Der Schweriner See
Inselwelten, Wasserstraßen und Spuren der Eiszeit am Schweriner See
Über 25 Kilometer erstreckt sich der 6 Kilometer breite See von Nord nach Süd, gesäumt von Dörfern, Städten und Schlössern, Naturschutzgebieten und Wäldern. Über den Störkanal ist der See mit der Elbe verbunden, die seine Gewässer in die Nordsee bringt. Das Gewässer wird intensiv für Badevergnügen und Uferspaziergänge, Wassersport und Erholung genutzt. Die durchschnittliche Tiefe beträgt 12,5 Meter, die tiefste Stelle misst 52 Meter.
Gletscherzungensee mit Wasserstraßen und Inseln
Der viertgrößte See Deutschlands entstand in der Eiszeit als Gletscherzungensee. Der Ausläufer eines Gletschers, die Gletscherzunge, hat vor etwa 20.000 Jahren einen Hohlraum in die Erde gegraben, der sich nach dem Verschwinden des Gletschers mit Wasser füllte. So entstand ein Gletscherzungensee.
Inseln, Wasserstraßen und ein Damm am Innen- und Außensee
Im Süden liegt der von der Landeshauptstadt Schwerin geprägte Innensee. Durch das Ramper Moor und den künstlichen, aus 1842 stammenden Paulsdamm getrennt liegt im Norden der etwas ruhigere Schweriner Außensee. Unter dem mit einer Brücke gekrönten Damm wurde eine Wasserstraße als Verbindung vom Außensee über den Innensee, die Stör und die Elde bis zur Elbe freigelassen. Im See bilden sechs Inseln ganz unterschiedliche Welten für Vogelbrut oder auch den Wassersport.

Die Kulturlandschaft des Schweriner Sees
StädteStädte in Deutschland sind rechtlich eigenständige Gemeinden mit Stadtrecht, die als wirtschaftliche und kulturelle Zentren fungieren. Sie reichen von historischen Kleinstädten bis zu Millionenmetropolen wie Berlin. Charakteristisch sind eine dichte Bebauung, zentrale Marktplätze und eine ausgeprägte Infrastruktur. Als "kreisfreie Städte" übernehmen sie zudem oft Aufgaben der Kreisverwaltung selbstständig. und Dörfer am Ufer, der Straßendamm und die Landwirtschaft haben den eiszeitlichen Schweriner See in eine vielfältige Kulturlandschaft verwandelt. Heute ist der See unter Achtung vor der Natur durch die menschliche Besiedlung und Kultur geprägt.
Natürliche Wurzeln
Nach 1990 wurde die Phosphorbelastung um über 90 % reduziert, der Schweriner See wurde als "lebendiger See" von Naturschutzstiftungen ausgezeichnet. Seltene Tiere wie Seeadler und Fischotter bevölkern die Region, die als europäisches Vogelschutzgebiet eingestuft ist. Die Ufer des Außensees sind weitgehend als Naturgebiete gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU geschützt. Flussbarsche, Regenbogenforellen, Hechte, Zander und Aal und viele mehr tummeln sich in den Gewässern. Sie können im Fischrestaurant in Schwerin genossen werden.
Der Mensch formt die Kulturlandschaft
Erste Siedlungsspuren gehen auf 1.000 v. Chr. Zurück, später siedelten Germanen und Slawen an den Ufern und entwickelten die ersten landwirtschaftlichen Nutzungen. Ab etwa 1.000 n. Chr. können die ersten Besiedlungen und Burganlagen auf der strategisch gut gelegenen Schlossinsel nachgewiesen werden. 1160 ließ der Sachsenherzog Heinrich der Löwe aus dem Welfengeschlecht die zerstörte Burg Schwerin neu errichten. Bald wurde die Stadt Grafschaft und später Teil des Herzogtums Mecklenburg, Domstadt, Bischofssitz und Ausgangspunkt der Christianisierung der Region. Stettin mit seiner herrlichen Seelage wurde vom Herzog Albrecht II. zur Residenzstadt gemacht. Kanalbauten schlossen den See über die Stör an die Wasserstraßen an. Gleichzeitig mit der Erbauung des Paulsdammes wurde das Schweriner Schloss wesentlich erweitert und erneuert. Dampfschiffe verbanden Schwerin mit den Erholungsinseln im See, über die Eisenbahn wurden Fernverbindungen erschlossen.
Freizeit auf dem Schweriner See
Die ruhigen und weiten Gewässer des Sees garantieren so manches Freizeitvergnügen. Rund um den See laden Badestellen und Strandbäder zum Schwimmen ein. Der beliebteste Strand ist der 20 Meter breite feine Sandstrand Zippendorfer Strand bei Schwerin an der historischen Strandpromenade. Sie ist von hübschen Villen, Cafés und Restaurants gesäumt und bietet Urlaubserlebnisse fast wie am Mittelmeer. Im Freibad Kalkwerder am Ufer des Innensees südlich von Schwerin werden Surfbretter, in der Marina Kanus verliehen.
Die attraktivsten Naherholungsinseln sind Kaninchenwerder mit Naturerlebnispfaden und Aussichtsturm, die gerne zum Zelten und feiern genutzte Insel Lieps im Norden und die Halbinsel des Naturschutzgebietes Ramper Moor. Die Inseln sind durch die Passagierschiffe der Weißen Flotte erschlossen. Die Flora auf und um den See erlaubt außergewöhnliche Erlebnisse wie die Besichtigung von Seerosenfeldern. Auf dem See wird Hausbootfahren, Segeln, Gleiten mit dem Floss Surfen, Angeln und Tauchen betrieben. Segelschulen bieten im Südwesten bei Pinnow und in der Marina Nord bei Schwerin Kurse an. Für private Boote gibt es rund um die Landeshauptstadt mehrere Bootsanlegestellen mit sanitären Einrichtungen.
Sehenswürdigkeiten rund um den Schweriner See
Die Kulturlandschaft des Schweriner Sees ist reich an Sehenswürdigkeiten, deren Besuch sich lohnt. Leuchtturm und Wahrzeichen ist das prächtige Schweriner Schloss mit seinen riesigen Gartenanlagen auf der Schlossinsel. Hier tagt der Schweriner Landtag. Auf den Besucher wirkt es wie ein Märchenschloss, das ebenso wie der Schlossgarten besichtigt werden kann. Gegenüber der Schlossinsel bilden Paläste wie das Kunstmuseum, das Theater und die Staatskanzlei am Alten Garten ein imposantes Ensemble. Im Sommer werden hier Opern aufgeführt. In der prächtigen Altstadt mit Marktplatz und Rathaus reihen sich Boutiquen, junge Designerläden an Kunstgalerien und Restaurants. Alles wird vom in Backsteingotik errichteten Dom überragt.
Schwerin dient als Ausgangspunkt für eine 34-Kilometer-Rundtour um den Schweriner Innensee über Raben Steinfeld mit Landschaftspark, Aussichtspunkt und Geologischem Museum. Am Südufer des Sees erzählt das Freiluftmuseum Muess aus früheren Zeiten. Der benachbarte Zoo glänzt mit vielfältigen Vogelarten. Im Norden bei Bad Kleinen lockt bei Lübstorf das hübsche Schloss Wiligrad mit Kunstmuseum aus dem 19. Jahrhundert in einem Landschaftsgarten. Das Schloss wurde durch Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg errichtet. Im benachbarten Zickhusen steht eine ungewöhnliche, sehenswerte klassizistische Dorfkirche. Jahrhunderte älter, aus 1170 stammend, ist dagegen die gotische Dorfkirche im idyllischen Uferort Hohen Viecheln ganz im Norden.
Hier ist eine Liste mit 10 Sehenswürdigkeiten
-
Schweriner Schloss & Schlossgarten: Das Wahrzeichen liegt malerisch auf einer eigenen kleinen Insel im See.
-
Freilichtmuseum Schwerin-Mueß: Direkt am idyllischen Südufer gelegen, zeigt es das historische Dorfleben.
-
Schloss Wiligrad mit Schlosspark: Bietet einen tollen Ausblick vom Steilufer des Schweriner Außensees.
-
Zippendorfer Strand: Der breite, feine Sandstrand am Innensee ist perfekt zum Baden und Entspannen.
-
Reppiner Burg: Eine künstliche Burgruine auf einer Anhöhe, die einen fantastischen Panoramablick über den See bietet.
-
Zoo Schwerin: Ein naturbelassener Zoo, der wunderschön zwischen den Seen eingebettet ist.
-
Historische Schleifmühle Schwerin: Ein spannendes, noch funktionierendes Technikmuseum am Rande des Schlossparks.
-
Landschaftspark Raben Steinfeld: Ein idyllischer englischer Landschaftspark direkt am Seeufer.
-
Schwedenschanze: Ein weiterer großartiger Aussichtspunkt für den perfekten Blick über die Wasserlandschaft.
-
Weiße Flotte Schwerin: Eine Schiffsrundfahrt ist die wohl beste Möglichkeit, den See und die Umgebung direkt vom Wasser aus zu entdecken.
Erholung zwischen Kultur und Natur am Schweriner See
Für ausgiebige Naherholung, einen Urlaub oder einen Städteausflug in die Landeshauptstadt ist der Schweriner See bestens geeignet. Er kombiniert kulturelle Höhepunkte und friedliche Natur in selten anzutreffender Harmonie.
Bildquelle: depositphotos.com



