Pflegebranche – In welchem Bundesland ist der Verdienst am höchsten?

In welchem Bundesland der Verdienst in der Pflegebranche am höchsten ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Betrachtet man die Durchschnittsgehälter der verschiedenen Pflegeberufe, ist jedoch noch immer ein deutlicher Unterschied zwischen Ost und West zu erkennen. Zu den Bundesländern, die am besten vergüten, zählen allgemein das Saarland, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Bremen.

Pflegebranche – In welchem Bundesland ist der Verdienst am höchsten?
Bilduelle: depositphotos.com

In diesen Bundesländern verdienen Pflegekräfte am meisten

Die Pflegebranche in Deutschland befindet sich im Wandel. Denn die Menschen im Land werden immer älter (demografischer Wandel) und benötigen eine intensivere Pflege. Gleichzeitig herrscht bereits heute ein gravierender Mangel an Fachpersonal. Dies ist einerseits auf die hohe Arbeitsbelastung zurückzuführen, die die Arbeit im Pflegebereich mit sich bringt. Zum anderen waren Arbeitsplätze in der Pflege aufgrund der vergleichsweise niedrigen Löhne für viele Menschen bisher wenig attraktiv.

Mittlerweile hat der Staat reagiert und mit dem überarbeiteten Pflegeberufegesetz eine neue Pflegeausbildung etabliert. Seit dem 1. Januar 2020 können Interessierte eine Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann absolvieren. Dabei handelt es sich um eine generalistische Ausbildung, die die Absolvent/-innen befähigt, anschließend in verschiedenen Versorgungsbereichen zu arbeiten. Sie fasst die drei vormaligen Berufsausbildungen Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege zusammen.

Auch die Ausbildungsbedingungen wurden verbessert. Für die Ausbildung ist nunmehr kein Schulgeld mehr zu zahlen. Darüber hinaus erhalten die Auszubildenden eine angemessene Ausbildungsvergütung. Die genannten Punkte sollen die Ausbildung auch für junge Menschen wieder interessanter machen und das Berufsfeld insgesamt aufwerten.

Aber wie sieht es im späteren Job aus? Was verdienen Pflegekräfte heute in den Bundesländern Deutschlands?

1. Pflegefachfrau/-mann

Beginnen wir mit dem neuen Berufsbild „Pflegefachfrau/Pflegefachmann". Im bundesweiten Durchschnitt liegt das Monatsgehalt bei 3.807 Euro brutto. Zwischen den einzelnen Bundesländern gibt es jedoch große Unterschiede. Die höchsten Gehälter beziehen Pflegefachleute

  • im Saarland,
  • in Baden-Württemberg
  • in Bremen,
  • in Nordrhein-Westfalen und
  • in Bayern.

Mit einem Monatsgehalt von durchschnittlich 4.048 Euro belegt das Saarland Platz 1, dicht gefolgt von Baden-Württemberg mit 4.002 Euro. Die Gehälter in den übrigen drei Bundesländern liegen zwischen 3.875 und 3.904 Euro brutto im Monat. Die niedrigsten Gehälter beziehen Pflegefachfrauen und -männer in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Dort verdienen Pflegefachleute im Schnitt um die 3.500 Euro.

2. Pflegeassistent/-in

Pflegeassistenten und -assistentinnen arbeiten als rechte Hand von Kranken- und Gesundheitspflegern/-innen. Sie unterstützen diese bei der Pflege von alten und kranken Menschen. Das bundesweite Durchschnittsgehalt beträgt bei einer 40-Stunden-Woche 2.867 Euro brutto im Monat. In den Bundesländern

  • Hamburg,
  • Baden-Württemberg,
  • Rheinland-Pfalz,
  • Bayern und
  • Nordrhein-Westfalen

sind die Entgelte für Pflegehelfer/-innen am höchsten. In Hamburg verdienen Pflegeassistent/-innen im Monat 3.101 Euro brutto. In Baden-Württemberg liegt das Gehalt bei 3.055 Euro. In den anderen drei Bundesländern bewegt sich das Gehalt zwischen 2.964 und 3.016 Euro. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt verdienen Pflegeassistent/-innen am wenigsten. Das monatliche Bruttogehalt liegt in diesem Bundesländern zwischen 2.337 und 2.594 Euro.

3. Altenpfleger/-in

Das bundesweite Durchschnittsgehalt für Altenpfleger/-innen beziehungsweise Pflegefachmänner/-frauen mit der Spezialisierung Altenpflege beträgt 3.344 Euro. Die fünf Bundesländer

  • Baden-Württemberg,
  • Bayern,
  • Hamburg,
  • Berlin und
  • Bremen

liegen jeweils sogar über dem durchschnittlichen Wert. In Baden-Württemberg verdienen Altenpfleger/-innen monatlich 3.598 Euro brutto, in Bremen beläuft sich das Monatsgehalt immerhin noch auf 3.409 Euro. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt verdienen Altenpfleger/-innen am wenigsten. Hier bewegt sich das Entgelt nur noch zwischen 2.955 und 3.057 Euro.

4. Gesundheits- und Krankenpfleger/-in sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in

Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen beziehungsweise Pflegefachmänner/-frauen mit der Spezialisierung Gesundheits- und Krankenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege verdienen im bundesweiten Durchschnitt 3.807 Euro brutto im Monat. In diesen Bundesländern ist der Verdienst am höchsten:

  • Saarland
  • Baden-Württemberg
  • Bremen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Bayern

Mit einem Brutto-Entgelt in Höhe von 4.048 Euro liegt das Saarland deutlich über dem Durchschnittswert. Auch in Baden-Württemberg liegt das monatliche Gehalt für Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-innen noch über 4.000 Euro. In den übrigen drei Bundesländern bewegt sich das Entgelt zwischen 3.875 und 3.904 Euro. Die drei Schlusslichter bilden Sachsen-Anhalt mit 3.522 Euro, Mecklenburg-Vorpommern mit 3.517 Euro und Brandenburg mit 3.426 Euro.

5. Weitere Berufe in der Pflege

Weitere Berufe im Pflegebereich sind zum Beispiel Pflegeberater/-in, Pflegeexperte/-in, Pflegedienstleister/-in und Pflegedirektor/-in. Auch bei diesen Berufen schwanken die Gehälter je nach Einrichtung und Erfahrung, vor allem aber zwischen den einzelnen Bundesländern. In den Bundesländern Baden-Württemberg, Saarland, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern fallen die Entgelte in vielen Fällen am höchsten aus.

Quelle und weitere Tipps: 

Gehälter in der Pflegebranche schwanken zwischen den Bundesländern massiv

Beim direkten Vergleich der Durchschnittsgehälter in den einzelnen Bundesländern wird deutlich, dass es insbesondere zwischen West und Ost noch immer große Unterschiede gibt. Darüber hinaus hängt die Höhe der Entgelte auch von der Art der Pflegetätigkeit ab. Während im Bereich der Altenpflege mit deutlich geringeren Gehältern zu rechnen ist, fallen die Entgelte für Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-innen deutlich höher aus.

Der Mangel an Fachkräften im Pflegebereich wird sich in Zukunft immer stärker bemerkbar machen, denn die Gesellschaft in Deutschland altert zunehmend. Umso wichtiger ist es, attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen und die Entgelte für Tätigkeiten in der Pflege in allen Bundesländern anzupassen. Auch Pflegedienstleister sind angehalten, die Löhne zu erhöhen. Auf diese Weise können sie schon heute qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für sich gewinnen und sich einen sicheren Platz auf dem Markt sichern.

Ein weiterer guter Ansatz ist die Einführung der neuen generalistischen Pflegeausbildung, die mit dem Abschluss „Pflegefachmann/Pflegefachfrau" endet. Die Ausbildung ermöglicht es den Absolventen/-innen nicht nur, in allen Versorgungsbereichen zu arbeiten, sodass sie bessere Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten haben. Auch die Pflegeausbildung selbst ist aufgrund der Ausbildungsvergütung, die die Teilnehmer/-innen erhalten, im Vergleich zu früheren Pflegeausbildungen lohnenswerter. Darüber hinaus entfällt für die Auszubildenden die Zahlung von Schulgeld.

Neben der generalistischen Pflegeausbildung wurde mit dem neuen Pflegeberufegesetz außerdem ein Pflegestudium zur direkten Berufsqualifizierung mit einem erweiterten Ausbildungsziel eingeführt. Nach erfolgreich absolviertem Studium wird die Berufsbezeichnung „Pflegefachmann oder Pflegefachfrau" in Verbindung mit einem akademischen Grad (zum Beispiel „Bachelor of Science" – „B.Sc.") geführt. Dies alles zeigt, dass sich in der Pflegebranche bereits viel verändert hat, aber auch, dass es noch viel zu tun gibt.

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