Zykluscomputer und Co. – Verhüten mit technischen Hilfsmitteln

Es gibt viele Methoden, um eine Schwangerschaft zu verhüten. Die Methode muss dabei nicht nur effektiv, sondern auch persönlich für einen passend sein. Dazu zählt eine gute Umsetzbarkeit und auch der persönliche Lebensstil. Im Folgenden werden die gängigsten technischen Hilfsmittel zur Empfängnisverhütung vorgestellt und was alles zu beachten ist.

Zykluscomputer und Verhüten

 

Welche Arten der technischen Verhütung gibt es in Deutschland?

Zur geziehlten Empfängnisverhütung gibt es einen Temperaturcomputer, einen Hormoncomputer und einen sogenannten Zykluscomputer. Neuerdings gibt es tatsächlich auch Zyklus-Apps, die eine erfolgreiche Verhütung versprechen. Aber wie effektiv sind die einzelnen Methoden überhaupt? Da wäre aber auch noch die symptothermale Methode (NFP).

Was ist NFP und wie funktioniert diese?

Mit der symptothermale Methode kann die Frau die fruchtbaren und unfruchtbaren Phasen jeden Monat anhand von Körpersymptomen erkennen.

So kann der Zyklus beobachtet werden und der Eisprung ermittelt werden. Dabei gibt es drei Symptome, an denen sich die Anzeichen für einen Eisprung festmachen lassen:

– die Körpertemperatur
– der Zervixschleim
– der Gebärmutterhals bzw. der Muttermund

Wer diese Methode beherrscht, kann das Wissen nutzen, um entweder schwanger zu werden oder auch um geziehlt Schwangerschaften zu vermeiden.

Doch es es ist eine Herausforderung, sich eingehend mit der symptothermalen Methode zu beschäftigen. Jedoch ist es nicht die Kompliziertheit, die es schwierig macht. Vielmehr ist es das vielfältige neue Wissen, über welches man vorher nicht verfügt hat.

Die Abkürzung NFP bedeutet übrigens nichts anderes als “Natürliche Familienplanung”. Diese Abkürzung wird von vielen Anwenderinnen gebraucht.

Zu beachten ist dabei, dass Sie unbdingt die symptothermale Methodik vollständig verstanden haben müssen. Nur in diesem Fall ist die Methode tauglich für erfolgreiche Schwangerschaftsverhütungen.

Generell ist das Prinzip logisch aufgebaut. Biologisch betrachtet kann eine Frau nur an wenigen Tagen im Zyklusverlauf schwanger werden. Das entspricht etwa 5-6 Tagen im Monat.

Wenn eine Frau den Eisprung hat, kann die Eizelle für etwa 12-18 Stunden befruchtet werden.

Die Spermien des Mannes haben eine Lebensdauer von maximal 5 Tagen. Also sollte man an diesen bestimmten Tagen enthaltsam sein.

Wenn Sie damit anfangen, dann sollten Sie damit beginnen, täglich nach dem Aufstehen die Körpertemperatur zu messen. Diese Temperatur muss dann täglich in ein Tagebuch eingetragen werden. Den Zervixschleim sollten Sie mehrmals täglich kontrollieren. Nach einigen Monaten der Auswertung können Sie die Daten dann auswerten. Das ist eigentlich das ganze Prinzip.
Sie benötigen dazu nur Ein Thermometer mit zwei Nachkommastellen.
Tagebuch zum Auflisten der Daten und ein wenig Zeit und Gedult, diese Methode zu lernen.

Zur Hilfestellung gibt es auch die myNFP-App. Hier können alle Daten eingetragen werden. Das erleichtert Ihnen die Durchführung etwas. Nach einigen Monaten des erfolgreichen Durchführens ist der Aufwand auch nicht mehr so groß und Sie werden sich daran gewöhnt haben.

Der Temperaturcomputer als Hilfsmittel

Einen solchen Computer können Sie nutzen, wenn Sie ihre morgendliche Basaltemperatur messen möchten. Doch Vorsicht: die Temperatur während des Eisprungs kann nur nachträglich ermittelt werden. Deshalb muss man die Messung regelmäßig machen und sorgfältig die Daten notieren und auswerten.

Für eine genauere Ermittlung des Eisprungs kann man den Zervixschleim beobachten. Auch der Muttermund sollte dann regemäßig abgetastet werden. Wenn die Temperatur drei Tage hintereinander erhöht ist und der Muttermund leicht erweitert ist, dann kann man davon ausgehen, dass der Eisprung einen Tag vor der Erhöhung stattgefunden hat.

Wenn man die NFP-Methode in Zusammenhang mit einem solchen Temperaturcomputer nutzt, dann liegt der Pearl Index bei 0,7 bis 3. Je niedriger der Pearl Index ist, desto sicherer ist auch die Methode.

Wie genau funktioniert die Temperaturmessung mit dem Temperaturcomputer?

Meist misst man die Temperatur des Körpers direkt nach dem Aufwachen. Diese Basaltemperatur ändert sich im Laufe des weiblichen Zyklus. Gegen Mitte der ersten Zyklushälfte ist es so, dass die Temperatur langsam, aber stetig ansteigt. Das kündigt dann den bevorstehenden Eisprung an. Die Auswertung der über einen längeren Zeitraum gemessenen Temperatur übernimmt dann der Temperaturcomputer für Sie.

Der Hormoncomputer

Der Hormonmesscomputer ist für seine einfache Handhabung bekannt. Der Hormoncomputer ist auch in den Medien sehr bekannt geworden (Clearblue).
Vom Prinzip her funktioniert der Hormoncomputer wie ein einfacher Schwangerschaftstest. Mit dem Unterschied, dass hier die fruchtbaren Tage angezeigt werden.

Der Hormoncomputer funktioniert mit einem Einmal-Teststäbchen und einem Handmonitor. Auf das Stäbchen muss wieder ein wenig Urin. Das Teststäbchen mit dem Urin wird dann ausgelesen und wertet die Ergebnisse entsprechend aus.
Am ersten Morgen, wenn SIe Ihre Menstruation haben, müssen Sie dann den Zusatzknopf drücken. So weiß der Computer, wann Ihr Zyklus begonnen hat.

Zu ganz bestimmten Zeitpunkten wird nun ein gelbes Licht aufleuchten. Das signalisiert, dass Sie nun messen müssen.
Bei dieser Einfachheit bietet es sich an, dass man den Hormoncomputer in Zusammenhang mit der NFP-Methode verwendet. Das bietet den meisten Frauen eine zusätzliche Sicherheit.

Wenn Sie es noch viel einfacher möchten: Der Zykluscomputer

Der temperaturbasierte Zykluscomputer

Ein solcher Zykluscomputer besteht aus einem elektronischen Thermometer. Dieser ist nit einem kleinen Computer verbunden. Der Computer speichert dann die gemessenen Datenund wertet diese auch gleich aus. So wird direkt angezeigt, ob Sie einen fruchtbaren oder unfruchtbaren Tag haben.

Die Basaltemperatur muss auch hier jeden Morgen nach dem Aufwachen ermittelt werden. Es gibt auch eine weitere Taste. Beim Drücken von dieser kann das Gerät über die aktuelle Menstruation informiert werden.

Je mehr morgendliche Temperaturen von dem Computer gemessen und gespeichert werden, desto sicherer wird diese Methode.

Lesetipp: Finden Sie hier die besten Zykluscomputer im Vergleich.

Studien zur Sicherheit eines Zykluscomputers

Einige Studien zur erfolgreichen Empfängnisverhütung mit dem Zykluscomputer zeigen, dass diese insgesamt bessere und sicherere Ergebnisse liefern als ein einfacher Hormoncomputer. Im Durchschnitt haben die Zykluscomputer einen Pearl-Index zwischen 0,7 und 3,8. Ein Hormoncomputer einer bekannten Firma dagegen hat nur einen Pearl-Index von 6,5 erreicht.

Auch die Stiftung Warentest hat sich einmal damit befasst. Diese hat eine Studie der Uni Heidelberg in Baden-Württemberg  in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Düsseldorf – Benrath unterstützt. Es wurden die Aussagequalitäten der verschiedenen Zykluscomputer mit den Ergebnissen der symptothermalen Methode verglichen. In einem Versuch hielten 67 Frauen für drei Monate die Ergebnisse beider Methoden fest. Anschließend hat jedes Mal ein Frauenarzt per Hormontest und Ultraschall die Ergebnisse der Zykluscomputer nachgeprüft und verglichen. Es ist auf dieser Grundlage ein Qualitätsindex erstelt worden, um die Zuverlässigkeit der verschiedenen Methoden zu ermitteln.

Das Ergebnis: bei der symptothermalen Methode ist die Fehlerquote sehr gering ausgefallen. Jedoch ist die Fehlerquote bei den Zyklustestern höher gewesen. Also sollten Sie einen Zykluscomputer eher als Hilfsmittel ansehen und nicht als alleiniges Verhütungsmittel.

Das Schleim- oder Speichelmikroskop

Ein Schleim-Mikroskop untersucht genau wie ein Hormoncomputer den Zervixschleim. Es wird hier eine geringe Menge getrockneter Zervixschleim unter einem Mikroskop angesehen. Dabei wird nach “kristallinen Östrogenen” im Schleim gesucht. Diese würden die auf eine aktuelle Fruchtbarkeit der Frau hindeuten. Allerdings muss erwähnt werden, dass klinische Studien ein eher schlechtes Resumee für diese Art der Fruchtbarkeitsbestimmung bescheinigen. Deshalb sollte diese Methode am Besten in Kombination mit den anderen Verhütungsmethoden angewendet werden.

Bildquelle: pixabay.com

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