Sind Musterhäuser zu verkaufen?

Wenn Sie ein Musterhaus irgendwo abbauen können, können Sie es trotzdem nicht an einem anderen Ort wieder aufbauen. Zunächst einmal ist der Aufbau eines gebrauchten Hauses an einem anderen Ort nach dem Baurecht ein Neubau. So hängt es zum Beispiel vom aktuellen Flächennutzungsplan ab, ob die Baugenehmigung für dieses Bauvorhaben erteilt wird. Aber selbst wenn eine Ausnahme gemacht und die erforderliche Genehmigung erteilt wurde, gibt es oft Probleme mit anderen Netzen, wie z.B. Strom- oder Gasleitungen, die in dem ausgewählten Gebiet nicht vorhanden sind.

Sind Musterhäuser zu verkaufen?

Wie kommt man an ein Musterhaus?

Heute gibt es viele Unternehmen, die gebrauchte Häuser bzw. Musterhäuser in verschiedenen Städten wie beispielsweise ein Musterhaus in München  zum Verkauf anbieten. Manchmal sogar nicht nur das Haus selbst, sondern Baumodule in verschiedenen Größen und Ausführungen, die miteinander kombiniert werden können, um ein Musterhaus nach den eigenen Wünschen oder Vorlieben zu bilden. Der Regelfall ist allerdings, dass ein Musterhaus in Fertigbauweise aufgebaut zum Verkauf angeboten wird – ohne das entsprechende Grundstück: Diese Modelle werden dann an ihrem ursprünglichen Standort abgebaut und in der Nähe des neuen zukünftigen Bauplatzes wieder zusammengebaut. Genau hierin liegt das große ABER beim Kauf eines auf den ersten Blick sehr günstigen Musterhauses:

Musterhaus: Komplexe Demontage und Montage

Die professionelle Demontage des Hauses ist grundsätzlich sehr komplex, da das Musterhaus in der Regel vollständig eingerichtet und ausgebaut ist. Die Räumung der Inneneinrichtung übernimmt in der Regel der vorige Eigner bzw. das Bauunternehmen des Musterhauses – manchmal wird die Einrichtung wiederverwendet, manchmal auch separat verkauft, selten ist sie auch beim Kauf des Musterhauses inklusive.

Der erste wirklich aufwändige Part beginnt allerdings erst mit der Demontage des Musterhauses – und hier merken die Käufer auch sehr schnell, welche Arbeit bei der Montage auf sie zukommt: Denn fast der komplette Ausbau, das heißt Böden- und Wandbeläge, Elektrik, Wasser- und ggf. Gasinstallationen, Internet, Estrich und Trockenbau sowie ähnliches sind in der Regel nicht zerstörungsfrei demontierbar.

Ein wiederaufgebautes Musterhaus ist zunächst ein Rohbau

Beim Wiederaufbau des Musterhauses muss es folglich wieder komplett ausgebaut werden. Der Status ist mit dem eines Rohbaus vergleichbar – und keinesfalls mit dem imaginären Bild des vorigen günstigen und schönen Musterhauses. Finanziell lohnt sich der Aufbau eines Musterhauses daher vor allem für jene, die genug Freizeit mitbringen sowie handwerklich sehr gut ausgestattet sind, sei es durch eigenes Know-How und Werkzeug oder durch Freunde und Bekannte.

Musterhäuser stehen regelmäßig zum Verkauf – aber zuerst intern

Bauunternehmen schreiben die eigenen Musterhäuser zunächst intern zum Verkauf aus, zum Einen aus Gründen des geringeren Aufwands, zum anderen um die eigenen Mitarbeiter nicht zu übergehen sondern den Verkauf gleichzeitig zur Motivation und Unternehmensbindung zu nutzen. Meist läuft der Verkauf über eine interne Auktion – bei der die Bieter bzw. Mitarbeiter im Übrigen auf die erforderlichen handwerklichen Ressourcen und das Know-How zurückgreifen können. Die Kollegen und Kolleginnen des Bieters oder auch das oft ähnliche handwerkliche Umfeld bei Familien und Freunden hilft, die Demontage möglichst schonend und insbesondere einen kostengünstigen Wiederaufbau und Wiederausbau zu realisieren. Daher wird nur sehr selten ein Musterhaus, sollte diese scheitern, extern zum Verkauf angeboten.

Bildquelle: pixabay.com

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