Stabil in den eigenen vier Gartenhauswänden: Fundament für ein Gartenhaus richtig planen

Damit ein Gartenhäuschen ein sicherer Zufluchtsort bleibt und es nicht bei jedem Windhauch wackelt oder gar wegfliegt, ist es wichtig, dass das Fundament richtig geplant und angelegt wird. Wie ist beim Aufbau von Fundamentplatten am besten vorzugehen? Welches Regelwerk müssen Experten berücksichtigen? Und was ist bei Aushub oder Materialtransport zu beachten?

Der Untergrund für Gartenhäuser: was ist zu beachten?

Der Untergrund ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Installation eines Gartenhauses, Gartenschuppens oder eines anderen Gebäudes im Garten. Ein stabiles Fundament fürs Gartenhaus ist die Grundlage für ein solides Bauwerk und sollte deshalb nicht unterschätzt werden. Bevor man den Untergrund für sein neues Gartenhaus, den Geräteschuppen oder das Carport anlegt, sollte man sich über die möglichen Risiken informieren, die mit der Errichtung auf bestimmten Untergründen verbunden sind.

Bei jedem Projekt ist es wichtig, dass der Untergrund fest und tragfähig ist. Wird auf schwerem Boden gebaut, muss man zuerst entsprechende Fundamentarbeiten durchführen. Auch ungleiche Flächen sollten angehoben oder abgeflacht werden, um eine stabile Basis zu schaffen. Das Anheben der Fläche bietet sich in regenreichen Gegenden an oder bei Böden, in denen Wasser schlecht abläuft. Auch nahegelegene Flüsse sprechen eher für das Anheben der Bodenfläche, als für das Absenken.

ein kleines Gartenhaus steht an der Hecke
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Ebenso sollte beachtet werden, dass sich keine natürlichen Hindernisse in Form von Wurzeln oder Steine im Untergrund befinden. Diese können später im Laufe der Zeit Schaden anrichten und die Stabilität des Fundaments beeinträchtigen oder es sogar zerstören.

Neben dem Tragvermögen des Bodens sollte man auch die Beschaffenheit des Bodens berücksichtigen. Ist der Untergrund zu weich oder sandig? In diesem Fall empfehlen Experten die Anlage von Drainagen oder Verankerungspfosten für das Fundament. Der richtige Umgang mit dem Fundament und dem Untergrund kann die Lebensdauer eines Gartenhauses erheblich verlängern – daher lohnt es sich, hier genauere Informationen einzuholen!

Die Größe und der genaue Standort der Gartenhäuser

Als nächstes steht die Wahl des Ortes an, wo das Gartenhaus stehen soll. Die beste Position der Gartenhäuser hängt von der Größe des Gartens ab. Der Standort muss flach und ebenerdig sein. Andernfalls müssen Gartenhausbauer vor dem Bau einen erheblichen Aufwand betreiben, um den Boden einzuebnen. Es ist am besten, einen Ort zu wählen, der von Bäumen, angrenzenden Mauern etc. weit entfernt ist und eine gute Durchlüftung bietet. Dies verhindert Schimmelbildung und unangenehme Gerüche im Inneren des Gartenhauses. Schließlich sollen teure Gartengeräte ja keinen Schaden nehmen. Und Bäume sind bei Sturm immer potentielle Gefahrenquellen, die man umgeht, wenn Bäume von vorn herein gemieden werden.

Eine weitere wichtige Entscheidung, die ansteht, ist die Größe. es gilt sicherzustellen, dass das Gartenhaus groß genug ist, um alles zu beherbergen, was Gärtner benötigen.

Das Fundament

Es gibt verschiedene Arten von Fundamenten für verschiedene Größen von Gartenhäusern – von einer einfachen Betonplatte bis hin zu einem mehrstufigen Fundament aus Kies oder Betonsteine ​​mit Untergrunddrainage. Je größer das Gartenhaus ist desto stärker sollte auch das Fundament sein!

Einige Hersteller bieten bereits fertiggestellte Fundamente an, andere bieten die Möglichkeit, ein eigenes nach Maß gießen und liefern zu lassen oder es vor Ort selbst anzulegen.

  • Fundament aus Beton

Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn das Gartenhaus an einer Hanglage steht oder in der Nähe von Bächen oder Flüssen liegt. Ein solches Fundament verhindert, dass das Gartenhaus in der Erde versinkt und unterbindet gleichzeitig auch den Zutritt von Schlamm und Ungeziefer ins Haus.

  • Fundament aus Holz oder Stahl

Dieses ist insbesondere dann sinnvoll, wenn das Gartenhaus nicht übermäßig groß und schwer wird und das Gartenhaus nicht unbedingt Jahrzehntelang halten muss, weil noch Umzüge geplant sind.

  • Punktfundamente

Punktfundamente sind im Baumarkt zu haben oder können selbst gegossen werden. Hier handelt es sich um Fundamentsteine die punktuell für Pfähle verwendet werden können. Dies geht durchaus auch bei Gartenhäusern.

Die Grube

Zunächst muss die Grube ausgehoben werden, in die später der Beton gegossen oder das Fundament aus Holz/ Stahl gesetzt wird. Dabei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Grube gleichmäßig tief und breit genug ist. Eine Faustregel besagt, dass die Tiefe für das Fundament mindestens einen Meter betragen sollte, damit es stabil genug ist. Allerdings ist ein Gartenhaus in der Regel kein Eigenheim und 80 cm sollten reichen.

Anschließend muss der Beton gegossen werden. Man kann entweder selbst Hand anlegen oder eine Fachfirma beauftragen. Beim Einfüllen des Betons sollte man sicherstellen, dass er gleichmäßig verteilt und gut verdichtet ist.

Für den Fall, dass lieber professionelle Hilfe in Anspruch genommen wird, sollte man immer mehrere Angebote einholen und die verschiedenen Preise miteinander vergleichen, denn sowohl bei Material- wie auch bei den Personalkosten gibt es hier erhebliches Einsparpotential.

Sicherheit und was sie gefährden kann

Für Profis spricht, dass diese gut Bescheid wissen. Denn bereits das Anmischen des Betons kann bei Fehlern zu Sicherheitsproblemen führen. In einem kleinen Mischer, wird die Gesamtmenge über mehrere Etappen angemischt, dadurch härten Teile des Fundaments bereits aus, während andere noch nicht einmal Beton gesehen haben. Dies kann zu Unebenheiten und Luftlöchern führen.

Zement kann zudem Hautschäden verursachen und für die Augen gefährlich werden. Wer nicht die nötigen Vorsichtsmaßnahmen trifft, setzt sich unnötigen Risiken aus. Gelangt Zement in den Gartenboden kann dies für Pflanzen schädlich sein. Ein Arbeiten ohne Verunreinigungen ist aber gerade im kleinen Stil kaum möglich.

Die Anlieferung des Betons in einem großen Mischer ist eine saubere und schnelle Angelegenheit. Die Grube wird in kurzer Zeit komplett gefüllt und der Beton trocknet gleichmäßig. Der Gartenboden bleibt von Verunreinigungen verschont.

Hinweis: Gartenhäuser mit Fundamenten brauchen eine Baugenehmigung. Die Überprüfung der Baugenehmigungsanforderungen kann sich jedoch schwierig gestalten, denn Bundesländer und teilweise auch Gemeinden haben ihre eigenen Regeln und Vorschriften. Wer in seiner örtlichen Baubehörde nach spezifischen Richtlinien oder Genehmigungen zum Bau eines Gartenhauses nachfragt, stellt sicher, dass alle Regeln befolgt werden und das Gartenhaus nicht irgendwann der Abrissbirne zum Opfer fallen muss.

Fazit: Der Bau eines Gartenhauses ist kein Projekt, an das leichtfertig herangegangen werden sollte. Im Vorfeld müssen diverse Planungen aufgestellt, der Boden untersucht werden und vor allem, muss klar sein, ob es ein Fundament geben muss oder nicht. Der Verzicht auf ein Fundament erspart nicht unbedingt die Baugenehmigung, denn auch die Art der Nutzung und eventuell vorhandene sanitäre Anlagen, machen diese bereits erforderlich. Mit Fundament sollte immer gebaut werden, wenn auf eine lange Nutzung Wert gelegt wird. Ein kleines, leichtes Gartenhaus aus Holz hingegen, kommt auch ohne Fundament aus, muss aber trotzdem im Boden verankert werden, dass es bei Sturm nicht wegfliegt.