Nachhaltig Haus bauen – 4 Schritte zum Eigenheim

Nachhaltigkeit liegt im Trend – auch beim Thema Hausbau. Wer beim Bau seines Eigenheims den Nachhaltigkeitsaspekt nicht außer Acht lässt, profitiert davon gleich doppelt. Einerseits vom niedrigeren Energieverbrauch, andererseits von staatlichen Förderungen. So helfen Sie der Umwelt und bekommen dafür sogar etwas zurück. Wir zeigen Ihnen, worauf es beim Bau eines nachhaltigen Eigenheims ankommt.

Die wichtigsten Schritte für einen nachhaltigen Hausbau

Wer nachhaltig bauen möchte, sollte sich zunächst damit auseinandersetzen, was nachhaltiges Bauen überhaupt bedeutet . Neben gesetzlichen Vorgaben, auf die wir weiter unten eingehen werden, sind ein paar Schritte unumgänglich, wenn Sie beim Bau Ihres neuen Zuhauses auf Nachhaltigkeit setzen möchten – unabhängig davon, wie groß oder klein Ihr Traum vom Eigenheim aussehen soll.

Schritt 1: Planung

Planung ist – wie so oft im Leben – alles. Um diesen Punkt kommen Sie beim Hausbau nicht herum. Damit alles glatt läuft und das Eigenheim letztlich so gebaut wird, wie Sie es sich vorstellen, ist es ratsam, einen externen Experten oder eine externe Expertin zu Rate zu ziehen. Diese haben einen neutralen Blick auf das Projekt und können Ihnen mit Wissen und Erfahrung zur Seite stehen.

Schritt 2: Wahl des Baupartners und der Baustoffe

Um möglichst nachhaltig zu bauen, ist es wichtig, sowohl bei der anfänglichen Planung als auch im weiteren Verlauf des Projekts auf Regionalität zu achten. Die Auswahl an Baupartnern sollte auf all jene begrenzt werden, die sich in unmittelbarer Nähe befinden. So verhindern Sie lange Anfahrten und damit unnötig verschwendete Energie sowie durchaus vermeidbare Emissionen.

Bezüglich der Baustoffe gilt es sich zu informieren, welche in Ihrer Region zur Verfügung stehen. Nachhaltiges Holz beispielsweise zeichnet sich dadurch aus, dass es bei einem eventuellen Abriss des Hauses in der Zukunft recyclebar und wiederverwertbar ist.

Schritt 3: Kontrolle und Behebung von Mängeln

Damit Sie am Ende nicht vor einem fertiggestellten Haus voller Mängel und Probleme stehen, sollte der Bau ausgiebig überwacht werden. Fehler können passieren. Eine schnelle, ehrliche Dokumentation verhindert, dass sie größer werden, und trägt einer raschen Behebung bei. Dafür braucht es eine gute Zusammenarbeit aller beteiligten Parteien.

Eventuellen Mängeln vorzubeugen, kommt Ihnen nicht zuletzt bei der Terminplanung für den bevorstehenden Umzug zugute. Immerhin müssen einige Punkte abgehakt werden, bevor der Umzug starten kann. Je stressfreier, desto besser.

Schritt 4: Digitale Baustelle

Eine moderne Baustelle birgt gleich mehrere Vorteile. Die Digitalisierung tauscht nämlich nicht nur Papierchaos gegen eine übersichtliche Baudokumentation in einer App. Auch Anfahrtswege können durch Video-Calls oder die Übermittlung der Dateien über diverse Messenger-Dienste ersetzt werden.

Am meisten eingespart wird der Faktor Zeit. Arbeiten, die nicht direkt auf der Baustelle geschehen müssen, können heutzutage komplett ortsunabhängig erledigt werden. Mobiles Arbeiten und ein beschleunigter Informationsaustausch sorgen für mehr Effizienz und reduzieren Emissionen.

Nachhaltig Haus bauen – 4 Schritte zum Eigenheim

Was alles in einen nachhaltigen Bau miteinfließt. (© bau-master.com )

Gesetzliche Grundlagen und Möglichkeiten bei Neubauten

Bevor mit der Planung und dem Bau begonnen werden kann, gilt es sich mit den gesetzlichen Regelungen auseinanderzusetzen. So kennen Sie die Grundlagen und auch, welche Möglichkeiten es gibt, Neu- oder Umbauten mit staatlichen Förderungen und Zuschüsse zu finanzieren.

Seit 2023 müssen Neubauten laut dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) mindestens dem Standard „Effizienzhaus 55" entsprechen. Dieser legt fest, dass das neue Gebäude im Vergleich zum Referenzgebäude nur 55 % der Primärenergie verwenden darf. In der Praxis beläuft sich das auf einen jährlichen Endenergiebedarf von ca. 35 kWh/m². Anders gesagt: 3,5 m³ Erdgas oder 3,5 Liter Heizöl.

Mit Primärenergie ist übrigens der gesamte Energieverbrauch – sprich vom Abbau der notwendigen Rohstoffe bis hin zur Nutzung im fertigen Gebäude – gemeint. Endenergie bezeichnet den tatsächlichen Verbrauch eines Gebäudes, der etwa durch Heizung, Warmwasser und Strom zustande kommt.

Energieeffiziente Häuser – welches soll es werden?

Beim Thema energieeffiziente Häuser wird grundsätzlich zwischen vier verschiedenen Konzepten unterschieden. Im Folgenden stellen wir Ihnen diese kurz vor. Ein kleiner Tipp vorweg: Da die Vorgaben bezüglich der Nachhaltigkeit von Eigenheimen zunehmend strenger werden, sollten Sie sich eher nicht am Minimum orientieren. Hier gilt es lieber etwas mehr zu investieren und dafür langfristig nachhaltig zu wohnen.

Neubau-Energiesparhaus nach gesetzlichem Standard

In diesem Fall entspricht die Dämmung dem Mindeststandard nach GEG. Es wird eine moderne Heizanlage verbaut und die Fenster sind mindestens zweifach verglast. Oft reicht eine nachhaltige zusätzliche Energiegewinnung – etwa mittels Solaranlage – bereits aus. Der maximale Heizwärmebedarf beläuft sich auf 35 kWh/m² im Jahr.

Niedrigstenergiehaus

Eine Stufe weiter in puncto Nachhaltigkeit befindet sich das Niedrigstenergiehaus. Dieses besitzt eine bessere Dämmung, die Türen sind dichter und die Fenster haben eine Dreifach-Verglasung. Darüber hinaus muss die Energiegewinnung fast ausschließlich über erneuerbare Ressourcen funktionieren. Das wäre beispielsweise beim Verbau einer Wärmepumpe plus Einsatz einer Solaranlage der Fall.

Aufgrund der dichteren Türen und Fenster, wird im Niedrigstenergiehaus häufig eine Lüftungsanlage verbaut, damit trotzdem genügend Frischluft nach drinnen gelangt. Der jährliche Heizwärmebedarf darf maximal 15 bis 25 kWh/m² betragen.

Passivhaus

Beim Passivhaus wird beinahe keine Heizenergie benötigt. Dafür sorgt sowohl die gute Dämmung von Wänden, Türen und Fenstern als auch eine spezielle Bauweise. Dabei werden auf der Südseite große Fenster verbaut, während sich auf der Nordseite nur wenige, kleine Fenster finden.

Um einer Überhitzung im Sommer entgegenzuwirken, gibt es einen Sonnenschutz. Zudem stellet eine kontrollierte Wohnraumbelüftung mit Wärmerückgewinnung einen geregelten Luftaustausch sicher. Der jährliche Heizwärmebedarf darf 10 kWh/m² nicht übersteigen.

Plusenergiehaus

Das Plusenergiehaus produziert mehr Energie als es verbraucht. Es erzeugt also ein Plus an Energie – daher stammt auch die Namensgebung. Meistens wird dies mithilfe des Einsatzes von gleich mehreren erneuerbaren Energien erzielt. So kommen hier Windkraft, Solarenergie, Wärmepumpen und andere Methoden der nachhaltigen Energiegewinnung zum Tragen.

Das Haus selbst wird so gebaut, dass es mit der verfügbaren Energie äußerst sparsam umgeht. Stromspeicher dienen oftmals als Zwischenspeicher für die überflüssige Energie.

Solardach

Ein Solardach ist eine innovative Möglichkeit, um erneuerbare Energien zu nutzen und gleichzeitig die Stromkosten zu senken. Durch die Installation von Solarzellen auf dem Dach kann Sonnenlicht in elektrische Energie umgewandelt werden. Neben den ökologischen Aspekten bieten Solardächer auch wirtschaftliche Vorteile. Solardachbesitzer können durch die Einspeisung des überschüssigen Stroms ins öffentliche Netz Geld verdienen und ihre Investition schneller amortisieren. Zusätzliche Hinweise zu Solarmodulen finden Sie auf deluxesolar.de

Die Installation eines Solardachs erfordert jedoch eine sorgfältige Planung und Berücksichtigung einer Vielzahl von Faktoren, darunter Ausrichtung, Neigungswinkel und Verschattung. Um das volle Potenzial eines Solardachs auszuschöpfen, ist es wichtig, sich professionell von Experten beraten zu lassen.

Nachhaltig in die Zukunft

Wer ein Haus baut, muss an einiges denken. Mit ausreichend Planung und einer zusätzlichen Expertise von außerhalb, befinden Sie sich sicherlich auf einem guten Weg. Dann müssen Sie sich nur noch entscheiden, wie nachhaltig Ihr zukünftiges Eigenheim sein soll bzw. was möglich ist. Ein letzter Tipp: Da die Vorgaben zu Nachhaltigkeit zunehmend strenger werden, sollten Sie sich vielleicht nicht am Minimum orientieren!

weiterführende Links:

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/foerderprogramme/zuschuesse-fuers-eigenheim-so-finden-sie-das-richtige-foerderprogramm-43745
https://service-rechtsschutz.de/bauherrenrechtsschutz/
https://www.comunvita.com/