Unterschrift gefälscht – Strafe?

Die Fälschung einer fremden Unterschrift führt zu zivilrechtlichen und zu strafrechtlichen Konsequenzen. Die Unterschrift einer Person dient dazu, ein bestimmtes Schriftstück als rechtsverbindlich zu erklären und kund zu tun, dass der Text des Schriftstückes von der Person stammt oder zuzurechnen ist, die die Unterschrift geleistet hat. Mit der persönlichen Unterschrift wird beispielsweise die Echtheit eines Testaments, eines Vertrages, eines Zeugnisses, eines Schecks oder einer Rechnung dokumentiert. Derjenige, der dieses Schriftstück entgegen nimmt, vertraut darauf, dass die Unterschrift von der Person stammt, die sich den Inhalt des Schriftstücks zurechnen lassen will.

Zivilrechtliche Konsequenzen

Zivilrechtlich führt die gefälschte Unterschrift dazu, dass der mit der Unterschrift mitgeteilte Inhalt des Schriftstücks rechtlich unwirksam ist. Es kommt kein Vertrag zustande, das Testament ist ungültig, der Scheck wird von der Bank nicht eingelöst und die Rechnung bleibt unverbindlich. Allerdings kann derjenige, dem der Inhalt zugerechnet wird, im Nachhinein den Inhalt des Schriftstücks genehmigen, so dass es durchaus verbindlich wird. Der Unterschriftenfälscher hätte dann zunächst als vollmachtsloser Vertreter gehandelt.

eine Hand die unterschreibt

Strafrechtliche Konsequenzen

Strafrechtlich führt die Fälschung einer Unterschrift in Deutschland meist zu einer Urkundenfälschung im Sinne des § 267 StGB. Schriftstücke, die mit einer Unterschrift versehen sind, sind meist Urkunden. Die Fälschung der Unterschrift hat dann regelmäßig den Zweck, den Rechtsverkehr zu täuschen. Das Strafgesetz sieht dafür eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor. Bereits der Versuch ist strafbar. Wer außerdem gewerbsmäßig fälscht, einen besonders hohen Vermögensschaden verursacht oder in seiner Stellung als Amtsträger tätig wird, handelt in einem besonders schweren Fall und kann mit einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft werden. Eine Geldstrafe ist dann nicht mehr möglich.

Mit der Urkundenfälschung geht meist auch der Vorwurf des Betruges einher. Wer die Unterschrift fälscht, will sich regelmäßig einen wirtschaftlichen Vorteil ermöglichen, den er ohne die Urkunde nicht erreichen würde. Wer die Unterschrift auf einem Abiturzeugnis fälscht, will sich vielleicht an der Universität immatrikulieren oder auf eine bestimmte Arbeitsstelle bewerben. Wer einen Scheck mit dem Namen des Kontoinhabers fälscht, auf dessen Konto der Scheck gezogen wird, will einen Kaufpreis bezahlen. Ein Erbe, der vom Erblasser eigentlich enterbt wurde, will sich mit der gefälschten Unterschrift auf dem Testament des Erblassers seine Erbenstellung wieder beschaffen.

Geringfügige Abweichungen im Schriftbild sind normal

Die Schwere des Tatvorwurfs ist auch danach zu unterscheiden, ob der Täter einen bestehenden fremden und noch nicht unterschriebenen Text verwendet und die Unterschrift dessen fälscht, der den Text verfasst hat oder ob der Täter auch noch selbst einen Text erstellt und den Anschein erweckt, der Text stamme von einer anderen Person und unterschreibt diesen. Unterschriftsfälschungen fallen oft nur durch Zufall auf. Wenn der Täter einen Scheck fälscht, prüft zumindest meist die Bank, ob die Unterschrift mit der bei der Bank hinterlegten Unterschrift des Kontoinhabers übereinstimmt. Wer sich schützen will, sollte sich immer den Personalausweis derjenigen Person zeigen lassen, die das Schriftstück nutzt. Eine Unterschrift ist sehr individuell. Daher ist es für eine andere Person ungemein schwierig, die Unterschrift einer anderen Person nach zu machen. Es wird im Regelfall immer eine Abweichung im Schriftbild geben. Diese kann ein sachkundiger Graphologe oft feststellen. Insbesondere der Vergleich der zu überprüfenden Unterschrift mit der Unterschrift des Trägers auf anderen Schriftstücken oder dem Personalausweis ergibt Anhaltspunkte für den Verdacht einer Fälschung. Es sollte dann zunächst die Person befragt werden, der die Unterschrift zugerechnet wird. Wenn sich der Verdacht nicht ausräumen lässt, bleibt im Notfall nur die Strafanzeige bei der Polizei.

Bildquelle: pixabay.com

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