Radonbelastung - Wie gefährlich ist Radon Gas?

Radonbelastung: Wie gefährlich ist das natürlich vorkommende radioaktive Gas?

Radon ist ein radioaktives und sehr bewegliches Edelgas und entsteht als natürliches Zwischenprodukt der Zerfallsreihe von Uran-238. Man kann es weder sehen, riechen noch schmecken. Sobald es im Freien an die Luft gelangt, verflüchtigt es sich rasch und bleibt ungefährlich. Wenn es sich in Räumen zu höheren Konzentrationen sammelt, kann es zu gesundheitlichen Folgeschäden kommen.

Radon – die unbekannte Gefahr aus dem Boden

Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist das Edelgas nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Zwar existiert eine Radonkarte, die Risikogebiete ausweist. Allerdings berücksichtigt diese nicht die Art und Struktur von einzelnen Gebäuden.

ein Radonmessgerät steht auf dem Tisch
Die Messung des Radongehalts ist der erste Schritt zur Vermeidung gesundheitlicher Folgeschäden! (Bild von TakeActionOnRadon auf Pixabay)

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) gibt in ihrem jüngsten Bericht einen Grenzwert von 100 bq/m3 (Becquerel pro Kubikmeter) an, ab dem eine längere Exposition zu gesundheitlichen Folgen führt. Der Referenzwert in Deutschland dagegen beträgt nach Angaben der Experten von Radonova.de 300 bq/m3 für Innenräume. Der reale Radongehalt eines Hauses kann nur über Messungen vor Ort festgestellt werden. Eine Messpflicht gibt es bisher nur für Arbeitsplätze unter bestimmten Bedingungen. Für Wohnhäuser bleibt es den Bewohnern vorbehalten, die Werte aufzunehmen und gegebenenfalls notwendige Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Wo kommt Radon vor?

Uran ist überall auf der Welt im Boden und im Gestein enthalten. Die Verteilung schwankt regional sehr, typische Radon-Gebiete sind in Deutschland die Mittelgebirge wie im Schwarzwald, im Erzgebirge, in der Sächsischen Schweiz und Teilen Thüringens zu finden. Auch vom Bayerischen Wald bis hin zu den Alpen wird ein hoher Radongehalt gemeldet. Außerdem werden hohe Konzentrationen bei Abraumhalden von Bergwerken festgestellt.

Das Zerfallsprodukt Radon gelangt aus dem Untergrund von Gebäuden in die Innenräume der Häuser. Dabei hängt der Grad der Verbreitung von Radon von der Durchlässigkeit des jeweiligen Bodens und des Baugrundes ab. Auch in Baumaterialien, die aus natürlichem Gestein bestehen, ist Radon enthalten. Die Konzentrationen in diesem Medium sind zwar eher gering, doch trägt eine poröse Bausubstanz entscheidend dazu bei, dass das Gas in die Innenräume vordringen kann. Zudem ist Radon leicht wasserlöslich und kann über die Wasserleitungen ins Gebäude gelangen. Messungen zum Radongehalt sind deshalb überaus sinnvoll.

Vorsicht: Homeoffice im Keller

Nach § 127 des Strahlenschutzgesetzes besteht eine Messpflicht an Arbeitsplätzen, die sich im Keller oder im Erdgeschoss befinden. Auch Arbeitsplätze, die in einem Radon-Vorsorgegebiet angesiedelt sind, bedürfen einer Messung.

Im Zuge von Corona arbeiten immer mehr Menschen im Home-Office. Dabei erhöht sich die Gefahr einer hohen Strahlenbelastung, wenn sich der Raum im Keller befindet. Bisher gibt es bezüglich einer Messung noch keine abschließende Regelung, wird das Home-Office doch nicht offiziell als Arbeitsplatz bezeichnet.

So wirkt Radon auf die Gesundheit

Wenn Radon in geschlossenen Räumen in einer entsprechend hohen Konzentration vorliegt, gelangt es über die Atemluft in die Lungen. Dort zerfällt es weiter in die radioaktiven Folgeprodukte Wismut, Polonium und Blei. Das Gas selbst wird wieder ausgeatmet, die Folgeprodukte lagern sich am empfindlichen Lungengewebe an und zerfallen weiter.

Es entsteht radioaktive Alphastrahlung, welche die Zellen und deren Erbgut schädigt, was zu Lungenkrebs führen kann. Dabei steigt die Gefahr mit dem Radongehalt in der Atemluft und der Dauer der Exposition an. Auch deshalb ist eine Messung der Radonstrahlung unumgänglich.

So können Sie sich vor Radon schützen

Und so steht an erster Stelle des Radonschutzes die Erfassung des Radongehaltes im eigenen Wohn- und Arbeitsumfeld. Das Equipment dazu besteht aus passiven Radon-Detektoren und ist in einem anerkannten Radonlabor für etwa 30 Euro erhältlich. In der Regel wird dabei zwischen drei Monaten und einem Jahr an verschiedenen Stellen des Hauses gemessen. Das Labor wertet die Ergebnisse dann aus.

Ist zu viel Radon im Haus und in den Wohnräumen, hilft als Erstmaßnahme ein regelmäßiges und intensives Stoßlüften. Zusätzlich ist ein Abdichten der Kellertür und des Leitungssystems empfehlenswert. Wer ganz sichergehen will, der bestellt einen Radon-Fachmann. Dieser findet auch kleinste Ritzen und Spalten in der Bausubstanz. Bei Neubauten kann das Eindringen von Radon mit einer durchgehenden Abdichtung gegen Bodenfeuchte vermieden werden.

Bildquelle: pixabay.com

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