Kranke Katze: erste Anzeichen, mögliche Krankheiten und Hilfestellungen

Verändert sich das Verhalten der Katze, muss nicht immer eine Erkrankung dahinterstecken. Trotzdem sollte man das Haustier genau beobachten und im Ernstfall schnell handeln. Hier ein Überblick über die wichtigsten Anzeichen für eine Erkrankung, mögliche Katzenkrankheiten und was man tun kann, wenn es der Katze schlecht geht.

Verhaltensauffälligkeiten als Anzeichen für eine Erkrankung erkennen

Katzen gelten als anpassungsfähig, weshalb Tierhalter oft erst sehr spät bemerken, wenn es der Katze nicht gut geht. Um bei Auffälligkeiten rasch Hilfe leisten zu können, gilt: je früher, desto besser! Denn hinter einer Verhaltensveränderung kann eine schlimme Erkrankung stecken. Katzen, die Schmerzen haben, sich nicht wohlfühlen oder unter Stress stehen, zeigen häufig die folgenden Anzeichen:

  • Verändertes Fressverhalten
  • Rückzug aus dem familiären Leben
  • Urinieren plötzlich neben die Kiste
  • Vernachlässigen das Putzen
  • Putzen sich übertrieben häufig
  • Spielen weniger
  • Sind lethargisch oder abwesend
  • Äußern ein aggressives Verhalten
  • Zeigen körperliche Auffälligkeiten
ein tierarzt schaut sich die Zähne einer Katze an
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Die bekanntesten Katzenkrankheiten

Neben den genannten Verhaltensauffälligkeiten könne auch bestimmte Symptome auf eine Erkrankung hindeuten. Diese können sich in Form von Appetitlosigkeit sowie vermehrtes Trinken zeigen. Die häufigsten Krankheiten bei Katzen sind:

  • Katzenschnupfen
  • Katzenseuche
  • Ektoparasitenbefall
  • Endoparasitenbefall
  • Chronische Niereninsuffizienz
  • Katzenleukämie
  • FIP
  • Toxoplasmose
  • Katzendiabetes
  • Schilddrüsenüberfunktion

 

Katzenschnupfen

Ein Katzenschnupfen ist nicht mit einem normalen Schnupfen vergleichbar. Die hoch ansteckende Erkrankung wird durch Viren und Bakterien übertragen. Bleibt Katzenschnupfen unbehandelt, kann dies zum Tod des Tieres führen. Typische Symptome von Katzenschnupfen sind neben einem Nasenausfluss tränende Augen. Die Katze frisst nur noch wenig, auch Fieber kann hinzukommen. Auch wenn nur ein Symptom davon auftritt, sollte man möglichst schnell zum Tierarzt gehen. Dieser wird der Katze Antibiotika verschreiben. Vermeidbar ist der gefährliche Katzenschnupfen durch eine Impfung, die man am besten bereits beim jungen Kätzchen durchführen lässt.

Katzenseuche

Die auch unter dem Namen Katzenstaupe bekannte Viruserkrankung ist sehr ansteckend und kann tödlich verlaufen. Deshalb sollte man bei Symptomen, wie Bewegungsunlust, Mattigkeit, Fieber und ein erhöhter Schlafbedarf, beim Tierarzt vorstellig werden. Hinzu kommen häufig auch Symptome wie Appetitlosigkeit und Erbrechen. Gegen Katzenseuche gibt es eine Impfung, die alle drei Jahre aufgefrischt wird.

Ektoparasitenbefall

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um einen Parasitenbefall durch Flöhe oder Zecken. Betroffen davon sind nicht nur Freigänger, sondern auch Wohnungskatzen, da sogar Menschen Überträger sein können. Zu erkennen ist ein Flohbefall an dem häufigen Kratzen der Katze. Die Tiere sind sogar im Fell zu erkennen, besonders gut an hellen Stellen. Gegen Ektoparasitenbefall können Flohbänder, Flohpulver und Shampoos helfen. Der Tierarzt verabreicht oft ein Spot-on-Mittel, das mehrere Wochen lang effektiv Wirkung zeigt. Bei einem Ektoparasitenbefall ist Hygiene zu Hause sehr wichtig, damit die Tiere sich nicht weiter vermehren können. Leidet die Katze unter einem Milbenbefall, sollte man für eine zuverlässige Behandlung zum Tierarzt gehen.

Endoparasitenbefall

Wenn eine Katze Bandwürmer, Spülwürmer oder Hakenwürmer im Dünndarm aufweist, spricht man von einem Endoparasitenbefall. So ein Wurmbefall passiert in der Regel, wenn die Katze ein Beutetier frisst, welches von einem Parasiten befallen ist. Ein Befall kann auch über die Eier der Würmer übertragen werden, beispielsweise über den Kot. Jungtiere werden generell entwurmt, da die Übertragung auch über die Muttermilch stattfinden kann. Ob eine Katze von Endoparasiten befallen ist, merkt man an Appetitlosigkeit, Erbrechen, dem immer dünner werdenden Tier sowie einem struppigen Fell. Ein Tierarzt wird eine Wurmkur verabreichen, eventuell auch in Form eines Spot-on-Mittels.

Chronische Niereninsuffizienz

Von einer Niereninsuffizienz sind häufig ältere Katzen betroffen. Wird die Erkrankung nicht behandelt, endet sie mit dem Tod des Tieres. Denn die Nierenfunktion nimmt stetig ab, was zu einer Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes der Katze führt. Wer bei der Katze einen vermehrten Durst feststellt und entsprechend größere Klumpen im Katzenklo entdeckt, sollte das Tier aufmerksam beobachten. Dazu können ein fehlender Appetit sowie ein glanzloses Fell kommen sowie eine rasante Gewichtsabnahme. Ein Zeichen für eine chronische Niereninsuffizienz ist auch ein süßlicher Geruch aus dem Maul des Tieres. Heilbar ist diese Erkrankung leider nicht. Ein Tierarzt kann durch die richtige Behandlung, beispielsweise mittels Eiweiß-armen Spezialfutter, die Beschwerden lindern und den Krankheitsverlauf hinauszögern.

Katzenleukämie

Katzenleukämie bei Katzen ist eine Viruserkrankung mit meist schwerem Verlauf. Dabei verursacht der Feline-Leukämie-Virus eine Störung der Blutzellenbildung. Mehrere Tumore können auftreten und oftmals führt diese Erkrankung zum Tod der Katze. Wird das Tier jedoch gut medizinisch betreut, kann es noch einige gute Katzenjahre erleben. Mögliche Symptome sind Appetitverlust, Gewichtsverlust und eine zunehmende Schwäche der Katze. Treten diese Symptome auf, sollte man generell rasch einen Tierarzt aufsuchen. Dieser kann die Erkrankung via Blutbild diagnostizieren. Gegen Katzenleukämie gibt es eine Impfung, die im Vorfeld diese Erkrankung ausschließt.

ein Katze wird von einem Tierarzt untersucht
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FIP

Bei FIP, der Felinen infektiosen Peritontitis, handelt es sich um eine Immunschwächeerkrankung, die u.a. durch Coronaviren ausgelöst wird. Diese sehr ansteckende Krankheit wird über Kot oder Speichel übertragen. Oftmals sterben die Katzen an einer Bauchfellentzündung. Zu erkennen ist FIP an Appetitlosigkeit und einem aufgeblähten Körper. Die Katze ist antriebslos und schläft viel. Die Krankheit kann sich entweder in Richtung Entzündung der inneren Organe entwickeln oder in Form einer Bauchwassersucht. Leider ist die Krankheit chronisch, die tödlich endet. Bisher gibt es keine Therapiemöglichkeit bei FIP. Um dem Tier Leid zu ersparen, kann der Tierarzt entsprechende Medikamente verabreichen.

Toxoplasmose

Leidet eine Katze an Toxoplasmose, hatte sie zuvor höchstwahrscheinlich einen Parasitenbefall im Darm. Freigänger leiden häufiger an dieser Krankheit als reine Wohnungskatzen. Vorsicht ist jedoch geboten, da die Krankheit auch auf den Menschen übergehen kann, was vorallem für Schwangere eine Gefahr für das ungeborene Kind sein kann. Zu erkennen ist diese Erkrankung kaum, da Katzen nur wenige Symptome zeigen. Wenn, dann äußert sie sich in Form von Appetitlosigkeit, Fieber und Atemstörungen. Um Toxoplasmose zu behandeln, wird der Arzt ein Antibiotikum verschreiben.

Katzendiabetes

Leidet die Katze an Diabetes, ist die Funktion der Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse gestört. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel, was das Immunsystem zunehmend schwächt. Katzen mit Diabetes müssen unbedingt medizinisch behandelt werden, da die Erkrankung sonst zum Tod führt. Auffallend ist der Gewichtsverlust, der trotz eines normalen Fressverhaltens mit Diabetes einhergeht. Die Katze trinkt zudem mehr als gewöhnlich und wirkt schlapp. Die gute Nachricht ist, dass Diabetes bei Katzen gut behandelbar ist. Nach einer erfolgten Ernährungsumstellung wird sich bereits eine Besserung einstellen. Nur bei einem schweren Krankheitsverlauf sind Medikamente nötig.

Schilddrüsenüberfunktion

Liegt ein Verdacht auf Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze vor, sollte man bald zum Tierarzt gehen. Dieser wird die Blutwerte kontrollieren, um eine genaue Diagnose zu stellen. Wird die Schilddrüsenüberfunktion nicht behandelt, sind schwere körperliche Schäden an Herz und Nieren möglich, die schließlich zum Tod der Katze führen. Die Krankheit äußert sich oft durch ein stumpfes Fell, ein aggressives Verhalten und Gewichtsverlust trotz gutem Appetit. Häufig erbricht die Katze und manchmal kann sie auch an Atemnot leiden, was an einem Hecheln zu erkennen ist. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion können Medikamente helfen, die jedoch nicht alle Katzen gut vertragen. Hilfreich kann ein Spezialfutter sein, das wenig Jod enthält. Mittlerweile gibt es auch operative Möglichkeiten, um die Katze zu therapieren.

Was tun, wenn die Katze krank ist?

Geht es einer Katze nicht gut, merkt man das meistens schnell am Verhalten. Frisst sie plötzlich nicht mehr, verliert sie an Gewicht oder verändert sich das Aussehen des Fells, sollte man möglichst bald einen Tierarzt aufsuchen. Oder einen Hausbesuch eines Tierarztes vereinbaren. Denn die Symptome der häufigsten Katzenkrankheiten sind oft ähnlich. Nur ein Tierarzt kann feststellen, was der Katze fehlt und eine entsprechende Behandlung vorschlagen.

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