Impfpflicht Schule und Kindergarten

Innerhalb der letzten Jahre mussten wir uns zwangsläufig immer wieder mit diversen Impfungen beschäftigen. Eine davon ist die gegen Masern. Zwar haben wir die Ausbreitung des Virus inzwischen relativ gut unter Kontrolle, doch um diesen Zustand zu erhalten, sind auch weiterhin Impfungen notwendig. Gerade in Bereichen mit größeren Menschenansammlungen besteht die Gefahr einer Ansteckung und Ausbreitung, denn der Virus ist hochansteckend.

Impfpflicht seit 2020 in Kindergärten und Schulen

Um ein Virus auszurotten, ist eine sogenannte Herdenimmunität erforderlich. Sie wird erreicht, wenn circa 95 Prozent der Bevölkerung in Deutschland dagegen geimpft ist. Auf diesem Weg können wir auch jene schützen, die eine Impfung nicht in Anspruch nehmen können.

eine Frau wird geimpft
Bildquelle: depositphotos.com

Da sich binnen der vergangenen Jahre die Fälle der Masern wieder mehren, wurde von der Regierung Deutschlands eine Impfpflicht für Masern eingeführt. Sie gilt seit dem 1. März 2020 und vor allem für Kinder, die zur Schule gehen oder den Kindergarten besuchen und die dort beschäftigten Betreuer. Somit gilt die Pflicht innerhalb von allen Gemeinschaftseinrichtungen, die überwiegend von Minderjährigen genutzt und in denen sie betreut werden.

Neben privaten und öffentlichen Kindergärten und Schulen werden auch Horte, Ferienlager und Kinderheime in die Pflicht genommen.

Gibt es Ausnahmen von der Pflicht?

Das Gesetz umfasst ebenso eine Sonderregelung, die einige Ausnahmen beinhaltet. Mit dazu gehören vor allem Personen, die vor 1970 geboren wurden.

Daneben gibt es die Bestimmung, dass sich gewisse Personengruppen nicht impfen lassen müssen. Dies liegt dann vor, wenn

  • der Betroffene bereits eine Maserninfektion überstanden hat und somit immunisiert ist
  • die Impfung aus gesundheitlichen Gründen für den Betroffenen nicht empfehlenswert ist und kontraindiziert

In beiden Fällen genügt eine schriftliche Bescheinigung des Hausarztes. Andernfalls wird von jedem ein entsprechender Immunitätsausweis verlangt. Kann dieser nicht vorgelegt werden, muss seitens der Einrichtung das Gesundheitsamt hierüber in Kenntnis gesetzt werden.

Zudem gab es eine sogenannte Übergangsfrist. Diese galt für alle Arbeitnehmer und Kinder, die schon vor dem Inkrafttreten der Impfpflicht in der Schule oder Kindertagesstätte gewesen sind. Sie müssen erst seit dem 1. August 2022 einen Immunitätsausweis in Deutschland vorlegen und konnten bis dahin die Einrichtung auch ohne betreten.

Warum eine Masernimpfung sinnvoll ist

Neben der bereits erwähnten Herdenimmunität zur Ausrottung des Virus gibt es noch andere Gründe, die eine Impfung sinnvoll machen. Diese sind:

  • Entwicklung von Spätfolgen wird vermieden: So entsteht möglicherweise Jahre nach einer Infektion eine Gehirnhautentzündung, die tödlich endet. Daneben legt eine Infektion mit Masern einen Grundstein im Körper, der andere Infektionen verursachen kann. Mit dazu gehören vielerlei bakterielle Entzündungen wie Durchfall oder eine Mittelohrentzündung. Viele dieser Krankheiten sind auf eine vorangegangene Maserninfektion zurückzuführen. Teilweise reichen die Folgen sogar bis ins Erwachsenenalter.
  • Infektion mit Masern wird vermieden: Masern verursachen zahlreiche Symptome wie Fieberschübe und die Herabsetzung der Immunabwehr, was bei Kindern einen fatalen Verlauf bedeuten kann.

Wie wir sehen, besitzen Masern die Fähigkeit, auch nach ihrer Genesung noch gesundheitliche Probleme zu verursachen. Allein dies rechtfertigt die Impfung unserer Kinder, denn auf diesem Weg sind sie geschützt.

Eine Impfung hat jedoch auch Nachteile, auch wenn diese sehr geringfügig ausfallen:

  • Impfreaktionen: Generell ist es so, dass die Impfung im Allgemeinen gut vertragen wird. In einzelnen Fällen kommt es jedoch zu kleineren Impfreaktionen, die sich in Form eines Hautausschlages oder leichtem Fieber zeigen. Diese sogenannten Impfmasern sind sehr viel milder und hinterlassen in der Regel keinerlei Folgen.

Der beste Impfzeitpunkt befindet sich übrigens zwischen dem vollendeten 11. und 14. Lebensmonat. Spätestens sollte die Impfung bis zum zweiten Lebensjahr durchgeführt werden. Bei der Impfung wird ein Lebendimpfstoff injiziert, der mit einer abgeschwächten Form des Lebendvirus versehen ist. Die Injektion erfolgt in den Muskel. In vielen Fällen wird gleichzeitig auch eine Impfung gegen andere Kinderkrankheiten wie Mumps und Röteln vorgenommen.

Welche rechtlichen Folgen gibt es bei Nichtbeachtung?

Wer sich gegen die Impfung wehrt oder sie komplett verweigert, muss mit rechtlichen Folgen rechnen. Eingeschlossen werden hierbei nicht nur die Eltern, die ihre Kinder nicht mittels Impfung schützen. Ferner werden auch Betreuer, die sich nicht impfen lassen, rechtlich belangt.

Grundsätzlich wird hierbei eine Strafe in Höhe von bis zu 2.500 Euro verhängt. Eingeschlossen werden dabei die folgenden Vergehen:

  • Impfnachweis oder Nachweis einer Immunisierung gegen Masern fehlt, ist fehlerhaft oder unrichtig
  • wenn eine Person unzulässig beschäftigt wird, die keinen Nachweis besitzt
  • wenn den Behörden das Fehlen eines Nachweises nicht gemeldet wurde
  • wenn die betroffene Person die Einrichtung trotz Untersagung aufgrund eines fehlenden Nachweises betritt

Dementsprechend sind betreuende Einrichtungen grundsätzlich dazu verpflichtet, sowohl Kindern als auch Betreuern ohne Nachweis den Zutritt zu verweigern. Kommen sie dieser Pflicht nicht nach, ist nicht nur derjenige ohne Impfnachweis von einer Strafe betroffen, sondern auch die Verantwortlichen der Einrichtung selbst.

Laut verschiedener Nachrichtenportale gibt es kaum Probleme mit der Impfpflicht.

Gibt es so etwas wie eine Zwangsimpfung?

Generell wird niemand dazu gezwungen, eine Impfung an sich selbst oder seinem Kind vornehmen zu lassen. In gleichem Zug ergibt sich daraus jedoch der Nachteil, dass eine entsprechende Einrichtung von jener Person nicht mehr betreten werden darf. Ganz gleich, ob Kind oder Betreuer.

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