Online-Kredite: Die moderne Art der Finanzierung?

Mit dem Siegeszug der Digitalisierung hat das Internet in immer mehr Bereichen unseres alltäglichen Lebens seinen Platz gesichert, sodass es heute kaum noch mehr wegzudenken ist. Es ermöglicht uns unkompliziert und flexibel Produkte aus aller Welt zu bestellen, Nachrichten in Sekundenschnelle abzurufen und topaktuelle Serien zu konsumieren. So kam es, dass das Internet in den letzten Jahrzehnten nahezu jeden Wirtschaftsbereich durchdrungen hat – alleinig die Kreditinstitute wollten ihre Vormachtstellung im Bereich Finanzierung nicht kampflos aufgeben. Doch wie sieht es heute aus? Befinden sich Online-Kredite noch in ihren Kinderschuhen oder bekommt man online mittlerweile bessere Kreditkonditionen als in einer Bankfiliale?

Was ist ein Online-Kredit?

Doch bevor wir ins Detail gehen: Was ist ein Online-Kredit überhaupt? Als Online-Kredit wird jede Form des klassischen Ratenkredits verstanden. Der Unterschied zu den herkömmlichen Ratenkrediten ist jedoch, dass der Online-Kredit nicht in einer Bankfiliale verhandelt, sondern vor dem heimischen Rechner im Internet abgeschlossen wird. Die grundlegenden Unterschiede zu den üblichen Filialkrediten sind vor allem die im World Wide Web anzutreffenden günstigen Kreditkonditionen sowie eine merkbar schnellere Antrags- und Kreditwürdigkeitsprüfung.

Damit der potenzielle Kreditnehmer an seinen Online-Kredit kommen kann, muss er jedoch auch im Internet einen Kreditantrag ausfüllen. Hier fällt auf, dass dieser sich kaum von den standardisierten Anträgen in den Bankfilialen unterscheidet. Dies ist jedoch nicht allzu verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Kreditanträge einer Vielzahl von bestimmten gesetzlichen Anforderungen standhalten müssen und kaum bis wenig Handlungsspielraum für die Besonderheiten der eigenen Kreditgesellschaft zulassen. Das heißt: Auch beim Online-Antrag werden Angaben zu relevanten Personendaten als auch Informationen zu den finanziellen Verhältnissen im Rahmen der materiellen Kreditwürdigkeitsprüfung erfragt.

Sobald der Antrag elektronisch übermittelt worden ist und eine Identifikationsprüfung stattgefunden hat, erfolgt meist eine vollautomatisierte Ermittlung der Bonität des potenziellen Kreditnehmers, um den gewünschten Kredit mit der finanziellen Situation abzugleichen. Zeitgleich wird nach Einwilligung des Kunden eine SCHUFA-Auskunft eingeholt. Fallen beide Anfragen sowie die Kontrolle der persönlichen und finanziellen Angaben positiv aus, steht einem Online-Kredit nichts mehr im Weg.

Online-Kredite – Schnell, unkompliziert und günstig

Da bei einem Online-Kredit die Vertriebskosten einer Bankfiliale wegfallen, fallen die Zinsen für Online-Kredite meist spürbar geringer als beim herkömmlichen Kredit aus. Laut des renommierten Verbraucher-Ratgebers Finanztip sind Unterschiede von bis zu vier Prozentpunkten bei ansonsten gleichen Konditionen mittlerweile keine Seltenheit mehr. Befeuert wird dies außerdem durch das große Angebot im Internet. Während das Einholen von Angeboten in herkömmlichen Kreditinstituten mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden ist, müssen alle relevanten Kreditangaben für einen Online-Kredit auf Vergleichsportalen nur einmalig gemacht werden, um ein breit gefächertes Angebot an unterschiedlichen Kreditlösungen zu erhalten. Zusätzlich haben die Kreditgeber der Online-Variante keine festen Arbeitszeiten wie es bei einer Bankfiliale der Fall ist. Wer möchte, kann also auch zum späten Abend oder am Wochenende einen Online-Kredit beantragen. Zuletzt ist die schnelle Bearbeitung der Anträge verbunden mit einer schnellen Entscheidung über die Kreditzusage von Vorteil. Viele Online-Kreditgeber werben mittlerweile mit so genannten “Blitz-” oder “Schnellkrediten”. Das Prinzip dahinter ist simpel: Der potenzielle Kreditnehmer erhält nach Einreichung aller kreditrelevanten Informationen und einer vollautomatischen Prüfung unverzüglich eine vorläufige Zusage, wenn der erste Abgleich positiv ausfällt. Erst im Nachhinein findet durch einen Sachbearbeiter eine ausführliche Prüfung der Angaben statt. Sollte dieser zu dem Entschluss kommen, dass die gemachten Angaben unwahrheitsgemäß sind, wird die Zusage entzogen und der Kredit storniert.

Online- oder doch Filialkredit?

Viele Experten sind sich sicher: Die Zukunft der Finanzierung liegt in den Händen der Online-Kreditgeber. Allerdings hat auch diese Medaille eine Kehrseite. Neben den genannten Vorteilen, haben Online-Kredite nicht zu vernachlässigende Nachteile. So erfolgt die Bonitätsprüfung im ersten Schritt automatisiert. Erhält der vermeintliche Kreditnehmer hier zum Beispiel aufgrund einer unberechtigten SCHUFA-Eintragung eine Kreditabsage, ist er für dieses Kreditinstitut vorerst uninteressant und wird dort auch erstmals keinen Kredit erwarten können.

Hinzu kommt, dass bei einem Online-Kredit keine persönliche Beratung stattfinden kann. Der Kunde sollte demnach gewillt sein sich mit den Konditionen auseinanderzusetzen und diese gegebenenfalls mit anderen Angeboten zu vergleichen. Dies setzt jedoch ein Mindestmaß an Erfahrung und Affinität für Finanzen voraus. Fehlt das Fachwissen jedoch, muss Zeit und Mühe investiert werden, um sich dieses selbständig anzueignen. Abschließend lässt sich keine pauschale Lösung finden, welcher der beiden Kredite besser ist. Die Fallentscheidung, ob ein Online- oder ein Filialkredit besser ist, hängt von der eigenen Erwartung, den persönlichen Präferenzen sowie dem mitgebrachten Vorwissen ab.

Bildquelle: pixabay.com

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.