Reifenwechsel

Zweimal jährlich sind Autofahrer in der Pflicht, sich um das Wechseln ihrer Reifen zu kümmern. Sommerreifen müssen gegen Winterreifen ausgetauscht werden und umgekehrt. Vor jeder Saison stellt sich die Frage, ob die Arbeit in Eigenregie erledigt werden soll oder man den Reifenwechsel lieber einem Fachmann überlässt. Beides besitzt seine Vor- und Nachteile.

Reifenwechsel – zu welchen Reifen sollte gegriffen werden

Steht der Reifenwechsel an, kann generell eine Unterscheidung in folgende Reifen-Typen getroffen werden:

  • Sommerreifen
  • Winterreifen
  • M+S Reifen
  • Runflatreifen

Sommerreifen: Sommerreifen sind für die warme Zeit optimiert. Bei Schnee und Eis darf nicht zu Sommerreifen gegriffen werden, denn diese Bereifung verliert ihre spezifischen Eigenschaften bereits bei Temperaturen im einstelligen Bereich. Sommerreifen besitzen eine spezielle Gummimischung, die das Aufweichen auf heißer Fahrbahn verhindert. Diese Reifen werden in der Regel mit dem Frühlingsbeginn aufgezogen.

Winterreifen: Diese Reifen kommen ihrer Funktion nach, wenn Schnee fällt und das Thermometer Werte unter dem Gefrierpunkt anzeigt. Die spezielle Gummimischung verhärtet bei Kälte weniger und haftet dadurch besser auf dem Untergrund. Winterreifen tragen ein geschütztes Schneeflockensymbol und sind nicht mit Ganzjahres-, oder M+S Reifen zu verwechseln. Im Spätherbst wird es Zeit, Winterreifen aufzuziehen.

M+S Reifen: Ganzjahresreifen können als Kompromiss zwischen Sommer- und Winterbereifung verstanden werden. Die Bereifung darf Sommer wie Winter gefahren werden und erspart damit den saisonal bedingten Reifenwechsel. Allerdings müssen auch Abstriche gemacht werden. Bei starkem Schneefall und in alpinem Gelände stellt diese Bereifung keinen rundum sicheren Schutz dar.

Runflatreifen: Einen Runflatreifen kennzeichnen seine Notlaufeigenschaften. Weist der Reifen Beschädigungen auf, muss nicht sofort gestoppt werden. Es ist möglich, mit geringer Geschwindigkeit, das Fahrzeug in die nächste Werkstatt zu fahren. Ein Reifenwechsel muss damit nicht sofort vorgenommen werden. Runflatreifen sind besonders formstabil konstruiert. Verstärkte Seitenwände sorgen auch bei Beschädigungen für eine bestmögliche Stabilität.

ein Fahrzeug ist auf einem Wagenheber montiert
Bildquelle: depositphotos.com

Tipp: Beschädigte Runflatreifen können bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern noch etwa 80 Kilometer gefahren werden.

Wann sollte der Reifenwechsel erfolgen?

Beim Reifenwechsel kann sich an folgende Faustregel gehalten werden: „von O bis O". Während Ostern ein guter Termin für den Umstieg auf Sommerreifen darstellt, sollte im Oktober das Aufziehen der Winterreifen anstehen.

Diese grobe Orientierung hilft, den Reifenwechsel nicht aus den Augen zu verlieren. Die genaue Terminfindung kann unter Berücksichtigung der aktuellen Wetterlage natürlich individualisiert und nach oben und unten korrigiert werden.

Auch regional gibt es deutliche Unterschiede. Der Reifenwechsel im Allgäu steht oft schon Anfang Oktober an, während sich Autofahrer im Rheinland oder der milden Bodenseeregion bis Ende Oktober Zeit lassen können.

Tipp: Fällt das Thermometer auf unter sieben Grad, ist der Zeitpunkt für die Winterreifen gekommen.

Wer in der Straßenverkehrsordnung nach dem passenden Termin für den Reifenwechsel sucht, wird nicht fündig. Das Regelwerk setzt in §2, Absatz 3a lediglich fest, dass ein Fahrzeug bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Schneematsch, Schneeglätte oder Reifglätte nur mit Winter- oder Ganzjahresreifen bewegt werden darf. Mehr zu den Reifenbezeichnung hier im Artikel.

Reifenwechsel selbst gemacht – worauf kommt es an?

Bevor die Räder ausgetauscht werden, sollte das entsprechende Werkzeuge vorrätig sein.

Damit Reifen fachgerecht gewechselt werden können, sollte folgendes Equipment bereitliegen:

  • Wagenheber
  • Radkreuz
  • Drehmomentschlüssel
  • Schlagschrauber
  • Drahtbürste

In jedem Fahrzeug sollte ein Wagenheber mitgeführt werden, damit der Reifenwechsel bei Pannen möglich gemacht wird. Wer den saisonalen Reifenwechsel komfortabler gestalten möchte, kann einen Rangierwagenheber anschaffen.

Angerostete Schrauben lassen sich nur schwer lösen. Mit einem Radkreuz lässt sich der Vorgang vereinfachen und es ist weniger Muskelkraft notwendig. Mit einem Drehmomentschlüssel lässt sich verhindern, dass sich die Radbolzen überdrehen. Für jeden Fahrzeugtyp existiert ein bestimmtes Drehmoment. Das Werkzeug gibt Sicherheit und verhindert, dass sich die Radmuttern lösen.

Wer einen Schlagschrauber einsetzt, kann die Zeit des Reifenwechsels abkürzen. Mit einer Drahtbürste sollten Fahrzeugführer ausgestattet sein, um Radschrauben und Bremssattel von Rost und grobem Schmutz zu befreien.

Reifenwechsel – Schritt für Schritt

Wer den Reifenwechsel selbst vornehmen möchte, sollte sich an folgenden Arbeitsablauf halten:

  • Handbremse anziehen
  • Radmuttern leicht lockern
  • Fahrzeug aufbocken (Rad muss frei am Federbein hängen)
  • Schrauben komplett herausdrehen
  • Rad abnehmen
  • neue Reifen aufstecken
  • Schrauben einsetzen
  • Schrauben leicht anziehen
  • Fahrzeug absenken, bis das Rad blockiert
  • Reifen mit Drehmomentschlüssel festziehen (passendes Drehmoment steht im Bordbuch)
  • Luftdruck überprüfen

Tipp: Nach 50 Kilometern Fahrzeit ist der Sitz der Radbolzen zu überprüfen. Dafür wird ein Drehmomentschlüssel verwendet.

Worauf sollte beim Reifenwechsel geachtet werden?

Sorgfältiges Arbeiten ist gefragt. Daher sollte für den Reifenwechsel ausreichend Zeit eingeplant werden. Ein fester und ebener Untergrund sorgt für den stabilen Stand des Fahrzeugs. Vor dem Reifenwechsel sollte überprüft werden, ob die Handbremse angezogen wurde und der Wagen während der Arbeit nicht wegrollen kann.

Beim Wechsel von Stahl- zu Alurädern kommt es auf die Länge der Radbolzen an. Aluräder besitzen meist längere Bolzen. Wer die Bolzen der Stahlfelgen nutzt, riskiert ein Reißen der Radbolzen.

Nach dem Reifenwechsel sollte eine Probefahrt anstehen. Dabei kann überprüft werden, ob es beim Lenken und Bremsen zu Vibrationen kommt. Ist dies der Fall, sollten die Räder auf der Wuchtmaschine kontrolliert werden und der Weg in die Werkstatt steht an.

Radwechsel in der Werkstatt – die Vor- und Nachteile

In einigen Fällen kann es von Vorteil sein, die Reifen in der Werkstatt wechseln zu lassen. Ist das Fahrzeug mit einem Reifendruck-Kontrollsystem ausgestattet, sollte der Wechsel einem Fachmann überlassen werden. Dieser kann die Sensoren an den Reifen prüfen und die richtigen Werte einstellen.

Wer neue Autoreifen bestellt hat, bekommt diese häufig ohne Felge. Der Reifenwechsel gehört auch in diesem Fall in die Hände des Fachbetriebes.

Vorteile des Reifenwechsels in der Werkstatt

  • Arbeitserleichterung
  • es muss kein zusätzliches Werkzeug angeschafft werden
  • Sicherheit (Kontrolle der Reifen auf Abnutzung und Verschleiß)
  • Vorhandensein professioneller Technik
  • Rundum-Service
  • Einlagerung der Reifen möglich

Nachteile des Reifenwechsels in der Werkstatt

  • Kosten entstehen
  • Fahrzeug steht für die Zeit des Reifenwechsels nicht zur Verfügung

Wie sollten Reifen gelagert werden?

Die abgenommenen Reifen sollten mit Kreide oder einem Wachsmalstift gekennzeichnet werden. Dabei steht „VR" für vorn rechts, „VL" für vorn links usw. Damit können Sie beim anstehenden Wechsel schnell auf den passenden Reifen zugreifen.

Reifen sind kühl, dunkel und gut belüftet aufzubewahren. Während der Lagerzeit sollte die Bereifung nicht mit Schmier- oder Lösungsmitteln in Berührung kommen. Die Temperatur sollte nicht unter den Gefrierpunkt abfallen und auch die 25-Grad-Marke nicht überschreiten. Für die platzsparende Lagerung übereinander bietet der Handel Felgenbäume an.

Quellen, Interessantes und Tipps:

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