Trotz Corona: Immobilienpreise in der Pfalz steigen weiter

letzte Änderung am 13. Januar 2021 von der Redaktion

Zu Beginn der Coronakrise wurde oft gemutmaßt, dass sich die Pandemie auf die Immobilienpreise auswirken könnte. Mittlerweile zeigt sich jedoch, dass das sogenannte ›Betongold‹ recht beständig mit Viren und den anhängenden Problemen zurechtkommt. In der Tat steigen die Immobilienpreise vielerorts weiter. Dies lässt sich auch in der Pfalz – einer Region im Bundesland Rheinland Pfalz – an den Beispielen Kaiserslautern und Weiden erkennen, wie nachfolgend genauer aufgezeigt wird.

ein Haustürschlüssel steckt in der Tür
Die Immobilienpreise steigen auch in der Pfalz trotz Coronakrise weiter. Doch was bedeutet das für Käufer und Verkäufer? Bildquelle: @ PhotoMIX-Company / Pixabay.com

Während der Krise stiegen die Immobilienpreise bislang mit wenigen Ausnahmen fast deutschlandweit. In der Pfalz sieht es aktuell wie folgt aus:

  • Kaiserslautern – seit 2017 stiegen die Quadratmeterpreise für Immobilien mit einer Delle im vergangenen Jahr auf aktuell rund 1.750 Euro/Quadratmeter an. Einzig zwischen dem dritten Quartal 2018 und dem zweiten Quartal 2019 gab es keine Steigerung. Der größte Anstieg der letzten Jahre lässt sich im ersten Quartal 2020 finden. Durchschnittlich wurden die Immobilien um sechs Prozent teurer – allein im ersten Quartal. Seitdem beruhigt sich der Markt zwar wieder, Makler in Kaiserslautern haben aber trotzdem genug zu tun: Die Pfalz ist für Immobilienkäufer weiterhin attraktiv. Bei Eigentumswohnungen gab es ebenfalls eine Nullprozentrunde Anfang 2019, trotzdem stiegen die Quadratmeterpreise von 1.350 Euro im vierten Quartal 2017 auf 1.700 Euro je Quadratmeter im vergangenen Quartal.
  • Weiden – die allgemeinen Preise liegen in Weiden über denen von Kaiserslautern. Kostete der Quadratmeter bei Häusern im letzten Quartal 2017 noch 1.600 Euro, liegen die Preise nun bei 1.850 Euro. Ein ähnliches Bild ergibt es bei Eigentumswohnungen. Von anfangs 1.700 Euro stiegen die Preise durchschnittlich auf 2.050 Euro im zweiten Quartal 2020.

Bei beiden Beispielen gilt, dass die Preise rein durchschnittlich sind. In Weiden rangieren die Preise rund um die Leimberger Straße bei 3.450 Euro und zwischen 1.200 und 1.600 Euro in den günstigeren Stadtgebieten. Auch Kaiserslautern hat noch diese günstigen Ecken.

Was bedeutet das für Immobilienkäufer und Verkäufer?

Auf den ersten Blick ist eine klare Preissteigerung für Immobilienbesitzer natürlich vorteilhaft. Der Wert der Immobilie steigt, obgleich sich faktisch nichts am Gebäude oder dem Grundstück ändert. Rein positiv sind die Preissteigerungen jedoch nicht:

  • Verkäufer – allgemein verkleinert sich der Käuferkreis. Die Veräußerung der Immobilie zieht sich in die Länge, da Käufer nicht selten vor den hohen Preisen zurückschrecken. Dies ist teilweise verständlich, denn kann nicht sicher abgeschätzt werden, wie sich die Werte künftig verändern, sinkt die Akzeptanz, die ist-Werte anzunehmen. Andererseits steigt natürlich die Nachfrage nach noch günstigen Immobilien, sodass sich letztlich im Durchschnitt bessere Preise erzielen lassen.
  • Käufer – hohe Immobilienpreise stellen jede Finanzierung auf die Probe. Da oft genug der mögliche Eigenanteil nicht mit den Immobilienpreisen steigt, muss eine höhere Finanzierungssumme gestemmt werden. Etliche Finanzierungspartner schauen sich die Immobilie vor einer Zusage genau an und prüfen die eventuelle Wertsteigerung oder den Wertverfall in den kommenden Jahren.

Die Gefahr bei markant steigenden Immobilienpreisen ist stets die, dass der reale Wert nicht mit den angegebenen Preisen harmoniert. Dies ist die wohlbekannte Blase, die, wenn sie platzt, Eigentümer in den Ruin treiben kann. Die Finanzierung muss weiterhin nach den ehemaligen Preisen gestemmt werden, obwohl die Immobilie quasi innerhalb kurzer Zeit nur noch einen Teil der beim Kauf genannten Summe wert ist. Eine Wiederveräußerung ist somit ebenfalls problematisch, da nicht die damals bezahlten Summen genannt, sondern der aktuelle Wert gefordert werden können.

Fazit – die Preissteigerung bedeutet Licht und Schatten

Gerade in den wirtschaftlichen Gebieten einer Region steigen die Immobilienpreise trotz Corona weiter. Kaiserslautern und Weiden sind nur zwei Beispiele für die Pfalz. Die Entwicklung birgt grundsätzlich Licht und Schatten. Wer heute seine Immobilie veräußert, der erhält eine höhere Summe. Für den Käufer hingegen kann diese Preissteigerung auch bedeuten, dass die Immobilie nach einer Preissenkung in den kommenden Jahren wesentlich weniger wert ist. Problematisch stellt sich diese Situation bei Finanzierungen dar, denn unabhängig von der weiteren Preisentwicklung müssen Käufer einen höheren Betrag finanzieren als noch vor einigen Jahren.

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