Smart Homes: Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten
Beim Thema Smart Home scheiden sich im Moment noch die Geister. Vor allem technikaffine Männer, die gerne jeden Trend mitgehen, zählen zu den Verfechtern der smarten Geräte im Haushalt. Kritiker hingegen sorgen sich um die Privatsphäre und befürchten die totale Videoüberwachung. In diesem Punkt sei erwähnt, dass jedem selbst überlassen ist wie viel smarte Technik man in den eigenen vier Wänden erlaubt. Auch beim Thema Sicherheit gibt es große Unterschiede: Wer Tag und Nacht die bekannte Spracherkennung Alexa mitlauschen lässt und sich nicht über die möglichen Sicherheitseinstellungen informiert, handelt leichtsinnig. Information und ein bewusster Umgang mit dem Thema ist also angebracht. Dann können Smart Homes in vielen Lebensbereichen den Alltag erleichtern.

Das Smartphone als Bedienungstool vieler Smarthome-Funktionen
Bei vielen Anwendungen, die zum Modern Living zählen, dient das Smartphone sozusagen als Multifunktionsfernbedienung. Das clevere Gerät gibt es schon weit länger als die Generation X vielleicht denken mag. Vorreiter war nicht wie viele meinen die Firma Apple, die heute gemeinsam mit Samsung zu den Marktführern zählt, sondern ein anderer Großkonzert der mittlerweile in die zweite Reihe zurückgetreten ist. Als IBM im Jahr 1993 das IBM Simon der Öffentlichkeit präsentierte, war noch nicht absehbar wie gefragt die kleinen Geräte mit Touchscreen einmal werden würden. Dabei war schon der erste Prototyp mit einem Touchscreen ausgestattet, das Simon konnte E-Mails senden und empfangen.
Der Nokia Communicator, der drei Jahre später auf den Markt kam, war schon weitaus bekannter. Damit konnte man bereits HTML Seiten anzeigen, die damals jedoch nicht auf die geringe Größe des Displays zugeschnitten waren. Ende der 1990er Jahre reihte sich auch Siemens zu den Smartphone Herstellern ein und verblüffte seine Kunden mit dem ersten Gerät, das MP3 Dateien abspielen konnte. Heute orientiert sich die Technikwelt beim Thema Smartphone an Apple, das 2008 zum ersten Mal das iPhone vorstellte. Alleine Geschäftsjahr 2018/19 verkaufte Apple ungefähr 185 Millionen iPhones
Alleine in Deutschland wechselten im Jahr 2019 23 Millionen Smartphones den Besitzer. Fast jeder nützt das Gerät mit seinen vielen Funktionen. Anders als die ersten Mobilphones, die zum Telefonieren und SMS schreiben dienten, können Smartphones fast alles: Sie vereinen leistungsstarke Kameras, MP 3 Player, Wecker, Stoppuhr, Taschenlampe und viele weitere Funktionen. Mittels moderner Apps lassen sich Smartphones ganz individuell an die Bedürfnisse des Users anpassen. Unter anderem kann man damit in Smart Homes integrierte Geräte zum Leben erwecken.
Smart Homes – unendlich viele Möglichkeiten
Mit dem Smartphone in der Hand machen es sich Bewohner von Smart Homes auf dem Sofa bequem oder steuern von der Arbeit aus die in das System integrierten Geräte. Hier einige Beispiele:
- Wer es bei der Rückkehr von der Arbeit in den eigenen vier Wänden schön sauber haben möchte, startet schon von unterwegs den Saugroboter. Er verrichtet zuverlässig seine Arbeit und erkannt dank Sensoren jedes Hindernis.
- Nach ähnlichem Prinzip arbeitet ein Mähroboter: Er eignet sich besonders gut für ebene Flächen, kommt aber – sofern er mit einem leistungsstarken Motor ausgestattet ist – auch mit flachen Hanglangen zurecht
- Ein weiteres Einsatzgebiet von Smart Home Elementen im Garten ist die Beregnungsanlage. Sie kann ebenfalls von unterwegs in Gang gesetzt werden. Es gibt jedoch auch intelligente Geräte, die anhand der individuellen Wettersituation erkennen wann gegossen werden muss
- Tiere im Eigenheim sind für viele ein wichtiges Thema: Nicht immer ist es möglich den Hund mit in die Arbeit zu nehmen. Wer wissen möchte, was Hund oder Katze während der Abwesenheit zu Hause anstellen, installiert Kameras. Vom Büro aus kann man über das Smartphone immer wieder einen Blick in die eigenen vier Wände werfen.
- Außerdem gibt es bereits Tierfutterautomaten, die ebenfalls in das Smart Living System integriert werden können. Zur gewohnten Zeit bekommt das Tier seine Mahlzeit, selbst wenn der Besitzer gerade nicht zu Hause ist.
Ein Smart Home hilft beim Sparen
Wer sein Eigenheim durch eine alte, abgenutzte Eingangstüre betritt, sollte über eine Sanierung nachdenken. Einerseits stellen die alten Modelle ein erhöhtes Einbruchsrisiko dar. Immerhin reicht ein heftiger Fußtritt, um sie zu öffnen. Andererseits wiederum geht durch alte Eingangstüren viel Energie verloren. Gerade in der heutigen Zeit wo die Erderwärmung ein heiß diskutiertes Thema ist, sollte jeder einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dabei geht es nicht ausschließlich um die Politik und die Industrie, die sich Gedanken darüber machen sollten. Auch jeder einzelne Privathaushalt kann maßgeblich dazu beitragen dem derzeitigen Trend Einhalt zu gebieten.
Moderne Eingangstüren überzeugen mit vielen Vorteilen. Sie helfen maßgeblich dabei die Heizkosten zu senken. Untersuchungen haben ergeben, dass perfekt isolierte Haustüren die Heizkosten um bis zu 10 Prozent senken können. Eingangstüren lassen sich heute perfekt in ein Smart Home integrieren. Viele werden heute nicht mehr mit dem Schlüssel, sondern über den individuellen Fingerabdruck geöffnet. Neben dem Eingangsportal befindet sich ein kleiner Touch Screen, mit dessen Hilfe sich Befugte Zutritt zu den eigenen vier Wänden verschaffen. Es ist jedoch bei vielen Systemen auch möglich, die Türe mit dem Smartphone zu öffnen. Das kann auch von unterwegs passieren, wenn zum Beispiel ein Handwerker zu einem Termin in den Innentraum gelassen werden muss.
Die Eingangstüre ist jedoch nicht der einzige Bereich im Smart Home, der beim Sparen hilft. Es macht auch Sinn, die gesamte Heizanlage in das Smart Home zu integrieren. Denn immerhin ist es nicht notwendig, die Wohnung oder das Haus voll zu heizen, wenn die Bewohner tagsüber mehrere Stunden nicht zu Hause sind. So ist es zum Beispiel möglich, den Thermostat so zu regeln, dass es im Badezimmer angenehm warm ist, wenn man es zur Morgentoilette aufsucht. Auch während des Frühstücks läuft die Heizung im Winter ganz normal. Kaum verlässt der letzte Bewohner das Haus, wird die Temperatur gedrosselt. Es ist ja weithin bekannt, dass ein Absenken der Raumtemperatur die Heizkosten um bis zu sechs Prozent senken kann. Wenn man vom Büro wegfährt, gibt man mittels Smartphone das Signal dafür, die Heizung wieder hochzufahren. Außerdem ist es in smarten Wohnungen möglich, die Raumtemperatur in einzelnen Zimmern individuell zu gestalten. Experten empfehlen zum Beispiel im Schlafzimmer kühle 16 bis 18 Grad, während es in Wohnräumen wärmer sein soll.
Ein weiterer Bereich, wo Smarthome-Systeme beim Sparen helfen sind die Elektrogeräte: Es gibt heute schon Waschmaschinen, die anhand des Füllstands das passende Programm auswählen. Die neue Technik geht jedoch noch viel weiter. Manche Geräte analysieren den Grad der Verschmutzung des Spülwassers nach der Vorwäsche und reagieren dementsprechend mit einer Verkürzung oder Verlängerung des Programms.
Smarte Technik ist also weit mehr als nur eine Spielerei: Sie erleichtert in vielen Lebensbereichen den Alltag und hilft noch dazu beim Sparen. Wer Smart Home Systeme sinnvoll einsetzt, hat wegen der Kostensenkung den Anschaffungspreis bald wieder amortisiert.
Datenschutz und Serverstandort: Sicherheit nach deutschem Standard
Während internationale Tech-Giganten oft den reinen Komfort in den Vordergrund stellen, ist für Nutzer in DeutschlandDeutschland liegt im Herzen Europas und ist mit über 84 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der EU. Die Hauptstadt Berlin ist ein Zentrum für Kultur und Politik. Als führende Industrienation ist Deutschland weltweit für Automobilbau und Maschinenbau bekannt. Geografisch reicht es von der Nord- und Ostsee bis zu den Alpen. die Datensicherheit meist das entscheidende Kaufkriterium. Wer verhindern möchte, dass sensible Informationen über das eigene Wohnverhalten auf weltweiten Servern landen, sollte gezielt auf Hersteller achten, die ihre Cloud-Infrastruktur ausschließlich in Deutschland oder der Europäischen Union betreiben. Nur so greift die strenge Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die sicherstellt, dass private Profile über Anwesenheitszeiten oder Heizgewohnheiten nicht für Werbezwecke missbraucht werden. Ein verlässliches Qualitätsmerkmal für geschützte Privatsphäre sind zudem unabhängige Zertifizierungen, wie etwa das VDE-Zeichen für Informationssicherheit, das eine verschlüsselte Kommunikation garantiert. Ein weiterer Trend geht hin zu Systemen, die lokale Steuerungszentralen nutzen und nicht permanent auf eine Internetverbindung angewiesen sind. Diese lokale Datenverarbeitung bietet einen doppelten Vorteil: Sie minimiert Angriffsflächen für Hacker drastisch und stellt sicher, dass Licht und Heizung auch bei einem Internetausfall zuverlässig funktionieren.
Smart Home für Mieter: Rechtliche Lage und Energiesparpotenziale
Da Deutschland traditionell ein Land der Mieter ist, stellt sich oft die Frage, welche smarten Installationen rechtlich zulässig sind, ohne den Vermieter um Erlaubnis fragen zu müssen. Grundsätzlich gilt, dass alle Maßnahmen erlaubt sind, die sich bei einem Auszug spurlos wieder entfernen lassen. Dazu zählen insbesondere intelligente Heizkörperthermostate oder smarte Türschlösser, die lediglich auf bestehende Zylinder aufgesetzt werden. Diese Geräte sind nicht nur mietrechtlich unbedenklich, sondern auch wirtschaftlich hochattraktiv, da sie helfen, die steigenden Nebenkosten effektiv zu senken. Durch automatisierte Heizpläne und eine intelligente Fenster-auf-Erkennung lässt sich der Energieverbrauch spürbar reduzieren, sodass sich die Anschaffungskosten oft schon nach wenigen Wintern amortisieren. Darüber hinaus leisten smarte Luftfeuchtigkeitssensoren einen wertvollen Beitrag zum Bautenschutz, indem sie rechtzeitig an das korrekte Lüften erinnern. Dies beugt der hierzulande gefürchteten Schimmelbildung vor, was nicht nur das Raumklima verbessert, sondern langfristig auch Konflikte mit dem Vermieter über Feuchtigkeitsschäden vermeidet.
Hier ist die Zusammenfassung der wichtigsten Punkte.
Datenschutz und Serverstandort: Priorität sollte auf Herstellern liegen, die ihre Server in Deutschland oder der EU betreiben. Nur so ist die Einhaltung der strengen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) garantiert und sensible Wohn-Daten bleiben geschützt.
Mietrechtliche Zulässigkeit: Für Mieter gilt die Faustregel: Alles, was sich bei Auszug spurlos entfernen lässt (z. B. aufgeschraubte Thermostate, smarte Glühbirnen, Nuki-Schlösser), ist erlaubt. Bauliche Veränderungen (z. B. Unterputz-Relais) erfordern die Genehmigung des Vermieters.
Lokale Datenverarbeitung: Systeme, die auch ohne permanente Cloud-Verbindung funktionieren, bieten mehr Sicherheit gegen Ausfälle und erschweren Hackerangriffe.
Zertifizierte Sicherheit: Achten Sie auf unabhängige Sicherheits-Siegel wie das VDE-Zertifikat für Informationssicherheit, um sicherzustellen, dass die Kommunikation zwischen den Geräten verschlüsselt ist.
Energieeffizienz und Amortisation: Besonders smarte Heizungssteuerungen bergen großes Sparpotenzial. Die Anschaffungskosten rechnen sich durch die gesunkenen Nebenkosten oft schon nach wenigen Heizperioden.
Schimmelprävention: Luftfeuchtigkeitssensoren helfen durch Lüftungserinnerungen aktiv gegen Schimmelbildung. Das schützt die Bausubstanz und beugt Konflikten mit dem Vermieter vor.
Zukunftssicherer Standard (Matter): Beim Kauf neuer Geräte sollte auf den Standard „Matter" geachtet werden, damit Produkte verschiedener Marken (Apple, Google, Amazon, Bosch etc.) reibungslos miteinander kommunizieren können.
weiterführende Links:
→ technologie-wissen.net: Das smarte Zuhause kennt seine Bewohnerinnen und Bewohner
→ socialsolutions.group: Smart Home vs. WLAN: Warum dein intelligentes Zuhause dein Netzwerk überlastet
→ techome24.de: Technik für Dein Zuhause
→ haushalt-und-garten.de: Clevere Verbindung: Was ist möglich im Smart Home?
→ immopilot.de: Smarthome: 10 Tipps gegen Cyber Angriffe Maßnahmen zur Absicherung gegen Angriffe aus dem Internet
→ videoprojects-ass.de: Sicherheit durch Videoüberwachung
Bildquelle: pixabay.com










