Hunde in der Großstadt: Tipps für Wohnungshunde und Alltag

Hunde sind weiterhin eines der beliebtesten Haustiere der Deutschen. Doch während sie auf dem Land beinahe zum guten Ton gehören und hier über Haus und Hof wachen, werden sie in der Großstadt gern kritisch beäugt. Zu Unrecht: Hundebesitzer, die sich an einige Grundregeln halten, können auch in der Stadt alles dafür tun, dass es ihrem Vierbeiner gut geht.

Wie gewöhne ich meinen Hund an die Stadt?

Bei der Überlegung, ob der Hund wirklich das richtige Haustier für die Großstadt ist, sollte eines nicht in Vergessenheit geraten: Hunde sind echte Gewohnheitstiere. Das heißt wiederum, dass sich die Vierbeiner mit ein wenig Geduld und Routinen durchaus an den Trubel in der Großstadt gewöhnen können. Das erfordert aber auch ein gewisses Engagement ihrer Besitzer.

Eine große Herausforderung ist die Reizüberflutung. Hunde haben viel feinere Sinne als Menschen. Ein Schäferhund beispielsweise verfügt über insgesamt 220 Millionen Riechzellen. Er nimmt also unzählige Gerüche wahr, die für den Menschen in dieser Form gar nicht existent sind. Viele Duftnoten, die sich im Kopf des Hundes verankern, sind Menschen vollkommen unbekannt, sodass für den Vierbeiner schon eine Runde um den Wohnblock zur absoluten Reizüberflutung führen kann. Viele Hunde reagieren darauf mit schlechtem Benehmen. Das damit verbundene Unwohlsein kann bei Vierbeinern sogar gesundheitliche Probleme verursachen.

Damit sich der eigene Hund in der Großstadt wirklich wohlfühlt, sollte ein Ausgleich zur Reizüberflutung geschaffen werden. Es ist also durchaus ratsam, mit dem eigenen Vierbeiner drei- bis viermal pro Woche den Weg in die Natur auf sich zu nehmen. Dort können sich seine Sinne entspannen.

Für das Leben in der Großstadt bedarf es aber auch einer gewissen Vorbereitung. So ist es wichtig, dass der Hund eine gute Basiserziehung genossen hat und entsprechend sozialisiert ist. Des Weiteren sollte er mit Herrchen und Frauchen eine feste Bezugsperson haben. Sowohl an die Menschenmengen als auch an Gerüche und die imposante Geräuschkulisse wird sich der Vierbeiner mit der Zeit gewöhnen.

Wer die Möglichkeit hat, sollte mit dem Hund vor dem finalen Umzug schon das eine oder andere Mal in der Stadt spazieren gehen. Des Weiteren können Hundetrainer, aber auch andere Hundebesitzer und Tierärzte mit Tipps und Ratschlägen helfend zur Seite stehen. Insbesondere die Zusammenarbeit mit einem Hundetrainer ist ratsam, um möglichst früh, an möglichen Ängsten zu arbeiten.

kleiner Hund in der Stadt

In welcher Großstadt gibt es die meisten Hunde?

Die Beliebtheit des Hundes als Haustier spiegelt sich auch in aktuellen Zahlen wider. Dabei ist durchaus überraschend, dass deutschlandweit eine Großstadt Spitzenreiter unter den Hotspots für Hunde ist. So kamen der IVH, der Industrieverband Heimtierbedarf sowie der ZZF, der Zentralverband der Zoologischen Fachbetriebe in Deutschland, zu dem Ergebnis, dass es unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl in Hamburg die meisten Hunde gibt. So kommen in Hamburg auf 100.000 Einwohner etwa 16.200 Hunde. Dahinter landet Bremen auf dem zweiten Platz. Hier ermittelten die beiden Verbände rund 14.700 Tiere auf 100.000 Einwohner.

Welche Hunde sind als Wohnungshunde geeignet?

Wer darüber nachdenkt, mit einem Hund seinen Alltag in der Großstadt zu gestalten und selbst noch keinen Vierbeiner hat, sollte sich in erster Linie auf Rassen konzentrieren, die auch als Wohnungshunde geeignet sind. Hier gibt es tatsächlich erhebliche Unterschiede. Es gibt eher ruhige Rassen, aber auch solche, die sehr viel Auslauf brauchen. Die eingefleischten Naturburschen unter den Hunderassen sind für den Alltag in der Großstadt weniger geeignet. Dazu gehören sämtliche Schlittenhunde ebenso wie Hütehunde oder auch der Deutsche Schäferhund. Diese Rassen fühlen sich auf dem Land und in einem großen Garten einfach am wohlsten.

Wohnungshunde müssen einige Herausforderungen meistern. So wird von ihnen meist verlangt, dass sie jeden Tag mehrere Stunden allein sind. Des Weiteren sollten sie eher zu den geduldigen Vertretern ihrer Art gehören und nicht allzu sehr den Wachhund im Blut haben, der bei jedem Geräusch direkt anfängt zu bellen.

Rassen, die als Wohnungshund gut geeignet sind, sind vor allem:

  • Pudel: Ein großer Vorteil der aus Frankreich stammenden Pudel ist ihre gute Erziehbarkeit. So lassen sie sich leicht trainieren, sind ausgesprochen kinderlieb und schaffen es problemlos, sich an den Lebensrhythmus ihres Besitzers anzupassen. Wichtig ist aber, dass die Tiere regelmäßig Bewegung brauchen. Lange Spaziergänge durch den Park sind also Pflicht.
  • Malteser: Malteser sind eine recht kleine Rasse, was sie für die Wohnungshaltung beliebt macht. Zudem gelten die Tiere als fröhlich und ruhig. Sie sind aber auch problemlos für lange Spaziergänge zu begeistern. Das Leben in der Großstadt erleichtert ihnen der Aspekt, dass sie eine starke Bindung zu ihrem Menschen haben und noch dazu sehr lernwillig sind. Zudem bellen Malteser eher selten. Auch das macht sie zum idealen Wohnungshund.
  • Französische Bulldogge: Für viele ist es eher eine Überraschung, dass auch die französische Bulldogge sehr gut als Wohnungshund geeignet ist. Tatsächlich liebt die Rasse Kinder und ist noch dazu sehr ruhig und treu. Wichtig ist aber, dass die Französische Bulldogge nicht zu lange allein gelassen wird. Sie eignet sich also nur für Familien, die lediglich wenige Stunden am Tag außer Haus sind.
  • Cairn Terrier: Wer eine Rasse sucht, die durchaus ein wenig Leben in den Alltag bringt, aber keineswegs aggressiv ist, ist mit dem Cairn Terrier gut bedient. Die kleinen Hunde brauchen eine gute Erziehung, kommen dann aber gut mit dem Leben in der Großstadt zurecht. Für Familien mit kleinen Kindern sind sie aber nur bedingt geeignet.
  • Cavalier King Charles Spaniel: Mit dem Cavalier King Charles Spaniel wartet ein echter Familienhund. Der Vierbeiner ist gesellig und ruhig. Er hat gern Kontakt zu Menschen und braucht nicht allzu viel Bewegung. Hier reicht ein Spaziergang pro Tag durchaus aus.

Welche Vor- und Nachteile hat eine Hundehaltung in der Stadt?

Die Hundehaltung in der Stadt bringt durchaus sowohl für den Menschen als auch für das Tier entscheidende Vorteile mit. Die meisten Hunde sind tatsächlich zufrieden und glücklich, wenn sie Zeit mit Herrchen und Frauchen verbringen können. Die Wohnung dient dabei als Rückzugsort und wichtiger Ruhepol. Hundebesitzer werden zudem durch den Vierbeiner auch beim Leben in der Großstadt zu regelmäßiger Bewegung und Ausflügen in die Natur motiviert. Ein Nachteil ist lediglich, dass die Möglichkeiten für Spaziergänge und lange Gassirunden in der Großstadt begrenzt sind. Zudem hält längst nicht jede Stadt Hundespots bereit, an denen sich die Vierbeiner auch mal ohne Leine austoben können.

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