Arbeitszeitkonto – Vor- und Nachteile für Arbeitgeber

Fixe Arbeitsstunden sorgen für Unmut auf Seiten der Angestellten, die ihre Zeit absitzen und auf den Feierabend hoffen. Gleichzeitig verhindern sie die effiziente Einteilung von Arbeitszeit mit dem Kernziel, durch eine gesteigerte Produktivität übergeordnete Unternehmensziele zu erreichen. Arbeitszeitkonten ermöglichen dagegen eine flexible Einteilung der Arbeitszeit. Doch was versteht man unter einem Arbeitszeitkonto, welche Vor- und Nachteile bringt dieses mit sich und was sollten Arbeitgeber beachten?

ein Geschäftsmann rennt zu einem Termin
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Was ist ein Arbeitszeitkonto?

Ein Arbeitszeitkonto umfasst alle vom Arbeitnehmer geleisteten Arbeitsstunden und gewährt damit einen strukturierten Überblick über die tatsächliche Arbeitszeit. Die Zeiterfassung mit dem Arbeitszeitkonto kann schriftlich oder digital erfolgen. Hier werden zudem Überstunden und Minusstunden protokolliert, um sie bei Bedarf auszugleichen.

Welche Vorteile hat ein Arbeitszeitkonto?

Um auf Veränderungen des Arbeitspensums reagieren zu können, nutzen Unternehmen das Arbeitszeitkonto. So kann ein früher Feierabend in Abhängigkeit zur Auftragslage gewährt werden. Flexibles Arbeiten wird in diesem Kontext ermöglicht, um die Ressourcen bestmöglich einzusetzen.

Die Folge: Die Motivation und Zufriedenheit der Angestellten steigt. Die Arbeitszeit wird nicht länger als einengend und belastend wahrgenommen, sondern ermöglicht beispielsweise einen Kurztrip am Wochenende, indem am Freitagmittag früher Feierabend gemacht wird.

  • Flexibles Arbeiten: Die Arbeitszeit abzusitzen, gehört der Vergangenheit an. Bei Schwankungen in der Auftragslage reagieren Mitarbeiter auf das Arbeitspensum und gestalten ihre Arbeitszeit eigenverantwortlich.
  • Steigende Mitarbeitermotivation und Produktivität: Wer seine Arbeitszeit flexibel gestalten kann, arbeitet motivierter und ist produktiver. Schließlich fühlen sich Mitarbeiter gesehen und ernst genommen.
  • Steigende Mitarbeiterzufriedenheit: Eine gesteigerte Mitarbeitermotivation führt zu einem gesteigerten Leistungsniveau. Das Erfolgserlebnis, Arbeiten bestmöglich erledigen zu können, steigert wiederum die Mitarbeiterzufriedenheit, was sich positiv auf die Mitarbeiterfluktuation ausübt.

Welchen Nachteil hat ein Arbeitszeitkonto?

Ein Arbeitszeitkonto erfordert einen höheren bürokratischen Aufwand als starre Arbeitszeiten. Durch die Implementierung einer Software kann der Arbeitsaufwand deutlich reduziert werden. So entfällt die manuelle Eingabe der Arbeitszeiten, womit auch Tippfehler vermieden werden.

Wie viele Stunden dürfen auf einem Arbeitszeitkonto verbucht werden?

Das Arbeitszeitgesetz schreibt vor, wie viele Stunden ein Arbeitnehmer pro Tag maximal arbeiten darf. Wird an 6 Werktagen pro Woche gearbeitet, dürfen maximal 48 Arbeitsstunden pro Woche angesammelt werden.

Übersteigt die tägliche Arbeitszeit mehrfach das Maximum von 10 Arbeitsstunden, befindet der Arbeitgeber oder die Führungskraft in der Pflicht, die Aufgaben umzuverteilen und gemeinsam mit dem betroffenen Mitarbeiter im Rahmen eines Mitarbeitergesprächs nach Lösungen zu suchen.

Wie viele Überstunden dürfen Arbeitnehmer sammeln?

Auch das Maximum an Überstunden ist gesetzlich durch das Arbeitszeitgesetz geregelt. Mehr als zwanzig Überstunden pro Woche sind nicht erlaubt. Zudem darf nicht mehr als zehn Stunden pro Tag gearbeitet werden und pro Woche darf ein Arbeitnehmer inklusive der Überstunden den Grenzwert von 60 Arbeitsstunden nicht überschreiten.

Was ist bei einem Arbeitszeitkonto zu beachten?

Angestellte müssen die im Arbeitszeitgesetz festgeschriebenen Ruhezeiten beachten. Wer bis 0:00 Uhr im Büro arbeitet, darf am nächsten Tag nicht wieder früh morgens auf der Arbeitsstätte erscheinen.

Zu beachten ist darüber hinaus die Betriebsvereinbarung, die alle Richtlinien in Bezug auf Über- und Minusstunden, Ausgleichen, Insolvenzsicherungen und alle geltenden Rahmenbedingungen zu Tarifverträgen enthält. Das Schwarze Brett im Büro stellt eine Möglichkeit dar, um die Regelungen klar zu kommunizieren.

Arbeitgeber sollten darauf verzichten, die gültigen Regeln bezogen auf das Arbeitszeitkonto detailliert im Arbeitsvertrag festzuhalten. So muss dieser nämlich bei jeder Änderung, die die Arbeitszeiten betrifft, abgeändert werden.

Fazit

Ein Arbeitszeitkonto ist eine Auflistung aller geleisteten Arbeitsstunden inklusive der Plus- und Minusstunden eines Angestellten in einem Unternehmen. Vorteile eines Arbeitszeitkontos sind die Möglichkeit zum flexiblen Arbeiten, die Steigerung der Mitarbeitermotivation und -produktivität sowie die Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit, die die Mitarbeiterfluktuation reduziert. Der Nachteil besteht in dem höheren bürokratischen Aufwand, der sich wiederum durch den Einsatz einer Software minimieren lässt. Zu beachten ist das Arbeitszeitgesetz, das beispielsweise die Überstunden und Ruhezeiten regelt.

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