Anspruch auf Finderlohn?

Immer wieder verlieren Menschen etwas und hoffen darauf, dass sie es zurückbekommen. Das können ganz unterschiedliche Dinge sein: die Brieftasche, die Brille, Geld oder die geliebte Katze, die wegläuft. Diese Sachen, wie sie das bürgerliche Recht bezeichnet, werden im Gegenzug von anderen Menschen gefunden.

Anspruch auf Finderlohn?
Portemonnaie verloren

Wie verhält man sich in solchen Fällen richtig? Darf derjenige, der etwas findet es einfach behalten? Und muss der, der etwas verloren hat, dem ehrlichen Findern einen Finderlohn zahlen? Um es vorweg zu nehmen. Nein – der Finder darf die Sache nicht behalten und ja – ihm steht ein Finderlohn zu, wenn er sie dem Eigentümer zurückgibt oder dafür Sorge trägt, dass sie dem Eigentümer übergeben wird.

Die Rechtsgrundlagen in Deutschland dazu sind im BGB § 971 ff geregelt. Rechtlich gesehen ist eine Sache, die verloren gegangen ist, zwar besitzlos aber keineswegs hat ihr Eigentümer sein Recht an ihr verloren. Er kann zwar nicht mehr über sie verfügen, aber sie gehört nach wie vor ihm. Sie geht damit also auch nicht in das Eigentum desjenigen über, der sie findet und daher darf er sie nicht behalten. Aber ihm steht eine Belohnung in Form des Finderlohnes zu.

Die Höhe des Finderlohnes ist davon abhängig, wie viel die Fundsache selbst wert ist. Bei einem Wert bis 500,- € beträgt er 5% des Wertes, höchstens also 25,- €. Beträgt der Wert der Fundsache über 500,- €, so setzt sich der Finderlohn aus zwei Teilen zusammen: 25, – € plus 3% vom Betrag, der über die 500,- € hinausgeht. Für Tiere fällt ein Finderlohn in Höhe von 3% an. Manche Fundsachen haben vielleicht nur einen geringen materiellen Wert, sind dem Eigentümer aber sehr wichtig und haben nur einen ideellen Wert. In diesem Fall wird der Finderlohn nach billigen Ermessen festgelegt. Der Finder kann also keinen bestimmten Betrag verlangen. Für Fundsachen, die in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Behörden gefunden werden, besteht erst ab einem Wert von 50,- € ein Anspruch auf Finderlohn und das nur in Höhe von 50% des normalen Anspruchs.

Der Anspruch besteht dann nicht, wenn der Finder seinen Fund nicht anzeigt oder ihn auf Anfrage verschweigt. In diesen Fällen muss er unter Umständen sogar mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen. Wer etwas findet, der muss es also unverzüglich an den Eigentümer zurückgeben. Kennt er ihn nicht und gibt es auch in der Fundsache keine Hinweise, wem die Sache gehört, dann ist die zuständige Behörde zu informieren. Im Prinzip reicht diese Information aus, um seiner Pflicht gerecht zu werden. Es bietet sich allerdings in solchen Fällen an, dass die Fundsache der Behörde übergeben wird. Gleichzeitig kann diese auch beauftragt werden, im Namen des Finders den Finderlohn geltend zu machen. So spart man sich unter Umständen Ärger, wenn der Eigentümer sich weigert, den Finderlohn zu zahlen.

Für Fundsachen, die weniger als 10,-€ wert sind, besteht keine Anzeigepflicht.

Bildquelle: pixabay.com

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