E-Lkw: nachhaltige Technik für den nationalen und internationalen Güterverkehr
Noch immer wird ein erheblicher Teil des Güterverkehrs in DeutschlandDeutschland liegt im Herzen Europas und ist mit über 84 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der EU. Die Hauptstadt Berlin ist ein Zentrum für Kultur und Politik. Als führende Industrienation ist Deutschland weltweit für Automobilbau und Maschinenbau bekannt. Geografisch reicht es von der Nord- und Ostsee bis zu den Alpen. auf den Straßen abgewickelt. Lkw sind rund um die Uhr unterwegs, um Waren von A nach B zu bringen und reibungslose Abläufe zu sichern. Dabei schwingen stets auch Diskussionen um die Umweltbelastung mit, die sich durch den klassischen Güterverkehr ergibt. Allerdings wird genau dieser immer nachhaltiger und umweltfreundlicher. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten E-Lkw, die von immer mehr Speditionen eingesetzt werden. Elektro-Lkw halten in immer mehr Unternehmen Einzug und werden längst nicht mehr nur auf kurzen Strecken eingesetzt. Dank Reichweiten von mehreren hundert Kilometern nimmt ihre Präsenz auf den Straßen unaufhaltsam zu.
Steigende Umweltauflagen machen E-Lkw zum wichtigen Bestandteil des Güterverkehrs
Die Zahl der Speditionen, die auf E-Lkw umrüsten, nimmt unaufhaltsam zu. Immer mehr Unternehmen vertrauen auf die batteriebetriebenen Lastkraftwagen. Vor allem in den letzten Jahren hat die Technologie der E-Lkw beeindruckende Sprünge gemacht. Höhere Reichweiten, mehr Zuverlässigkeit und bessere Konditionen sorgen dafür, dass die Elektro-Brummis wirklich zu einer attraktiveren Lösung für viele Logistikunternehmen geworden sind.
Doch so neu und innovativ, wie die Technik gern präsentiert wird, ist sie beim genauen Hinsehen gar nicht. Tatsächlich wurde der erste E-Lkw bereits 1923 vorgestellt. Damals war an ihren täglichen Einsatz auf den Straßen aber natürlich bisher nicht zu denken. In Deutschland feierten die E-Brummis schließlich im Jahr 2019, also beinahe 100 Jahre später, ihre Premiere. Zunächst wurde die Technologie hierzulande nur auf wenigen Teststrecken eingesetzt. Durch die stetige Weiterentwicklung der Technologie und die damit einhergehenden höheren Reichweiten haben sich die E-Lkw aber doch relativ schnell in vielen Unternehmen etabliert.

Förderung stärkt Wachstum der E-Lkw-Flotte in Deutschland
Elektromobilität gilt als Technologie der Zukunft. In Deutschland entwickelte sich ihre Präsenz auf den Straßen aber bislang eher verhalten. Um diese zu beschleunigen, wurde von der Bundesregierung ein Förderprogramm auf den Weg gebracht, das den Ausbau der Elektromobilität stützen soll. Das nach KsNI-Richtlinie auf den Weg gebrachte Förderprogramm soll dafür sorgen, dass die Treibhausgasemissionen in der Bundesrepublik weiter reduziert werden, indem im Straßengüterverkehr alternative Antriebe und Kraftstoffe verstärkt Einsatz finden.
Die neuen Subventionen haben bereits erste Effekte gezeigt. Waren 2021 noch 32.210 E-Lkw unterwegs, hat sich die Zahl bis 2023 schon verdoppelt. Zu dieser Zeit fuhren schließlich 60.803 Lastkraftwagen elektrisch.
E-Lkw stärken Nachhaltigkeit des Straßengüterverkehrs
Auch wenn viele Speditionen noch zögerlich reagieren, ist unumstritten, dass E-Lkw für die Zukunft des Straßengüterverkehrs in Deutschland essenziell sind. So ist die Menge der durch sie produzierten Abgase im direkten Vergleich zu denen der Diesel-Lkw deutlich geringer. Das hat positive Effekte auf die Luftqualität. Damit minimiert sich die Umweltbelastung und die Emissionen nehmen deutlich ab. All das hat wiederum positive Effekte auf den Transportsektor. Gleichzeitig nimmt aber die weiter vorhandene Abhängigkeit zu fossilen Brennstoffen erheblich ab.
Speditionen reagieren oft noch zögerlich
Dass auch im Straßengüterverkehr die Zukunft elektrisch sein wird, mag unumstritten sein. Trotzdem reagieren viele Unternehmen verhalten, wenn es um die Investitionen in die eigene E-Flotte geht. Die Argumente, die für die Betriebe gegen die E-Lkw sprechen, sind oft ein Trugschluss. Ein Punkt, der Skepsis bei den Unternehmen auslöst, sind die Anschaffungskosten. Hier haben die Weiterentwicklungen der vergangenen Jahre bereits erste Früchte getragen. Tatsächlich sind die Elektro-Lkw heute oftmals deutlich günstiger als auf breiter Linie angenommen wird. Abhängig von Ausstattung, Technik und Hersteller bewegen sich die Kosten der auf dem Markt erhältlichen E-Lkw zwischen 150.000 und 300.000 Euro.
Durch diese Preisentwicklung dürfte ihre Attraktivität noch einmal deutlich zulegen. Schon jetzt gehen Experten davon aus, dass Elektro-Brummis 2035 einen Großteil der Neuzulassungen im Güterverkehr ausmachen werden. Ihr Anteil wird dann auf rund 70 Prozent geschätzt.
Hersteller arbeiten unaufhaltsam am Reichweitenausbau
Ein Punkt, auf den viele Spediteure in der Vergangenheit mit Blick auf den Umstieg auf die E-Lkw eher zögerlich reagiert haben, war die Reichweite. Nicht ohne Grund. Tatsächlich handelte es sich bei dieser lange um eine der größten Schwachstellen. Die großen Batterien, die bislang für die elektrischen Brummis auf dem Markt verfügbar sind, können nur Energie für durchschnittlich 300 Kilometer speichern. Gerade im Fernverkehr ist damit ein zuverlässiger Einsatz kaum möglich, da es auch noch an Ladestrukturen fehlt. Doch die Hersteller arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung der Batterietechnologie, sodass die jüngsten Ankündigungen aufhorchen lassen. So wird davon ausgegangen, dass die Brummis mittelfristig eine Reichweite von 600 bis 800 Kilometern haben werden. Damit kommen sie für viele Strecken in der Bundesrepublik infrage. Zudem scheint dies noch nicht das Ende der Fahnenstange zu sein. So befinden sich Batterien in der Entwicklung, die sogar eine Strecke von 1.000 Kilometern abspulen können.
Laden bleibt eine der großen Herausforderungen
Der zögerliche Siegeszug der E-Lkw ist vor allem der in Deutschland nur mangelhaften Ladeinfrastruktur geschuldet. Noch immer sind Ladestationen nicht überall vorhanden und das Aufladen selbst dauert deutlich länger als das normale Tanken. Viele Speditionen setzen die E-Lkw daher im Nahverkehr ein, wo das Aufladen durch eigene Ladestationen sichergestellt wird. In der Regel werden die Brummis dann am Hauptstandort geladen. In den kommenden Jahren soll sich die Ladestruktur zudem weiter verbessern, sodass das Aufladen unterwegs gefördert wird.
Das Laden am eigenen Standort – auch Depotladen genannt – bietet für viele Logistikunternehmen eine praktikable und skalierbare Lösung. Welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen und welche Vorteile das Modell mit sich bringt, erläutert IO-Dynamics im Beitrag „Depotladen: Elektro-LKW effizient im Fuhrpark laden".
Bildquelle: depositphotos.com











