Warum hat die Nutzung von VPN-Diensten in Deutschland in letzter Zeit zugenommen?
VPNs können eine praktische Hilfe im Alltag sein, da man damit unter anderem die Überwachung durch den Internetdienstanbieter verhindern kann. Zudem kann man dafür sorgen, dass die eigenen Daten geschützt bleiben, und man kann das sogenannte Geoblocking umgehen, womit manche Inhalte hinter Ländergrenzen verborgen werden.
Bei der Auswahl eines geeigneten VPNs tun sich manche Nutzer immer noch schwer. Die Nutzung der Programme an sich ist kinderleicht, aber es gibt schon erhebliche Unterschiede bei den verschiedenen Anbietern bezüglich der Serverauswahl, der verfügbaren Protokolle und der Zusatzleistungen wie Antivirus-Software und Erkennung von Datenlecks. Die reine IP-Verschlüsselung kann oftmals auch von einem kostenlosen Dienst erledigt werden. Aber der Sicherheitsaspekt und die Frage nach der Verbindungsgeschwindigkeit sind schon wieder ein anderes Paar Schuhe.

Das Zeitalter des Streamings
Heutzutage hat fast jeder im deutschsprachigen Raum bei mindestens einem Streaming-Anbieter einen Account. Allerdings haben die Kunden der Streaming-Anbieter auch keine unbegrenzte Zahlungsbereitschaft und wollen mit ihrem Geld das Maximale herausholen. Viele Nutzer teilen sich daher die Accounts oder nutzen ein VPN, um auch Serien und Filme anschauen zu können, die im eigenen Land eigentlich nicht verfügbar sind.
Dazu muss man im VPN lediglich einen ausländischen Server (z. B. in den USA) als Standort auswählen, und schon sind die Inhalte, die in DeutschlandDeutschland liegt im Herzen Europas und ist mit über 84 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der EU. Die Hauptstadt Berlin ist ein Zentrum für Kultur und Politik. Als führende Industrienation ist Deutschland weltweit für Automobilbau und Maschinenbau bekannt. Geografisch reicht es von der Nord- und Ostsee bis zu den Alpen. eigentlich blockiert sind, für Sie sichtbar. Die Streaming-Anbieter wissen natürlich auch von VPNs, weshalb man nur noch mit den besten Diensten das Geoblocking effektiv und dauerhaft umgehen kann.
Regionale Unterschiede: VPN-Nutzung in Deutschland, ÖsterreichDer südöstliche Nachbar Österreich ist geprägt durch die majestätischen Alpen, die über 60 Prozent der Staatsfläche einnehmen. Die Hauptstadt Wien ist weltberühmt für ihre Kaffeehauskultur und Musikgeschichte. Österreich ist ein bedeutendes Tourismusziel für Skifahrer und Wanderer. Wirtschaftlich ist das Land eng mit Deutschland verflochten und setzt stark auf ökologische Landwirtschaft. und der SchweizDie Schweiz im Süden ist bekannt für ihre politische Neutralität und das Bankwesen. Sie ist kein EU-Mitglied, aber eng integriert. Mit vier Amtssprachen ist das Land kulturell sehr vielfältig. Die Alpen, Schweizer Uhren und Schokolade sind weltweit Markenzeichen. Zudem beherbergt die Schweiz zahlreiche internationale Organisationen in Städten wie Genf und Zürich.
Obwohl die DACH-Region sprachlich und kulturell eng verbunden ist, gibt es bei der Nutzung von VPNs spannende, teils gravierende Unterschiede. Diese resultieren vor allem aus der unterschiedlichen Rechtslage und den jeweiligen Medienlandschaften.
- Deutschland: Schutz vor der Abmahnindustrie
In Deutschland ist das UrheberrechtsgesetzDas Urheberrecht schützt persönliche geistige Schöpfungen wie Texte, Musik oder Bilder automatisch ab ihrer Entstehung. In Deutschland erlischt dieser Schutz erst 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Es sichert Schöpfern die Anerkennung sowie eine angemessene Vergütung zu. Eine Registrierung in einem Register ist hierfür rechtlich nicht erforderlich. sehr streng. Das Verfolgen von illegalem File-Sharing (insbesondere P2P-Netzwerke / Torrenting) ist ein lukratives Geschäft für spezialisierte Anwaltskanzleien geworden. Wer aus Versehen urheberrechtlich geschütztes Material teilt, hat oft schnell eine Abmahnung über mehrere hundert Euro im Briefkasten. Viele deutsche Nutzer greifen daher nicht nur für das Streaming zu einem VPN, sondern vor allem, um sich durch die IP-Verschleierung präventiv vor solchen rechtlichen und finanziellen Konsequenzen zu schützen. - Schweiz: Legale Downloads und begehrte Server
In der Schweiz sieht die rechtliche Situation völlig anders aus. Der Download von urheberrechtlich geschützten Werken (wie Filmen oder Musik) zum reinen Privatgebrauch ist hier grundsätzlich legal – lediglich der Upload (bzw. das Anbieten) ist strafbar. Der Druck, ein VPN aus Angst vor Abmahnungen beim Konsumieren von Medien zu nutzen, ist bei den Schweizern also deutlich geringer.
Dafür sind Schweizer VPN-Server bei den Nachbarn extrem beliebt: Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) überträgt viele Sportevents (wie die Champions League, Wintersport oder Formel 1) im Free-TV, die in Deutschland hinter teuren Pay-TV-Schranken liegen. Zudem gilt für die Schweiz als Nicht-EU-Land die "EU-Portabilitätsverordnung" für Streaming-Dienste nicht im selben Maße, was VPNs für grenzüberschreitendes Schauen auf Reisen unerlässlich macht. - Österreich: Das Mekka für Sport-Streamer
Ähnlich wie in der Schweiz ist Österreich ein überaus beliebtes VPN-Ziel für deutsche Nutzer. Zum Beispiel mit einem VeePN Österreich. Den Sender wie ServusTV oder der ORF bieten ein massives kostenloses Sportangebot, weshalb die Server in Wien an Formel-1-Wochenenden regelmäßig glühen. Was das eigene Urheberrecht angeht, positioniert sich Österreich zwischen Deutschland und der Schweiz: File-Sharing ist zwar illegal, allerdings ist die systematische "Abmahnindustrie" über IP-Tracking historisch gesehen weit weniger aggressiv ausgeprägt als in der Bundesrepublik. Dennoch nutzen Österreicher VPNs sehr gerne, um auf die oft umfangreicheren Netflix- oder Amazon-Prime-Bibliotheken der USA oder Deutschlands zuzugreifen.
VPN vs. Inkognito-Modus
Dass der Inkognito-Modus nicht beim Geoblocking weiterhelfen kann, liegt auf der Hand. Aber als Kritik an VPNs hört man oft das Argument, dass man den Datenschutz gegenüber dem Internetdienstanbieter doch auch mit dem Inkognito-Modus erreichen könne. Das ist ein Irrglaube.
Wenn Sie ganz normal surfen, ist Ihr Verlauf beim Internetdienstanbieter ohne Weiteres einsehbar. Mit einem VPN ist das nicht mehr möglich, da Ihre wahre IP-Adresse verschleiert wird. Die Software leitet Ihren Traffic nämlich durch einen verschlüsselten Tunnel. Beim Inkognito-Modus wird der Verlauf zwar nicht mehr auf Ihrem eigenen Gerät gespeichert (was z. B. vor neugierigen Familienmitgliedern schützt), aber der Internetdienstanbieter, der WLAN-Betreiber oder Ihr Arbeitgeber können weiterhin jede aufgerufene Website sehen.
Warum VPNs aktuell so beliebt sind
In Deutschland, aber auch in Österreich und der Schweiz, ist die Sorge um die eigene Datensicherheit traditionell eher groß. So ist beispielsweise das Bargeld nach wie vor äußerst beliebt, da man sich davor fürchtet, zum „gläsernen Bürger" zu werden und seine Privatsphäre aufzugeben. In Zeiten geopolitischer Konflikte und zunehmender Cyberkriminalität wird vielen Menschen immer mehr bewusst, dass es durchaus Sinn macht, sich privat um die eigene Datensicherheit zu kümmern und solche Aufgaben nicht komplett an den Staat abzugeben.
Aber auch die wieder steigende Nachfrage nach Reisen hat die Nutzung von VPNs interessanter gemacht. Denn gerade im Urlaub wird einem oft schmerzlich bewusst, wie viele Inhalte tatsächlich vom Geoblocking betroffen sind. Wenn man beispielsweise wie jeden Sonntag entspannt den Tatort im ARD-Livestream schauen möchte, schaut man im nicht-europäischen Ausland schnell in die Röhre. Hier kann ein VPN kinderleicht Abhilfe schaffen, indem man einen deutschen Server auswählt und dessen IP-Adresse annimmt.
Ein weiterer wichtiger Grund, sich für eine Reise ein VPN anzuschaffen, ist die mangelhafte Sicherheit der meisten öffentlichen Hotspots. Mit ein wenig technischem Verständnis können Hacker relativ leicht an Ihre sensiblen Daten gelangen, wenn Sie ohne Schutz in einem öffentlichen WLAN am Flughafen oder im Hotel unterwegs sind. Eine gute VPN-Verbindung schiebt dem effektiv einen Riegel vor.
weiterführende Links:
→ Sicher im Netz unterwegs mit VPN: steuer-stopp.com
→ Geoblocking: Beseitigung der Hindernisse für den elektronischen Handel in der EU: consilium.europa.eu
→ Was ist Geoblocking?: bundesnetzagentur.de
Bildquelle: depositphotos.com










