Sich erfolgreich Bewerben geht nicht nur über Stelleninserate

Ein Stelleninserat sichten, eine durchdachte Bewerbung schreiben und abschicken – und nichts mehr von der Firma hören oder nach langer Zeit eine Standardabsage bekommen? So ist es vermutlich allen Stellensuchenden schon einmal gegangen. Obwohl es nicht die feine Art ist, als Unternehmen so auf Bewerbungen zu reagieren, geschieht das dennoch öfter. Wenn es einfach nicht klappen will mit dem Bewerben auf Stelleninserate: Es gibt glücklicherweise einige alternative Möglichkeiten, um als potenzieller Arbeitnehmer eine Firma wirkungsvoll auf sich aufmerksam zu machen.

Sich Be-Werben ist Werben, das ist bei der Jobsuche sowohl über Stelleninserate als auch außerhalb der Fall. Man darf sich dementsprechend nicht vor einem gewissen Maß an Selbstmarketing scheuen. Ist erst mal eine gute Arbeitnehmermarke aufgebaut, gilt es, diese über die relevanten Kanäle bekannt zu machen.

Mann der in ein Buch zeichnet und Kaffee trinkt.

Selbstmarketing – das eigene Personal Brand aufbauen

Was für die Marke eines Unternehmens oder eines Produktes gilt, gilt im Grunde auch für das Personal Brand: Es muss einzigartig sein und so kommuniziert werden, dass es positiv in Erinnerung bleibt. Der Aufbau einer persönlichen Marke beginnt immer mit einer Selbstreflexion: Was macht mich als Bewerber aus? Was sind meine Qualifikationen, Talente, Werte, Ziele, Interessen, Stärken und Schwächen? Wenn diese Punkte einmal klar sind, gilt es, das Personal Brand in kommunizierbare Formen zu gießen. Hierfür stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • eine persönliche Visitenkarte mit Kontaktdaten und der Angabe der gewünschten Tätigkeit
  • ein aussagekräftiger Elevator Pitch: eine kurze und prägnante Zusammenfassung der eigenen Person, geschärft auf Alleinstellungsmerkmale
  • ein professionelles Online-Image, insbesondere Profile auf Social Media-Kanälen
  • aktualisierte und auf das Personal Brand abgestimmte Bewerbungsunterlagen

Letztere lassen sich bei Bewerbungen auf Stelleninserate ebenso verschicken wie bei Initiativbewerbungen.

Tipp der Redaktion: Coole Bewerbungsvorlagen zum Download  finden sich auch bei verschiedenen Anbietern.

Initiativbewerbung – wenn der Traumjob gerade nicht ausgeschrieben ist

In der Umgangssprache gibt es drei Bezeichnungen für diese Bewerbungsform: Initiativ-, Spontan- oder Blindbewerbung . Hierbei schickt der Bewerber seine Bewerbungsunterlagen an eine Firma, die ihn interessiert, die aber die gewünschte Funktion nicht ausgeschrieben hat. In der Regel wird dabei nicht gleich das ganze Bewerbungsdossier mitgeschickt, sondern ein Anschreiben und der Lebenslauf – Arbeits- und Ausbildungszeugnisse werden auf Wunsch nachgeliefert.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil einer Initiativbewerbung ist, dass sich der Bewerber nicht aus einer grossen Zahl von Mitbewerbern herausheben muss, um mit der Bewerbung das Interesse der Personalverantwortlichen zu wecken. So enthält seine Bewerbung mehr Aufmerksamkeit. Bisweilen kann es sein, dass die gewünschte Stelle nicht in der Form existiert, aber eine ähnliche Stelle für den Bewerber geschaffen werden kann. Eine professionell und interessant geschriebene Initiativbewerbung kann daher der Schlüssel sein, um sich den eigenen Traumjob zu schaffen, dazu in einem Unternehmen, das einen wirklich anspricht.

Networking – das persönliche Netzwerk pflegen und bekannt machen, dass man einen Job sucht

Es ist inzwischen ein allgemein bekannter Fakt, dass sehr viele Stellen nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern über Beziehungen vergeben werden. Umso wichtiger sind daher persönliche Kontakte geworden, um an attraktive Jobs heranzukommen. Schon bevor man sich auf Jobsuche begibt, ist es empfehlenswert, ein eigenes persönliches Netzwerk aufzubauen respektive wieder zu aktivieren und dieses zu pflegen . Das persönliche Netzwerk besteht aus Freunden, Familie, Kollegen und anderen Kontakten, die man im Laufe des Lebens gesammelt hat. Potenziell jeder, den man kennt, kann für die Jobsuche von Vorteil sein. Vielleicht arbeitet zum Beispiel ein ehemaliger Mitstudent inzwischen in der Branche, in der man selbst gerne tätig wäre. Oder eine Cousine hat ein Unternehmen gegründet, für das man gerne die eigenen Kompetenzen in einer bestimmten Funktion einbringen möchte.

Die Tatsache, dass man aktuell auf der Suche nach einer neuen Arbeit ist, ist schon längst nichts Beschämendes mehr. Man braucht ja nicht gleich jedem mitzuteilen, dass man arbeitslos ist – schließlich kann man gerade so gut auf der Suche nach einer neuen Stelle sein, weil man mit der aktuellen Anstellung nicht mehr zufrieden ist. Was auch immer die Motivation für die Jobsuche ist: Je mehr und je passendere Personen wissen, dass man etwas sucht und was man sucht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand einem eine Stelle anbieten oder einen für den gewünschten Job empfehlen kann.

Bewerbungen auf Social Media – sich online Bewerben leicht gemacht

Ein sehr wichtiger Bereich, der mit Networking verbunden ist, ist der Auftritt von Jobsuchenden in den Kanälen der sozialen Medien. Zu solchen Kanälen gehören

  • professionelle Netzwerke wie LinkedIn oder Xing
  • (eher) privat genutzte Kanäle wie Facebook, Instagram oder TikTok
  • branchenspezifische Austauschplattformen und Fachforen.

Wie bereits erwähnt, braucht es für die Präsenz auf LinkedIn und Co. erst einmal ein professionelles Profil. Bei diesem ist auf Vollständigkeit und Fehlerlosigkeit zu achten; zudem gehört ein sympathisches Foto in ausreichend guter Bildqualität dazu. Jobsuchende, die ihr Profil in den relevanten sozialen Medien platziert haben, können von Unternehmen kontaktiert werden, die sich auf diesen Kanälen auf Kandidatensuche machen (sogenanntes Active Sourcing ). Was aber nicht heißt, dass man lediglich passiv auf Jobanfragen warten soll, hat man einmal einen Account auf LinkedIn oder Xing erstellt. Die Chancen, gesehen und gefunden zu werden, erhöhen sich deutlich, wenn man auf den Profilen aktiv ist. Nicht nur besteht die Möglichkeit, das eigene Kontaktnetzwerk dort stetig auszubauen. Es bieten sich auch viele Gelegenheiten zum Mitdiskutieren über Themen, bei denen man Bescheid weiß und seine Meinung einbringen möchte. Und nicht zuletzt gilt es, das Profil aktuell zu halten.

Fazit: die Vielfalt an Bewerbungskanälen nutzen

Wer auf Stellensuche ist und möglichst bald einen Job finden möchte, tut gut daran, verschiedene Kanäle und Mittel dazu zu nutzen. Bewerbungen auf Stelleninserate sind dabei nur eine der Möglichkeiten. Fast niemand hat aber derart viele Ressourcen, dass er alle Bewerbungswege gleichermaßen verfolgen kann. Daher sollte der Fokus auf die erfolgsversprechendsten gelegt werden. Die Pflege persönlicher Kontakte ist für alle Jobsuchende ein wichtiges Mittel. Bei den Social Media empfiehlt es sich für Bewerber, dort aktiv zu sein, wo ihre potenziellen künftigen Arbeitgeber neue Mitarbeiter rekrutieren. So sind etwa auf LinkedIn eher Firmen unterwegs, die Bürojobs im weiteren Sinne zu vergeben haben; Unternehmen mit handwerklichen Berufen bewegen sich eher auf Facebook. Wer in einem ganz bestimmten Bereich eine Stelle sucht, kann auf einer einschlägigen Fachplattform aktiv werden.

Weiter besteht die Möglichkeit, dass die eine Bewerbungsform Ideen für eine andere Bewerbungsweise liefert. So kann es beispielsweise sein, dass ein Bewerber bei einer interessanten Firma eine Stelle ausgeschrieben sieht, die ihm nicht ganz entspricht, und daraufhin eine Initiativbewerbung bei ebendieser Firma für ein etwas anderes Stellenprofil einreicht. Nicht zuletzt ist die Bewerbungsstrategie auch typenabhängig. Nicht jedem liegt es, intensives Selbstmarketing über Mund-zu-Mund-Propaganda zu betreiben. Ebenso wie es sich nicht alle zutrauen, die (nahezu) perfekte Initiativbewerbung für das Unternehmen zu verfassen, bei dem zu arbeiten sie sich immer erträumt haben. Hier muss jeder seinen persönlichen Weg finden – unter Einbezug der Strategie, die bis dahin am erfolgreichsten war.

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