Schwerin – die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern

Die Stadt Schwerin liegt im Westen des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern und ist dessen Landeshauptstadt. Sie besticht durch viele Gewässer und Grünflächen, die das Stadtbild prägen. Auch ist die Altstadt für eine deutsche Stadt dieser Größe außergewöhnlich gut erhalten.

Vor mehr als tausend Jahren wurde das Schweriner Schloss, damals noch eine Burg, zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Offiziell wurde die Stadt im Jahr 1160 gegründet und erhielt 1164 durch Heinrich den Löwen die Stadtrechte verliehen. Im Jahr 2010 hat Schwerin demzufolge den 850. Geburtstag gefeiert. Sie ist die älteste Stadt des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern.

Das Schweriner Schloss ist das Wahrzeichen der Stadt. Es ist zusammen mit der Schlosskirche, die 1560 erbaut wurde, auf der Schlossinsel zu finden. Diese Insel liegt zwischen dem Schweriner See und dem Burgsee. Das märchenhafte Schloss ist aber nicht das einzige historische Bauwerk dieser Stadt. Viele weitere sind in den verschiedenen Ortsteilen Schwerins zu finden. Diese Sehenswürdigkeiten ziehen die Besucher in ihren Bann und tragen zur einzigartigen Atmosphäre der Stadt bei. Seit Juli 2024 ist das Schweriner Residenzensemble, zu dem das Schloss gehört, offiziell als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

eine Luftaufnahme vom Schloss Schwerin

Nach der deutschen Wiedervereinigung standen zwei Städte zur Auswahl, um Landeshauptstadt des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern zu werden. Schwerin konnte sich in diesem Wettbewerb gegen Rostock durchsetzen. Für die Stadt Schwerin sprach bei der Auswahl, dass sie jahrhundertelang Sitz der Herzöge gewesen war. Zudem waren die nötigen Gebäude in Schwerin vorhanden, die für die Unterbringung der zahlreichen Ämter, für die Ministerien und die Regierung benötigt wurden.

Schwerin – mehr als 860 Jahre alt

Die Burg Schwerin wurde vor mehr als tausend Jahren zwar das erste Mal urkundlich erwähnt, Ausgrabungen haben aber gezeigt, dass das Stadtgebiet schon viel länger besiedelt war. 1160 eroberte Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen, Schwerin. Dieses Jahr wird offiziell als Gründungsjahr von Schwerin angesehen. Der Herzog ließ sogleich die Burg, die im Laufe der Kämpfe niedergebrannt worden war, wieder aufbauen und gründete die Grafschaft Schwerin. Diese Grafschaft ging 1358 an das Herzogtum Mecklenburg über.

Schwerin war zuerst durch eine hölzerne Brustwehr befestigt. Im 13. Jahrhundert wurde diese durch eine Stadtmauer ersetzt. Doch ein großer Teil der Stadtbegrenzung von Schwerin war natürlicher Art: Wasser in Form der verschiedenen Seen und der Moore.

Schwerin konnte seinen mittelalterlichen Charakter lange Zeit behalten. Teile der Stadt wurden aber durch verschiedene Brände zerstört. Daraufhin wurde angeordnet, dass Häuser aus Stein errichtet werden müssen, um die Brandgefahr zu mindern. Trotz der Brände und der daraus folgenden Anordnungen veränderte sich das Stadtbild von Schwerin erst im 19. Jahrhundert nachhaltig. Die bis dahin vorhandenen Hütten aus Holz wurden durch Fachwerkbauten und Gebäude aus Stein ersetzt. Einige dieser Gebäude sind noch heute vorhanden und können in der Altstadt oder in der Schelfstadt Schwerins bewundert werden.

Den Ersten und den Zweiten Weltkrieg überstand Schwerin ohne große Beschädigungen. Während des Zweiten Weltkrieges gab es lediglich vier Bombenangriffe auf Schwerin. Die Zerstörung war gering und lag nach dem Krieg bei ungefähr drei Prozent. Der Grund dafür ist einfach: In Schwerin gab es kaum industrielle, für den Krieg wichtige Anlagen. So konzentrierten sich die Bombenangriffe auf andere, für die Alliierten lohnenswertere Ziele.

Im Mai 1945 besetzten amerikanische Truppen die Stadt. Danach waren die Engländer noch einen Monat Besatzungsmacht, bevor Schwerin an die Rote Armee übergeben und Teil der sowjetischen Besatzungszone wurde. Die Stadt wurde Regierungssitz des Landes Mecklenburg-Vorpommern. 1947 ließen die Sowjets dieses in Mecklenburg umbenennen. Die Länder wurden 1952 aufgelöst und es wurden Bezirke geschaffen. Danach war Schwerin die Hauptstadt des Bezirks Schwerin.

In Schwerin zeigte sich schon früh Opposition gegen die SED-Herrschaft und gegen die DDR. Am 23. Oktober 1989 fand in der Stadt die erste Montagsdemonstration statt. Die SED-Bezirksleitung hatte dagegen eine Gegendemonstration organisiert. Dies endete jedoch für die Partei in einem Fiasko, weil sich viele Genossen der Montagsdemonstration und dem Neuen Forum angeschlossen hatten und die Forderungen der "Gegner" unterstützten.

Während der Besatzungszeit wurde nur ein kleiner Teil der militärischen Gebäude und Kasernen in Schwerin von den DDR-Streitkräften genutzt. Der große Rest war von der sowjetischen und später russischen Armee besetzt. Die letzten dieser Besatzungstruppen zogen 1993 ab.

Interessante Fakten zu Schwerin

Ursprünglich bestand Schwerin nur aus der Altstadt. Doch schon 1282 kamen zur Altstadt einige umliegende Dörfer hinzu. Es folgte die Vereinigung mit der Schelfstadt und weitere Eingemeindungen. Inzwischen hat Schwerin eine Fläche von 130,52 Quadratkilometern.

Schwerin hat ungefähr 98.000 Einwohner. Im Jahr 1988 waren es mit 130.000 Bewohnern wesentlich mehr. Geburtenrückgang, Arbeitslosigkeit und Abwanderung in den Nachwendejahren haben zu dieser massiven Reduktion der Einwohner geführt. Besonders in den Plattenbaugebieten der Stadt hatte die Einwohnerzahl stark abgenommen. Während einige ehemalige Bewohner von Schwerin weiter weg zogen, sind andere nur ins Umland der Stadt umgesiedelt.

In diesem Umland sind viele neue Wohnungen und Eigenheime entstanden. Dort haben die Einwohnerzahlen um 20.000 zugenommen. Doch die Stadt Schwerin bemüht sich, die Abwanderung aufzuhalten, wertet einzelne Wohngebiete und Stadtteile auf und verzeichnet mittlerweile wieder eine Stabilisierung der Einwohnerzahlen.

Während der DDR-Zeit sollte die Innenstadt von Schwerin zu einem großen Teil abgerissen und durch die damals gängigen Plattenbauten ersetzt werden. Die Pläne wurden aber nie umgesetzt, weil das nötige Geld dafür fehlte. So wurde die Innenstadt nicht nur beim Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont, sondern fiel auch nicht den Abrissaktionen während der DDR-Zeit zum Opfer.

ein Blick auf das Landesmuseum von Schwerin

Wirtschaft in Schwerin

Schwerin liegt im Westen des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Stadt kann dank ihrer Lage von der nahe gelegenen Metropole Hamburg profitieren. Die Dichte an Industriebetrieben ist in Schwerin auch höher als in anderen Regionen von Mecklenburg-Vorpommern, die weiter im Osten liegen.

Vertretene Wirtschaftszweige sind etwa das Braugewerbe und die Nahrungsmittelindustrie. Auch Unternehmen, die im Bereich Kabelfertigung, Kunststoffverarbeitung oder im Maschinenbau tätig sind, sind in Schwerin zu finden. Natürlich gibt es auch immer mehr Anbieter im Bereich Dienstleistungen. Einige bedeutende Unternehmen haben Niederlassungen in Schwerin.

Geographie – Flüsse und Seen in und um Schwerin

Schwerin liegt in einer Seenlandschaft am südwestlichen Ufer des Schweriner Sees. Die Stadt wird auch als "Stadt der sieben Seen und Wälder" bezeichnet. Dieser Name stammt aus einer Zeit, in der Schwerin noch nicht die Größe und Ausdehnung hatte, die sie heute hat. Damals gab es im Stadtgebiet tatsächlich nur sieben Seen.

Der Schweriner See, an dessen Ufer Schwerin liegt, ist der zweitgrößte See des Bundeslandes. In ganz Deutschland gibt es nur drei Seen, die größer sind. Er hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 22 Kilometern und eine Ost-West-Ausdehnung von 6 Kilometern und damit eine Fläche von mehr als 61 Quadratkilometern. An der tiefsten Stelle ist der Schweriner See mehr als 50 Meter tief.

Im Stadtgebiet von Schwerin liegen folgende elf Seen:

  • Burgsee
  • Fauler See
  • Grimkesee
  • Heidensee
  • Große Karausche
  • Lankower See
  • Medeweger See
  • Neumühler See
  • Ostorfer See
  • Pfaffenteich
  • Ziegelsee

Das ist aber noch nicht alles an Gewässern in Schwerin: Der Aubach und die Stör sind die beiden Flüsse, die durch Schwerin fließen.

Auch wenn ein Teil der Wälder in Schwerin abgeholzt wurde, sind immer noch 18,5 Prozent der Stadtfläche mit Wald bedeckt. 28,9 Prozent der Fläche nehmen die zahlreichen Seen ein. Ein großer Teil der Waldfläche in Schwerin ist heute an den Ufern der Seen zu finden. Sie sind beliebte Naherholungsgebiete und laden zu Spaziergängen oder sportlichen Aktivitäten ein.

Die Insel Kaninchenwerder etwa, die unter Naturschutz steht, bietet eine beeindruckende Naturlandschaft und einen Aussichtsturm mit einem Blick auf die Stadt und die umliegende Seenlandschaft.

Das Klima in dieser Gegend ist gemäßigt. Die durchschnittliche Temperatur beträgt um die 8 Grad Celsius.

Sehenswürdigkeiten in Schwerin

Schwerin verfügt über eine Reihe von Sehenswürdigkeiten. Die bekannteste Sehenswürdigkeit und zugleich Wahrzeichen der Stadt ist das Schweriner Schloss. Es war lange Zeit Residenz von Herzögen und Großherzögen und gleicht einem Märchenschloss. Es ist traumhaft gelegen auf der Schlossinsel und beherbergt heute den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und das Schlossmuseum. Als Teil des Schweriner Residenzensembles trägt es seit 2024 den Titel des UNESCO-Weltkulturerbes.

Besucher können unter anderem die einstigen Wohn- und Repräsentationsräume der Herzöge sowie den Thronsaal bewundern. Doch nicht nur das Schloss selber ist einen Besuch wert. Auch die Gartenanlagen um das Schloss herum sind sehenswert. Teilweise wurden sie für die Bundesgartenschau, die im Jahr 2009 dort stattfand, neu angelegt. Im Burg- und Schlossgarten können die Besucher wunderbar schlendern. In den Wintermonaten können sie im Schlosscafé oder von Frühling bis Herbst in der Orangerie verweilen und die Umgebung genießen.

Der Schweriner Dom etwa ist eine Basilika, die aus Backstein gefertigt wurde. Im Jahr 1172 wurde der Grundstein gelegt. Der 117,5 Meter hohe Kirchturm – der höchste Kirchturm in Ostdeutschland – bietet einen grandiosen Ausblick über die Stadt. Der Schweriner Dom ist das einzige erhaltene Bauwerk aus dem Mittelalter in Schwerin. Neben dem Dom gibt es weitere Kirchenbauten in der Stadt, die einen Besuch wert sind:

  • Paulskirche
  • Schelfkirche
  • Propsteikirche St. Anna

Wer sich für das Leben der mecklenburgischen Bevölkerung vom 17. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts interessiert, ist im Freilichtmuseum Schwerin-Mueß am richtigen Ort. Auf der 5,5 Hektar großen Anlage gibt es viele interessante Bauten und Geräte aus jener Zeit zu entdecken.

Kunstinteressierte finden im Staatlichen Museum Schwerin über 100.000 Exponate. Es ist das größte Kunstmuseum in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Pfaffenteich ist eine Sehenswürdigkeit in Schwerin, die für Erwachsene und Kinder etwas zu bieten hat. Beim Rundgang um den Teich finden sich historisch wertvolle Häuserensembles. Es ist ein architektonisch wertvolles Areal, das aus dem 19. Jahrhundert stammt. Kinder lieben eine Fahrt mit der Fähre "Petermännchen".

Weitere interessante Gebäude sind in der Altstadt Schwerins zu finden. Auch in der Schelfstadt Schwerins mit der Schelfkirche, Fachwerkhäusern und dem Schelfmarkt sowie dem Ziegen- und Schweinemarkt gibt es viel zu entdecken.

Doch auch in der näheren Umgebung von Schwerin gibt es einige bedeutsame Sehenswürdigkeiten. Wer sich etwa für Schlösser interessiert, findet im Schloss Ludwigslust eine interessante Ausstellung zur Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts, Jagd- und Prunkwaffen und kunstvolle Möbel. Der dazugehörige Schlosspark mit den Wasserspielen lädt zum Entspannen ein. Auch das Schloss Wiligrad mit wechselnden Ausstellungen und einem ebenfalls schön angelegten Schlossgarten ist eine weitere Sehenswürdigkeit in der Nähe von Schwerin.

Schwerin – eine Stadt zum Verlieben

Schwerin ist wahrlich eine Stadt zum Verlieben. Viele Gewässer und Grünflächen laden Einwohner und Besucher dazu ein, bei einem Spaziergang die Natur zu genießen oder sportlichen Aktivitäten nachzugehen. Die vielen Seen laden natürlich im Sommer zum Sonnenbaden, Schwimmen und zum Wassersport ein. Doch auch die Innenstadt mit ihren restaurierten Fachwerkhäusern ist sehenswert. Natürlich hat Schwerin auch kulturell einiges zu bieten: Theater, Konzerte oder verschiedene Ausstellungen.

Die zweitgrößte Stadt von Mecklenburg-Vorpommern hat für jeden etwas zu bieten: ob Shopping, historische Gebäude besichtigen, in der Natur entspannen oder Sport treiben. In und vor allem um Schwerin sind seit der deutschen Wiedervereinigung zahlreiche Wohnungen und Eigenheime entstanden.

Schwerin hat nicht nur eine geringere Arbeitslosenquote als viele Regionen, die weiter im Osten des Bundeslandes liegen. Ihre Lage inmitten der Seenlandschaft Mecklenburgs und die vielen Grünflächen machen die Stadt auch attraktiv für Menschen, die gerne in der Stadt und doch nahe der Natur leben.

weiterführende Links:

schwerin.de: Startseite – Landeshauptstadt Schwerin
museum-schwerin.de: Staatliches Museum Schwerin
welterbe-schwerin.de: Welterbe Schwerin Förderverein e.V.

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