Überladung bei Autos und LKWs

Die Überladung eines Fahrzeugs wird nicht nur bei Lkws zum Problem. Wer in den Urlaub fährt, hat sein Fahrzeug ebenfalls schnell einmal überladen und keine Ahnung, welche Gefahr er für den übrigen Straßenverkehr darstellt.

Schon kleine Mengen an Überladung bergen das Risiko, das Fahrverhalten des Fahrzeugs und somit der Verkehrssicherheit zu verändern. Mit steigender Überladung lässt es sich schlechter kontrollieren. Dazu verlängert sich der Bremsweg immens. Doch wie genau sind die Bestimmungen bei Lkws und Pkws? Und wie lässt sich eine Überladung vermeiden?

Was genau ist eine Überladung?

Per Definition gilt ein Kraftfahrzeug als überladen, wenn das zulässige Gesamtgewicht überschritten wird. Die hierfür notwendige Richtlinie ist in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 zu finden, genauer in Feld 11. Wer noch einen älteren Fahrzeugschein besitzt, findet die Angaben zum zulässigen Gesamtgewicht stattdessen unter Ziffer 15.

Überladung bei Autos und LKWs
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Wichtig: Neben dem Leergewicht bezeichnet man das zulässige Gesamtgewicht auch als Gesamtmasse. Jeder Kraftfahrzeugfahrer sollte beide Werte kennen, um eine Überladung des Fahrzeugs zu vermeiden.

Tipp: Es gibt die Möglichkeit sein Fahrzeug auf öffentlichen Fahrzeugwaagen wiegen zu lassen. Mehr dazu hier auf: essmann.com

Wie viel Gewicht darf man mit einem normalen Führerschein laden?

Besitzer des normalen Führerscheins der Klasse B (sowie Klasse 3) dürfen einen Anhänger ziehen. Dieser darf maximal mit einer Gesamtmasse von 750 Kilogramm belastet werden, oder aber das gesamte Gespann (Fahrzeug plus Anhänger) bringt nicht mehr als 3,5 Tonnen auf die Waage.

Hier ein paar Beispiele dazu, was erlaubt ist:

  • Fahrzeug (2200 Kilogramm) + Anhänger (1200 Kilogramm)
  • Fahrzeug (1700 Kilogramm) + Anhänger (1300 Kilogramm)
  • Fahrzeug (2000 Kilogramm) + Anhänger (1500 Kilogramm)

Was hingegen nicht erlaubt ist:

  • Fahrzeug (2001 Kilogramm) + Anhänger (1500 Kilogramm)
  • Fahrzeug (1500 Kilogramm) + Anhänger (1700 Kilogramm)

Dabei gilt es zu beachten, dass das ziehende Fahrzeug grundsätzlich mehr Gewicht besitzen muss als der Anhänger.

Wie kann man die Erlaubnis für mehr Gewicht erlangen?

Soll der Anhänger größer und ein höheres Gewicht als 750 Kilogramm zugelassen sein, ist eine zusätzliche Bezeichnung im Führerschein erforderlich. Hierbei handelt es sich um die Klasse B96. Um sie zu erlangen, muss eine Prüfung zum Anhängerführerschein abgelegt werden.

Mittels dieser Führerscheinklasse erhält der Fahrer die Erlaubnis einen Anhänger zu ziehen, der mehr als 750 Kilogramm wiegt. Das Gespann von Fahrzeug und Anhänger liegt hier grundsätzlich zwischen 3,5 und 4,25 Tonnen.

Alternativ gibt es auch die Führerscheinklasse BE, mittels dem das Ziehen eines Anhängers oder kleinen Sattelanhängers erlaubt ist. Hier darf die Gesamtmasse von Fahrzeug und Anhänger das Gewicht von 3,5 Tonnen nicht überschreiten. Für diese Führerscheinklasse muss eine zusätzliche praktische Prüfung abgelegt werden. In den meisten Fällen wird sie gleich beim Erwerb des regulären Führerscheins abgelegt, sofern gewünscht.

Wie sieht es bei Lkws aus?

Zum Führen eines Lkws gibt es ebenfalls unterschiedliche Führerscheinklassen, die mit dem Gewicht zusammenhängen. Auf den Punkt gebracht sind dies die Folgenden:

Führerscheinklasse Beschreibung
C gilt für leichtere Lkw-Klassen mit einem Gesamtgewicht von bis zu 7,5 Tonnen
C1 umfasst alle Lkws, die ein höheres Gewicht als 7,5 Tonnen aufweisen.

 

Zusätzlich zu den beiden genannten Klassen gibt es noch den Führerschein für CE und C1E. Diese sind notwendig, wenn das Gespann um zusätzliche Lastzüge ergänzt werden soll.

Welche Gefahren bringen überladene Fahrzeuge mit sich?

Wer sein Fahrzeug oder den Anhänger überlädt, geht automatisch das Risiko ein, den übrigen Straßenverkehr oder andere Verkehrsteilnehmer zu schädigen. Denn infolge der Überladung werden die jeweiligen Achsen zu stark belastet und verhalten sich daher unter der Einwirkung des Fahrers anders. Um eine Überladung vorzubeugen, gibt es verschiedene Hilfsmittel, wie zum Beispiel die Radlastwaage. Mehr dazu können Sie hier lesen: as-waegetechnik.de

So verändert sich zum Beispiel der Bremsweg. Genauso kann das Fahrzeug in eine unberechenbare Richtung ausscheren und der Fahrer verliert die Kontrolle über das Kraftfahrzeug. Dabei gilt: Je höher die Überladung, desto größer wirkt sie sich auf das Fahrzeugverhalten aus.

Welche anderen Dinge müssen bei der Beladung beachtet werden?

Bei der Beladung eines Fahrzeugs sind gewisse Kennzeichnungs- und Sicherungsregeln zu beachten. Paragraf 22, Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) besagt zum Beispiel, dass die Ladung grundsätzlich so gut gesichert sein muss, dass sie bei jeglichem Fahrverhalten (hierzu zählen auch plötzliche Ausweichmanöver oder eine Vollbremsung) an Ort und Stelle bleiben müssen.

Um die nötige Sicherheit zu gewährleisten, gibt es unterschiedliche Arten von Ladungssicherungen, die je nach Fahrzeug eingesetzt werden können. Neben Zurrgurten kommen Sicherheitsnetze zum Einsatz. Ferner ist bei Lkws zu beachten, dass der Untergrund möglichst rutschfest ist.

Daneben gibt es eine sogenannte Kennzeichnungspflicht. Ein gutes Beispiel: Der Transport eines zusammengerollten Teppichs wird häufig so vollzogen, dass er bis zu einen Meter über den Rückstrahler des Fahrzeugs aus dem Kofferraum ragt. In einem solchen Fall ist es wichtig, für alle anderen Verkehrsteilnehmer eine Warnung am Ende des Teppichs anzubringen. Zur Warnung darf verwendet werden:

  • Fahne mit einer Größe von 30 x 30 Zentimetern, aufgehängt an einer Querstange, damit sie sich nicht selbstständig zusammenfaltet
  • Schild, das quer zur Fahrtrichtung aufgehängt wird und eine Mindestgröße von 30 x 30 Zentimetern aufweist
  • Zylindrischer Körper, der eine Höhe von 30 Zentimetern besitzt und einen Durchmesser von 35 Zentimetern

Dabei ist es wichtig, dass die Warnung grundsätzlich eine hellrote Farbe besitzt und somit von anderen Verkehrsteilnehmern leicht wahrgenommen werden kann.

Quellen, Interessantes und Tipps:

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