Kurzatmigkeit bei Anstrengungen: Woher kommt das und wie kann man es wieder loswerden?

Nicht nur bei sportlichen Aktivitäten, sondern selbst bei einfachen Anstrengungen wie dem Treppensteigen kann es zu einem Gefühl der Kurzatmigkeit kommen. Dabei empfindet jeder diesen Zustand sehr individuell, auch wenn alle Betroffenen es mit Gefühl beschreiben, bei dem man kaum atmen kann. Medizinisch spricht man hier von einer Belastungsdyspnoe.

eine Frau atmet tief durch
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Wir möchten in unserem nachfolgenden Beitrag auf die Ursachen einer solchen Kurzatmigkeit eingehen und Wege aufzeigen, besser damit umzugehen.

Nicht nur beim ersten Auftreten ist Kurzatmigkeit besonders besorgniserregend

Vielfach kommt es zu einer Kurzatmigkeit bei Tätigkeiten und in Situationen, an die man nicht gewöhnt ist. Wenn Sie nie Treppensteigen und es fällt einmal der Aufzug aus, müssen Sie dies unter Umständen jedoch tun. Hierbei kann es dann zu einem Gefühl des kaum Luftkriegens kommen.

Selbst wenn Sie versuchen, von der normalen Nasenatmung auf die Mundatmung umzusteigen, fühlt es sich immer noch so an, als bekämen Sie nicht ausreichend Luft in die Lungen. Ihr Atem wird flacher und Sie fangen automatisch an, schneller zu atmen, um mehr Sauerstoff in Ihre Lungen zu pumpen.

Die Ursachen: Wie kann es zu einer solchen Kurzatmigkeit kommen?

Die Ursachen für eine anstrengungsbedingte Kurzatmigkeit sind sehr vielfältig und können sowohl leichte als auch schwerwiegende Hintergründe haben.

Im einfachsten Fall handelt es sich lediglich um schlechte Umweltbedingungen wie Smog oder einen schlecht belüfteten Raum. Vielleicht befinden Sie sich auch in großer Höhe, wo der Sauerstoffgehalt der Luft niedriger ist.  Im schlimmsten Fall kann es eine Nierenerkrankung oder auch Asthma sein. Hier sind noch weitere mögliche Ursachen:

  • Infektion mit dem Coronavirus, COPD oder eine andere chronische Lungenkrankheit
  • allgemeine schlechte körperliche Konstitution z. B. durch Fettleibigkeit
  • Lungenentzündung
  • Erkrankung der Leber
  • Schwangerschaft

Umweltbedingungen sind eine häufige Ursache

Vielfach sind einfach schlechte Umweltbedingungen die Ursache für eine Kurzatmigkeit. Die Luft könnte belastet sein, Sie könnten einen zu schnellen Temperaturwechsel zwischen Innen und Außen erleben oder bei starker Ozonbelastung draußen trainieren.

Panikattacken und großer Stress sind ebenfalls mögliche Auslöser

Immer mehr Menschen fühlen sich gestresst oder erleben Panikattacken. Beides kann ein Auslöser für Kurzatmigkeit sein. Durch eine Behandlung des zugrundeliegenden Problems werden auch die Phasen des Schlecht-Luft-Bekommens aufhören.

Tritt eine Atemnot sehr plötzlich und besonders unerwartet auf, handelt es sich möglicherweise um einen Notfall

Können Sie keinen direkten Zusammenhang zwischen der Atemnot und körperlicher Anstrengung oder einer bewusst wahrgenommenen Panikattacke feststellen, kann es sich um einen echten Notfall handeln. Möglicherweise leiden Sie unter den Folgen einer Kohlenmonoxidvergiftung, haben einen Herzinfarkt, zu niedrigen Blutdruck oder eine Lungenembolie.

Mögliche Sofortmaßnahmen, die Sie selbst durchführen können

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, um selbst gegen eine Kurzatmigkeit vorzugehen – vorausgesetzt natürlich, es handelt sich nicht um einen der vorgenannten Notfälle. Hier die fünf besten Maßnahmen:

1. Die Lippenbremse

Um verbrauchte Luft aus den Lungen zu pumpen und so mehr sauerstoffreiche Luft aufnehmen zu können, empfiehlt sich die Anwendung der Lippenbremse. Hierbei schürzen Sie Ihre Lippen und blähen die Wangen auf. Nun atmen Sie sehr bewusst und so lange es irgend möglich ist aus. Atmen Sie anschließend tief durch die Nase ein und wiederholen Sie den Vorgang mehrfach. Dabei sollten die Phasen des Ausatmens stets deutlich länger dauern, als das Einatmen.

2. Entspanntes Sitzen

Setzen Sie sich auf einen Stuhl, eine Bank oder auch Treppenstufen. Versuchen Sie sich dabei bestmöglich zu entspannen. Halten Sie die Füße flach auf dem Boden und lehnen Sie sich so weit vor, dass Sie Ihre Ellbogen auf den Knien abstützen können. Nehmen Sie ihr Kinn in die Hände und lassen Sie die Schultern hängen. Dadurch bekommen Ihre Lungen mehr Platz zum Ausdehnen im Brustraum und das Atmen sollte leichter fallen.

3. Angelehntes Stehen

Lehnen Sie sich an eine Wand oder einen Baum, mit der Hüfte angelehnt und schulterbreit auseinander gestellten Füßen. Beugen Sie sich leicht vor und legen Sie die Hände locker auf die Oberschenkel oder lassen Sie sie locker baumeln. Das entspannt zudem die Schulterpartie. Auch diese Position gibt den Lungen mehr Raum und macht das Atmen angenehmer.

4. Verwenden Sie entsprechende Medikamente

Sollte die Kurzatmigkeit öfter bei Ihnen auftreten, empfiehlt sich die ständige Mitnahme eines Notfallmedikamentes wie dem Asthmaspray Salbutamol. Der Wirkstoff hilft Ihnen augenblicklich und ermöglicht ein besseres Atmen.

5. Atmen Sie über das Zwerchfell

Anstatt über den Brustkorb zu atmen, kann das Atmen über das Zwerchfell eine deutliche Linderung bei Kurzatmigkeit herbeiführen. Setzen Sie sich dazu auf einen Stuhl und entspannen Sie Schulter- und Nackenbereich. Legen Sie eine Hand auf den Bauch und eine auf die Brust und atmen Sie ganz bewusst durch die Nase und über den Bauch ein.

Achten Sie dabei auf Ihre Hände. Während sich die Hand auf der Brust nicht bewegen sollte, sollten Sie eine Auf- und Abwärtsbewegung der Hand auf dem Bauch wahrnehmen. Kombinieren Sie diese Haltung mit der Lippenbremse für noch größere Effizienz.

Langfristig gesehen hilft auch die Umstellung bestimmter (schlechter) Gewohnheiten

Gerade viele sogenannte schlechte Gewohnheiten oder Umstände sind Ursachen für Kurzatmigkeit. Aber auch Umweltbedingungen können unter Umständen gemieden werden, wenn diese für die Kurzatmigkeit verantwortlich sind. Hier einige wichtige Tipps:

  1. Stoppen Sie mit dem Rauchen, da einerseits der Rauch an sich bereits ein Auslöser sein kann und andererseits natürlich Ihre Lungen durch das Rauchen langfristig geschädigt werden.
  2. Kontrollieren Sie Ihr Gewicht, da Übergewichtigkeit ein häufiger Grund für Kurzatmigkeit ist. Einerseits drückt das Körpergewicht auf die Lungen und anderseits benötigt der Körper einfach mehr Sauerstoff.
  3. Sorgen Sie insgesamt für einen gesunden Lebenswandel. Ernähren Sie sich gesund, bewegen Sie sich regelmäßig, schlafen Sie ausreichend und vermeiden Sie übermäßigen Alkohol- und Drogenkonsum.
  4. Vermeiden Sie, soweit es geht, Umweltbedingungen, die Ihnen Probleme bereiten. Tage mit hoher Pollenbelastung, Smog, Umweltgiften in der Luft oder andere bekannte Allergene sollten gemieden werden. Auch das Reisen in große Höhen sollten Sie unterlassen.

Fazit

Kurzatmigkeit kann sehr viele Ursachen haben. Manche davon sind kurzfristiger Natur und kein Grund zur Sorge, andere hingegen sind sehr nachhaltig und teilweise gefährlich. Je nach Ursache stehen verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung, die man auch Zu Hause durchführen kann. Oft hilft bereits eine ausreichende Entspannung, in anderen Fällen sollte ein Notfallinhalator verwenden werden. Können Sie keine wirklichen Gründe für Ihre Kurzatmigkeit erkennen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser kann sich durch ein Röntgenbild, einen CT-Scan oder Lungenfunktionsuntersuchungen ein genaueres und gründlicheres Bild verschaffen und mögliche Behandlungsmaßnahmen einleiten.

 

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