Aufbau einer Felge – was muss beim Verändern der Rad-Reifenkombination beachtet werden?

Die Felgenbezeichnung bei Autofelgen kann auf den ersten Blick sehr unübersichtlich erscheinen. In ihr sind die wichtigsten Informationen der Felge zusammengefasst. Um diese Informationen zu entschlüsseln, sollten die grundlegenden Bestandteile einer Felge bekannt sein.

Der Aufbau einer Felge setzt sich unter anderem aus folgenden Komponenten zusammen:

Felgenschulter
Die Kante in der äußeren Mantelfläche der Felge sorgt dafür, dass der Reifen einen festen Sitz auf der Felge bekommt und wird als Felgenschulter bezeichnet.

Felgenhorn
Die beiden Felgenhörner sind Absätze, welche die äußersten Stellen der Felge darstellen. Es gibt sie in verschiedenen Formen. Die gängigste ist die Form "J".

Hump
Der Hump ist eine Erhöhung auf der inneren Mantelfläche der Felge, welche dafür sorgt, dass der Reifen bei Kurvenfahrten nicht von der Felge rutschen kann. Auch den Hump gibt es in verschiedenen Ausführungen.

Felgenbett
Als Felgenbett wird der Bereich der Felge genannt, welcher sich zwischen den beiden Felgenhörnern befindet.

Nabenbohrung
In der Mitte der Felge befindet sich die Nabenbohrung. Sie dient als Zentrierung der Felge auf der Radnabe des Autos.

Lochkreis
Dieser beschreibt die Bohrungen, welche im Kreis um die Nabenbohrung angeordnet sind, zum Fixieren der Felge mit Radschrauben oder Stehbolzen.

eine Felge von einem Auto

Die wichtigsten Maße

Von diesen Bestandteilen der Felge lassen sich die wichtigsten Maße ableiten:

  • Felgendurchmesser
  • Maulweite
  • Einpresstiefe
  • Lochkreis

Der Felgendurchmesser gibt das Maß zwischen den Felgenschultern in Zoll an. Also den Durchmesser der sichtbaren Felge. Gängige Größen gehen dabei etwa von 13 bis 22 Zoll.

Die Maulweite oder Felgenbreite ergibt sich aus dem Abstand der beiden Felgenhörner, beschreibt also die Größe des Felgenquerschnitts. Das Maß wird ebenfalls in Zoll angegeben und nimmt normalerweise mit zunehmendem Felgendurchmesser zu.

Die Einpresstiefe ist das Maß von der Felgenmitte bis zur inneren Auflagefläche der Radnabe. Dieser Abstand wird anders als Durchmesser und Breite in Millimeter angegeben. Durch verschiedene Einpresstiefen einer Felge kann variiert werden, wie weit die Felge im Radhaus steht.

Das letzte Maß bezieht sich auf den Lochkreis. Dieser beschreibt die Anzahl sowie die Position der Bohrungen für die Radschrauben oder Bolzen und wird ebenfalls in Millimeter angegeben. Wird der Lochkreis zum Beispiel mit 5 x 112 angegeben, hat die Felge 5 Bohrungen, die gleichmäßig auf einem Kreis von 112 Millimeter Durchmesser um die Nabenbohrung angeordnet sind.

Beispiel: 8 J x 18 H2 ET 45 LK 5×112

  • Felgenquerschnitt: 8 Zoll
  • Felgenhornform: J
  • Aufbau der Felge: x
  • Felgendurchmesser: 18 Zoll
  • Humpausführung: H2
  • Einpresstiefe: 45 Millimeter
  • Lochkreis: 5 Löcher, Lochkreis von 112 Millimeter Durchmesser

Was muss beim Ändern der Felgengröße beachtet werden?

In erster Linie ist wichtig, ob eine Änderung der Felge beziehungsweise der Rad-Reifenkombination überhaupt zulässig ist.

Um herauszufinden, ob die gewünschte Rad-Reifenkombination sowie die Einpresstiefe vom Hersteller zugelassen ist, gibt der Fahrzeugschein oder die Gebrauchsanweisung Aufschluss darüber. Außerdem gibt es viele Reifen- und Felgenhändler, die online die Option anbieten, über die Fahrgestellnummer des Autos zugelassene sowie überhaupt mögliche Felgengrößen zu finden.

Richtiger Lockreis und Radschrauben

Bei der Auswahl ist es wichtig, ein Felgenmodell mit dem richtigen Lochkreis auszuwählen. Zusätzlich kann es sein, dass bei einer anderen Felge auch andere Radschrauben verwendet werden müssen. Das kann im Gutachten der Felgen oder beim Felgenhersteller in Erfahrung gebracht werden.

Position der Felge im Radhaus

Wenn ohnehin eine nicht eingetragene Kombination von Felgen und Reifen montiert werden soll oder eine Änderung in Verbindung mit einem Umbau des Fahrwerks ansteht, ist für eine anschließende Eintragung einiges wichtig: Die äußerste Kante des Rads dürfen nicht über den Kotflügel hinaus aus dem Radhaus steht. Ebenso darf der Reifen auf keinen Fall am inneren oder äußeren der Radhausschalen schleifen. Bei tiefergelegten Fahrzeugen ist darauf besonders zu achten. Bei Fahrwerksumbauten mit nicht serienmäßiger Rad-Reifenkombination kann es sein, dass eine Einlenkbegrenzung auf der Vorderachse notwendig ist. Diese reduziert den maximalen Einlenkwinkel und verhindert so den Kontakt des Reifens mit dem Radhaus oder anderen Teilen.

Änderung der Reifengröße

Eine andere Felgengröße bedeutet zudem auch eine Änderung der Reifendimension. Damit der Abrollumfang des Rads bei anderem Felgendurchmesser gleich bleibt, muss der Querschnitt des Reifens der Felge angepasst werden. Ebenso sind nur bestimmte Reifenbreiten auf den jeweiligen Felgenquerschnitten zulässig. Die zugelassenen Reifendimensionen für den jeweiligen Querschnitt kann auf diversen Tabellen im Internet eingesehen werden.

Wer bei Änderungen auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich auch bei der nächsten TÜV-Prüfstelle informieren.

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Bildquelle: pixabay.com

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