Warum hat die Nutzung von VPN-Diensten in Deutschland in letzter Zeit zugenommen?

VPNs können eine praktische Hilfe im Alltag sein, da man damit unter anderem die Überwachung durch den Internetdienstanbieter verhindern kann. Zudem kann man dafür sorgen, dass die eigenen Daten geschützt bleiben und man kann das sogenannte Geoblocking umgehen, womit manche Inhalte hinter Ländergrenzen verborgen werden.

Bei der Auswahl eines geeigneten VPNs tun sich manche Nutzer immer noch schwer. Die Nutzung der Programme an sich ist kinderleicht, aber es gibt schon erhebliche Unterschiede bei den verschiedenen Anbietern bezüglich der Serverauswahl, der verfügbaren Protokolle und der Zusatzleistungen wie Antivirus-Software und Erkennung von Datenlecks. Die reine IP-Verschlüsselung kann oftmals auch von einem kostenlosen Dienst erledigt werden. Aber der Sicherheitsaspekt und die Frage nach der Verbindungsgeschwindigkeit sind schon wieder ein anderes Paar Schuhe.

Warum hat die Nutzung von VPN-Diensten in Deutschland in letzter Zeit zugenommen?
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Das Zeitalter des Streamings

Heutzutage hat fast jeder Deutscher bei mindestens einem Streaming-Anbieter einen Account. Allerdings haben die Kunden der Streaming-Anbieter auch keine unbegrenzte Zahlungsbereitschaft und wollen mit ihrem Geld das Maximale herausholen. Viele Nutzer teilen sich daher die Accounts oder nutzen einen VPN, um auch Serien und Filme anschauen zu können, die eigentlich in Deutschland nicht verfügbar sind.

Dazu muss man lediglich im VPN Deutschland als Serverstandort auswählen und schon sind die Inhalte, die eigentlich nicht in Deutschland verfügbar sind, für Sie sichtbar. Die Streaming-Anbieter wissen natürlich auch von VPNs, weshalb man nur noch mit den besten VPNs das Geoblocking effektiv umgehen kann.

VPN vs. Inkognito-Modus

Dass der Inkognito-Modus nicht beim Geoblocking weiterhelfen kann, liegt auf der Hand. Aber als Kritik von VPNs hört man oft das Argument, dass man zumindest den Datenschutz gegenüber dem Internetdienstanbieter doch auch mit dem Inkognito-Modus erreichen könne.

Wenn Sie ganz normal surfen, ist Ihr Verlauf beim Internetdienstanbieter ohne weiteres einsehbar. Mit einem VPN ist das nicht mehr möglich, da Ihre wahre IP-Adresse verschleiert wird. Die Software leitet Ihren Traffic nämlich durch einen verschlüsselten Tunnel. Beim Inkognito-Modus wird der Verlauf zwar nicht mehr auf dem eigenen Gerät gespeichert, aber der Internetdienstanbieter kann immer noch darauf zugreifen.

Warum VPNs aktuell so beliebt sind

In Deutschland ist die Sorge um die eigene Datensicherheit traditionell eher groß. So ist beispielsweise das Bargeld nach wie vor äußerst beliebt, da man sich davor fürchtet, zum „gläsernen Bürger" zu werden und seine Privatsphäre aufzugeben. In Zeiten geopolitischer Konflikte wird vielen Menschen immer mehr bewusst, dass es durchaus auch Sinn macht, sich privat um die eigene Datensicherheit zu kümmern und solche Aufgaben nicht komplett an den Staat abzugeben.

Aber auch die wieder steigende Nachfrage nach Reisen hat die Nutzung von VPNs interessanter gemacht. Denn gerade im Ausland wird einem oft schmerzlich bewusst, wie viele Inhalte tatsächlich vom Geoblocking betroffen sind. Wenn man beispielsweise wie jeden Sonntag entspannt den Tatort im ARD-Livestream schauen möchte, schaut man im Ausland in die Röhre. Hier kann ein VPN kinderleicht Abhilfe schaffen, indem man einen deutschen Server auswählt und dessen IP-Adresse annimmt. Ein weiterer Grund, sich für eine Reise einen VPN anzuschaffen, ist die schlechte Sicherheit der meisten öffentlichen Hotspots. Mit ein wenig technischem Verständnis kann man relativ leicht an Ihre Daten gelangen, wenn Sie ohne Schutz in einem öffentlichen WLAN-Hotspot unterwegs sind. Ein VPN kann das verhindern.

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