Outdoor-Urlaub – Abenteuer unter dem Sternenhimmel

Freiheit. Abenteuer. Natur. Weite. Dies sind Wörter, die Sehnsucht auslösen und das Bedürfnis wecken, Zeit im Einklang mit der Natur zu erleben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen zu Zelt und Rucksack greifen oder einen Bus umbauen. Bevor es losgeht, sollte man die wichtigsten Dinge einpacken und wissen, worauf beim Outdoor-Urlaub geachtet werden sollte.

Was macht den Reiz eines Outdoor-Urlaubs aus?

Den größten Teil seiner Evolution verbrachte der Mensch als Jäger und Sammler. 24 Stunden war er von der Natur umgeben, die ihm Nahrung und Schutz bot. Heute verspüren viele Menschen eine Sehnsucht nach der Natur, wollen sich von Landschaften den Atem rauben lassen und auf neuen Pfaden wandeln.

Die Zeit draußen im Einklang mit der Natur verspricht Ruhe und Zeit, nachzudenken. Studien belegen, dass bereits 20 Minuten in der grünen Natur Stresshormone in ihre Schranken verweisen und der Cortisol-Spiegel gesenkt wird. Dies bringt die Möglichkeit, sich zu entspannen und zu sich selbst zu finden.

Outdoor-Urlaub - Abenteuer unter dem Sternenhimmel
Bildquelle: depositphotos.com

In vielen abgeschiedenen Regionen gibt es keinen Empfang und keinen Strom. Diese Umstände bringen einen dazu, seine technischen Geräte wegzulegen und die Welt ungefiltert und ohne Ablenkung wahrzunehmen. Ein Outdoor-Urlaub birgt die Möglichkeit, mit allen Sinnen zu erleben und zu entschleunigen.

Zugleich kann sich der Körper regenerieren. So füllt man die Lungen im Wald mit rund 90 Prozent weniger Staubteilen als in der Stadt. Die Zeit im Freien stärkt das Immunsystem und der Duft der Pflanzen beruhigt die Nerven. Durchatmen. Staunen. Man selbst sein.

Bei einem Urlaub im Freien hat man die Möglichkeit, kleine Dinge wieder wertzuschätzen und sich mit jedem Schritt zu erfreuen. Neue Pflanzen können entdeckt, neue Tiere erspäht werden.

Zudem wird einem bewusst, welche Spuren man in der Natur hinterlässt und wie viele Ressourcen man nutzt. So kann trockenes Holz zum Feuermachen verwendet werden, eine Höhle wird zu einem temporären Unterschlupf und der See davor zur riesigen Badewanne. Doch wohin mit dem Shampoo und der leeren Getränkedose?

ein Mann wandert durch die Natur und hat einen Rucksack auf dem Rücken
Bildquelle: depositphotos.com

Ich packe meinen Rucksack…

Bereits beim Packen ist Minimalismus angesagt. Ein Rucksack bietet nur begrenzt Platz und spätestens beim Wandern auf verschlungenen Wegen wird man jedes Kilo zu viel spüren. Daher ist eine gute Planung wichtig. Dieses Equipment sollte beim Outdoor-Urlaub nicht fehlen:

  • Zelt oder Biwak samt Zubehör: Zu einem Outdoor-Urlaub gehört das Schlafen unter freiem Himmel. Hinzu kommen, je nach Komfortanspruch und Platz, Kopfkissen, Isomatte, Moskitonetz, Schlafanzug etc.

Tipp: Outdoor-Urlaube sind wetterabhängig und lassen sich schlechter planen als der Alltag. Zur Sicherheit ist es daher ratsam, ein Notbiwak mitzunehmen, auch wenn man keine Übernachtung plant.

  • Licht: Wenn man lange in abgelegenen Gegenden unterwegs ist, bieten sich solarbetriebene Lampen an.
  • Geschirr und Co.: Nahrung darf auch im Outdoor-Urlaub nicht fehlen. Je nach Umgebung kann diese auf einem Feuer oder Campingkocher zubereitet oder kalt gegessen werden. Spezielles Campinggeschirr ist leicht, robust und kann mit wenig Platz verstaut werden.
  • Nahrungsmittel und Wasser: Energieriegel und spezielle Trekkingsnacks bieten viele Vitamine, Mineralien und Kalorien bei wenig Gewicht und Platz. Nüsse können sich als Snack ebenfalls eignen. Je weniger Wassergehalt, desto leichter sind die Lebensmittel. Wasser ist lebenswichtig, in der Natur aber meist vorhanden.

Tipp: Mit einem Wasserfilter oder Tabletten ist man auf der sicheren Seite. Alternativ kann man Wasser etwa zehn Minuten lang abkochen, um Bakterien und Viren zu töten.

  • Hygieneartikel: Hier ist es wichtig, biologisch abbaubare Produkte zu verwenden. Diese müssen in deutlichem Abstand zu einer Wasserquelle verwendet werden, damit Flüsse, Seen und Quellen nicht verunreinigt werden. Diverse Hersteller bieten Produkte an, die sich zum Waschen, Spülen und zur Körperpflege eignen. Somit spart man Platz und Gewicht.
  • Kleidung: Kleidung sollte beim Outdoor-Urlaub vor allem widerstandsfähig und leicht sein sowie schnell trocknen. Multifunktionshosen, eine wasserfeste Jacke sowie ausreichend Unterwäsche und Socken reichen in der Regel aus.

Tipp: Ein Multifunktionstuch oder Pareo kann zu diversen Zwecken eingesetzt werden. So hat man Tragetasche, Strandtuch, Rock etc. in einem.

  • Insektenschutz: Die Natur bietet eine Fülle an Tieren, auch in kleinem Format. Helle lange Kleidung, Moskitonetze, Sprays oder ätherische Öle halten die Insekten auf Abstand.
  • Reiseapotheke: Verletzungen können im Freien schnell geschehen. Daher ist ein Erste-Hilfe-Kasten fürs Campen ideal. Pflaster, Desinfektionsmittel, Durchfalltabletten, eine Zeckenzange und Schmerzmittel gehören immer ins Gepäck.
  • Papiere und Unterlagen: Ausweis oder Reisepass sowie Kreditkarten verwahrt man am besten wasserdicht.
  • Sonstiges: Kabelbinder, Nadel und Faden sowie Panzertape sind gute Begleiter im Freien. Hinzu kommen hochwertige Outdoor-Messer, die vielfältig einsetzbar sind.

Tipp: Hilfreiche Tipps für das Camping mit Kind gibt es auf: blog.dethleffs.de und Tipps und Inforamtionsmateriall zum Schlafsackkauf finden Sie auf motortrekking.de.

Dos and Don'ts im Freien

Die Zahl der Wildcamper und Abenteurer steigt seit Jahren. Dies hat zur Folge, dass man statt Freiheit und Einsamkeit überfüllte Plätze vorfindet. Müll wird zurückgelassen, Klopapier weht über verwüstetet Landschaften. Daher gelten grundsätzlich die Leitsprüche: Leave no trace und take nothing but pictures. Dies bedeutet, dass man einen Platz so verlässt, wie man ihn vorgefunden hat (oder sauberer) und nicht jede Blume am Wegesrand abknickt.

Beim Campen sollte man darauf achten, keine Anwohner und Tiere zu stören. Laute Musik oder Übernachten in Sichtweite von Häusern ist eher unbeliebt, außer man hat für Letzteres die Einwilligung. Ein Lagerfeuer zu entfachen oder auf offener Flamme zu kochen ist je nach Region und Trockenheit untersagt und gefährlich.

Wo darf man Outdoor-Urlaub machen?

Bei dieser Frage ist es wichtig, ob man im Auto schläft, mit dem Reisemobil sein Lager aufschlägt, im Zelt übernachtet oder biwakiert.

Norwegen, Schweden und Finnland haben das sogenannte Jedermannsrecht, bei dem jeder Mensch das Recht hat, die Natur zu genießen und ihre Früchte zu ernten. Somit darf man eine bis drei Nächte mit Zelt oder Biwak an einem Ort verbringen.

Schottland und die Schweiz kennen dieses Gewohnheitsrecht ebenfalls. Grundsätzlich ist es wichtig, sich vor dem Urlaub über die genauen Vorschriften in der Region zu erkundigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.