die Bedeutung der Reifenbezeichnungen

Bei einem Kraftfahrzeug ist es wichtig, dass jedes Modell auch die passende Bereifung erhält. Diese ist ab Werk natürlich absolut sicher gegeben. Doch was, wenn die Reifen getauscht werden müssen oder sollen, oder ein gebrauchtes Auto erworben wird. Wie sieht es dann mit der Bereifung aus. So kommt es hier auf die richtige Mischung des verwendeten Gummis ebenso an wie auf die Größe und Breite, damit ein Fahrzeug sicher durch eine präzise Lenkung und die Übertragung der Motorenergie fahren kann. Hinzu kommt natürlich auch die Dämpfung von unebenen Böden. So hat sich sicher jeder schon einmal gefragt, was die Buchstaben und Zahlen auf den Autoreifen bedeuten.

ein Stapel alter Reifen

Was bedeuten die Ziffern auf den Reifen?

Bei einer Reifenkennzeichnung werden in der Regel verschiedene Ziffern und Buchstaben aneinander gereiht, die alle etwas zu bedeuten haben. Auch die Kombination hat hier jeweils eine andere Bedeutung. So ist ein Beispiel für die Kennzeichnung hier "145/70 R 13 71 T". Ein Laie kann sich hierunter nicht viel vorstellen. Wer jedoch weiß, wie diese Kennzeichnung richtig gelesen wird, kann auf sein Fahrzeug auch die passende Bereifung aufziehen. So ergibt sich das folgende Bild:

– erste Zahl ist die Reifenbreite, in diesem Fall 145 mm
– die zweite Zahl gibt das Verhältnis von Breite zu Höhe in Prozent an, hier 70 % von 145 mm ist die Höhe
– die dritte Zahl gibt den Felgendurchmesser an, dieser wird in Zoll gerechnet, hier also 13 Zoll
– bei der letzten Zahl handelt es sich um die maximale Tragfähigkeit, die in diesem Fall im Index unter der 71 nachgelesen werden kann, in diesem Fall wären es 345 kg,

Was bedeuten die verschiedenen Buchstaben auf den Reifen?

Bei den einzelnen Buchstaben auf einem Reifen handelt es sich um die Kennbuchstaben für den Speed-Index, der die erlaubte Geschwindigkeit der Reifen angibt. Dieser Index wird auch oft als Geschwindigkeitsindex, GSY oder Geschwindigkeitsklasse bezeichnet. In dem oben angegebenen Beispiel ist es der Buchstabe T am Ende der Kennzeichnung, der auf die zugelassenen Höchstgeschwindigkeit mit diesen Reifen verweist. Schaut man nun unter T in dem Speed-Index nach, erfährt man, dass für den Reifen eine Geschwindigkeit von bis zu 190 km/h zugelassen ist. Weitere Buchstaben aus dem Geschwindigkeitsindex sind:

– Kennzeichnung T – 190 km/h
– Kennzeichnung U – 200 km/h
– Kennzeichnung H – 210 km/h
– Kennzeichnung VR – über 210 km/h
– Kennzeichnung V – 240 km/h
– Kennzeichnung ZR – über 240 km/h
– Kennzeichnung W – 270 km/h
– Kennzeichnung Y – 300 km/h

Wie in dieser Tabelle ersehen werden kann, wurden die für das Tuning interessanten Buchstaben und deren Höchstgeschwindigkeit vorgestellt. Denn Reifen mit der Erlaubnis für geringere Geschwindigkeiten sind im Tuning in der Regel nicht gewünscht. Zudem ist hier auch wichtig, dass eine Buchstabenkombination darauf hinweist, dass Geschwindigkeiten über einem entsprechenden Level ebenfalls erlaubt sind, zum Beispiel bei der Kennzeichnung ZR dürfen mit diesen Reifen über 240 km/h gefahren werden.

Die DOT-Nummer – um was handelt es sich?

Bei der DOT-Nummer, die in der Regel auf den in den USA hergestellten Reifen angegeben ist, handelt es sich um die Bestätigung des "Departments of Transportation", dass die Bedingungen von diesem Reifen erfüllt werden. Allerdings sind für die Autofahrer die letzten vier Zahlen dieser Nummer interessant, da es sich hierbei um das Datum der Produktion handelt. So kann an diesen Zahlen immer erkannt werden, wie alt ein Reifen ist. Hierbei handelt es sich um eine vierstellige Zahl. Die ersten beiden Zahlen stehen für die Kalenderwoche, die letzten beiden Zahlen für das Produktionsjahr. So kann an dem Beispiel "DOT J3J9 1001 erkannt werden, dass der Reifen in der 10. Kalenderwoche im Jahr 2001 hergestellt wurde. Die Ziffern in der Mitte haben für den Nutzer der Reifen keine Bedeutung.

Sommer- oder Winterreifen?

Auch die Witterungskennzeichnung ist auf den Reifen angegeben. Handelt es sich allerdings um Sommerreifen, gibt es hierzu keine Angabe. Reifen die für einen schlechten Untergrund geeignet sind sowie auch Winterreifen werden mit der Kennzeichnung M + S versehen, was Matsch und Schnee bedeutet. Reifen, die zusätzlich noch Spikes besitzen, werden entsprechend zusätzlich noch mit einem E gekennzeichnet.

Die passenden Reifen beim Tuning – Hierauf ist zu achten

Wenn andere Reifen auf die Felgen montiert werden sollen, dann ist hier als erstes die Reifengröße zu beachten. Denn nicht jeder Reifen kann und darf auf jede Felge montiert werden. Auch ist es so, dass nicht jede Reifengröße zu dem Fahrzeug passt, auf die diese gezogen werden sollen. Daher ist bei der Wahl der neuen Reifen auf den Abrollumfang zu achten. Dieser darf von der kleinsten im CoC aufgeführten Größe der Reifen um -4% und bei der größten um 1% abweichen. Liegt der Abrollumfang des Reifens in diesem Mittelmaß, dann muss noch geprüft werden, ob der Reifen auf der entsprechenden vorhandenen Felge montierbar ist. Beim Reifenhersteller kann hierfür eine Reifenfreigabe angefordert werden. Danach können und müssen die neuen Reifen beim TÜV in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden.

Beim Tuning ist auch der Tragfähigkeitsindex von großer Bedeutung. Auf diesen wurde weiter oben bei der Erklärung der Kennzeichnung bereits kurz eingegangen. Hierbei handelt es sich um die letzte Zahl. Anhand der Tabelle lässt sich die Tragfähigkeit eines einzelnen Reifens ermitteln. Allerdings sind pro Achse immer zwei Reifen montiert. Damit der richtige Reifen mit passender Tragfähigkeit gewählt werden kann, wird hierbei die maximale Achslast genommen und diese durch zwei geteilt. So kann das Höchstgewicht für einen einzelnen Reifen ermittelt werden. Mit diesen Kilogrammangaben kann nun in der Tabelle mit dem Tragfähigkeitsindex der zugehörige Wert herausgesucht werden, der entweder höher oder gleich groß ist. Oben wurde als Beispielzahl 71 angegeben, was ein Gewicht von 345 kg ausmacht. So darf bei diesem Beispiel hier die Achslast bei höchstens 690 kg liegen. Es muss hierbei auch immer beachtet werden das, je höher die Geschwindigkeit ist, bei der Tragfähigkeit Abzüge gemacht werden müssen.

Fazit

Reifen sind immer gekennzeichnet. Zu jeder Kennzeichnung gibt es zudem eine Tabelle, in der Höchstgeschwindigkeit, Reifengröße und idealerweise genutzte Felgengröße nachgelesen werden können. Wenn bekannt ist, wie die Kombination aus Buchstaben und Ziffern richtig gelesen wird, können die passenden Reifen leicht ausgewählt werden. Wer sich jedoch unsicher ist, kann beim Kauf neuer Reifen immer einen Fachmann im Reifenhandel hinzuziehen und so die entsprechenden Reifen erhalten. Denn es gibt durchaus weitere Kennzeichnungen, die hier nicht erklärt wurden, da dies zu viel Platz in Anspruch nehmen würde. Handelt es sich im Tuning nicht um die Originalreifen, die vom Hersteller des Fahrzeuges hierfür empfohlen werden, muss beim zuständigen TÜV eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere erfolgen.

weiterführende Links:

https://gap-kfz.de/auto-ratgeber/winterreifen-die-unterschaetzten-helden-der-kalten-jahreszeit/
https://auto360.de/die-autoreifen-vernachlaessigte-wesen

Bildquelle: pixabay.com