Dispo, Ratenkauf oder Konsumentenkredit: Was lohnt sich bei Anschaffungen am ehesten?

Wie lassen sich Anschaffungen besonders gut finanzieren? Hin und wieder sind es nicht die geplanten Käufe, die anstehen, sondern die, die meist zu den schlechtesten Zeiten kommen. Dennoch hilft es nicht unbedingt, bis zum nächsten Gehalt zu warten oder den Kaufbetrag anzusparen, denn sind Kühlschrank oder Waschmaschine defekt, ist Eile geboten. Möglichkeiten rund um die Finanzierung gibt es mehrere. Doch wie sieht es mit den drei gängigen Optionen aus?

ein Haufen voller Euro-Geldscheinen
Wie lassen sich größere Anschaffungen am besten finanzieren? Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Bildquelle: @ Ibrahim Boran / Unsplash.com

Dispo: Flexibel, aber teuer

Der Dispo ist wohl die simpelste Lösung, denn er ist bereits auf vielen Konten eingeräumt. Beim Dispo handelt es sich um einen dauerhaft genehmigten Kredit, der fest mit dem Konto verbunden ist und schlichtweg eine gewisse Summe unterhalb der Nulllinie beschreibt. Genutzt wird er durch die schlichte Kontoüberziehung. Aber lohnt er sich für Anschaffungen? Ein Überblick:

  • Kosten – der Dispo ist im Vergleich teuer. Rund 10 Prozent Zinsen fallen durchschnittlich im Jahr für die Nutzung an, hinzu kommt die Bereitstellungsgebühr.
  • Konditionen – sofern der Disporahmen nicht überzogen wird, gibt es keine Rückzahlungskonditionen. Fakt ist, mit jedem Geldeingang wird auch der Dispo ganz oder teilweise zurückbezahlt. Je nach genutzter Höhe kann sich der Ausgleich hinziehen, zumal faktisch immer weniger Geld auf der Habenseite zur Verfügung steht.

Bei einer Anschaffung kann sich der Dispo durchaus als gute Alternative erweisen. Es kommt darauf an, wie weit er genutzt wird. Wer beispielsweise noch zwei Drittel der Anschaffungskosten für die Waschmaschine auf dem Konto hat und nur noch ein Drittel über den Dispo finanziert, der kann diesen Weg gehen. Vor allem dann, wenn der Dispo samt allen im nächsten Monat anstehenden Kosten ausgeglichen werden kann, sobald das Gehalt kommt. Die hohen Zinsen gelten für die Nutzungsdauer: Wer den Dispo beispielsweise zwanzig Tage nutzt, der zahlt die Kosten nur anteilig für die Summe und den Zeitraum. Wer hingegen das ganze Jahr über den Dispo nutzt, der zahlt entsprechend hohe Zinsen.

Ratenkauf

Der Ratenkauf wird von fast allen Händlern angeboten. Auch er kann sich als sinnvoll erweisen, es können aber auch Gründe dagegensprechen. Im Vergleich mit einer längeren Disponutzung ist der Ratenkauf beim Händler stets günstiger. Die Fakten:

  • Einfach – der Ratenkauf wird während des Kaufvorgangs ausgewählt. Meist muss er nur per Klick gewählt werden.
  • Konditionen – die bestimmt der Händler. Oft gibt es diesbezüglich keinen Spielraum, denn der Händler gibt die Konditionen vor. Je nach Geschäft ist es allerdings möglich, aus mehreren Laufzeiten eine passende Variante zu wählen. Doch: Längere Laufzeiten kommen mit höheren Kosten zum Kunden.

Bei einem Ratenkauf wird die Bonität des Kunden geprüft, doch selten so ausführlich, wie es bei Krediten der Fall ist. Dennoch sollten Verbraucher immer hingehen und die Konditionen mit Krediten vergleichen. Ratenkäufe sollten eher gebündelt in einem Shop stattfinden. Eine Streuung von Ratenkäufen birgt die Gefahr, dass die Gesamthöhe der Raten unterschätzt wird.

Diese Option lohnt sich, wenn nach einem schnellen und einfachen Weg für einzelne Anschaffungen gesucht wird. Eine Waschmaschine kann sich also für den Ratenkauf empfehlen, die neue Wohnzimmereinrichtung samt Geräten nicht.

Konsumentenkredite

Gerade in der Kreditlandschaft ist die Digitalisierung angekommen. Verbraucher können mit wenigen Klicks Kredite vergleichen, sich passend zusammenstellen und gar völlig digital bearbeitete Kredite wählen, die bereits nach 48 Stunden ausgezahlt sind. Aber was gilt für den Kredit?

  • Auswahl – im Internet gibt es meist Standardkredite. Sie sind in ihrer Höhe und der Laufzeit variabel, doch werden sie von den Banken schon in dieser Beziehung vorgegeben. Das macht den Vergleich natürlich einfach.
  • Konditionen – letztendlich hängen sie von der persönlichen Bonität ab, doch einen guten Überblick bieten die Kreditvergleiche über das repräsentative Beispiel und die Zinsspanne. Das konkrete Angebot erstellt der Kreditgeber, sobald er die notwendigen Unterlagen hat – welche heute einfach hochgeladen werden.

Ein Konsumentenkredit ist vielfach die günstigste Lösung. Allerdings hat er seine Schwächen bei sehr geringen Summen, denn die Vielzahl der Kredite beginnt bei mindestens 1.000 Euro. Für eine Waschmaschine zu einem Preis von 400,00 Euro eignet sich der Kredit also nicht – oder nur, wenn auch andere Anschaffungen anstehen oder vielleicht der Dispo mit der Restsumme ausgeglichen wird.

Alle Möglichkeiten in Betracht ziehen

Es ist aus der Ferne nicht möglich, zu einer Finanzierungsart zu raten oder von einer Variante abzuraten. Es kommt immer auf die folgenden Punkte an:

  • Benötigte Summe – welche Summe wird benötigt? Es ist wenig sinnvoll, die Summe zu erhöhen, nur um einen Kredit zu nutzen. Diese Option bietet sich dann an, wenn andere Verbindlichkeiten mit dem Überschuss abgelöst werden können.
  • Geplante Anschaffungen – für welche Produkte wird eine Finanzierung benötigt? Muss es schnell gehen, weil beispielsweise der Kühlschrank heizt, statt kühlt, so ist der Dispo sicher die schnellste und einfachste Lösung. Auch ein Ratenkauf bietet sich nun an.
  • Finanzielle Situation – sie ist natürlich maßgeblich entscheidend. Auch bei den modernen Konsumentenkrediten wird die finanzielle Situation des Antragsstellers überprüft. Wer sich in der Probezeit befindet oder einen befristeten Vertrag hat, der könnte bei der Kreditwahl Schwierigkeiten haben.

Ist ausreichend Zeit, so sollten die drei Varianten immer gegenübergestellt werden. Gerade die Ratenkäufe und Ratenkredite lassen sich gut miteinander vergleichen. Nicht selten hilft der Vergleich dabei, einen hübschen Betrag einzusparen.

ein Blick in die Küche
Kleinere Finanzierungen für die Waschmaschine oder einen neuen Herd stellen oft kein großes Problem dar. Bildquelle: @ Evy Prentice / Unsplash.com

Fazit – jede Situation hat eigene Lösungen

Dispokredite, Ratenkäufe und Konsumentenkredite bieten alle ihre Vorteile, wie auch ihre Nachteile. Es kann keinesfalls pauschal von der Nutzung des Dispo abgeraten werden, denn wer das Konto innerhalb weniger Wochen wieder vollständig ausgleichen kann, der zahlt auch keine allzu hohen Gebühren und ist gleichzeitig nicht an Raten gebunden. Eine längere Nutzung sollte dennoch vermieden werden. In diesen Fällen sind Ratenkäufe und auch Konsumentenkredite sinnvoller. Letztere eignen sich jedoch erst ab Anschaffungen von 1.000 Euro aufwärts. Für kleinere Summen sind nur wenige Kreditangebote vorhanden. Wer größere Anschaffungen oder Einkäufe bei mehreren Händlern plant, der wählt besser den Kredit, denn es ist immer leichter, eine einzelne Rate zu zahlen als mehrere Ratenkäufe bei verschiedenen Händlern zu bedienen.

 

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