Magnetangeln – Alle Bestimmungen im Überblick

Magnetangeln oder -fischen gehört innerhalb der letzten Jahre vermehrt zu den beliebtesten Hobbies. Allerdings ist es nicht ganz ungefährlich und häufig auch mit der Verhängung von Bußgeldern verbunden. Worauf Du achten solltest, haben wir deshalb nachfolgend für Dich zusammengefasst.

Die Faszination des Magnetangelns

Anhänger dieses Hobbies gehen in Teichen und Gewässern auf die Suche nach verborgenen Gegenständen. Hierbei arbeiten sie in der Regel mit einem speziellen Dauermagneten, der an einer Schnur, einer Kette oder einem Seil befestigt ist. Sie durchkämmen praktisch das Wasser und holen magnetische Gegenstände nach oben.

Magnetangeln - Alle Bestimmungen im Überblick

Nicht selten sind diese Gegenstände von Wert. Manche von ihnen sind auch geschichtlich bedeutend. Daher ist das Magnetfischen für viele zu einem sehr interessanten Hobby geworden.

Worauf solltest Du beim Kauf eines Magnethakens achten?

Da Du auch schwerere Gegenstände finden kannst, muss Dein Haken hochwertig verarbeitet sein – ansonsten sinkt Dein Fund möglicherweise samt Magneten wieder auf den Grund des Gewässers zurück.

Eine besonders hohe Haftkraft haben Neodym-Magneten – daher sind sie ideal zum Magnetfischen. Empfehlenswert ist eine Zugkraft von 300 kg, da sich die Angabe der Zugkraft immer auf die optimalen Verhältnisse beim Magnetfischen bezieht. Natürlich gibt es auch viele günstigere Magnete mit einer geringeren Zugkraft, diese können allerdings auch entsprechend weniger heben.

Achte beim Kauf eines Bergemagneten zudem darauf, dass dieser in einem Stahltopf sitzt. So profitierst Du nicht nur von einer höheren Robustheit, sondern auch einer besseren Haftkraft. Praktisch sind zudem Sets aus Bergemagnet, Karabiner und Seil, da Du so direkt loslegen kannst. Beim Seil gilt die Faustregel: Je länger das Seil, umso größer die Tiefe, die Du erreichen kannst.

Tipp: Neodym-Magneten gibt es inzwischen auch zum Aufhängen von Gegenständen an Decken und Wänden auf eisernem Untergrund. So kannst Du ohne zu bohren auch schwere Funde aufhängen und ausstellen.

Wo liegt der Unterschied zwischen ein- und zweiseitigen Magneten?

Viele Magnethaken für Einsteiger haben eine Öse auf der Oberseite. Diese eignen sich, wenn Du den Magneten gerade herunterlassen kannst. Möchtest Du hingegen auch vom Ufer aus Angeln, empfehlen wir Dir einen Magnethaken mit zwei Ösen. So kannst Du die Augenschraube seitlich befestigen und den Magneten durch das Wasser ziehen. Da der Haken so schmaler ist, verringert sich das Risiko des Verkantens.

Tipps zum Magnetangeln

Hast Du Deine Ausrüstung zusammen, kann es endlich loslegen. Damit Du schnell fündig wirst, haben wir Dir im Folgenden 6 Tipps zusammengetragen:

  1. Achte bei der Wahl des Ortes darauf, dass dort regelmäßig Menschen sind. Abgelegene Orte mögen faszinierender sein, allerdings sinkt durch den geringen Besucherverkehr auch die Chance auf Funde.
  2. Auch der Untergrund ist bei der Wahl des richtigen Gewässers immens wichtig. Wir empfehlen sandige und schlammige Untergründe zu vermeiden, da Gegenstände hier einsinken und somit nicht beim Magnetfischen gefunden werden.
  3. Warte beim Auswerfen des Magneten eine Weile, damit dieser auch auf den Grund des Gewässers ankommen kann. Ziehst Du das Seil zu früh raus, verschenkst Du unnötig Potenzial.
  4. Manchmal passiert es, dass der Magnethaken stecken bleibt. In dem Fall solltest Du kurz ruckartig am Seil ziehen – in vielen Fällen löst sich so der Magnet. Hilft dies nicht, probiere aus verschiedenen Winkeln am Seil zu ziehen. Ist ein Baum über dem Gewässer, kannst Du probieren das Seil über einen Ast zu werfen und den Magnet nach oben zu ziehen.
  5. Aus Sicherheitsgründen solltest Du das Seil nicht an Deiner Kleidung festbinden. Vor allem in fließenden Gewässern besteht sonst die Gefahr, dass du mitgerissen wirst. Stattdessen kannst Du das Seil an einem Baum oder Auto festbinden oder es festhalten.
  6. Nach dem Angelausflug ist es wichtig, Magnet und Seil gründlich zu reinigen – das erhöht die Lebensdauer Deiner Ausrüstung ungemein.

Warum Magnetangeln auch gefährlich sein kann

Oftmals ist es so, dass Du nicht sehen kannst, was sich unterhalb der Wasseroberfläche befindet. Dieser Zustand kann überraschend sein, wenn man zum Beispiel die Spitze einer historischen Lanze oder eine Münze findet. Doch genauso gefährlich kann es sein, wenn man auf alte Munition, eine Waffe oder sogar eine Bombe trifft. Dann besteht Lebensgefahr.

Gerade die Hinterlassenschaften des ersten und zweiten Weltkrieges sind zahlreich und verstecken sich noch immer unter der Erdoberfläche, wo sie erst nach und nach durch Zufall entdeckt werden. Durch den Verfall und die Feuchtigkeit sind die Gegenstände häufig rostig, was bei einer scharfen Bombe oder Munition jederzeit das Risiko birgt, dass sie explodiert.

Machst Du einen solchen Fund, solltest Du diesen grundsätzlich der Polizei melden. Sie sorgt dafür, dass der Kampfmittelräumdienst sich dem Fund annimmt, ihn aus dem Gewässer entfernt oder ihn unschädlich macht.

Daneben ist es außerdem für die Flora und Fauna nicht gerade vorteilhaft, wenn der Magnet durch das Wasser oder über den Boden gleitet. Laichplätze oder empfindliche Pflanzen könnten dabei zerstört werden.

Ist das Magnetangeln überall möglich?

Die Zerstörung der Natur und das Auffinden von gefährlichen Dingen einmal beiseite gelassen, solltest Du Dich vor allem darüber informieren, ob das Magnetangeln in dem von Dir ausgesuchten Gewässer überhaupt erlaubt ist. Hier gibt es einige Vorgaben zu beachten, die sich je nach Bundesland voneinander unterscheiden.

In einigen Bundesländern ist es grundsätzlich verboten, in anderen muss eine Genehmigung für das Vorhaben vorliegen. Dies sieht im Detail wie folgt aus:

  • Baden-Württemberg/Brandenburg: keine speziellen Regeln, an bestimmten Orten ist es jedoch untersagt
  • Bayern/Hamburg/Sachsen-Anhalt: in den meisten Bereichen untersagt, an manchen jedoch mit Genehmigung möglich
  • Berlin: uneindeutige Rechtslage, besser Genehmigung einholen
  • Bremen: Magnetfischen grundsätzlich verboten
  • Mecklenburg-Vorpommern: keine besonderen Auflagen
  • Niedersachsen: Erlaubnis von der Behörde einholen, dazu ist die Ablegung von Theorie- und Praxiskursen nötig
  • Nordrhein-Westfalen: Erlaubnis von der Behörde einholen, Funde müssen gemeldet werden
  • Hessen/Rheinland-Pfalz/Sachsen/Saarland/Thüringen: grundsätzlich Erlaubnis von der Behörde einholen
  • Schleswig-Holstein: generell untersagt, mit Erlaubnis des Eigentümers ist jedoch trotzdem eine Sondergenehmigung einzuholen

Tipp: Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du in einem Gewässer Magnetangeln darfst oder nicht, informiere Dich am besten im Vorfeld über die jeweiligen Bestimmungen. Zudem ist es sinnvoll zu wissen, was von den Funden Du überhaupt behalten darfst.

Viele Funde fallen unter ein bestimmtes Gesetz und müssen nach dem Auffinden abgegeben werden. Bei anderen musst Du lediglich eine Meldung unternehmen. Insbesondere bei privaten Gewässern ist es wichtig, dass Du Bescheid weißt, bevor Du auf Schatzsuche gehst. Zudem es Bundesländer gibt, die in Bezug auf öffentliche Gewässer klare Auflagen machen.

Drohen Bußgelder bei Nichtbeachtung der Regeln?

Solltest Du Dich über die Regelungen hinwegsetzen oder einfach auf die Suche nach Schätzen in einem Gewässer gehen, ohne dass Du eine Genehmigung hast, droht Dir möglicherweise ein Bußgeld. Wirst Du erwischt, besteht eine Straftat, die in Deutschland eine Geld- oder Freiheitsstrafe nach sich zieht.

Du begehst hiermit eine Ordnungswidrigkeit, bei der die Höhe des Bußgeldes sehr unterschiedlich ausfallen kann.

Noch schlimmer ist es, wenn Du zum Beispiel eine Waffe, Munition oder ähnliche Gegenstände findest und diese behältst. Gehören sie zur Kampfmittelverordnung, droht Dir eine Strafe, die bis zu 5.000 Euro betragen kann. Unterliegt der Gegenstand dem Denkmalschutzgesetz, ist die Strafe sogar noch höher. Je nach Schwere des Falls werden hier Bußgelder zwischen 50.000 und 500.000 Euro verhängt.

Fazit

Das Magnetangeln ist ein schönes Hobby, welches Du mit einer entsprechenden Genehmigung und genügend Vorsicht durchaus genießen kannst. Halte Dich dabei jedoch grundsätzlich an die Vorgaben des Bundeslandes. Andernfalls musst Du mit einer Strafe rechnen.

Bildquelle: Marian.kabele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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