Pellworm – die grüne Insel im Wattenmeer von Nordfriesland

Mitten im Wattenmeer von Nordfriesland bietet die Insel Pellworm ein schönes grünes Naturpanorama. Unter den vielen Inseln der Region ist sie die drittgrößte. Die Insel zählt zur Region Nordfriesland des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Die Insel hat ein eigenes Amt wie auch einen Bürgermeister. Seit 2008 werden die Amtsgeschäfte jedoch in einer in Verwaltungsgemeinschaft von der auf dem Festland gelegenen Stadt Husum aus geführt. Eine Außenstelle der Verwaltung findet sich jedoch nach wie vor in Tammensiel. Insgesamt 14 verschiedene Orte versammelt die Insel, die leicht unter dem Meeresspiegel liegt und mit einem Damm vor dem Wasser geschützt ist. Darunter findet sich auch Tammensiel.

Pellworm - die grüne Insel im Wattenmeer von Nordfriesland

Die Insel Pellworm ist durch eine Fähre mit dem Festland verbunden. In regelmäßigen Abständen können Bewohner wie auch Besucher mit einer kurzen Fahrt vom Festland aus auf die Insel und zurück gelangen. Seit Umbau des Hafens in Tammensiel kann die Fähre hier an einer Tiefwasserstelle anlegen. Das bedeutet, dass die Fähre unabhängig von den Gezeiten an der Insel anlegen kann. Entsprechend gibt es einen regelmäßigen Fahrplan. Das Straßennetz auf der Insel ist gut ausgebaut und es gibt auch eine Reihe von Radwegen, so dass die Insel sowohl mit Autos wie auch mit Rädern gut erschlossen werden kann.

Die Geschichte der Insel reicht weit zurück

Spätestens ab dem Mittelalter siedelten Menschen auf den Nordfriesischen Inselsn. Bereits in der frühen Wikingerzeit siedelten sich die Friesen auf den Inseln an. Es gibt sogar Forschungen, die von einer Besiedelung in der Frühzeit ausgehen. So hat der Ethnologe Hans Peter Duerr im Wattenmeer der Region Scherben und Artefakte gefunden, die griechischen Ursprungs sind und etwa in der Zeit um 1300 vor Christus entstanden sind. Duerr vertritt die These, dass zur damaligen Zeit Minoer in Nordfriesland unterwegs waren und Handel mit der einheimischen Bevölkerung betrieben. Diese Hypothese ist umstritten. Unumstritten ist dass die Insel Pellworm früher wesentlich größer war. Bis zum 17. Jahrhundert war sie Teil der größeren Insel Strand. Im Zuge einer heftigen Sturmflut im Jahr 1634 gingen Teile der Insel unter. Darunter auch die sagenumwobene Stadt Rungholt, die bis heute als Atlantis des Nordens gilt.

Die Besiedelung der Insel vom Mittelalter bis zur Neuzeit

Besiedelt wurde die Insel im Mittelalter von eingewanderten Friesen. Vermutlich siedelten sich bereits ab dem achten Jahrhundert Menschen auf Pellworm an. Das Oberhaupt der Friesen auf den nordfriesischen Inseln war der damalige dänische König. Anders als großer Teile der Bevölkerung auf dem Festland unterstand sie deshalb auch einem eigenen Rechtsstatus. Nach der schlimmen Sturmflut im Jahr 1634 hat sich die Bevölkerung unter schwierigen Bedingungen das Land wieder vom Meer zurückerobert. Die Insel Pellworm liegt bis heute leicht unter dem Meeresspiegel. Sie wurde durch Köge gebildet. Darunter versteht man eine Landgewinnung, bei der Bereiche vom Meer abgegrenzt, vor Wasser gesichert und bepflanzt wurde. Die Insel Pellworm ist von einem hohen Damm umschlossen. Er sichert das Land vor dem Meer. Viele Sturmfluten trieben immer wieder Wasser auf die Insel. Die Bevölkerung eroberte sich das Land jedoch immer wieder zurück. Seit der Neuzeit ist die Insel durch moderne und hohe Deiche gesichert. Diese sorgen für einen sicheren Schutz des Landes.

Interessante Fakten und kuriose Begebenheiten zur Insel Pellworm

Der Mythos der untergegangenen Stadt Rungholt gehört zu den wichtigsten Sagen der Insel Pellworm. Der Überlieferung nach soll die untergegangene Stadt um die 2000 Einwohner gehabt haben und ein reges Handelszentrum gewesen sein. Viele Sagen beschreiben die Sturmflut als eine Art Gottesstrafe. So ist beispielsweise überliefert, dass Bauern der Stadt lasterhaft gelebt und einen Pfarrer dazu genötigt hätten, einem Schwein die heiligen Sakramente zu geben. Als Reaktion darauf hätte Gott den Pfarrer gewarnt und die törichte Stadt untergehen lassen. Zu den Fakten um die untergegangene Stadt sind über die Jahrhunderte viele Mythen hinzugekommen. Das Rungholt-Museum Bahnsen hat sich der Aufarbeitung der Historie von Rungholt gewidmet. In seinen Räumlichkeiten werden auch allerlei Funde aus dem Watt präsentiert.

Sightseeing auf Pellworm

Zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten der Insel gehört der Leuchtturm. Er wurde 1907 erbaut und bis 1977 von einem eigenen Leuchtturmwärter betreut, der direkt neben dem Leuchtturm wohnte. Heute kann der Leuchtturm besichtigt werden. Bei den Führungen werden die Besucher sowohl über die Funktion des Leuchtturms informiert, wie es auch Informationen zur regionalen Seefahrt gibt.

Die Insel hält in drei Museen Ausstellungen für ihre Besucher bereit. Neben dem Rungholt-Museum des Heimatforschers Bahnsen gibt es ein Schifffahrtsmuseum und ein Inselmuseum zur Geschichte der Insel und des Wattenmeers. Über die Institutionen erhalten die Besucher einen wunderbaren Einblick in die Geschichte der Region. Seit vielen Jahren haben die Museen jedes Jahr viele Besucher, die sich eine Auszeit auf der grünen Insel oder in der Umgebung gönnen und sich über die besondere Geschichte der Region informieren möchten.

Mit seinen Kirchen hält die Insel weitere Sehenswürdigkeiten bereit. Die Alte Kirche St. Salvator wurde bereits im elften Jahrhundert gegründet. In der Kirche befindet sich eine wertvolle Arp Schnitger-Orgel. Während der Sommerzeit gibt es Führungen durch die Kirche. Daneben gibt es eine Neue Kirche, die aus dem 17. Jahrhundert stammt. Ein Teil der Ausstattung dieser Kirche geht auf Kirchenspiele zurück, die in der Sturmflut um 1634 untergegangen sind. Schließlich hat die Insel noch das Momme Nissen-Hause. Dieser katholische Gemeindesaal hat berühmte Glasfenster, die den Untergang der Insel um 1634 illustrieren.

Bildquelle: pixabay.com

Schreibe einen Kommentar