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Selbständig als Fotograf – Die wichtigsten Punkte für den Weg in die Selbständigkeit

Fotografie ist nicht nur irgendein Job wie jeder Andere – leidenschaftliche Fotografen finden in ihren Bildern künstlerische Erfüllung und natürlich im besten Fall auch eine Existenzgrundlage. Allerdings kann nicht jeder gleich Fotos schießen und dafür Geld verlangen, denn zunächst einmal braucht es natürlich eine gewisse bürokratische Vorarbeit. Ohne die muss auch der kunstfertigste Fotograf darben.

Diese Checkliste gibt einen kleinen Überblick über alles Amtliche, die Ausrüstung für den Einstieg und andere Schritte in die Selbständigkeit.

Checkliste für die Selbständigkeit – das müssen Fotografen beachten – Freiberuf oder Gewerbe?

Fotografen zählen in der Regel zu den freien Berufen und sind entsprechend als Freiberufler gemeldet. Im Vordergrund steht dabei die freie geistig-schöpferische Tätigkeit. Melden Fotografen sich freiberuflich beim Finanzamt an und beantragen eine Steuernummer, gibt es in der Regel keinen Einspruch. Probleme kann es dann geben, wenn neben freiberuflicher Fotografie (Portraits, künstlerische Aufnahmen) auch klassisch handwerkliche Auftragsarbeiten (Fotografie für Kataloge etwa) stehen. Wer erst fotografiert und die Bilder dann anbietet, ist Freiberufler. Wer erst den Auftrag bekommt und diesen abarbeitet, ist Gewerbetreibender. Dann müssten die Gewerbe theoretisch steuerlich getrennt werden.

Hier sollten Fotografen eine einheitliche Web-Präsenz schaffen und so beide Metiers miteinander untrennbar verknüpfen. Als angemeldetes Gewerbe muss dem Finanzamt sofort Umsatzsteuer gezahlt werden und diese muss auf allen Rechnungen ausgeschrieben werden.

Kleinunternehmer oder doch gewerbesteuerpflichtig?

Unabhängig vom Stand als Freiberufler ist die Gewerbesteuerpflicht ab einer gewissen Einkommensgrenze. Als Kleinunternehmer gelten Selbständige nur bis zu einem Umsatz (!) von 17.500 Euro im Jahr. Wer diesen Umsatz überschreitet, muss ab dem nächsten Jahr Gewerbesteuer abführen. Ohne den passenden Überblick über die Einnahmen, kann das gegebenenfalls teuer werden. Kümmern Fotografen sich erst verspätet um ihre Umsatzsteuer-ID, muss die Umsatzsteuer für das laufende Jahr nachgereicht werden. Eine weitere rechtliche Besonderheit liegt bei der Preisgebung vor. Fotografen können Unternehmen die Netto-Preise nennen, Privatkunden muss aber der Gesamtpreis genannt werden.

Der Fotograf als Handwerker

Bei einer ausschließlichen Tätigkeit als Fotograf ist außerdem eine (kostenpflichtige) Anmeldung bei der Handwerkskammer HWK. Die HWK dient als Ansprechpartner und ist auch für Fotografen ohne Abschluss eintragungspflichtig. Die Eintragung kostet 50,- Euro, der Jahresbeitrag liegt bei 160,- Euro (das erste Jahr ist beitragsbefreit, das 2. und 3. Jahr jeweils mit 80,- Euro vergünstigt. Entfällt ein großer Teil der Arbeit auf die Nachbearbeitung (dies kann bei Modefotos etwa der Fall sein), dann können Fotografen sich auch als Bildbearbeiter bei der IHK anmelden.

Die Ausrüstung

Nach der unschönen Bürokratie, die es in den Bundesländern Deutschlands überall gibt, geht es endlich an die Kunst und das Handwerk. Natürlich brauchen Fotografen zum Einstieg keine Vollausstattung, aber einige Essentials sollten sich schon in der Fototasche befinden.

Eine DSLR oder spiegellose Systemkamera (wie die Sony Alpha-Serie) ist ein Muss. Allerdings muss es nicht gleich die teuerste Variante sein. Wichtiger als der Body sind die Objektive.

Allerdings ist die Entscheidung für Canon, Nikon, Panasonic oder Sony meist eine fürs Leben. Denn haben Fotografen erst einmal ein paar tausend Euro in Objektive investiert, sind sie an “ihre” Marke gebunden.
Zum Einstieg sollte es mindestens ein Zoom-Objektiv mit fester Blende sein. Die gängigsten Modelle sind 17-50mm, 24-70mm oder 24-105mm. Außerdem sollten die Objektive immer auch mit Vollformat-Kameras funktionieren, nicht nur mit den kleineren Mounts der kleineren Sensoren. Vollformat-Objektive funktionieren auf jeder Kamera, andersherum ist dies nicht der Fall.

Ergänzt wird der Zoom durch lichtstarke Festbrennweiten. Ein gängiger Satz für Fotografen besteht aus Weitwinkel (20mm oder 24mm) und Portraitoptiken (50mm oder 85mm). Alle extremeren Objektive und Zwischenwinkel sind optional und können später zugekauft werden.

Einen günstigen Einstieg bieten vor allem 50mm-Objektive. Diese gehören zu den günstigsten Optiken und die Fertigungsweise aus Plastik fällt auf den Bildern nicht auf.

Die Kosten

Selbst ohne einen Rechner zur Bildbearbeitung und Software, die RAW-Formate bearbeiten kann, liegen die Einstiegskosten bei mindestens 1000,- Euro alleine für die Ausrüstung. Gerade bei Live-Events sollten Fotografen etwas mehr in den Body stecken, da größere DSLRs bessere Akkulaufzeiten bieten und alle Funktionen schneller angepasst werden können.

Für eine gute Einstiegsausrüstung 2000,- bis 3000,- Euro auszugeben, ist keine Seltenheit. Und natürlich ist das Foto-Kit damit noch lange nicht komplett. Das heißt natürlich nicht, dass beliebig hohe Ausgaben einen Fotografen künstlerisch erheben, entscheidender Faktor ist und bleibt das Talent. Doch auch der talentierteste Fotograf braucht eben eine gewisse Grundausrüstung und die ist nicht billig.

Aller Anfang ist schwer

Der Einstieg in die selbständige Fotografie ist nicht leicht. Die Technik ist teuer, die Konkurrenz hart und gerade die Akquise neuer Kunden oftmals langwierig. Und dennoch gibt es für einen echten Fotografen keine Alternative. Was kann es schließlich Schöneres geben, als sich mit seiner künstlerischen Leidenschaft zum eigene Chef zu machen und mit der Selbstverwirklichung sein Einkommen zu bestreiten?

Bildquelle: pixabay.com

 

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