Die Geschichte des Bitcoin

Der Bitcoin zählt zu den beliebtesten und bekanntesten Kryptowährungen, die derzeit auf dem Markt verfügbar sind. Blickt man auf seine Entstehung zurück fällt schnell der Name: Satoshi Nakamoto. Wer Satoshi Nakamoto war, wie er den Bitcoin erschaffen hat, wie seine ersten Jahre auf dem Markt verliefen, seine generelle Entwicklung über mehr als ein Jahrzehnt sowie die allgemeine Faszination am Bitcoin erläutert dieser Ratgeber.

Satoshi Nakamoto Erfinder des Bitcoin?

Im Jahr 2008 veröffentlichte der Japaner Satoshi Nakamoto ein Whitepaper über den Bitcoin. Die Geschichte der beliebten Kryptowährung begann jedoch viele Jahre vor Veröffentlichung dieses bekannten Whitepapers. In den 90er Jahren beschäftigte sich eine Gruppe Kryptographen, die sich selbst als "Cypherpunks" bezeichneten, mit dem Datenschutz im elektronischen Zeitalter. Ein, im Jahr 1993, veröffentlichtes Manifest beginnt mit den Worten des Mathematikers Eric Hughes, dass der Datenschutz für eine offene Gesellschaft notwendig ist. Bezogen war diese Aussage ursprünglich auf den Beginn des digitalen Zeitalters und damit verbunden dem Umgang mit Geld in Anlehnung an den Schutz persönlicher Transaktionsdaten.

ein Bitcoin steht in einem Haufen aus Bitcoins

Vor Etablierung des Internets war es möglich Transaktionen mit einem hohen Schutz persönlicher Daten von einen auf den anderen zu übertragen. Die gängige Zahlungsmethode war zu dieser Zeit das Bargeld. Mit steigender Digitalisierung wurden angebotene Bezahlmöglichkeiten jedoch zunehmend von Dritten überwacht. Ende der 90er Jahre wurde aus diesem Grund bereits mehrfach versucht eine Art Bitcoin zu entwickeln.

- Kryptograph David Chaum entwickelte beispielsweise das DigiCash-Prinzip.
- Während wenige Jahre später Adam Back die Hashcash-Technologie entwickelte. Eine Technologie auf die auch der Bitcoin aufbaut.

All diese Kryptowährungen waren zur damaligen Zeit jedoch reine Gedankenexperimente. Keins der angesprochenen Konzepte hat es bis zur Marktreife geschafft. Die Gründe dafür sind zwar rein spekulativ dürften jedoch der damaligen Infrastruktur geschuldet sein. Die Zeit von Kryptowährungen war noch nicht gekommen, denn ihre Notwendigkeit war noch nicht so präsent wie heute. Dennoch trägt jedes angesprochene Gedankenexperiment seinen Teil zur Entwicklung des Bitcoins bei. Satoshi Nakamoto erwähnt viele von ihnen in seinem Whitepaper.

Wer Satoshi Nakamoto wirklich ist, ist bis heute nicht bekannt. Es ist nicht bekannt, ob sich eine Frau oder ein Mann hinter diesem Namen verbirgt. Rein theoretisch ist es auch nicht ausgeschlossen, dass sich eine Gruppe hinter dem Namen Satoshi Nakamoto verbirgt. Im Laufe der letzten Jahre gab es immer wieder Spekulationen dazu, wer sich hinter der Person verbirgt. So wurde im Jahr 2014 der gebürtige Japaner und in Amerika lebende Dorian Nakamoto als Satoshi bezeichnet. Ein Jahr später behauptete Craig Wright unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto zu agieren. Beweise für seine Aussage konnte er jedoch nicht liefern. Viele Insider glauben, dass sich Hal Finney als Nakamoto tarnte. Der bereits verstorbene Programmierer hat viel an der Erschaffung des Bitcoins mitgearbeitet. Auch Nick Szabo wurde schon oft ins Spiel gebracht, wenn es darum geht Satoshi Nakamoto auf die Spur zu kommen. Er verfasste das Proof-of-Work-System, welches auch heute noch beim Bitcoin verwendet wird. Es keimen auch immer wieder Spekulationen darüber auf, dass sich hinter Sa(msung)toshi(ba) Naka(michi)moto(rola) eine Gruppe asiatischer Unternehmen verbirgt.

Die letzte bekannte Meldung seitens Satoshi Nakamoto erfolgte am 23. April des Jahres 2011 mit einer E-Mail an den Programmierer Mike Hearn. Er teilte ihm mit, dass er das Projekt nunmehr in guten Händen wisse. Die wahre Identität von Satoshi Nakamoto ist bis dato heute unbekannt. Was kein Problem darstellt, denn das gesamte Bitcoin-Projekt ist dezentralisiert aufgebaut. Jeder, der an der Verbesserung des Protokolls mitwirkt besitzt das gleiche Stimmrecht.

Der Entwicklungsprozess des Bitcoins

Betrachtet man die dem Bitcoin vorangestellten Gedankenexperimente stellt man sich berechtigter Weise die Frage, warum der Bitcoin so erfolgreich im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist. Um diese Frage zu beantworten muss man sich die finanzrechtliche Krise im Jahr 2008 vor Augen führen. Die gesamte Welt stand vor einem riesigen Finanzproblem, denn die amerikanische Bank Lehman Brothers stürzte ins Bodenlose. Anleger blieben Mittellos zurück. Die Arbeitslosenzahlen waren zu dieser Zeit unglaublich hoch, was zusätzlich zur Lehman Brother Krise auch dazu führte, dass Hypotheken und vergebene Kredite nicht mehr bedient werden konnten. Das Vertrauen in den gesamten Bankensektor sank einen bisher nicht dagewesenen Tiefpunkt. Es gründete sich die Unternehmung Occupy Wall Street und Bürger schärften ihr Bewusstsein dahingehend, dass ihr Geld nur sicher ist, wenn sie es selbst verwalten.

Zur gleichen Zeit registrierte eine unbekannte Person die Domain bitcoin.org. Cypherpunks und verschiedene Kryptographen erhielten über ihre Mailingliste das Whitepaper mit dem Titel: "Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System" von Satoshi Nakamoto. In diesem Whitepaper erläuterte er ein Zahlungssystem, das die Transaktion von Person zu Person, ohne "überwachende" Dritte wie beispielsweise Banken und Sparkassen, ermöglicht. Nach unzähligen Versuchen in den 90er Jahren gilt der Bitcoin als erste gelungene digitale Währung.

Des Bitcoins erste Jahre

Nachdem das Whitepaper zum Bitcoin verschickt und veröffentlicht wurde machten sich viele Menschen an die Arbeit. Viele Monate wurde programmiert, um das System hinter dem Bitcoin zu optimieren. Im Jahr 2009 war es dann endlich so weit. Der erste Block wurde am 03. Januar 2009 gemined. Die ersten 50 Bitcoins waren auf dem Markt. Blickt man zurück: Ein historisches Ereignis.

Speziell der erste Block hat etwas Magisches. Im sogenannten Genesis-Block, also der eigentlichen Blockchain, wurde der nachfolgende Text versteckt: "Kanzler am Rande der zweiten Rettungsaktion für Banken". Es handelt sich dabei um einen Text, den die britische Zeitung "The Times" zuvor titelte. Er gilt nach wie vor als Hinweis auf die Daseinsberechtigung des Bitcoins. Der Bitcoin als erster Kryptowährung sollte sicherstellen, dass die Welt nie wieder auf eine derart katastrophale Bankenkrise zusteuert.

Erste Transaktionen mit dem Bitcoin

Im Jahr 2009 verschickte Satoshi Nakamoto am 12. Januar 10 Bitcoins an Hal Finney. Diese Transaktion war nicht nur die erste Transaktion der Bitcoins, sondern ist als erste Zahlung von Person zu Person in die Geschichte eingegangen. Der unlängst im Jahr 2014 verstorbene Hal Finney war maßgeblich an der Programmierung des Bitcoin-Protokolls beteiligt und stand im regen Austausch mit Satoshi Nakamoto. Der erste Produktkauf, der mit Bitcoins bezahlt wurde, erfolgte rund ein Jahr später am 22. Mai des Jahres 2010. Zwei Pizzen für 10.000 Bitcoins kaufte der Amerikaner Laszlo Hanyecz.

In seinen Anfängen war der Bitcoin durch eine sehr langsame Wachstumsphase geprägt. Bis auf ein paar Computernerds sah niemand den Sinn des Bitcoins. Das Bewusstsein der Menschen konnte sich zur damaligen Zeit noch nicht vom physischen Geldgedanken lösen. Das sollte sich im Jahr 2010 schlagartig ändern. Der 18. Juli 2010 sollte zum historischen Tag für den Bitcoin werden. Es war der Tag, an welche der erste Austausch öffnete. Mt. Gox öffnet seine Türen. Zur damaligen Zeit lag der Wert des Bitcoins bei rund 6 Cent. Kein Vergleich zu seinem heutigen Wert. In den darauffolgenden Monaten und Jahren stieg der Preis an. Nach Mt. Gox stieg auch Bitstamp im Jahr 2011 in den Kryptohandel ein. Weitere Krypto Börsen und Krypto Broker folgten. Nach einem legendären Hack und einer Beute von schätzungsweise 750.000 Bitcoin, der Gegenwert betrug zu dieser Zeit rund 350 Millionen Dollar, verschwand Mt. Gox von der Bildfläche. Der Wert des Bitcoins sank daraufhin rapide. Es dauerte Jahre bis der Bitcoin sich von diesem Schock erholte.

Bitcoin im Jahr 2017: Technologischer Wandel bescherte Hype und Allzeithoch

Der Bitcoin-Wechselkurs erholte sich nach dem Hack der Börse Mt. Gox nur langsam. Im Jahr 2017 stieg der Kurs des Bitcoins jedoch plötzlich an und überstieg die 1.000 Dollar Marke. Die Community des Bitcoins brach mit ihrem Netzwerk, denn als weltweites Zahlungsmittel war der Bitcoin nicht gemacht. Im August 2017 teilte sich daher der Bitcoin in Bitcoin und Bitcoin Cash auf. Bitcoin Cash stand für größere Transaktionsblöcke.

Das Jahr 2017 war auch das Jahr, in dem die Öffentlichkeit vom Bestehen des Bitcoin erfuhr. Sein hoher Wert führte dazu, dass der Bitcoin in den medialen Fokus rückte. Mainstream-Medien publizierten und hypten den Bitcoin. Der Aktienkurs erreichte im Jahr 2017 ein historisches Hoch von mehr als 20.000 Dollar.

Fazit zur Geschichte des Bitcoin

Der Bitcoin ist eine echte Innovation. Seine Entstehungsgeschichte im Bereich der Geldanlage ist einzigartig. Wie Sie mehr über den Kauf von Bitcoin erfahren können gibt es im Netz. Im Vergleich zu allen anderen Währungen existiert der Bitcoin nicht als Schein oder Münze. Vielmehr handelt es sich beim Bitcoin um eine sehr abstrakte Recheneinheit, die gegen andere Währungen getauscht und an Börsen gehandelt werden kann. Die Steuerung erfolgt beim Bitcoin dezentral und nicht über eine Bank. Die Verwahrung erfolgt in einem Wallet. Frei von Inflation und unabhängig von Staaten und Notenbanken sind die Stärken des Bitcoins. Dennoch ist der Bitcoin tendenziell deutlich schwankungsanfälliger als andere Währugen.

Bildquelle: pixabay.com

 

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