Kaufen oder leasen – was bietet sich wann an?

letzte Aktualisierung am 31. August 2020 von der Redaktion

Ob im eigenen Unternehmen oder im Privathaushalt: Immer wieder kommt es zu Situationen, in denen die Anschaffung neuer Geräte erforderlich wird. Leider gehen die besten Produkte auch mit hohen Anschaffungskosten einher. Dann stellt sich die Frage nach der Art der Bezahlung.

Wer sich mit der modernsten Technik ausstatten möchte, aber nicht genug Geld für einen sofortigen Kauf besitzt (oder ausgeben möchte), braucht einen Plan zur Finanzierung. Auf den ersten Blick gibt es zwei Möglichkeiten, um die Anschaffungskosten für ein teures Investitionsgut über einen längeren Zeitraum zu verteilen: per Online-Kredit oder im Rahmen eines Leasings.

ein Taschenrechner und ein Stift liegen auf einem Antrag
Verschiedene Angebote müssen genau abgewogen werden, bevor es zu einer Entscheidung kommt

Nicht immer sind beide Varianten möglich und sinnvoll. Hier kommt es auf mehrere Faktoren an. Die Höhe des Kaufpreises des favorisierten Kaufobjektes und dessen Wertentwicklung sind wichtige Größen, die bekannt sein sollten.

 

Wer über geringe monatliche Einnahmen verfügt oder kein regelmäßiges Einkommen vorweisen kann, der kommt in der Regel weder für einen Leasingvertrag infrage, noch für einen Kredit.

Die ausreichende Bonität ist entscheidend und wird in diesem Artikel zunächst einmal vorausgesetzt, denn ohne die erforderliche Kreditwürdigkeit, wird einem weder ein Kredit noch ein Leasing gewährt.

So funktioniert das Leasing

Das Leasing ist kein Kauf im klassischen Sinne. Beim Leasing mietet der Leasingnehmer ein Objekt (z.B. ein Auto) und dieses geht in seinen Besitz aber nicht in sein Eigentum über. Rechtlich gesehen bleibt der Leasinggeber weiterhin der Eigentümer. Für die Überlassung der Nutzungsrechte zahlt der Leasingnehmer dem Leasinggeber in der Regel eine monatliche Rate.

Gerade bei teuren Gütern bietet sich der Leasing-Vertrag an. Der Leasingnehmer erhält in der Regel ein neuwertiges Gerät und muss während der Laufzeit kumuliert weniger zahlen, als die Anschaffungskosten wären.

Die grundlegenden Voraussetzungen betreffen Unternehmer wie Privatpersonen. Beide müssen ein geregeltes Einkommen nachweisen. Wer einen Bürgen hat, sollte diesen an der Stelle einsetzen. Das Hinterlegen von Sicherheiten oder das Akzeptieren einer Einmalzahlung zu Beginn kann ebenfalls die Chance erhöhen, einen Leasing-Vertrag mit guten Konditionen zu erhalten.

So läuft die Anschaffung mittels eines Kredites ab

Kredit- und Leasingvertrag unterscheiden sich zwar deutlich voneinander, die grundsätzliche Idee der Bank sieht aber auf den ersten Blick ähnlich aus. Tatsächlich ist der Kreditnehmer noch nicht vollständiger Eigentümer einer Sache, sofern er den Kredit noch nicht vollständig getilgt hat. Das gilt aber nur dann, wenn der erworbene Gegenstand im Rahmen einer Sicherheitsübereignung zunächst im Eigentum der Bank verbleibt. Viele Banken setzen auf diese Methode, da sie im Zweifel das angeschaffte Gut verkaufen können, um die Kosten durch einen ausgefallenen Schuldner aufzufangen. Wer der Übertragung von Sicherheiten zustimmt, erhöht seine Chancen auf einen Kredit zu guten Konditionen. Die Bank darf aber auch nicht übermäßig Sicherheiten verlangen.

Die Alternative wäre ein reiner Konsumentenkredit, der vom Aufnehmenden frei eingesetzt werden kann. Hierfür sind die Bedingungen aber in der Regel deutlich strenger. Als ein solcher, finanzieller „Lückenstopfer“ bieten sich höchsten Kleinkredite an, da die entstehenden Raten überschaubarer sind, als bei einer großen Investition. Die Zeit bis zur nächsten, sicher eintreffenden Gehaltszahlung kann z.B. damit überbrückt werden.

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Welche Variante sollte wann zum Einsatz kommen?

Wenn es um den Kauf von Investitionsobjekten geht, die über einen Zeitraum von wenigen Jahren genutzt werden sollen und zudem einem starken Wertverlust unterliegen, dann ist das Leasing sehr interessant. Am Ende der Leasingdauer muss der geleaste Gegenstand nicht übernommen werden. Dadurch sind die insgesamten Kosten geringer als bei einem Kauf – allerdings hat man natürlich auch kein Eigentum erworben.

Gerade beim Leasing von Autos kommt häufig vorteilhaft hinzu, dass Reparatur- und Werkstattkosten in der monatlich zu entrichtenden Rate bereits enthalten sind. Ohnehin ist die Anfälligkeit von Neuwagen nicht so hoch, sodass es zu weniger Ausfällen kommen kann, als bei einem älteren Gebrauchtwagen. Bei einem Kauf (ob per Kredit oder aus eigenen Mitteln) stünde man bei einem größeren Schaden schnell schlecht da, weil man immer noch die Raten entrichten muss und das angeschaffte Objekt fast seinem gesamten Wert eingebüßt hat und – im schlimmsten Fall – auch noch nach einer Alternative gesucht werden muss.

Kredite bieten sich daher bei Investitionsgütern an, die lange eingesetzt werden können und / oder einem langsameren Wertverfall unterliegen. Ein neuer Computer unterliegt nicht so einem hohen Risiko, wie ein Wagen, der täglich durch den Straßenverkehr manövriert wird. Natürlich kann aber auch ein Computer kaputt gehen und unterliegt vermutlich einem hohen Wertverfall. Hier muss schlichtweg abgewogen werden, wie groß das Risiko ist und wie sinnvoll es sein könnte, dass der Gegenstand danach im eigenen Besitz verbleibt.

Seinen Computer möchte man vielleicht nicht so gerne zurückgeben, weil alle Passwörter darauf gespeichert, alle Urlaubsfotos archiviert und zudem auch wichtige Dokumente darauf abgelegt sind. Zu seiner Kaffeemaschine hat man vielleicht eine geringere emotionale Bindung, sodass ein solcher Gegenstand auch gut geleast werden und am Ende der Nutzungsdauer durch einen neuen ersetzt werden kann.

Es sollte immer bedacht werden, dass die Anschaffung per Kredit in der Regel etwas mehr Risiken birgt, als ein Leasing-Vertrag. Geht der Gegenstand kaputt, muss er entweder teuer repariert oder ersetzt werden, während in Leasing-Vereinbarungen meist eine bessere Regelung für diesen Fall getroffen wurde. Allerdings hat man am Ende der Laufzeit bei einem Leasing-Vertrag auch nichts „in der Hand“, während der per Kredit erworbene Gegenstand so lange man will weitergenutzt oder sogar veräußert werden kann.

Bildquelle: pixabay.com

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