkassen und Banken, welche die Gelder der Kunden, insbesondere das Kleingeld, unsortiert entgegen nehmen. Hierzu wird das gesamte Münzgeld in einen Geldbeutel geschüttet. Hier ist nicht etwa ein Geldbeutel, wie die Brieftasche gemeint, sondern ein richtiger Plastikbeutel. Allerdings handelt es sich dabei um bestimmte Beutel, die besonders gesichert sind und auch als Safe Bag bezeichnet werden. Nachdem das Kleingeld unsortiert in den Beutel geschüttet wurde, wird dieser an die Hauptstelle von der Bank weiter geschickt. Anschließend wird dieses Geld an der Hauptstelle automatisch sortiert und auch gezählt. Im Anschluss wird das gezählte Geld dem Kundenkonto zugerechnet. Allerdings gibt es auch hier eine Begrenzung, denn hierbei können lediglich 1.700 Münzen maximal eingezahlt werden. Außerdem werden die Beträge der Safe Bag in der Filiale zunächst nur geschätzt. Der Kunde erhält so zunächst eine Quittung über den geschätzten Betrag. Erst nach Zählung bei der Hauptstelle gibt es eine Quittung über den tatsächlichen Betrag.

Selbst gerollt

Einige Banken nehmen kein loses Münzgeld entgegen. Das Geld wird hier nur genommen, wenn es gerollt ist. Der Kunde muss in diesem Fall das Geld eigenständig sortieren und anschließend einrollen. Hierfür gibt es spezielles Papier. Das Rollpapier können Kunden normalerweise kostenlos bei der Bank erhalten. Pro Rollpapier werden 50 sortierte Münzen eingerollt. Anschließend können die Rollen bei der Bank abgegeben werden. Diese Möglichkeit ist jedoch sehr zeitaufwändig. Außerdem müssen Kunden mindestens zwei mal zur Filialbank.

Selber sortieren mit dem Zählbrett

Um die eigenen Mitarbeiter zu entlasten geben einige Banken so genannte Zählbretter an ihre Kunden. Dabei handelt es sich um ein Sortiergerät. Die Kunden können so das Münzgeld selber sortieren. Dabei hat jede Münze ein eigenes Fach. Anschließend wird das Zählbrett mit den einsortierten Münzen an den Kassierer gegeben. Dieser erkennt so schnell die Summe des Kleingeldes und kann den Betrag schnell prüfen und einzahlen.

Münzgeld für den Supermarkt

Sicherlich ist es auch möglich immer direkt passend zu bezahlen, oder sogar das Kleingeld für den Einkauf zu verwenden. Allerdings dürfen Kassierer bloß 50 Münzen annehmen. Es gibt jedoch noch eine weitere Möglichkeit, denn in Kiel gibt es Supermärkte, welche Münzgeldautomaten haben. Hier wird dann das Kleingeld in einen Einkaufsgutschein für den Supermarkt umgetauscht. Möglich ist das etwa im Famila Markt, sowie im Sky XXL Markt in Kiel. Gebühren für das Zählen und Drucken des Einkaufsgutschein werden hier nicht erhoben. Insbesondere für Kunden vor Ort eine gute Alternative, um das Kleingeld los zu werden. Mittlerweile bieten auch ein paar Metro Filialen den Service deutschlandweit an. Allerdings sind solche Automaten in Deutschland noch nicht flächendeckend verfügbar. Die Nachfrage bei vielen Supermarktketten hat ergeben, dass der Real mittlerweile Hartgeldautomaten zum Test an etwa 60 Standorten aufgestellt hat. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, da beim Real Gebühren anfallen. Für das Zählen und das Umtauschen in einen Gutschein fallen hier 9,9% Gebühren an. Im Einzelhandel sollte deshalb genau darauf geachtet werden, ob es für die Wechselautomaten Gebühren gibt. Wird kein Preisaushang gefunden, sollte der Kunde sich vor Ort bei einem Mitarbeiter erkundigen, ob eventuell Kosten für den Wechsel anfallen.

Tipp:

  • direkt passend bezahlen um das Kleingeld los zu werden
  • die Selbstbedienungskasse nutzen
  • “Aufrunden bitte”

Einige Supermärkte bieten die Option “Aufrunden bitte” an. Beim Bezahlen an der Kasse in Supermärkten, welche an der Aktion teilnehmen, gibt es die Möglichkeit diese beiden Worte zu sagen. Hierdurch wird der Einkauf auf den nächsthöheren Betrag aufgerundet. Maximal aufgerundet werden können dabei 10 Cent. Der so aufgerundete Betrag sorgt für weniger Kleingeld in den Taschen und hilft zudem Kindern in Deutschland, welche von Armut betroffen sind, denn das gespendete Geld kommt zu 100% an gemeinnützige Organisationen an, welche sich für diesen Zweck einsetzen (vgl. https://deutschland-rundet-auf.de/wie-mache-ich-mit/aufrunden-an-der-kasse/).

Die Münzen an der SB-Kasse los werden

Nicht nur in Supermärkten gibt es Möglichkeiten um Münzgeld los zu werden, sondern auch in anderen Geschäften, wie etwa Baumärkten. Hier gibt es allerdings keine Münzzähler, oder Gutscheine gegen Kleingeld. Die Münzen können hier dazu verwendet werden, um an der Selbstbedienungskasse seinen Einkauf eigenständig zu bezahlen. An diesen Kassen kann mit Kreditkarte wie zum Beispiel die GenialCard von der Hanseatic Bank, Debitkarte oder mit Bargeld bezahlt werden. Hier kommen die Münzen ins Spiel, denn bei der Barzahlung gibt es die Möglichkeit das Kleingeld in eine Mulde zu kippen. Das ins Münzfach gekippte Geld wird automatisch und schnell gezählt. Anschließend wird der Betrag vom zu zahlenden Gesamtbetrag abgezogen. Während Kassierer nicht mehr als 50 Münzen annehmen dürfen, gibt es bei den Selbstbedienungskassen diese Sperre wohl nicht. Hier lässt sich auch mit einer großen Anzahl an Kleingeld bezahlen. Es wird allerdings darauf hingewiesen, dass keine Garantie über die mögliche Menge an verwendeten Kleingeld, bei der Nutzung der Selbstbedienungskassen gegeben wird.

Kleiner Tipp:

  • etwas Kleingeld behalten für den Parkautomaten
  • mit dem Kleingeld Briefmarken am Automaten holen
  • das Münzgeld für den Kaffee- oder Getränkeautomaten benutzen
  • für den Snackautomaten wird auch Hartgeld benötigt

Das Münzgeld zur Bundesbank bringen

Die Bundesbank hat 41 Filialen, in denen Privatpersonen das Kleingeld eintauschen können. Hier besteht die Möglichkeit das Kleingeld in Scheinen oder anderen Stückelungen zu erhalten. Teilweise erhalten die Einzahler den Gegenwert jedoch nicht immer sofort mit. Dies ist abhängig vom Geschäftsumfang. Bei großen Kundenaufkommen wird nur der ungefähre Gegenwert ermittelt und eine Quittung erteilt. Gegen Vorlage dieser Quittung ist es dann einige Tage später möglich, den realen Gegenwert der abgegebenen Münzen zu erhalten. Der Umtausch lohnt sich hier nur, wenn sich die Filiale in der Nähe befindet, da diese unter Umständen zwei mal besucht werden muss.

Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Möglichkeiten zur Einzahlung

Am vorteilhaftesten sind, aus der Kundensicht, die Einzahlungsautomaten. Vor allem wenn es darum geht große Mengen Kleingeld einzuzahlen. Zwar können hier Nachteile durch mögliche Gebühren entstehen, jedoch ist diese für Kunden der Filiale meistens kostenlos, wie das Beispiel der Commerzbank zeigt. Das Einzahlen bei einem Mitarbeiter in der Filiale ist zwar auch möglich, jedoch muss hier mit Wartezeiten gerechnet werden, insbesondere zu den Hauptgeschäftszeiten. Es gibt Filialen in denen diese Wartezeit überbrückt werden kann, indem der Kunde mit dem Zählbrett die Münzen sortiert, bevor dieses beim Mitarbeiter der Bank abgegeben wird. Jedoch ist auch diese Methode sehr zeitaufwändig. Ebenfalls zeitaufwendig ist das Rollen der Münzen in 50er Rollen. Die Möglichkeit mit der Safe Bag benötigt zwar keine Vorbereitung, jedoch können hier höchstens 1.700 Münzen abgegeben werden. Zudem wird der Betrag erst geschätzt, und ist nicht direkt auf dem Konto verfügbar. Die Möglichkeit der Münzgeldautomaten in Supermärkten, um einen Einkaufsgutschein zu erhalten ist zwar eine gute Alternative, jedoch werden diese nicht flächendeckend in Deutschland angeboten. Zudem gibt es Märkte, die Gebühren für das Einzahlen berechnen. Eine weitere Möglichkeit das Kleingeld kostenlos einzuzahlen bietet sich am 30. Oktober, dem Weltspartag an. Viele Banken bieten an diesem Tag die Einzahlung von Münzgeld an, ohne Gebühren dafür zu erheben. Da viele an diesem Tag das Gesparte zur Bank oder Sparkasse bringen, werden hierzu zusätzliche Zählmaschinen aufgestellt. Wer viel Münzgeld wechseln lassen möchte, der sollte direkt zur Bundesbank gehen. Allerdings kann es auch hier, bei hohem Kundenaufkommen zu Wartezeiten kommen.

Bildquelle: pixabay.com

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